Montag, 17. Juni 2019

Daratumumab: Rote-Hand-Brief wegen Reaktivierung von Hepatitis B

In einem Rote-Hand-Brief informiert der Hersteller (Janssen-Cilag) von Daratumumab (Darzalex) zu einem erhöhten Risiko der Reaktivierung einer Hepatitis B, und zwar liegen Berichte aus klinischen Studien sowie Spontanmeldungen über eine Reaktivierung von Hepatits-B-Virus vor. Einige Fälle verliefen tödlich.

  • Vor Beginn der Behandlung mit Daratumumab soll bei allen Patienten der HBV-Status bestimmt werden. Dies gilt auch unter laufender Behandlung, wenn der HBV-Status nicht bekannt ist.
  • Bei positiver HBV-Serologie sollen Patienten während der Behandlung sowie mindestens sechs Monate nach Beendigung auf klinische Anzeichen und Laborparameter für eine HBV-Reaktivierung kontrolliert werden.
  • Im Falle einer HBV-Reaktivierung soll die Behandlung mit Daratumumab unterbrochen und Experten für die Behandlung der HBV-Infektion konsultiert werden.

Die meisten Fälle von HBV-Reaktivierung wurden in den ersten sechs Monaten der Behandlung beobachtet. Mögliche Risikofaktoren sind: frühere autologe Stammzelltransplantation; gleichzeitige und/oder frühere immunsuppressive Therapien; Patienten, die in Regionen mit hoher HBV-Prävalenz leben oder aus diesen eingewandert sind. Die Produktinformation wird aktualisiert.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail Nr. 34 vom 17. Juni 2019

Dienstag, 11. Juni 2019

Polatuzumab Vedotin von der FDA beschleunigt zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 10. Juni 2019 beschleunigt Polatuzumab vedotin piiq (Polivy, Roche) in Kombination mit Bendamustin und Rituximab für die Behandlung von Erwachsenen mit diffusem großen B-Zell-Lymphom (DLBCL) zugelassen, die mit mindestens zwei Vortherapien behandelt wordensind.
Polatuzumab Vedotin ist ein Antikörper-Arzneistoff-Konjugat, das spezifisch an das CD79b-Protein auf der Oberfläche von B-Zellen bindet und dann das Zytostatikum Monomethylauristatin E (Vedotin) in die Zellen freisetzt. Vedotin verhindert  die Polymerisation von Tubulin.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 10. Juni 2019

Donnerstag, 6. Juni 2019

Gentherapie für transfusionsabhängige Beta-Thalassämie (TDT) von der EU-Kommission bedingt zugelassen

Die EU-Kommission hat am 4. Juni 2019 eine bedingte Marktzulassung für Zynteglo (autologe CD34+-Zellen, die das Beta A-T87Q-Globin-Gen kodieren) erteilt. Dabei handelt es sich um eine Gentherapie für Patienten ab einem Alter von 12 Jahren mit transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) und einem Nicht-Beta0/Beta0-Genotyp, für die eine hämatopoetische Stammzellen-Transplantation (HSZT) in Frage kommt, aber kein verwandter Spender mit passendem humanen Leukozytenantigen (HLA) verfügbar ist.

Quelle:
EPAR der EMA

Freitag, 31. Mai 2019

Arginin/Lysin von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Mai 2019 empfohlen, Arginin/Lysin (LysaKare, Advanced Accelerator Applications) zur Verminderung der Strahlenbelastung der Nieren bei Radionuklid-Therapie mit Lutetium (177Lu) Oxodotreotid bei Erwachsenen zuzulassen.
Die Infusionslösung enthält die Aminosäuren L-Arginin-HCl und L-Lysin-HCl, die die Re-Absorption und Retention von Lutetium (177Lu) oxodotreotid in den Nierentubuli vermindern.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 29. Mai 2019

Trientindihydrochlorid von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Mai 2019 empfohlen, Trientindihydrochlorid (Cufence, Univar BV) für die orale Behandlung der Wilson-Krankheit bei Jugendlichen, Erwachsenen und Kindern ab einem Alter von 5 Jahren zuzulassen, die D-Penicillamin nicht vertragen.


Trientindihydrochlorid entzieht dem Körper Kupfer, in dem es einen einen stabilen Kupfer-Chelat-Komplex bildet, der mit dem Urin ausgeschieden wird. Außerdem kann es die Kupfer-Absorption im Gastrointestinaltrakt hemmen.
Bereits im September 2017 hatte die EMA Trientintetrahydrochlorid (Cuprior, gmp-orphan) für die gleiche Indikation zugelassen (med|pharm|text)

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 29. Mai 2019

Dienstag, 28. Mai 2019

Tofacitinib: Rote-Hand-Brief wegen Risiko von Lungenembolien

Der Hersteller von Tofacitinib (Xeljanz, Pfizer) weist in einem Rote-Hand-Brief auf die Einschränkung der Anwendung von zweimal täglich 10 mg bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Lungenembolien hin.

Vorläufige Ergebnisse aus einer laufenden klinischen Studie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (A3921133) zeigten ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Lungenembolien und eine erhöhte Sterblichkeit unter der Gabe von zweimal täglich 10 mg Tofacitinib. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertet deshalb zurzeit Nutzen und Risiken von Tofacitinib in allen zugelassenen Indikationen. Bis zum Abschluss der Bewertung wurden folgende Maßnahmen vereinbart:

  • Tofacitinib zweimal täglich 10 mg ist kontraindiziert bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Lungenembolien (Patienten mit Herzinsuffizienz, tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie in der Vorgeschichte, erblicher Gerinnungsstörung oder Krebs, bei Anwendung kombinierter hormoneller Kontrazeptiva oder einer Hormonersatztherapie sowie bei Patienten, die sich einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen). Weitere Risikofaktoren wie Lebensalter, Adipositas, Nikotinkonsum und Immobilisation sollen bei der Bewertung des Lungenembolie-Risikos in Betracht gezogen werden.
  • Ärzte werden daran erinnert, bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis die zugelassene Dosis von 5 mg zweimal täglich einzuhalten.
  • Patienten mit erhöhtem Risiko für Lungenembolien, die bereits mit Tofacitinib zweimal täglich 10 mg behandelt werden, sollen auf eine alternative Therapie umgestellt werden.
  • Patienten sollen auf Zeichen und Symptome einer Lungenembolie überwacht und angewiesen werden, bei Auftreten von Symptomen sofort einen Arzt zu konsultieren.

Tofacitinib ist zugelassen zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasis-Arthritis (jeweils 5 mg zweimal täglich) sowie zur Behandlung von Colitis ulcerosa (10 mg zweimal täglich in den ersten acht Wochen, anschließend 5 mg zweimal täglich).

Die weitere Bewertung der Studiendaten und der möglichen Auswirkung auf die Produktinformation erfolgt derzeit durch die EMA.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail Nr. 32 vom 28. 5. 2019

Samstag, 25. Mai 2019

Alpelisib von der FDA zugelassen

Die FDA hat am 24. Mai 2019 Alpelisib (Piqray, Novartis) zur oralen Behandlung von postmenopausalen Frauen und Männern mit Hormonrezeptor-positivem, Her2-negativem PIK3-CA-mutierten fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom in Kombination mit Fulvestrant zugelassen.
Parallel wurde ein diagnostischer Test zum Nachweis der PIK3CA-Mutation in Gewebe oder Flüssigkeiten (liquid biopsy) zugelassen.


Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in den SOLAR-1-Studie an 572 Frauen untersucht. Die zusätzliche Gabe von Albelisib zu Fulvestrant verlängerte bei Patienten mit PIK3CA-Mutation das PFS von 5,7 auf 11 Monate.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 24.5.2019

Onasemnogen abeparvovec-xioi von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 24. Mai 2019 Onasemnogen abeparvovec-xioi (Zolgensma, AveXis, Novartis) beschleunigt als Orphan Drug für die Behandlung von Kindern im Alter unter 2 Jahren mit spinaler Muskelatrophie zugelassen, die Mutationen im SMN1-Gen aufweisen.
Damit steht die erste Gentherapie für die Behandlung dieser seltenen Erbkrankheit zur Verfügung.
Die Gentherapie basiert auf Adeno-assoziierten Viren als Vektor. Der Vektor liefert eine voll funktionale Kopie des humanen SMN-Gens in die Zielzellen. Die einmalige intravenöse Gabe der Gentherapieführt zur Expression des SMN-Protein der kindlichen Motoneuronen und verbessert damit Muskelbewegung und -Funktion sowie das Überleben des Kindes mit SMA. Die Dosierung basiert auf dem Körpergewicht.
Der Preis für die Einmalgabe soll bei über 2 Mio Dollar liegen. Zolgensma wird deshalb als teuerste Arznei der Welt bezeichnet. Novartis argumentiert aber, dass bei Einmalanwendung von Zolgensma die Kosten für eine Langzeitbehandlung wegfallen. So kostet Spinranza (Biogen), das alle 4 Monate gegeben werden muss, im 1. Jahr rund 750.000 Doller, in der Folge rund 375.000 Dollar pro Jahr. 

Meine Meinung: Es ist schwer bis gar nicht zu verstehen, warum diese Arzneimittel zu derartigen Preisen angeboten werden müssen. Es wird zwar immer mit den hohen Entwicklungskosten und der Zahl der
in Frage kommenden Patienten argumentiert. Aber diese Medikamente werden ja z. B. schon aufgrund von ganz kleinen klinischen Studien zugelassen. Zolgensma z.B. wurde basierend auf einer noch laufenden Studie mit insgesamt 36 Patienten zugelassen, die Wirksamkeitdaten basieren derzeit auf den Ergebnissen bei 21 Patienten.


Quellen
Pressemitteilung der FDA vom 24. Mai 2019
Welt vom 25.5.2019

Freitag, 24. Mai 2019

Apixaban, Dabigatran, Edoxaban und Rivaroxaban: Rote-Hand-Brief wegen Antiphospholipidsyndrom

In einem Rote-Hand-Brief informieren die Hersteller von  Apixaban (Eliquis®), Dabigatranetexilat (Pradaxa®), Edoxaban (Lixiana®/Roteas®) und Rivaroxaban (Xarelto®), dass die Anwendung von direkt wirkenden Antikoagulanzien (DOAK) bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom nicht empfohlen wird, insbesondere gilt dies für Hochrisikopatienten, die in allen drei Antiphospholipid-Tests (Lupus-Antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper, Anti-Beta-2-Glykoprotein-1-Antikörper) positiv getestet wurden.
Bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom (insbesondere bei Hochrisikopatienten), die zurzeit mit DOAK zur Prävention thromboembolischer Ereignisse behandelt werden, sollte die Fortführung der Behandlung geprüft und eine Umstellung auf Vitamin-K-Antagonisten erwogen werden.
In einer randomisierten, offenen, multizentrischen Studie war die Anwendung von Rivaroxaban bei Patienten mit Thrombose in der Vorgeschichte, bei denen ein Antiphospholipid-Syndrom diagnostiziert wurde, im Vergleich zu Warfarin mit einem erhöhten Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse assoziiert. Die Studie wurde wegen einer erhöhten Rate thromboembolischer Ereignisse im Rivaroxaban-Arm im Vergleich zu Warfarin (7/59 Patienten vs. 0/61) vorzeitig abgebrochen. Für andere DOAK (Apixaban, Dabigatranetexilat, Edoxaban) sind weniger Daten verfügbar. Es gibt aktuell keine ausreichende Evidenz, dass eines dieser Arzneimittel bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom einen ausreichenden Schutz bietet.

Quelle:
AKDÄ Drug Safety Mail vom 23.5.2019

Dienstag, 21. Mai 2019

Dalteparin von der FDA bei Kindern zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 16. Mai 2019 die Zulassung von Dalteparin (Fragmin, Pfizer) erweitert, das niedermolekulare Heparin kann nun auch bei Kindern ab einem Alter von einem Monat zur Rezidivprophylaxe von venösen Thromboembolien eingesetzt werden.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 16. Mai 2019

Amifampridin von der FDA bei LEMS von Kindern zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat im Mai 2019 Amifampridin (Ruzurgi, Jacobs Pharm.) beschleunigt und als Orphan Drug für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren mit Lambert-Eaton-Myasthenie-Syndrom (LEMS) zugelassen. Dies ist damit die erste verfügbare Therapie für Kinder, andere Behandlungsmöglichkeiten bei LEMS sind bislang nur für Erwachsene zugelassen.

In der EU ist Amifampridin (Firdapse) seit 2010 bei Erwachsenen mit LEMS zugelassen (https://medpharmtext.blogspot.com/2010/01/eu-amifampridin-zur-behandlung-des.html).

Quelle
Pressemitteilung der FDA vom 6. Mai 2019

Freitag, 17. Mai 2019

Fenspirid: PRAC empfiehlt Widerruf der Zulassung

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Mai 2019 den Widerruf der Zulassung von Fenspirid-haltigen Zubereitungen empfohlen.
Fenspirid ist in Deutschland nicht zugelassen, kann aber aus anderen europäischen Ländern bezogen werden. Es wird zur Behandlung von Husten eingesetzt. Die Zulassung wird widerrufen, weil es zu plötzlichen und schweren Herzrhythmusstörungen führen kann.

Quelle
Mitteilung der EMA vom 17. Mai 2019

Tofacitinib: PRAC empfiehlt Einschränkungen wegen Risiko einer Lungenembolie

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) hat in seiner Mai-Sitzung empfohlen, Tofacitinb (Xeljanz, Pfizer) 10 mg zweimal täglich bei Patienten mit hohem Risiko für Lungenembolien nicht zu verordnen. Dazu gehören Patienten mit Herzinsuffizienz, Krebserkrankungen, Thromboseanamnese, Personen, die kombinierte hormonale Kontrazeptiva einnehmen oder eine Hormonersatztherapie erhalten sowie Patienten, die sich großen chirurgischen Eingriffen unterziehen. Zudem sollte an weitere Faktoren gedacht werden, die das Thromboserisiko erhöhen können wie Alter, Übergewicht, Rauchen oder Immobilisation.

Die Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der noch laufenden Studie A3921133 bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, in der ein erhöhtes Risiko für Lungenembolie beobachtet wurde, wenn eine Dosis von zweimal täglich 10 mg Tofacitinib eingenommen wurde, was einer Verdopplung der empfohlenen Dosis entspricht.

Die Empfehlung des PRAC wird nun an den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) weitergeleitet, die finale Entscheidung zum Vorgehen liegt bei der EU-Kommission.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 17. Mai 2019

Biotin-haltige Zubereitungen: Rote-Hand-Brief wegen Verfälschung von Laborergebnissen

In einem Rote-Hand-Brief informieren die Hersteller von Biotin wegen des Risikos falscher Ergebnisse von Laboruntersuchungen.
Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel zum Einnehmen oder diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, die ≥ 150 µg Biotin pro Dosiseinheit enthalten sowie Arzneimittel zur parenteralen Anwendung, die ≥ 60 Mikrogramm Biotin pro Dosiseinheit enthalten, können bei Laboruntersuchungen, deren Testprinzip auf einer Wechselwirkung zwischen Streptavidin und Biotin beruht, zu falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen führen. Dies stellt ein Risiko für verzögerte oder falsche Diagnosestellung sowie für unnötige oder ausbleibende Behandlungen dar.
Patienten sollten vor einer Laboruntersuchung über eine Biotin-Einnahme befragt werden. Ggf. sollte Rücksprache mit dem Labor gehalten und bei patientennaher Diagnostik geprüft werden, ob biotinylierte Reagenzien eingesetzt werden.
Die Möglichkeit einer Biotin-Interferenz sollte bei Diskrepanz zwischen Laborwerten und klinischen Symptomen oder anderen Untersuchungen in Betracht gezogen werden.
Besondere Aufmerksamkeit ist geboten bei Hochdosis-Biotin-Therapie, Niereninsuffizienz, Neugeborenen, Kindern und Schwangeren.
Apotheker sollten bei der Abgabe Biotin-haltiger Produkte Patienten über das Risiko aufklären.
Falls das Risiko einer Biotin-Interferenz besteht, sollten alternative Testmethoden bevorzugt werden.
Die Produktinformationen der entsprechenden Produkte werden aktualisiert.

Quelle
AkdÄ Drug Safety vom 15.5.2019

Lapatinib: Rote-Hand-Brief wegen Änderung der Fachinformation

In einem Rote-Hand-Brief informiert der Hersteller zur Änderung der Fachinformation von Lapatinib (Tyverb, Novartis).
Nach der Marktzulassung wurde eine Studie (EGF114299) zur Wirksamkeit und Sicherheit von Lapatinib in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor bei postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem/HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs durchgeführt, deren Tumor nach einer früheren Trastuzumab-haltigem Chemotherapie und endokrinen Therapien progredient war. Nachdem in den Studienergebnissen zur Wirksamkeit Fehler entdeckt worden sind, wurden diese Ergebnisse aus der Fachinformation entfernt. In den Abschnitt „Anwendungsgebiete“ der Fachinformation wurde die Aussage wieder aufgenommen, dass keine Daten zum Vergleich der Wirksamkeit von Lapatinib und Trastuzumab, jeweils in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor, bei postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positiver metastatischer Erkrankung vorliegen, die zuvor mit Trastuzumab oder einem Aromatase-Inhibitor behandelt wurden.
Bei Patientinnen, die zurzeit Lapatinib in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor erhalten und deren Grunderkrankung zuvor unter einer Trastuzumab-haltigen Therapie progredient war, muss die Entscheidung über die Fortsetzung der Therapie auf Einzelfallbasis erfolgen. Weitere Sicherheitsbedenken bestehen nicht.

Quelle
AkdÄ Drug Safery Mail vom 17.5.2019 

Samstag, 11. Mai 2019

Pegvaliase von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 8. Mai 2019 Pegvaliase (Palynziq, BioMarin) zur parenteralen Behandlung von Patienten mit Phenylketonurie (PKU) ab einem Alter von 16 Jahren zuzulassen, deren Phenylalaninspiegel nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Pegvaliase ist eine rekombinant hergestellte Phenylalanin-Ammoniak-Lyase, die Phenylalanin in Ammoniak und Trans-Zimtsäure umwandelt, welche dann nach Metabolisierung in der Leber mit dem Urin ausgeschieden werden.
Die Wirksamkeit von Pegvaliase bei der Behandlung der PKU wurde in Studie 301, einer unverblindeten Studie zur Einleitung der Behandlung mit Pegvalias, und Studie 302, einer Nachfolgestudie zur Beurteilung der Wirksamkeit, an Patienten mit Phenylketonurie nachgewiesen.

Quelle
EPAR der EMA

Volanesorsen von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 8. Mai 2019 Volanesorsen (Waylivra, Akcea) zusätzlich zu Diät für die parenterale Behandlung von Erwachsenen mit genetisch bedingtem familiärem Chylomikronämie-Syndrom (FCS) und einen hohem Pankreatitis-Risiko bedingt zugelassen, wenn sie nicht ausreichend auf Diät und eine Triglycerid-senkende Therapie angesprochen haben.

Volanesorsen  ist ein Antisense-Oligonucleotid, das die Bildung von Apolipoprotein C-III (ApoC-III) hemmt. ApoC-III reguliert den Triglycerid-Stoffwechsel und die hepatische Clearance von Chylomikronen und anderen Triglycerid-reichen Lipoproteinen. Die Hemmung von ApoC-III verstärkt die Triglycerid-Clearance.

Quelle
EPAR der EMA

Lorlatinib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 8. Mai 2019 Lorlatinib (Lorviqua, Pfizer) für die orale Behandlung von Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenem NSCLC zugelassen, deren Erkrankung nach Behandlung mit Alectinib oder Ceritinib als erstem ALK-Inhibitor oder nach Crizotinib und mindestens einem weiteren ALK-Inhibitor fortgeschritten ist.

Lorlatinib ist ein oraler selektiver, Adenosintriphosphat (ATP)-kompetitiver Inhibitor der anaplastischen Lymphom-Kinase (ALK) und von c-ros-Onkogen-1-(ROS1)-Tyrosinkinasen. Durch Hemmung der ALK blockiert Lorlatinib die Übertragung in einer Reihe von Signalwegen, von denen angenommen wird, dass sie entscheidenden Einfluss auf Wachstum und Überleben von Tumorzellen haben. Dies kann zur Hemmung des Wachstums oder zum Rückgang von Tumoren führen. Lorlatinib wirkt auch noch bei Patienten, die zuvor mit anderen ALK-Hemmern behandelt worden waren. Außerdem kann es die Blut-Hirn-Schranke durchdringen.

Quelle
EPAR der EMA



Donnerstag, 9. Mai 2019

Modafinil: Rote-Hand-Brief wegen Risiko angeborener Fehlbildungen

In einem Rote-Hand-Brief informieren die Zulassungsinhaber von Modafinil zu einem möglichen Risiko schwerer angeborener Fehlbildungen. Aufgrund von Fallberichten besteht der Verdacht, dass die Anwendung von Modafinil in der Schwangerschaft zu schweren, angeborenen Fehlbildungen führen kann. Ein spezifisches Fehlbildungsmuster wurde nicht beobachtet.

  • Während der Schwangerschaft soll Modafinil nicht angewendet werden. Stattdessen sollten nichtpharmakologische Alternativen wie individuelle Bewältigungsstrategien, nächtliche Schlafhygiene und geplante Tagschlafepisoden genutzt werden. 
  • Patientinnen im gebärfähigen Alter, die mit Modafinil behandelt werden, müssen eine wirksame  Methode der Schwangerschaftsverhütung benutzen. 
  • Modafinil kann die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva beeinträchtigen. Daher sind alternative oder zusätzliche sichere Verhütungsmaßnahmen erforderlich.

Modafinil wird angewendet zur Behandlung Erwachsener mit exzessiver Schläfrigkeit bei Narkolepsie. Es liegen Fallberichte schwerer angeborener Fehlbildungen aus einem Schwangerschaftsregister in den USA sowie Spontanmeldungen vor, bei denen ein kausaler Zusammenhang als möglich angesehen wird.
Die Produktinformationen werden aktualisiert.

Quelle
AkDÄ Drug Safety Mail vom 9. Mai 2019

Dienstag, 7. Mai 2019

Olaparib: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2019 empfohlen, die Zulassung von Olaparib zu erweitern.
Der PARP-Hemmer soll künftig als Erhaltungstherapie nach einer Primärtherapie beim BRCA-mutierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinom eingesetzt werden können. Die Empfehlung gilt für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO Stadium III und IV) BRCA 1/2-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch) high-grade epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder Peritonealkarzinom nach Ansprechen auf eine Erstlinientherapie mit einer Platin-basierten Chemotherapie.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2019

Olaratumab: EMA empfiehlt Rücknahme der Zulassung, Rote-Hand-Brief

Der CHMP der EMA empfiehlt, die Zulassung von Olaratumab (Lartruvo) zu widerrufen.
Die Ergebnisse der ANNOUNCE-Studie zeigen , dass die Kombination aus Olaratumab plus Doxorubicin bei Patienten mit Weichgewebetumoren nicht besser wirkt als Doxorubicin allein.

Olaratumab war im November 2016 auf der Basis einer kleineren Studie zugelassen worden unter der Bedingung, dass Wirksamkeit und Verträglichkeit in der Phase-3-Studie ANNOUNCE-Studie belegt werden können, was jedoch jetzt nicht gelungen ist.
Die EMA empfiehlt daher, die Zulassung zu widerrufen.

Die Firma Lilly hat darüber am 6. Mai 2019 in einem Rote-Hand-Brief informiert

Quelle
Mitteilung der EMA vom 26.4.2019

Ravulizumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2019 empfohlen,  Ravulizumab (Ultomiris, Alexion) als parenterale Behandlung für Patienten mit paroxysmaler nokturnaler Hämoglobinurie (PNH) zuzulassen, wenn eine symptomatische Hämolyse auf eine hohe Krankheitsaktivität hinweist oder bei Patienten, die nach einer Eculizumab-Behandlung klinisch stabil sind.

Ravulizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch an Komplementprotein C5 bindet und dadurch die Umwandlung C5a und C5b und die Bildung von C5b-9 verhindert.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2019

Talazoparib von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2019 empfohlen, Talazoparib (Talzenna, Pfizer) für die orale Behandlung von Frauen mit Keimbahn-BRCA1/2-Mutations und HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem  Mammakarzinom zuzulassen. Die Frauen sollten mit einem Anthracyclin oder Taxan vorbehandelt worden sein. Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom können eine Hormontherapie erhalten haben.

Talazoparib ist ein hochpotenter dual wirkender Inhibitor, der PARP-Enzyme (Poly-ADP-Ribose-Polymerase) hemmt und durch die Hemmung von PARP auch bei Einstrang-DNA-Brüchen die Reparatur von DNA-Schäden hemmt. So verhindern PARP-Inhibitoren, dass Tumorzellen einen durch Zytostatika induzierten DNA-Schaden reparieren.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2019

Cemiplimab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2019 empfohlen, Cemiplimab (Libtayo, Regeneron) für die parenterale Monotherapie von Erwachsenen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom zuzulassen.
Cemiplimab ist ein monoklonaler Antikörper, der an den PD1-Rezeptor bindet und die Wechselwirkung zwischen PD1- und PD-L1 und PD-L2 hemmt.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2019

Turoctocog alfa pegol von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2019 empfohlen, Turoctocog alfa pegol  (Esperoct, Novonordisk) für die Prophylaxe und Therapie von Blutungen bei Patienten ab einem Alter von 12 Jahren mit Hämophilie A zuzulassen.

Turoctocog alfa pegol ist die pegylierte From von Turoctocog alfa (Novo Eight, Novonordisk), einem rekombinant hergestellter humaner Faktor VIII, der die vorübergehende Substitution von endogenem Faktor VIII bei Patienten mit Hämophilie A ermöglicht.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2019 


Avatrombopag von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2019 empfohlen, Avatrombopag (Doptelet, Dova) zur oralen Behandlung der schweren Thrombozytopenie bei Erwachsenen mit chronischer Lebererkrankung und geplanten invasiven Maßnahmen zuzulassen.

Avatrombopag ist eine Thrombopoetin-Rezeptoragonist, der die Proliferation und Differenzierung von Megakaryozyten aus Knochenmark-Progenitorzellen stimuliert, was zu vermehrter Thrombozytenbildung führt.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2019

Sotagliflozin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat Ende April 2019  Sotagliflozin (Zynquista, Sanofi) zusätzlich zu Insulin für die orale Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 zugelassen, deren BMI ≥ 27 kg/qm beträgt und bei denen trotz optimaler Insulintherapie keine adäquate glykämische Kontrolle erreicht werden kann.

Sotagliflozin ist ein dualer Inhibitor des Natrium-Glucose-Cotransporter Typ 1 (SGLT1) und SGLT2. Die lokale Hemmung des im Darm vorkommenden SGLT1, dem Haupttransporter bei der Glucoseresorption, verzögert und verringert die Glucoseresorption im proximalen Darmabschnitt,  was eine Abschwächung und Verzögerung der postprandialen Hyperglykämie zur Folge hat. SGLT2 ist der Transporter, der maßgeblich für die Rückresorption von Glucose aus dem glomerulären Filtrat zurück in den Blutkreislauf verantwortlich ist. Durch die Hemmung von SGLT2 reduziert  Sotagliflozin die Rückresorption von gefilterter Glucose in den Nieren und senkt die renale Glucoseschwelle, wodurch die Ausscheidung von Glucose über den Urin erhöht wird.
Wirksamkeit und Sicherheit von Sotagliflozin bei Typ-1-Diabetes-Patienten, die auf ihre derzeitige Insulintherapie nicht adäquat ansprechen, wurde in drei doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht. In inTandem1 (Studie 1) und inTandem2 (Studie 2) wurde Sotagliflozin zusätzlich bei einer optimierten Insulintherapie angewendet, während in inTandem3 (Studie 3) Sotagliflozin zusätzlich zu einem beliebigen Insulinregime angewendet wurde bei Patienten, die ihren HbA1c-Zielwert nicht erreichten.

Quelle
EPAR der EMA


Donnerstag, 2. Mai 2019

Andexanet alfa von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 30. April 2019 Andexanet alfa (Ondexxya, Portola) als parenterales Antidot zur Neutralisierung der antikoagulatorischen Aktivität von Rivaroxaban und Apixaban zugelassen, wenn aufgrund lebensbedrohler oder nicht kontrollierbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist.

Andexanet alfa ist ein rekombinantes Protein, das dem körpereigenen Faktor-Xa ähnelt.Dabei wurde das Protein so abgewandelt, dass ihm die enzymatische Aktivität von FXa fehlt. Das Serin im aktiven Zentrum wurde durch Alanin ersetzt. Dadurch ist das Molekül nicht mehr in der Lage, Prothrombin zu spalten und zu aktivieren. Ferner wurde die γ-Carboxyglutaminsäure (Gla)-Domäne entfernt. Dadurch verliert das Protein die Fähigkeit, durch Anlagerung den Prothrombinasekomplex zu bilden. Damit wurden dem Protein sämtliche antikoagulatorischen Wirkungen entzogen.
Andexanet alfa hebt die Wirkung von FXa-Inhibitoren spezifisch auf. Der primäre Wirkungsmechanismus besteht zwar in der Bindung und Sequestrierung des FXa-Inhibitors, doch leistet möglicherweise auch die Hemmung der Aktivität des Gewebefaktor-Pathway-Inhibitors (tissue factor pathway inhibitor, TFPI) über die Bindung an den TFPI einen geringeren Beitrag zur Gesamtwirkung. Das Zusammenspiel zwischen Andexanet alfa und TFPI ist noch nicht vollständig charakterisiert. Andexanet alfa bindet direkte FXa-Inhibitoren mit hoher Affinität, sodass sie für die Entfaltung ihrer antikoagulatorischen Wirkungen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Quelle
EPAR der EMA

Risankizumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 30. April 2019 Risankizumab (Skyrizi, Abbvie) zur parenteralen Behandlung der moderaten bis schweren Plaquepsoriasis bei Patienten zugelassen, die Kandidaten für eine systemische Therapie sind.

Risankizumab ist ein IL-23-Inhibitor, der selektiv an die p19-Untereinheit des Zytokins bindet ohne an IL-12 zu binden, und dessen Interaktion mit dem IL-23-Rezeptorkomplex hemmt. IL-23 ist ein Zytokin, das an Entzündungs- und Immunreaktionen beteiligt ist. Durch die Hemmung der Bindung  von IL-23 an seinen Rezeptor hemmt Risankizumab die IL-23-abhängige Signaltransduktion und die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine.
Wirksamkeit und Sicherheit von Risankizumab wurden in vier multizentrischen, randomisierten Doppelblindstudien (UltIMMa-1, UltIMMa-2, IMMhance und IMMvent) bei 2.109 Studienteilnehmern mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis untersucht.

Quelle
EPAR der EMA

Montag, 15. April 2019

Olaparib: EU-Kommission erweitert Zulassung für Mammakarzinom

Die EU-Kommission hat im April 2019 die Zulassung von Olaparib (Lynparza) erweitert, es kann nun auch als Monotherapie zur Behandlung von Frauen mit Brustkrebs eingesetzt werden, die BRCA-12-Mutationen in der Keimbahn aufweisen und einem HER2-negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasiertem Mammakarzinom erkrankt sind. Die Frauen sollten zuvor mit einem Anthracyclin und einen Taxan (neo)adjuvant oder in der metastasierten Situation behandelt worden sein, außer sie waren für diese Therapie nicht geeignet. Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom sollte der Tumor während oder nach endokriner Therapie fortgeschritten sein, außer sie waren für diese Therapie nicht geeignet.

Die Zulassung basiert auf Daten der randomisierten, offenen Phase-III-Studie OlympiAD, in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Olaparib-Filmtabletten im Vergleich zu einer von drei ausgewählten Chemotherapieregimen (Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin) untersucht worden sind.

Quelle:
Info der EMA

Montag, 8. April 2019

Dacomitinib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat im April 2019  Dacomitinib (Vizimpro, Pfizer) in Monotherapie für die orale First-Line-Therapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen zugelassen.


Dacomitinib ist ein panhumaner Inhibitor des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (epidermal growth factor receptor, EGFR) HER (EGFR/ HER1, HER2 und HER4) mit Aktivität gegen mutierten EGFR mit Deletionen in Exon 19 oder der L858R-Substitution in Exon 21. Dacomitinib bindet selektiv und irreversibel an die Bindungsstellen seiner HER-Familie und sorgt so für eine länger andauernde Hemmung.
Wirksamkeit und Sicherheit von Dacomitinib wurden in einer Phase-3-Studie (ARCHER 1050) an Patienten mit lokal fortgeschrittenem, nicht für eine kurative Operation oder Strahlentherapie geeignetem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen untersucht, um die Überlegenheit von Dacomitinib gegenüber Gefitinib nachzuweisen.

Quelle
EPAR der EMA

Chinolone und Fluorchinolone: Rote-Hand-Brief wegen eventuell irreversiblen Nebenwirkungen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen von Chinolon- und Fluorchinolon-haltigen Antibiotika bewertet. Diese Nebenwirkungen betreffen den Bewegungsapparat (z. B. Tendinitis, Sehnenruptur, Myalgie, Arthralgie) sowie das periphere und zentrale Nervensystem (z. B. periphere Neuropathie, Schlaflosigkeit, Depression). In Deutschland zugelassen sind nur die Fluorchinolone Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin. Es werden folgende Empfehlungen gegeben:

  • Fluorchinolone sollten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung im Einzelfall angewendet werden.
  • Fluorchinolone sollen nicht angewendet werden
    -   zur Behandlung von nichtbakteriellen (z. B. nichtbakterielle [chronische] Prostatitis) und selbstlimitierenden Infektionen (z. B. Pharyngitis, Tonsillitis, akute Bronchitis);
    -  bei leichten bis mittelschweren Infektionen (z. B. unkomplizierte Zystitis, Exazerbation einer chronischen Bronchitis und chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, akute bakterielle Rhinosinusitis, akute Otitis media), außer wenn andere Antibiotika ungeeignet sind;
    -  zur Prävention von Reisediarrhoe oder rezidivierenden Infektionen der unteren Harnwege;
    -  bei Patienten, die zuvor schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Chinolon- oder Fluorchinolon-Antibiotikum hatten.
  • Bei älteren Menschen, eingeschränkter Nierenfunktion, nach Organtransplantation und bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden ist Vorsicht geboten, da das Risiko einer Fluorchinolon-induzierten Tendinitis und Sehnenruptur erhöht sein kann. Die gleichzeitige Anwendung von Kortikosteroiden und Fluorchinolonen sollte vermieden werden.
  • Bei Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung sollte die Behandlung beendet und ein Arzt konsultiert werden.

Die Produktinformationen werden aktualisiert.

Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika vom 08.04.2019

Quelle
AkDÄ Drug Safety Mail vom 8. April 2019

Donnerstag, 4. April 2019

Fremanezumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 1.April 2019 Fremanezumab (Ajovy, Teva) zur parenteralen Prophylaxe der Migräne bei Erwachsenen zugelassen, die an mindestens 4 Migränetagen pro Monat leiden.

Fremanezumab ist wie z. B. Galcanezumab ein monoklonaler Antikörper, der zur Prävention der Migräne eingesetzt werden kann. Fremanezumab bindet selektiv an Calcitonin Gene-Related-Peptide (CGRP) und hindert beide CGRP-Isoformen an der Bindung an den CGRP-Rezeptor. Wenngleich der genaue Wirkungsmechanismus, mit dem Fremanezumab Migräneanfälle verhindert, unbekannt ist, geht man davon aus, dass die Prävention der Migräne durch die bewirkte Modulierung des Trigeminussystems entsteht.
CGRP wirkt als proinflammatorisches Neuropeptid stark gefäßerweiternd und ist damit zentral an der Schmerzauslösung sowie der neurogenen Entzündung beteiligt. Da Patienten während akuter Migräneattacken erhöhte CGRP-Spiegel aufweisen, dürfte  CGRP eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung des Migräne-Schmerzes zukommen. Die intravenöse Infusion von CGRP löst bei Patienten migräneähnliche Kopfschmerzen aus.
Die Wirksamkeit von Fremanezumab wurde in zwei randomisierten, 12-wöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien an erwachsenen Patienten mit episodischer (Studie 1) und chronischer Migräne (Studie 2) untersucht.

Quelle
EPAR der EMA

Montag, 1. April 2019

Omega-3-Fettsäuren: EMA bestätigt Empfehlung vom Dezember 2018

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2019seine Empfehlung vom  Dezember 2018 bestätigt, Omega-3-Fettsäuren nicht mehr zur Sekundärprävention nach Herz-Kreislauferkrankungen einzusetzen.

Omega-3-Fettsäuren waren seit dem Jahr 2000 in einer Dosierung von 1g/Tag in verschiedenen EU-Ländern in Kombination mit anderen Substanzen zur Prävention einer Herzerkrankung zugelassen. Die in den letzten Monaten und Jahren publizierten Studienergebnisse legen jedoch nahe, dass sie keinen Nutzen in dieser Indikation haben. Daher empfiehlt der CHMP, diese Zulassung zurück zu nehmen. Dies muss noch von der EU-Kommission bestätigt werden.
Zur Senkung erhöhter Triglyceridwerte können Omega-3-Fettsäuren weiter eingesetzt werden.

Quelle:

Mitteilung der EMA vom 29. März 2019

Lenalidomid, Plerixafor, Pomalidomid, Revlimid: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2019 empfohlen, die Zulassung von Lenalidomid, Plerixafor und Pomalidomid zu erweitern.

  • Lenalidomid (Revlimid, Celgene) soll künftig in Kombination mit Dexamethason oder Bortezomib und Dexamethason oder Melphalan und Prednison in der Erstlinientherapie des multiplen Myeloms eingesetzt werden können.
  • Plerixafor (Mozobil, Genzyme) soll künftig in Kombination mit G-CSF zur Mobilisation hämatopoetischer Stammzellen bei Kindern mit Lymphom oder soliden malignen Tumoren präemptiv oder nach nicht ausreichender Sammlung von Stammzellen eingesetzt werden können. 
  • Pomalidomid (Imnovid, Celgene) soll künftig zusätzlich auch mit Bortezomib kombiniert beim multiplen Myelom eingesetzt werden können. 

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 28. März 2019

Gentherapie bei Beta-Thalassämie zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2019 empfohlen, eine Gentherapie als Oprhan Drug für die Behandlung der Beta-Thalassämie zuzulassen. Zynteglo™ (bluebird bio [Netherlands] B.V.) enthält autologe CD34+ Zellen, die das βA-T87Q-Globin-Gen enthalten. Mit dem sollen Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren behandelt werden können, die aufgrund ihrer Beta-Thalassämie an Anämie leiden, regelmäßig Bluttransfusionen benötigen und für die kein passender Stammzellspender zur Verfügung steht.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 28. März 2019

Freitag, 29. März 2019

Tofacitinib: Rote-Hand-Brief wegen erhöhtem Lungenembolierisiko bei erhöhter Dosierung

Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief, dass Tofacitinib (Xeljanz, Pfizer) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die im Rahmen einer klinischen Prüfung Tofacitinib 10 mg zweimal täglich erhalten haben, ein erhöhtes Lungenembolierisiko und eine erhöhte Gesamtmortalität beobachtet wurden. Diese Dosierung ist in der Europäischen Union nicht zur Anwendung bei rheumatoider Arthritis zugelassen.
Ärzte sollten die in der Fachinformation zugelassene Dosierung beachten. Diese beträgt für die Indikation rheumatoide Arthritis 5 mg zweimal täglich.
Unabhängig vom jeweiligen Anwendungsgebiet sollten Patienten bei Behandlung mit Tofacitinib auf Zeichen und Symptome von Lungenembolie überwacht werden. Bei Auftreten solcher Symptome sollten Patienten sofort einen Arzt konsultieren.
Derzeit werden die Studiendaten weiter ausgewertet und Auswirkungen auf die Produktinformation geprüft.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 29. März 2019

Montag, 25. März 2019

Rucaparib: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat die Zulassung von Rucaparib (Rubraca, Clovis) erweitert. Es kann nun auch allein zur Erhaltungstherapie von Erwachsenen mit platinsensitivem rezidivierten High-grade-Ovarialkarzinomen eingesetzt werden, die auf eine platinbasierte Chemotherapie partiell oder komplett angesprochen haben.

Info der EMA

Dapagliflozin: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat im März 2019 die Zulassung von Dapagliflozin (Forxiga, AstraZeneca) erweitert, es kann nun zusätzlich zu Insulin bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 eingesetzt werden, wenn der BMI über 27 kg/qm liegt und trotz optimaler Insulintherapie keine ausreichende glykämische Kontrolle erreicht wird.

Info der EMA

Montag, 18. März 2019

Glecaprevir/Pibrentasvir: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat am 13. März die Zulassung von Glecaprevir/Pibrentasivr (Maviret, Abbvie) erweitert, es kann ünftig auch bei Heranwachsenden ab einem Alter von 12 Jahren zur Behandlung der chronischen Hepatitis C eingesetzt werden.

Informationen der EMA

Pembrolizumab: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat die Zulassung für Pembrolizumab (Keytruda, MSD) erweitert, es kann künftig in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel oder nab-Paclitaxel zur Erstlinientherapie des metastasierten Plattenepithel-NSCLC eingesetzt werden.

Informationen der EMA

Freitag, 15. März 2019

Rituximab: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat am 13. März 2019 die Zulassung von Rituximab (Mabthera, Roche) erweitert. Es kann künftig für die Behandlung von moderatem bis schwerem Pemphigus vulgaris eingesetzt werden.
Rituximab ist das erste Biologikum, das für diese Erkrankung zugelassen ist. Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der Phase-3-Studie Ritux 3.

Emicizumab: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat am 14. März 2019 die Zulassung von Emicizumab (Hemlibra, Roche) erweitert: es kann künftig auch bei schwerer Hämophilie A ohne Faktor-VIII-Inhibitoren bei Patienten aller Altersgruppen eingesetzt werden.
Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der HAVEN-3- und HAVEN-4-Studien.

Informationen der EMA

Atezolizumab: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kombination hat am 8. März 2019 die Zulassung von Atezolizumab (Tecentriq, Roche) erweitert. Es kann künftig in Kombination mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin als Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit Nicht-Plattenpithel-NSCLC eingesetzt werden. Bei Patienten mit EGFR-Mutationen oder ALK-positivem NSCLC soll die Kombination nur nach Versagen einer entsprechenden gezielten Therapie angewendet werden.
Die Zulassungserweiterung basiert auf den Ergebnissen der offenen, kontrollierten Phase-3Studie IMpower 150.

EPAR der EMA

Montag, 4. März 2019

Beclometasondipropionat/Formoterolfumarat/Glycopyrronium, Dupilumab, Olaparib, Tenofovirdisoproxil: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, die Zulassung von Beclometasondipropionat/Formoterolfumarat/Glycopyrronium, Dupilumab, Olaparib und Tenofovirdisoproxil zu erweitern.
  • Beclometasondipropionat/Formoterolfumarat/Glycopyrronium (Riarify, Trydoni, Chiesi) soll künftig auch zur Erhaltungstherapie bei Erwachsenen eingesetzt werden können, dern COPD durch eine Kombination von LABA und LAMA nicht adäquat kontrolliert werden kann.
  • Dupilumab (Dupixent, Sanofi) soll künftig bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren als Zusatztherapie bei schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation eingesetzt werden können, das durch erhöhte Eosinophilie und/oder erhöhtes fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid (FeNO) charakterisiert ist und die nicht adäquat mit ICS plus andere Therapiemaßnahmen in der Erhaltungstherapie kontrolliert sind.
  • Olaparib (Lynparza, AstraZeneca) soll künftig als Monotherapie zur Behandlung von Frauen mit Brustkrebs eingesetzt werden können, die BRCA-12-Mutationen in der Keimbahn aufweisen und einem HER2-negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasiertem Mammakarzinom erkrankt sind. Die Frauen sollten zuvor mit einem Anthracyclin und einen Taxan (neo)adjuvant oder in der metastasierten Situation behandelt worden sein, außer sie waren für diese Therapie nicht geeignet. Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom sollte der Tumor während oder nach endokriner Therapie fortgeschritten sein, außer sie waren für diese Therapie nicht geeignet.
  • Tenofovirdisoproxil (Viread, Gilead) soll als Tabletten mit 123 mg, 163 mg und 204 mg künftig zur Behandlung der chronischen Hepatitis-B-Infektion bei Kindern ab einem Alter von 6 bis 12 Jahren mit einem Körpergewicht zwischen 28 und 35 kg eingesetzt werden können, wenn diese unter einer kompensierten Lebererkrankung leiden und eine aktive Erkrankung nachgewiesen ist.
    Granulat mit 33 mg/g soll künftig auch bei Kindern mit chronischer Hepatitis B ab 2 Jahren eingesetzt werden können.
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Sotagliflozin von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Sotagliflozin (Zynquista, Sanofi) zusätzlich zu Insulin für die orale Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 zuzulassen, deren BMI ≥ 27 kg/qm beträgt und bei denen trotz optimaler Insulintherapie keine adäquate glykämische Kontrolle erreicht werden kann.

Sotagliflozin ist ein Hemmer des SGLT1 und SGLT2 in Darm und Nieren. Dadurch hemmt und vermindert es die Glucoseabsorption in Darm und Nieren. Es verbessert dadurch die glykämische Kontrolle, senkt das Körpergewicht und erhöhte Blutdruckwerte.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Volanesorsen von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Volanesorsen (Waylivra, Akcea) zusätzlich zu Diät für die parenterale Behandlung von Erwachsenen mit genetisch bedingtem familiärem Chylomikronämie-Syndrom (FCS) und einen hohem Pankreatitis-Risiko bedingt zuzulassen, wenn sie nicht ausreichend auf Diät und eine Triglycerid-senkende Therapie angesprochen haben.

Volanesorsen  ist ein Antisense-Oligonucleotid, das die Bildung von Apolipoprotein C-III (ApoC-III) hemmt. ApoC-III reguliert den Triglycerid-Stoffwechsel und die hepatische Clearance von Chylomikronen und anderen Triglycerid-reichen Lipoproteinen. Die Hemmung von ApoC-III verstärkt die Triglycerid-Clearance.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Risankizumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Risankizumab (Skyrizi, Abbvie) zur parenteralen Behandlung der moderaten bis schweren Plaquepsoriasis bei Patienten zuzulassen, die Kandidaten für eine systemische Therapie sind.

Risankizumab ist ein IL-23-Inhibitor, der selektiv an die p19-Untereinheit des Zytokins bindet. 

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Pegvaliase von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Pegvaliase (Palynziq, BioMarin) zur parenteralen Behandlung von Patienten mit Phenylketonurie (PKU) ab einem Alter von 16 Jahren zuzulassen, deren Phenylalaninspiegel nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Pegvaliase ist eine rekombinant hergestellte Phenylalanin-Ammoniak-Lyase, die Phenylalanin in Ammoniak und Trans-Zimtsäure umwandelt, welche dann nach Metabolisierung in der Leber mit dem Urin ausgeschieden werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Andexanet alfa von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Andexanet alfa (Ondexxya, Portola) als parenterales Antidot zur Neutralisierung der antikoagulatorischen Aktivität von Rivaroxaban und Apixaban zuzulassen.

Andexanet alfa ist ein rekombinantes Protein, das dem körpereigenen Faktor-Xa ähnelt und aufgrund einer strukturellen Veränderung in der Lage ist, spezifisch und direkt die gerinnungshemmende Wirkung von direkten Faktor-Xa-Hemmern wie Rivaroxaban oder Apixaban aufzuheben.
Andexanet alfa wirkt dabei als sogenannter Scavenger (Fänger), welcher an den nicht proteingebundenen, freien Anteil eines Faktor-Xa-Hemmers im Blut mit hoher Affinität bindet und so dessen Bindung an nativen Faktor-Xa und die dadurch induzierte Gerinnungshemmung verhindert. Der Andexanet-alfa/FXa-Hemmer-Komplex wird danach über die Leber ausgeschieden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Lorlatinib von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Lorlatinib (Lorviqua, Pfizer) für die orale Behandlung von ALK-positivem fortgeschrittenem NSCLC zuzulassen, deren Erkrankung nach Behandlung mit Alectinib oder Ceritinib als erstem ALK-Inhibitor oder nach Crizotinib und mindestens einem weiteren ALK-Inhibitor fortgeschritten ist.

Lorlatinib ist ein oraler Inhibitor der anaplastischen Lymphom-Kinase (anaplastic lymphoma kinase, ALK) der dritten Generation. Durch Hemmung der ALK blockiert Lorlatinib die Übertragung in einer Reihe von Signalwegen, von denen angenommen wird, dass sie entscheidenden Einfluss auf Wachstum und Überleben von Tumorzellen haben. Dies kann zur Hemmung des Wachstums oder zum Rückgang von Tumoren führen. Lorlatinib wirkt auch noch bei Patienten, die zuvor mit anderen ALK-Hemmern behandelt worden waren. Außerdem kann es die Blut-Hirn-Schranke durchdringen

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019

Donnerstag, 21. Februar 2019

Naldemedin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. Februar 2019 Naldemedin (Rizmoic, Shionogi) zur oralen Behandlung einer Opioid-induzierten Verstopfung (OIC) bei Erwachsenen zugelassen, die zuvor mit einem Laxans behandelt worden sind.

Naldemedin ist ein peripher wirkender Mu-Opioidrezeptorantagonist, der in Geweben wie dem Gastrointestinaltrakt wirkt. Er reduziert die konstipierenden Wirkungen von Opioiden ohne die im zentralen Nervensystem vermittelten Effekte zu beeinflussen.
Naldemedin führt zu einer klinischen relevanten Zunahme der Zahl spontaner Darmbewegungen bei Patienten mit Opioid-induzierter Verstopfung.

Naldemedin ist ein Naltrexon-Derivat, dem eine Seitenkette hinzugefügt wurde, die das Molekulargewicht und die polare Oberfläche vergrößert, sodass die Fähigkeit von Naldemedin zur
Penetration der Blut-Hirn-Schranke verringert wird; es ist davon auszugehen, dass die ZNS-Penetration von Naldemedin bei der empfohlenen Dosis vernachlässigbar gering ist. Außerdem ist Naldemedin ein Substrat des P-Glykoprotein (P-pg)-Effluxtransporters, der möglicherweise ebenfalls
daran beteiligt ist, dass die Fähigkeit von Naldemedine, in das ZNS einzudringen, herabgesetzt ist. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass Naldemedin seine antiobstipierenden Wirkungen auf Opioide ausübt, ohne deren ZNS-vermittelte analgetische Wirkungen aufzuheben.

Quelle
EPAR der EMA

Lusutrombopag von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. Februar 2019 Lusutrombopag (Lusutrombopag Shionogi) zur oralen Behandlung der schweren Thrombozytopenie bei Erwachsenen mit chronischer Lebererkrankung zugelassen, die sich einer invasiven Prozedur unterziehen müssen.

Lusutrombopag ist eine Thrombopoetin(TPO)-Rezeptoragonist.  Lusutrombopag wirkt auf die
hämatopoetischen Stammzellen und auf die Transmembrandomäne der in den Megakaryozyten exprimierten humanen TPO-Rezeptoren und regt so die Proliferation und Differenzierung der Megakaryozyten über einen vergleichbaren Signaltransduktionsweg für die Up-Regulation der  Produktion an, den auch endogenes TPO verwendet, und führt somit zur Thrombozytopoese.
Damit wird der Bedarf an Thrombozytentransfusionen vor invasiven Eingriffen verringert und eine Notfalltherapie bei Blutungen innerhalb von 7 Tagen nach der Prozedur ermöglicht.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien in Japan und in anderen Ländern nachgewiesen.

Quelle
EPAR der EMA

Ropeginterferon alfa-2b von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 19. Februar 2019 Ropeginterferon alfa-2b (Besremi, AOP Orphan Pharmaceuticals) als Orphan Drug zur parenteralen Behandlung von Patienten mit Polycythaemia vera ohne symptomatische Splenomegalie zugelassen.

Ropeginterferon alfa-2b ist ein lang wirkendes monopegyliertes Prolin-Interferon alfa-2b, das alle 2 Wochen appliziert wird.  Das rekombinante Interferon alfa-2b ist mit einem zweiarmigen Methoxypolyethylenglycol (mPEG) bei einem Substitutiongsgrad von 1 Mol Polymer/Mol Protein
konjugiert. Die durchschnittliche Molekularmasse beträgt ungefähr 60 kDa, wobei der PEG-Anteil
ungefähr 40 kDa ausmacht.
Es hemmt die Proliferation von hämatopoetischen und Knochenmark Fibroblasten-Vorläuferzellen und antagonisiert die Wirkung von Wachstumsfaktoren und anderen Zytokinen, die bei der Myelofibrose beteiligt sind.

Quelle
EPAR der EMA



Mittwoch, 6. Februar 2019

Abatacept, Alirocumab, Atezolizumab, Dapagliflozin, Emicizumab, Glecaprevir/Pibrentasvir, Pembrolizumab, Rituximab, EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2019 empfohlen, die Zulassung von Abatacept, Alicorumab, Atezolizumab, Dapagliflozin, Emicizumab, Glecaprevir/Pibrentasvir, Pembrolizumab und Rituximab zu erweitern.

  • Abatacept (Orencia, BMS) soll künftig in Monotherapie eingesetzt werden, wenn eine Intoleranz gegenüber Methotrexat vorliegt oder es nicht angezeigt ist. Außerdem wurde die Zulassung für Kinder mit pJIA geändert - es soll künftig bie inadäquatem Ansprechen auf einer vorhergende DMARD-Therapie eingesetzt werden können
  • Alirocumab (Praluent, Sanofi) soll künftig bei bestehender kardiovaskulärer Erkrankung eingesetzt werden können, und zwar ohne oder mit einem maximal dosierten Statin ohne oder mit zusätzlichen Lipidsenkern, je nach Verträglichkeit und Kontraindikationen
  • Atezolizumab (Tecentriq, Roche) soll künftig in Kombination mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin als Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit Nicht-Plattenpithel-NSCLC eingesetzt werden können. Bei Patienten mit EGFR-Mutationen oder ALK-positivem NSCLC soll die Kombination nur nach Versagen einer entsprechenden gezielten Therapie angewendet werden.
  • Dapagliflozin (Forxiga, AstraZeneca) soll künftig zusätzlich zu Insulin bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 eingesetzt werden können, wenn der BMI über 27 kg/qm liegt und trotz optimaler Insulintherapie keine ausreichende glykämische Kontrolle erreicht wird.
  • Emicizumab (Hemlibra, Roche) soll künftig auch bei schwerer Hämophilie A ohne Faktor-VIII-Inhibitoren eingesetzt werden können.
  • Glecaprevir/Pibrentasvir (Maviret, Abbvie) kann künftig auch bei Heranwachsenden ab einem Alter von 12 Jahren zur Behandlung der chronischen Hepatitis C eingesetzt werden
  • Pembrolizumab (Keytruda, MSD) soll künftig in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel oder nab-Paclitaxel zur Erstlinientherapie des metastasierten Plattenepithel-NSCLC eingesetzt werden können
  • Rituximab (Mabthera, Roche) soll künftig für die Behandlung von moderatem bis schwerem Pemphigus vulgaris eingesetzt werden können.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 31. Januar 2019

Dacomitinib von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2019 empfohlen, Dacomitinib (Vizimpro, Pfizer) in Monotherapie für die orale First-Line-Therapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC mit EGFR-aktivierenden Mutationen zuzulassen.

Dacomitinib ist ein irreversibler Hemmer der EGFR-Tyrosinkinase, es wird einmal täglich oral angewendet. Im Vergleich zu Gefitnib verlänger Dacomitinib das progressionsfreie Überleben.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 31. Januar 2019

Fremanezumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2019 empfohlen, Fremanezumab (Ajovy, Teva) zur parenteralen Prophylaxe der Migräne bei Erwachsenen zuzulassen, die an mindestens 4 Migränetagen pro Monat leiden.

Fremanezumab ist wie z. B. Galcanezumab ein monoklonaler Antikörper, der zur Prävention der Migräne eingesetzt werden kann. Fremanezumab bindet selektiv an Calcitonin Gene-Related-Peptide (CGRP). CGRP wirkt als proinflammatorisches Neuropeptid stark gefäßerweiternd und ist damit zentral an der Schmerzauslösung sowie der neurogenen Entzündung beteiligt. Da Patienten während akuter Migräneattacken erhöhte CGRP-Spiegel aufweisen, dürfte  CGRP eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung des Migräne-Schmerzes zukommen. Die intravenöse Infusion von CGRP löst bei Patienten migräneähnliche Kopfschmerzen aus.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 31. Januar 2019

Rote-Hand-Brief zu Carbimazol und Thiamazol: Risiko einer akuten Pankreatitis und Verstärkung der Empfehlung zur Kontrazeption

Die Zulassungsinhaber informieren aktuell in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko einer akuten Pankreatitis und die dringende Empfehlung, dass Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol eine wirksame Kontrazeption anwenden.

Risiko einer akuten Pankreatitis:

  • Es liegen Fallberichte vor über das Auftreten einer akuten Pankreatitis nach Behandlung mit Carbimazol- oder Thiamazol-haltigen Arzneimitteln sowie über das erneute Auftreten einer akuten Pankreatitis mit verkürzter Zeit bis zum Krankheitsbeginn nach erneuter Anwendung.
  • Wenn eine akute Pankreatitis auftritt, sollte die Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol sofort beendet werden. Jede erneute Exposition ist zu vermeiden.


Empfehlungen zur Kontrazeption:

  • Carbimazol und Thiamazol stehen im Verdacht angeborene Fehlbildungen zu verursachen, wenn Sie während der Schwangerschaft und insbesondere im ersten Trimester und in hoher Dosierung verabreicht wurden.
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol wirksame Methoden der Kontrazeption anwenden.
  • Carbimazol und Thiamazol dürfen in der Schwangerschaft nur nach strenger individueller Nutzen-Risiko-Bewertung und in der niedrigsten wirksamen Dosis ohne zusätzliche Verabreichung von Schilddrüsenhormonen angewendet werden. Ggf. wird ein engmaschiges Monitoring von Mutter, Fetus und Neugeborenem empfohlen.
Die Fach- und Gebrauchsinformationen werden aktualisiert.

Quelle
Drug Safety Mail vom 6. Februar 2019

Samstag, 26. Januar 2019

Olaratumab: laut EMA keine neuen Patienten behandeln

Olaratumab (Lartruvo) sollte nach Einschätzung der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) nicht mehr bei neuen Patienten eingesetzt werden, weil die vorläufigen Ergebnisse der ANNOUNCE-Studie darauf hindeuten, dass die Kombination aus Olaratumab plus Doxorubicin bei Patienten mit Weichgewebetumoren nicht besser wirkt als Doxorubicin allein.

Olaratumab war im November 2016 auf der Basis einer kleineren Studie zugelassen worden unter der Bedingung, dass Wirksamkeit und Verträglichkeit in der Phase-3-Studie ANNOUNCE-Studie belegt werden können.
In die internationale ANNOUNCE-Studie sollten insgesamt 460 Patienten mit Weichteilsarkomen aufgenommen werden, ihr Abschluss war für März 2020 anvisiert. Wie die EMA jetzt mitteilt, stellte sich jedoch bei einer Zwischenauswertung heraus, dass die Studie ihr primäres Ziel, eine Verlängerung des Gesamtüberlebens, nicht erreichen wird. Die EMA rät deshalb den Onkologen, keine weiteren Patienten mit Olaratumab (plus Doxorubicin) zu behandeln. Weitere Informationen sollen folgen, wenn die Ergebnisse der Studie ausgewertet wurden.

Quelle
Mitteilung der EMA vom 23. Januar 2019

Montag, 21. Januar 2019

Rote-Hand-Brief zu SGLT2-Inhibitoren wegen Fournier-Gangrän

Die Zulassungsinhaber von SGLT2-Inhibitoren informieren in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko einer Fournier-Gangrän (Nekrotisierende Fasziitis des Perineums) bei der Anwendung von SGLT2-Inhibitoren.Die Produktinformationen werden dahingehend geändert, dass Fournier-Gangrän als Nebenwirkung aufgenommen wird.

Nach Markteinführung von SGLT2-Inhibitoren wurden Fälle von Fournier-Gangränen mit der Anwendung von SGLT2-Inhibitoren in Verbindung gebracht. Die Fournier Gangrän ist eine seltene aber schwere und potentiell lebensgefährliche Infektion. Urogenitale Infektionen oder perineale Abszesse können einer nekrotisierenden Fasziitis vorausgehen.
Patienten sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn sie starke Schmerzen, Druckschmerzen, Erytheme oder Schwellungen im Genitalbereich oder im Bereich des Perineums wahrnehmen, und diese mit Fieber oder Unwohlsein einhergehen. Bei Verdacht auf eine Fournier-Gangrän ist der SGLT2-lnhibitor abzusetzen und unverzüglich die Behandlung einzuleiten (einschließlich der Anwendung von Antibiotika und Wunddebridement).

AMK-Nachrichten vom 21.1.2019

Rote-Hand-Brief zu hormonellen Kontrazeptiva

In einem Rote-Hand-Brief informieren die Hersteller über einen neuen Warnhinweis zu Suizidalität als mögliche Folge einer Depression unter der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva.

Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen von hormonellen  Kontrazeptiva. Da sie Risikofaktoren für suizidales Verhalten und Suizidalität sind, wurde hierzu ein neuer Warnhinweis in die Produktinformationen aufgenommen. Wenn Stimmungsschwankungen  oder depressive Symptome auftreten, sollten betroffene Frauen ihren Arzt kontaktieren.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat kürzlich ein Signalverfahren zu hormonellen Kontrazeptiva und dem möglichen Risiko von Suizid und Suizidversuch abgeschlossen. Dieses basiert auf Ergebnissen einer prospektiven dänischen Kohortenstudie, in welcher Daten aus Gesundheitsregistern zu über 475.000 Frauen ausgewertet worden waren. Anwenderinnen von hormonellen Kontrazeptiva wiesen gegenüber Nicht-Anwenderinnen ein relatives Risiko von 1,97 (95 % Konfidenzintervall 1,85–2,10) für einen erstmaligen Suizidversuch und von 3,08 (95 % KI 1,34–7,08) für Suizid auf. Das Risiko war höher in der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen gegenüber älteren Anwenderinnen. Es war bereits im ersten Monat der Anwendung erhöht und nahm danach leicht ab.
Zwar lässt sich anhand der vorliegenden Daten ein Kausalzusammenhang nicht belegen. Da jedoch die bekannten Nebenwirkungen depressive Verstimmungen und Depressionen Risikofaktoren für suizidales Verhalten und Suizid darstellen, wurde der Warnhinweis zu Suizidalität in die Produktinformationen aufgenommen.

AkdÄ Drug Safety Mail vom 21. Januar 2019

ICD-10-WHO Version 2019: DIMDI veröffentlicht alle drei Bände

Das DIMDI veröffentlicht die ICD-10-WHO Version 2019, die deutsche Übersetzung der englischen Originalfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Klassifikation dient in Deutschland unter anderem der Verschlüsselung von Todesursachen für die Todesursachenstatistik. 
In die neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme flossen zahlreiche Änderungen der WHO ein, die seit dem 1. Januar 2019  gültig sind.
Die Klassifikation bildet die Basis für die Todesursachenstatistik in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch in Krebsregistern wird sie u.a. für die Erfassung der Krebstodesfälle eingesetzt. Die internationalen Todesursachenstatistiken basieren ebenfalls auf der ICD-10 der WHO.
Das DIMDI implementiert mit der aktuellen deutschsprachigen Fassung der WHO-Ausgabe die Updates für die Version 2019 weltweit als eines der ersten WHO-Kooperationszentren für das System der internationalen Klassifikationen.
Alle Änderungen in Band 1 und 2 sind im Detail in der jeweiligen Aktualisierungsliste enthalten (ausgenommen Korrekturen einzelner Zeichen).
Mit der Version 2019 endet der reguläre Aktualisierungszyklus zur ICD-10-WHO. Änderungen an der internationalen Ausgabe der ICD-10 werden von der WHO zukünftig nur noch in  Ausnahmefällen veröffentlicht, da man sich voll auf die Arbeiten zur Fertigstellung und Einführung der neuen ICD-11 fokussiert.



Quelle:
DIMDI-Pressemitteilung vom 21.1.2019

Donnerstag, 17. Januar 2019

Apalutamid von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 16. Januar 2019 Apalutamid für die orale Behandlung erwachsener Männer mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nm-CRPC) zugelassen, die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen


Apalutamid ist ein selektiver Androgenrezeptor(AR)-Inhibitor, der direkt an die Liganden-bindende Domäne des AR bindet. Apalutamid verhindert die nukleäre Translokation des AR, hemmt die DNA-Bindung, hemmt die AR-vermittelte Transkription und zeigt keine agonistische Aktivität am Androgenrezeptor. Die Behandlung mit Apalutamid vermindert die Proliferation der Tumorzellen und steigert die Apoptose, wodurch es zu einer ausgeprägten antitumoralen Aktivität kommt. Ein Hauptmetabolit, N-Desmethylapalutamid zeigte in vitro ein Drittel der Aktivität von Apalutamid.
In der SPARTAN-Studie konnte Apalutamid bei Männern mit M0CRPC und einer PSA-Verdopplungszeit von höchstens zehn Monaten gegenüber Placebo das mediane metastasenfreie Überleben (MFS) signifikant verlängern. Der Androgenrezeptor-Inhibitor reduzierte das Risiko für Fernmetasten oder Tod um 70%.
Zu den am häufigsten Nebenwirkungen gehörten Ermüdung (30%), Hautausschlag (24 % alle Schweregrade und 5 % Grad 3 oder 4), Gewichtsverlust (16%), Arthralgie (16%) und Sturz (16%). Zu weiteren wichtigen Nebenwirkungen zählten Frakturen (12%) und Hypothyreose (8%) [5]. Die Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen lag im Apalutamid-Arm bei 11%, verglichen mit 7% im Placebo-Arm. Die Häufigkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen war in beiden Studienarmen vergleichbar.

Quelle
EPAR der EMA