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Dienstag, 25. Juni 2019

Tocilizumab: Rote-Hand-Brief wegen Leberschäden

Die Firma Roche informiert mit einem Rote-Hand-Brief  über das Risiko von schweren arzneimittelinduzierten Leberschäden bei der Behandlung mit Tocilizumab (Roactemra).
Eine kumulative Bewertung von Berichten zu aufgetretenen Leberschäden bei mit Tocilizumab behandelten Patienten zeigt, dass diese in seltenen Fällen schwerwiegend sein können. Die Schädigungen umfassten Hepatitis, Gelbsucht und akutes Leberversagen, welches in einigen Fällen eine Lebertransplantation erforderlich machte.
Folgende Maßnahmen werden daher empfohlen:

  • Patienten, die Anzeichen einer Leberschädigung zeigen, sollten sofort an einen Arzt verwiesen werden.
  • Die Alaninaminotransferase (ALT) und Aspartataminotransferase (AST) sollten bei Patienten mit rheumatologischen Indikationen in den ersten sechs Monaten der Behandlung alle vier bis acht Wochen und anschließend alle zwölf Wochen kontrolliert werden.
  • Sollten die ALT oder die AST bei Behandlungsbeginn oberhalb des 1,5-fachen Normwertes liegen, ist besondere Vorsicht geboten.

Die Empfehlungen der Fachinformation zu Dosisanpassungen (Reduktion, Unterbrechung oder Absetzen) aufgrund von Leberwertveränderungen bleiben unverändert.

Quelle
Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker

Freitag, 21. September 2018

Cabozantinib, Elebrato Ellipta, Enzalutamid, Fingolimod, Tocilizumab, Venetoclax: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2018 empfohlen, die Zulassung von Cabozantinib, Elebrato Ellipta, Enzalutamid, Fingolimod, Tocilizumab, Venetoclax zu erweitern.


  • Cabozantinib (Cabometyx, Ipsen) soll künftig auch als Monotherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit hepatozellulärem Karzinom nach Vorbehandlung mit Sorafenib eingesetzt werden können.
  • Enzalutamid (Xtandi, Astellas) soll künftig bei Erwachsenen mit nicht metastasiertem, kastrationsresistenem Hochrisiko-Prostatakarzinom eingesetzt werden können.
  • Fingolimod (Gilenya, Novartis) soll künftig bei Kindern ab einem Alter von 10 Jahren eingesetzt werden können.
  • Fluticasonfuroat/Umeclidinium/Vilanterolfluticasone (Elebrato Ellipta, Trelegy Ellipta, GSK) soll künftig auch bei nicht ausreichender Wirkung einer LABA/LAMA-Kombination sowie zur Prävention von Exazerbationen eingesetzt werden können.
  • Tocilizumab (Roactemra, Roche) soll künftig für die Behandlung der sJIA bei Patienten ab einem Jahr eingesetzt werden können, die auf eine Therapie mit NSAR und Glucocorticoiden nicht ausreichend angesprochen haben. Es kann in Kombination mit Methotrexat oder bei MTX-Unverträglichkeit in Monotherapie verwendet werden.
  • Venetoclax (Venclyxto, Abbvie) ist künftig in Kombination mit Rituximab für die Behandlung von Erwachsenen mit CLL zugelassen, die mindestens eine Therapielinie erhalten haben. Die Monotherapie ist angezeigt bei Patienten
    - die eine 17p-Deletion oder TP53-Mutation aufweisen und die für eine Behandlung mit einem Inhibitor des B-Zell-Rezeptor-Signalwegs nicht geeignet sind oder ein Therapieversagen zeigten.
    - ohne Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation, bei denen sowohl unter einer Chemo-Immuntherapie als auch unter einem Inhibitor des B-Zell-Rezeptor-Signalwegs ein Therapieversagen auftrat

 
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20. September 2018

Donnerstag, 5. Juli 2018

Dexmedetomitin, Lenvatinib, Nivolumab, Sirolimus, Rufinamid, Tocilizumab, Tolvaptan: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung



Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juni 2018 empfohlen, die Zulasssung für Dexmedetomitin, Lenvatinib, Nivolumab, Sirolimus, Rufinamid, Tocilizumab, Tolvaptan zu erweitern.


  • Dexmedetomitin (Dexdor, Orion) soll künftig zur Sedierung von nicht intubierten Erwachsenen vor und/oder während diagnostischen oder chirurgischen Maßnahmen eingesetzt werden können.
  • Lenvatinib (Lenvima, Eisai) soll künftig in Monotherapie zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinom in der Erstlinienbehandlung eingesetzt werden können. Beim Schilddrüsenkarzinom soll es ebenfalls als Monotherapie eingesetzt werden können.
  • Nivolumab (Opdivo, BMS) soll künftig als Monotherapie für die adjuvante Behandlung von Erwachsenen mit Melanom mit Lymphknotenbeteiligung oder metastasierter Erkrankung nach kompletter Resektion eingesetzt werden können.
  • Sirolimus (Rapamune, Pfizer) soll künftig für die Behandlung von Patienten mit sporadischer Lymphangioleiomyomatose mit mäßig schwerer Lungenerkrankung oder abnehmender Lungenfunktion eingesetzt werden können.
  • Rufinamid (Inovelon, Eisai) kann künftig bei Kindern ab einem Jahr eingesetzt werden
  • Tocilizumab (RoActemra, Roche) soll künftig bei durch CAR-T-Zell-Therapie induziertem Zytokin-Freisetzungssyndrom ab einem Alter von 2 Jahren eingesetzt werden können.
  • Tolvaptan (Jinarc, Otsuka) kann künftig bei Erwachsenen mit einer chronischen Nierenerkrankung bis zurm Stadium 4 eingesetzt werden.


Quelle:
Mitteilung der EMA

Samstag, 23. September 2017

Tocilizumab von der EU-Kommission bei Riesenzellarteriitis zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. September 2017 die Zulassung von Tocilizumab (RoActemra, Chugai, Roche) erweitert, es kann nun auch zur Behandlung von Patienten mit Riesenzellarteriitis eingesetzt werden. Hierzu wird es in einer Dosierung von 1x wöchentlich 162 mg subkutan injiziert.
Tocilizumab kann mit einer Corticoid-Ausschleichtherapie eingesetzt und nach Absetzten der Glucocorticoide als Monotherapie weitergeführt werden.

Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-3-Studie GiACTA mit 251 Patienten untersucht. Sie erhielten Tocilizumab (162 mg s.c. einmal wöchentlich (QW) oder zweiwöchentlich (Q2W)). Der IL-6R-Inhibitor wurde dabei mit einer GC-Therapie kombiniert, die über 6 Monate bis auf 0 mg/d vollständig ausgeschlichen wurde. Wie die Daten der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zeigen, wies mehr als die Hälfte der Patienten nach einem Jahr eine über 40 Wochen anhaltende Remission unter Tocilizumab auf (QW: 56 % bzw. Q2W: 53 %). Im Vergleich dazu war der Anteil der Patienten unter alleiniger GC-Therapie über 6 Monate (14 %; QW/Q2W jeweils p < 0,001) bzw. 12 Monate (18 %; QW: p < 0,0001 bzw. Q2W: p = 0,002) signifikant niedriger.


Montag, 24. Juli 2017

Adalimumab, Exenatid, Lacosamid, Obinutuzumab, Pasireotid, Pembrolizumab, Sofosbuvir, Tocilizumab: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juli 2017 empfohlen, die Zulassung von  Adalimumab, Exenatid, Lacosamid, Obinutuzumab, Pasireotid, Pembrolizumab, Sofosbuvir und Tocilizumab zu erweitern.


  • Adalimumab (Humira, Abbvie): Der TNF-Blocker soll künftig zur Behandlung der pädiatorischen nicht infektiösen anterioren Uveitis bei Patienten ab einem Alter von 2 Jahren eingesetzt werden können, die auf eine konventionellen Therapie nicht ausreichend angesprochen oder diese nicht verragen haben oder wenn diese nicht angezeigt ist.
  • Exenatid (Bydureon, AstraZeneca): die Indikation für den GLP1-Agonisten soll künftig lauten: Zur Behandlung von Personen ab 18 Jahren mit Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der glykämischen Kontrolle in Kombination mit anderen Blutzuckerspiegel-senkenden Medikamenten, wenn die derzeitige Therapie, zusammen mit Diät und körperlicher Aktivität, keine adäquate glykämische Kontrolle erreicht.
  • Lacosamid (Vimpat, UCB) soll künftig auch bei Kindern ab einem Alter von 4 Jahren zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt werden können.
  • Obinutuzumab (Gazyvaro, Roche) soll künftig in Kombination mit Chemotherapie gefolgt von einer Obinituzumab-Erhaltungstherapie bei Patienten mit nicht vorbehandeltem follikulärem Lymphom eingesetzt werden können, 
  • Pasireotid (Signifor, Novartis) soll künftig bei Erwachsenen mit Cushing-Syndrom eingesetzt werden können, bei denen eine Operation keine Option ist und bei denen eine Operation nicht erfolgreich war
  • Pembrolizumab (Keytruda, MSD) soll künftig bei Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem  Urothelkarzinom eingesetzt werden können, die mit einer platinhaltigen Chemotherapie vorbehandelt worden sind oder für die eine Citsplatin-haltige Chemotherapie nicht infrage kommt.
  • Sofosbuvir (Sovaldi, Gilead) soll künftig bei chronischer Hepatitis C bei Heranwachsenden mit einem Alter zwischen 12 und 18 Jahren eingesetzt werden können.
  • Tocilizumab (Roactemra, Roche): Der IL-6-Blocker soll künftig bei Erwachsenen mit Riesenzellarteriitis eingesetzt werden können.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20. Juli 2017

Samstag, 9. Juli 2016

Canakinumab, HPV-Vakzine, Insulin degludec/Insulin aspart, Nepafenac, Pembrolizumab, Tocilizumab, Voraxapar: Erweiterung der Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juni 2016 empfohlen, die Zulassung von Canakinumab, HPV-Vakzine, Insulin degludec/Insulin aspart, Nepafenac, Pembrolizumab, Tocilizumab und Voraxapar zu erweitern.


  • Canakinumab (Ilaris, Novartis) soll künftig auch bei Erwachsenen mit Still-Krankheit eingesetzt werden können.
  • HPV-Vakzine (Cervarix, GSK) soll künftig auch zur Prävention prämaligner analer Läsionen eingesetzt werden können.
  • Insulin degludec/Insulin aspart (Ryzodeg, Novo Nordisk) soll künftig auch bei Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden können.
  • Nepafenac (Nevanac, Alcon) soll künftig auch zur Verringerung des Risikos eine postoperativen Makulaödems bei Kataraktoperation an Diabetikern eingesetzt werden können
  • Pembrolizumab (Keytruda, MSD) soll künftig bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC eingesetzt werden können, deren Tumor PD-L1 exprimiert und die mindestens eine Vortherapie erhalten haben. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumoren sollten mindestens eine dafür zugelassene Therapie erhalten haben bevor sie mit Pembrolizumab behandelt werden.
  • Tocilizumab (Roactemra, Roche) soll künftig auch für die Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis  bei den Erwachsenen eingesetzt werden können, die nicht mit Methotrexat vorbehandelt wurden
  • Voraxapar (Zontivity, MSD) soll künftig auch zusammen mit Acetylsalicylsäure oder Clopdidogrel bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit zur Reduktion atherothrombotischer Ereignisse eingesetzt werden können.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 23. Juni 2016

Montag, 8. September 2014

Tocilizumab: EU-Kommission erweitert Zulassung

Die EU-Kommission hat die Zulassung von Tocilizumab (Roactemra, Roche) erweitert. Es kann nun auch für die Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, die nicht mit Methotrexat vorbehandelt sind, eingesetzt werden können.
Damit kann der Interleukin-6-Blocker auch bei Patienten mit früher rheumatoider Arthritis eingesetzt werden.

Montag, 28. Juli 2014

Tocilizumab: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juli 2014 empfohlen, die Zulassung von Tocilizumab (Roactemra, Roche) zu erweitern. Es soll nun auch für die Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, die nicht mit Methotrexat vorbehandelt sind, eingesetzt werden können.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 24. Juli  2014

Montag, 7. April 2014

Tocilizumab: Psoriasis als Nebenwirkung?

Einige publizierte Fallberichte sowie Spontanmeldungen deuten darauf hin, dass es im Zusammenhang mit der Anwendung des Anti-Interleukin-6-Antikörpers Tocilizumab in seltenen Fällen zum erstmaligen Auftreten einer Psoriasis oder zur Verschlechterung einer bereits bestehenden Psoriasis kommen kann, jedoch ist ein kausaler Zusammenhang derzeit nicht gesichert. Ein Pathomechanismus für diese fragliche Nebenwirkung ist bislang nicht bekannt. Ob die Behandlung mit Tocilizumab bei Auftreten oder Verschlechterung einer Psoriasis fortgeführt werden kann, muss jeweils im Einzelfall entschieden werden.

Quelle:
Arneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft: UAW News 

Dienstag, 18. Juni 2013

Tocilizumab: Zulassungserweiterung für juvenile idiopathische Polyarthritis

Die EU-Kommission hat die Zulassung von Tocilizumab (_Roactemra, Roche) erweitert: Der Interleukin-6-Rezeptorenblocker kann nun auch für die Behandlung von Patienten ab zwei Jahren mit juveniler idiopathischer Polyarthritis eingesetzt werden.

Freitag, 26. April 2013

Tocilizumab: EMA empfiehlt Indikationserweiterung


Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2013 empfohlen, die Indikation von Tocilizumab (RoActemra, Roche) auf die Behandlung von Patienten ab zwei Jahren mit juveniler idiopathischer Polyarthritis zu erweitern.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 25. April 2013

Donnerstag, 4. August 2011

EU: Zulassung von Tocilizumab zur Behandlung für Kinder mit sJIA erweitert

Der IL-6-Rezeptorantagonist Tocilizumab (RoACTEMRA, Roche) kann nun auch zur Behandlung von Kindern mit systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA) eingesetzt werden.

Die europäische Kommission hat die Anwendung von Tocilizumab für die Behandlung der aktiven systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (sJIA) bei Kindern ab zwei Jahren zugelassen. Die Zulassung gilt für Kinder, die auf eine vorangegangene Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und systemischen Glucocorticoiden unzureichend angesprochen haben.

Dienstag, 19. April 2011

FDA: Zulassungserweiterung für Tocilizumab

Die Food and Drug Administration (FDA) hat die Zulassung von Tocilizumab (RoACTEMRA) erweitert, es kann nun auch zur Behandlung von Kindern ab 2 Jahren mit sJIA eingesetzt werden.

Der Interleukin-6-Rezeptorantagonist Tocilizumab ist nun auch zur Behandlung von Kindern ab 2 Jahren mit systemischer juveniler Arthritis (sJIA) zugelassen.
Die Zulassung beruht vor allem auf den Ergebnissen der TENDER-Studie, in der 112 Kinder mit sJIA mit Tocilizumab oder Plazebo behandelt wurden. 85 % sprachen auf Tocilizumab an, 24 % auf Plazebo.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 15. April 2011

Donnerstag, 6. Januar 2011

FDA: Indikation für Tocilizumab erweitert

Die Food and Drug Administration (FDA) hat die Indikation für das Antirheumatikum Tocilizumab (RoActemra) erweitert.
Der Interleukin-6-Rezeptorblocker kann nun auch zur Verringerung von Gelenkschäden,zur Besserung der körperlichen Funktion und mit dem Ziel ein stärkeres klinisches Ansprechen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zu erreichen in Kombination mit Methotrexat eingesetzt werden. Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der LITHE-Studie, die zeigte, dass Patienten, die über zwei Jahre mit Tocilizumab behandelt wurden, signifikant weniger röntgenologisch nachweise Gelenkschädigungen aufwiesen als die Patienten der Kontrollgruppe.

Samstag, 4. Dezember 2010

Rote-Hand-Brief: Tödliche Anaphylaxie nach Gabe von Tocilizumab

Der Hersteller von Tocilizumab informiert in einem Rote-Hand-Brief, dass bei einer Patientin mit rheumatoider Arthritis, die mit Tocilizumab (RoActemra®) behandelt wurde, über eine Anaphylaxie mit tödlichem Ausgang berichtet wurde.

Nach der Markteinführung wurde bei einer erwachsenen Patientin mit rheumatoider Arthritis, die mit Tocilizumab (RoActemra®) per Infusion behandelt wurde, eine tödliche Anaphylaxie gemeldet. Die Patientin nahm außerdem Prednison und Leflunomid ein. Während ihrer vierten Infusion von Tocilizumab (RoActemra®) traten bei der Patientin Schwindel und ein Abfall des systolischen Blutdrucks auf. Die Infusion wurde abgebrochen. Die nächste Infusion von Tocilizumab wurde nach einer medikamentösen Vorbehandlung mit Steroiden und Antihistaminika verabreicht. Wenige Augenblicke nach Beginn der Infusion entwickelte die Patientin Schwindel und einen Blutdruckabfall. Trotz umgehend erfolgter medizinischer Maßnahmen wurde die Patientin apnoisch und war nicht mehr ansprechbar. Die Patientin starb 24 Stunden nach dem Auftreten der Anaphylaxie.

  • Medizinisches Fachpersonal muss bei allen Patienten während und nach der Verabreichung von
  • Tocilizumab aufmerksam auf Zeichen einer Überempfindlichkeit oder Anaphylaxie achten.
  • Im Fall einer anaphylaktischen Reaktion während der Behandlung mit RoActemra müssen geeignete
  • medizinische Behandlungsmöglichkeiten zum sofortigen Gebrauch zur Verfügung stehen.
  • Wenn eine Anaphylaxie oder eine andere schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion/
  • schwerwiegende infusionsbedingte Reaktion auftritt
    - muss die Gabe von Tocilizumab umgehend abgebrochen werden,
    - müssen geeignete Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden und
    - Tocilizumab muss dauerhaft abgesetzt werden.
Quelle:
Rote-Hand-Brief Roche Pharma AG vom 2. Dezember 2010

Freitag, 11. Juni 2010

EU: Indikation für Tocilizumab erweitert

Die Europäische Kommission hat die Indikation für das Antirheumatikum Tocilizumab (RoActemra) erweitert.
Der Interleukin-6-Rezeptorantagonist kann nun auch zur Verringerung von Gelenkschäden und zur Besserung der körperlichen Funktion von Patienten mit rheumatoider Arthritis in Kombination mit Methotrexat eingesetzt werden. Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der LITHE-Studie, die zeigte, dass Patienten, die über zwei Jahre mit Tocilizumab behandelt wurden, signifikant weniger röntgenologisch nachweise Gelenkschädigungen aufwiesen als die Patienten der Kontrollgruppe.

Quelle:
Pharmatimes vom 8. Juni 2008

Sonntag, 25. April 2010

EMA: Zulassungserweiterungen für Atazanavir und Tocilizumab empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) empfahl in seiner Sitzung vom April 2010 Zulassungserweiterungen für Atazanavir und Tocilizumab.

Atazanavir (Reyataz, Bristol Myers Squibb) soll künftig auch für die Behandlung von Kindern mit HIV-1-Infektion ab einem Alter von 6 Jahren eingesetzt werden können.
Tocilizumab (RoActemra, Roche) soll bei den Indikationen einen Hinweis darauf erhalten, dass gezeigt werden konnte, dass Tocilizumab in Kombination mit Methotrexat die Progression von Gelenkschäden verringern und die körperlichen Funktionen bessern kann.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 22. April 2010.

Montag, 11. Januar 2010

FDA: Tocilizumab zugelassen

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Tocilizumab, Actemra, RoACTEMRA in der Europäischen Union) zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis (RA) zugelassen. Tocilizumab Es kann bei Patienten, die auf eine oder mehrere Therapien mit einem TNF-alpha-Hemmer unzureichend angesprochen haben, angewendet werden.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 11. Januar 2010
Pressemitteilung der Firma F. Hoffmann-La Roche Ltd. vom 11. Januar 2010

Donnerstag, 22. Januar 2009

Tocilizumab zur Therapie der RA in Europa zugelassen

Die Europäische Kommission hat am 21. Januar 2009 den Interleukin-6-Hemmer Tocilizumab (RoACTEMRA®) für die Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis zugelassen. Tocilizumab ist, in Kombination mit Methotrexat, für die Behandlung erwachsener Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis zugelassen, unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren DMARDs oder Tumornekrosefaktor-Inhibitoren angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Tocilizumab kann auch als Monotherapie verabreicht werden, wenn die Patienten Methotrexat nicht vertragen oder wenn eine weitere Therapie mit Methotrexat nicht angemessen erscheint.

Quelle:
Pressemitteilung der Firmen Roche und Chugai Pharma vom 22. Januar 2009

Freitag, 21. November 2008

Neue Zulassungsempfehlungen der EMEA - November 2008

Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EMEA hat in seinem Treffen im November 2008 u. a. für folgende Substanzen eine Zulassung empfohlen:
  • Romiplostim (Nplate) von Amgen zur Behandlung der chronischen idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP) bei Erwachsenen als Orphan Drug.
  • Aliskiren/Hydrochlorothiazid (Rasilez HCT) von Novartis zur Behandlung der Hypertonie bei Erwachsenen.
  • Tocilizumab (RoActemra), Interleukin-6-Hemmer von Roche, in Kombination mit Methotrexat zur Behandlung von Erwachsenen mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis, die auf eine vorhergehende Therapie mit mindestens einem DMARD oder TNF-Hemmer unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Tocilizumab kann bei Patienten, die Methotrexat nicht vertragen oder bei denen eine weitere Behandlung nicht sinnvoll ist, auch als Monotherapie gegeben werden.
  • Ustekinumab (Stelara)von Janssen-Cilag zur Behandlung der schweren Plaque-Psoriasis, die auf andere systemische Therapien nicht angesprochen hat.
  • Agomelatin (Valdoxan/Thymanax) von Servier zur Behandlung der Major Depression bei Erwachsenenen.
  • Ceftobiprolmedocaril (Zevtera), Breitspektrum-Cephalosporin von Janssen-Cilag zur Behandlung von komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen.

Nicht empfohlen wurde:
  • Ixabepilon (Ixempra), Epothilon von Bristol-Myers Squibb, das zur Behandlung von metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Mammakarzinom vorgesehen war.

Quelle:
http://list.emea.europa.eu/mailman/listinfo/press