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Mittwoch, 28. Dezember 2022

Abaloparatid von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 12. Dezember 2022 Abaloparatid (Eladynos, Radius Health) für die parenterale Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko zugelassen.

Abaloparatid ist ein Peptid mit 34 Aminosäuren, das zu 41 % mit dem Parathormon [PTH(1-34)] und zu 76 % mit dem mit dem Parathormon verwandten Peptid [PTHrP(1-34)] homolog ist und ein Aktivator des PTH1-Rezeptor-Signalwegs ist.

Abaloparatid stimuliert die Knochenneubildung an der trabekulären und kortikalen Knochenoberfläche durch Anregung der osteoblastischen Aktivität. Abaloparatid bewirkt eine vorübergehende und begrenzte Zunahme der Knochenresorption und eine Erhöhung der Knochendichte.

Wirksamkeit und Sicherheit von einmal täglich verabreichtem Abaloparatid wurden in einer  randomisierten, multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten und offenen aktiv kontrolllierten (Vergleichspräparat Teriparatid) klinischen Studie (ACTIVE-Studie) über eine Behandlungsdauer von 18 Monaten mit 1 Monat Nachbeobachtung bei 2 070 postmenopausalen Frauen im Alter von 50 bis 86 Jahren untersucht.

Quelle

Info der EMA


Freitag, 13. Dezember 2019

Romosozumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 9. Dezember 2019 Romosozumab (Evenity, UCB) für die parenterale Behandlung der manifesten Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit deutlich erhöhtem Frakturrisiko zugelassen.
Die empfohlene Dosis beträgt einmal monatlich 210 mg Romosozumab (als zwei subkutane Injektionen von je 105 mg) über einen Zeitraum von 12 Monaten. Die Patienten sollten vor und während der Behandlung ausreichend Kalzium und Vitamin D einnehmen.
Romosozumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der Sclerostin bindet und hemmt.  Aufgrund der Aktivierung von Saumzellen (bone lining cells), der gesteigerten Knochenmatrix-produktion durch Osteoblasten und der Rekrutierung von Osteoprogenitorzellen stärkt Romosuzumab den Knochenaufbau. Zusätzlich führt Romosozumab zu Veränderungen bei der Expression von Osteoklastenmediatoren, was den Knochenabbau hemmt.
Dieser duale Wirkungsmechanismus mit verstärktem Knochenaufbau und gehemmtem Knochenabbau führt zu einem raschen Anstieg der trabekulären und kortikalen Knochenmasse, einer Verbesserung der Knochenstruktur und der Festigkeit.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u.a. im Vergleich zu Alendronsäure (ARCH-Studie) und zu Placebo (FRAME) untersucht.

Quelle
EPAR der EMA

Dienstag, 22. Oktober 2019

Romosozumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Oktober 2019 empfohlen, Romosozumab (Evenity, UCB) für die parenterale Behandlung der schweren Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko zuzulassen.
Romosozumab ist ein monoklonaler Antikörper, der Sclerostin hemmt. Sclerostin spielt eine wichtige Rolle beim Knochenauf- und -abbau. Durch Hemmung von Sclerostin wird die Knochenneubildung verstärkt und der Knochenabbau gehemmt.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 18. Oktober 2019

Mittwoch, 2. Juni 2010

FDA: RANKL-Antikörper Denosumab zugelassen

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Denosumab nun ebenfalls zugelassen.

Die FDA hat den RANKL-Antikörper Denosumab (Prolia) für die Behandlung von postmenopausalen Frauen mit Osteoporose zugelassen, die ein hohes Risiko für Frakturen haben. Prolia wurde mit einer Risk Evaluation and Mitigation Strategy (REMS) zugelassen, die einen Medikationsführer für den Patienten und Informationen für Verordner umfasst, in der Nutzen und Risiken der Substanz dargestellt sind.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 1. Juni 2010

Montag, 31. Mai 2010

EU: RANKL-Antikörper Denosumab zugelassen

Die EU-Kommission hat mit Denosumab den ersten monoklonalen RANKL-Antikörper zugelassen.

Denosumab (Prolia), ein monoklonaler RANKL-Antikörper, wirkt antagonistisch an Receptor activator of nuclear factor kappa-B-ligand (RANKL). Es hemmt so den Knochensubstanzverlust z. B. bei einer Hormonbehandlung von Patienten mit Mamma- und Prostatakarzinom.
Denosumab ist von der EU-Kommission nun für die Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko sowie bei Männern mit Prostatakarzinom zugelassen, deren Knochendichte durch eine hormonablative Therapie abgenommen hat.
In Europa wird Amgen bei der Vermarktung von GlaxoSmithKline unterstützt.

Quelle:
Bionity.com

Dienstag, 6. Mai 2008

Osteoporose-Prävention: gibt es Unterschiede?

Anhand der Daten von über 43.000 Patienten wurde die Wirksamkeit von oralen Bisphosphonaten, nasalem Calcitonin und Raloxifen auf nicht vertebrale Frakturen in den ersten 12 Monaten nach Beginn der Behandlung verglichen. 1051 Frakturen traten in diesem Zeitraum auf. Zwischen den Patienten, die Risedronsäure, Alendronsäure und Raloxifen einnahmen, bestanden keine Unterschiede in der Frakturrate. Bei den Patienten mit einer Fraktur in der Anamnese war die Frakturrate ind der Raloxifen-Gruppe höher als in der Alendronsäure-Gruppe. Auch die Patienten, die nasal Calcitonin anwendeten, hatten eine höhere Frakturrate als die die Patienten der Alendronsäure-Gruppe. Die Aussagen der Studie sind dadurch etwas eingeschränkt, weil die Compliance der Patienten und die Verträglichkeit der unterschiedlichen Therapieformen nicht erfasst wurden. Da insgesamt nur wenig Frakturen auftraten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass dennoch Unterschiede bestehen.

Quelle:
Cadaratte SM. et al. Relative effectiveness of osteoporisis drugs for preventing nonvertebral fracture. Ann Intern Med 2008;148:637-46.
http://www.annals.org/cgi/content/abstract/148/9/637?etoc

Dienstag, 18. März 2008

Kein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern durch Bisphosphonate

Die Bisphosphonate Etidronsäure und Alendronsäure erhöhten das Risiko für Vorhofflimmern und –flattern nicht. Dies ergab eine Bevölkerungs-basierte Fallkontrollstudie in Dänemark mit 13.586 Patienten mit Vorhofflimmern und –flattern und 68.054 Kontrollpersonen. Bei den Patienten mit Herzrhythmusstörungen verwendeten 3,2 % Bisphosphonate, in der Kontrollgruppe waren es 2,9 %. Etidronsäure und Alendronsäure wurden in beiden Gruppen in nahezu gleicher Einnahmehäufigkeit verwendet.

Quelle:
Sørensen HT, et al. Use of bisphosphonates among women and risk of atrial fibrillation and flutter: population based case-control study. BMJ 2008;Online first. doi:10.1136/bmj.39507.551644.BE
http://bmj.com/cgi/content/abstract/bmj.39507.551644.BEv1?papetoc

Samstag, 5. Januar 2008

Osteoporose-Prophylaktika vergleichbar wirksam

Wirksamkeit und Verträglichkeit verschiedener Osteoporose-Medikamente unterscheiden sich nicht sehr deutlich. Dies ergab eine Metaanalyse mit 76 randomisierten, kontrollierten Studien und 24 Metaanalysen. Die meisten Arzneimittel wirkten in der Frakturprophylaxe bei Patienten mit niedriger Knochendichte besser als Plazebo.
Die Studien, in denen verschiedene Substanzen direkt verglichen wurden, lassen drei wichtige Schlüsse zu:
1. In der Gruppe der Bisphosphonate konnte für keine Substanz eine Überlegenheit gegenüber einem anderen Bisphosphonat bei der Fraktuprävention gezeigt werden.
2. Bisphosphonate sind
Calcitonin, Calcium oder Raloxifen bei der Prophylaxe von Wirbelkörperfrakturen nicht überlegen.
3. Auf der Basis von 6 nicht ausreichend gepowerten randomisierten Studien ist die frakturpräventive Wirkung von Bisphosphonaten und Estrogen nicht unterschiedlich.

Quelle

MacLean C, et al.
Systematic Review: Comparative Effectiveness of Treatments to Prevent Fractures in Men and Women with Low Bone Density or Osteoporosis. Ann Inter Med 2008;148 (3).
http://www.annals.org/cgi/content/full/0000605-200802050-00198v1