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Samstag, 27. Juni 2026

Tolebrutinib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 19. Juni 2026 Tolebrutinib (Cenrifki, Sanofi Winthrop) für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit sekundär progredienter Multipler Sklerose (SPMS) ohne Schübe in den letzten 2 Jahren zugelassen.

Tolebrutinib ist ein Inhibitor der Bruton-Tyrosinkinase (BTK). Der genaue Mechanismus, durch den Tolebrutinib seine therapeutische Wirkung bei MS entfaltet, ist nicht vollständig aufgeklärt; es gibt jedoch Hinweise darauf, dass es die Aktivierung von B-Zellen, Makrophagen und Mikroglia in der Peripherie und im ZNS hemmt.

Die Wirksamkeit von Tolebrutinib wurde bei 1.131 SPMS-Patienten in der Phase-III-Studie EFC16645 (HERCULES) untersucht, einer randomisierten, doppelblinden, zweiarmigen, placebokontrollierten, multizentrischen, ereignisgesteuerten Parallelgruppenstudie mit variabler Behandlungsdauer von circa 24 bis 48 Monaten bei Erwachsenen.

Quelle
Info der EMA


Donnerstag, 28. August 2025

Tegomil Fumarat von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 28. Juli 2025 Tegomil Fumarat (Riulvy, Neuraxpharm) zur oralen Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab 13 Jahren mit schubförmig remittierender multipler Sklerose zugelassen.

Tegomil Fumarat ist wie Dimethylfumarat ein Immunmodulator. Das Prodrug wird im Körper in den aktiven Metaboliten Monomethylfumarat umgewandelt , welcher die therapeutische Wirkung entfaltet,  Der Wirkungsmechanismus von Tegomilfumarat ist noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch  angenommen, dass es über seinen Hauptmetaboliten Monomethylfumarat wirkt. Dieser Metabolit aktiviert den Nrf2-Transkriptionsweg, der Entzündungen reduziert, die Aktivität von Immunzellen moduliert und so die Zellen des zentralen Nervensystems vor Schäden schützt.

Tegomil Fumarat ist ein Hybridarzneimittel von Dimethylfumarat, das seit dem 30. Januar 2014 in der EU zugelassen ist. Es enthält einen anderen Wirkstoff , wirkt aber über denselben aktiven Metaboliten wie Dimethylfumarat, nämlich Monomethylfumarat. 

Studien haben die zufriedenstellende Qualität von Tegomil Fumarat und seine Bioäquivalenz mit dem Referenzprodukt Dimethylfumarat nachgewiesen .

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Tegomil Fumarat zählen Hitzewallungen und gastrointestinale Beschwerden (z. B. Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen).

Quelle

Info der EMA


Freitag, 9. Juni 2023

Ublituximab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 31.5.2023 Ublituximab (Briumvi, Propharma) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung, zugelassen.

Ublituximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper, der mit Hilfe rekombinanter DNA-Technologie in einem Klon der Ratten-Myelom-Zelllinie YB2/0 hergestellt wird. Er ist selektiv gegen CD20-exprimierende Zellen gerichtet.

Die Behandlung mit Ublituximab führt bereits ab dem ersten Tag nach Behandlungsbeginn zu der erwarteten pharmakologischen Wirkung einer raschen Depletion von CD19+-Zellen im Blut. Die Depletion hielt während der gesamten Behandlungsphase an. Die B-Zellzahl wird anhand von CD19 ermittelt, da im Assay die Erkennung von CD20 in Gegenwart von Ublituximab beeinträchtigt wird.

Wirksamkeit und Sicherheit von Ublituximab wurden u.a. in zwei randomisierten, doppelblinden, mit aktivem Vergleich kontrollierten klinischen Studien mit Double-Dummy-Verfahren (ULTIMATE I und ULTIMATE II) und identischem Design beurteilt. 

Quelle

EPAR der EMA

Donnerstag, 18. November 2021

Diroximelfumarat von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 15. November 2021 Diroximelfumarat (Vumerity, Biogen) zur oralen Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose zugelassen.


Der Wirkmechanismus von Diroximelfumarat bei Multipler Sklerose ist nicht vollständig geklärt. Diroximelfumarat wirkt über den aktiven Hauptmetaboliten Monomethylfumarat. 

Die Zulassung basiert auf einem pharmakologischen Bridging-Ansatz zum zugelassenen Produkt Dimethylfumarat. Bioäquivalenz zu Dimethylfumarat wurde für die aktive Komponente MMF gezeigt. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hitzewallungen und Magen-Darm-Störungen.

Dienstag, 14. April 2020

Ozanimod von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2020 empfohlen, Ozanimod (Zeposia, Celgene) für die orale Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS (RRMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung, zuzulassen.


Ozanimod ist wie Fingolimod oder Siponimod ein Shingosin-1-phosphat(SIP)-Rezeptormodulator, es bindet selektiv an zwei der fünf S1P-Rezeptoren, nämlich S1P1 und S1P5.
Es wirkt als funktioneller Antagonist an S1P1-Rezeptoren auf Lymphozyten und verhindert so deren Auswanderung aus den Lymphknoten. Dadurch wird die Rezirkulation von T-Zellen in das zentrale Nervensystem verringert und die zentrale Entzündung begrenzt.

Quelle
Mitteilung der EMA vom 26. 3. 2020

Freitag, 15. November 2019

Siponimod von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2019 empfohlen, Siponimod (Mayzent, Novartis) für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit sekundär progressiver multipler Sklerose (SPMS) zuzulassen.

Siponimod ist wie Fingolimod ein Sphingosin-1-phosphat-Rezeptormodulator, es bindet selektiv an zwei der fünf S1P-Rezeptoren, nämlich S1P1 und S1P5. Siponimod wirkt als funktioneller Antagonist an S1P1-Rezeptoren auf Lymphozyten und verhindert so deren Auswanderung aus den Lymphknoten. Dadurch wird die Rezirkulation von T-Zellen in das zentrale Nervensystem verringert und die zentrale Entzündung begrenzt.
Siponimod kann auch die Blut-Hirn-Schranke überwinden und an den S1P5-Rezeptor auf Oligodendrozyten und Astrozyten binden. Fingolimod bindet dagegen auch an S1P3-Rezeptoren am Herzen und hat deshalb vermutlich kardiologische unerwünschte Wirkungen. Diese sollen bei Siponimod aufgrund der spezifischen Wirkung nicht auftreten.
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Siponimod bei der SPMS wurden in der randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Phase-III-Studie EXPAND nachgewiesen, die 2018 im Lancet publiziert worden ist.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 14. November 2019

Montag, 13. November 2017

Ocrelizumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2017 empfohlen, Ocrelizumab (Ocrevus, Roche) für die parenterale Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger MS zuzulassen, die anhand klinischer bildgebender Befunde nachgewiesen wurde. Außerdem soll es bei früher primär progressiver MS (PPMS) unter Berücksichtigung der Krankheitsdauer, des Grads der Behinderung und bildgebender Befunde eingesetzt werden können.

Ocrelizumab ist ein CD20-Antikörper. Die Zulassungsempfehlung basiert auf drei Phase-III-Studien. Die Daten von zwei identischen Phase-III-Studien bei schubförmiger MS (OPERA I und OPERA II) zeigten, dass Ocrelizumab während der zweijährigen kontrollierten Behandlungsphase wirksamer als hoch dosiertes Interferon beta-1a war und die Anzahl der Schübe pro Jahr um fast die Hälfte verringerte und das Fortschreiten der Erkrankung wesentlich verlangsamte. Ausserdem erhöhte Ocrelizumab signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient keine Anzeichen einer Krankheitsaktivität (Hirnläsionen, Schübe und fortschreitende Behinderung) aufwies.
In einer separaten Phase-III-Studie bei PPMS (ORATORIO) war Ocrelizumab das erste und einzige Medikament, das über eine mediane Nachbeobachtungsdauer von drei Jahren im Vergleich zum Placebo das Fortschreiten der Behinderung deutlich verringerte und die Anzeichen der Krankheitsaktivität im Gehirn (MRT-Läsionen) reduzierte.
Die häufigsten Nebenwirkungen mit Ocrelizumab in allen Phase-III-Studien waren Infusionsreaktionen und Infektionen der oberen Atemwege, die überwiegend leicht bis mittelschwer verliefen.

Quellen:
Mitteilung der EMA vom 09. November 2017
Pressemitteilung Roche-Pharma vom 10. November 2017

Dienstag, 29. August 2017

Cladribin oral von der EU-Kommission bei MS zugelassen

Die EU-Kommission hat am 24. August 2017 Cladribin (Mavenclad, Merck Serono) für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (MS) definiert durch klinische oder bildgebende Befunde zugelassen.
Die empfohlene kumulative Dosis von Cladribin beträgt 3,5 mg/kg Körpergewicht über 2 Jahre, angewendet als 1 Behandlungsphase von 1,75 mg/kg pro Jahr. Jede Behandlungsphase besteht aus 2 Behandlungswochen, eine zu Beginn des ersten Monats und eine zu Beginn des zweiten Monats des jeweiligen Behandlungsjahres. Jede Behandlungswoche besteht aus 4 oder 5 Tagen, an denen ein Patient abhängig vom Körpergewicht 10 mg oder 20 mg (eine oder zwei Tabletten) als tägliche Einmaldosis erhält. Nach Abschluss der zwei Behandlungsphasen ist keine weitere Behandlung mit Cladribin in den Jahren 3 und 4 erforderlich. Eine Wiederaufnahme der Therapie nach dem 4. Jahr
wurde nicht untersucht.
Cladribin ist ein Nukleosid-Analogon des Desoxyadenosins. Eine Substitution durch ein Chloratom im Purinring schützt Cladribin vor dem Abbau durch die Adenosindesaminase, dadurch ist Cladribin als Prodrug intrazellulär länger verfügbar. Anschließend erfolgt die Phosphorylierung von Cladribin zum aktiven Triphosphat, 2-Chlordesoxyadenosin-5'-triphosphat (Cd-ATP), vornehmlich in den Lymphozyten, da diese im Vergleich zu anderen Zelltypen hohe Spiegel an Desoxycytidinkinase  (DCK) und verhältnismäßig geringe Spiegel an 5'-Nukleotidase (5'-NTase) aufweisen. Ein hoher Anteil von DCK im Vergleich zu 5'-NTase fördert die Anreicherung von Cd-ATP, was Lymphozyten besonders anfällig für Zelltod macht. Aufgrund des geringeren DCK/5'-NTase-Verhältnisses sind andere aus dem Knochenmark stammende Zellen weniger betroffen als die Lymphozyten. Die Umwandlungsrate des Prodrugs Cladribin in sein aktives Triphosphat wird durch das Enzym DCK bestimmt, dadurch kommt es zu einer selektiven Reduktion von sich teilenden und nicht teilenden T- und B-Zellen. Der primäre Apoptose-induzierende Wirkmechanismus von Cd-ATP hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die DNA-Synthese und die Mitochondrienfunktion. In sich teilenden Zellen greift Cd-ATP in die DNA-Synthese ein, indem es die Ribonukleotidreduktase hemmt und mit
Desoxyadenosin-Triphosphat um den Einbau in die DNA durch DNA-Polymerasen konkurriert. In ruhenden Zellen führt Cladribin zu DNA-Einzelstrangbrüchen, raschem Verbrauch von NikotinamidAdenin-Dinukleotiden, ATP-Mangel und Zelltod. Es liegen Hinweise vor, dass Cladribin auch direkt zu Caspase-abhängigen und -unabhängigen Apoptose führen kann, indem Cytochrom C und Apoptoseinduzierender Faktor in das Zytosol von sich nicht teilenden Zellen ausgeschüttet werden.
Es wurde gezeigt, dass Cladribin eine lang anhaltende Wirkung bevorzugt auf Lymphozyten sowie auf die an der Pathophysiologie der MS beteiligen Autoimmunprozesse ausübt.

Quelle
EPAR der EMA

Montag, 26. Juni 2017

Cladribin oral von der EMA zur Zulassung bei MS empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juni 2017 empfohlen, Cladribin (Mavenclad, Merck Serono) für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (MS) definiert nach klinischen oder bildgebenden Kriterien zuzulassen.
Cladribin ist ein chloriertes Purin-Nukleosid-Analogon. Das Prodrug – es wird als inaktive Form (2-CdA) eingenommen, die dann in den Zellen durch Phosphorylierung in die aktive Form 2-Chlorodesoxy-Adenosin-5‘-Triphosphat (2-CdATP) überführt wird.
2-CdATP wirkt als falscher Baustein in die DNA bzw. RNA eingebaut, was die Doppelhelix-Struktur stört und die DNA-Reparatur und –Synthese hemmt. Dies führt letztendlich zur gezielten Reduktion der Lymphozyten. Cladribin wirkt sowohl in proliferierenden als auch in ruhenden Zellen.
Parenteral applizierbares Cladribin (Litak) ist seit 2004 für die Behandlung der Haarzell-Leukämie zugelassen.
Bei der MS wird Cladribin als krankheits-modifizierendes Arzneimittel (Disease-modifying Drug- DMD) eingesetzt. Die Behandlung mit Cladribin-Tabletten reduziert die T- und B-Lymphozyten, mit nachhaltigem Effekt auf die T-Lymphozyten und deutlichem, aber eher vorüber gehenden Effekt auf die B-Zellen. Man geht davon aus, dass dies zur Linderung der Entzündungen im zentralen Nervensystem beiträgt und damit Symptomatik und den Verlauf der Erkrankung verbessert.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Juni 2017

Samstag, 9. Juli 2016

Daclizumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 5. Juli 2016 Daclizumab (Zinbryta, Biogen) zur Injektion bei erwachsenen Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose zugelassen. Es wird in einer Dosierung von 150 mg einmal pro Monat s.c. injiziert.

Daclizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bereits 1999 unter dem Handelsnamen Zenapax® zur Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantation zugelassen war. Zum 1. 1.2009 wurde auf Antrag von Roche die Zulassung von der EMA zurück genommen.
Daclizumab bindet an CD25 (Interleukin-2R-alpha) und hemmt damit die Bindung von Interleukin-2 an CD25.  Daclizumab moduliert die IL-2-Signalübertragung, indem es CD25-abhängige, hoch affine IL-2-Rezeptorsignale blockiert; dies führt zu höheren IL-2-Spiegeln, die dann für die Signalübertragung durch den intermediär affinen IL-2-Rezeptor zur Verfügung stehen. Die Haupteffekte dieser Modulation des IL-2-Signalwegs, die potenziell im Zusammenhang mit der therapeutischen Wirkungen von Daclizumab bei MS stehen, umfassen den selektiven Antagonismus von aktivierten T-Zell-Antworten und die Expansion der immunregulatorischen natürlichen Killerzellen (NK) CD56bright, die nachweislich aktivierte T-Zellen selektiv reduzieren. Zugleich wird angenommen, dass diese immunmodulatorischen Effekte von Daclizumab die ZNS-Pathologie bei MS verringert und dadurch das Auftreten von Schüben und das Fortschreiten der Behinderung senken
Die Wirksamkeit von Daclizumab wurde in zwei Studien (SELECT und DECIDE) an Patienten mit RMS nachgewiesen. Die SELECT-Studie war eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie, in der die Patienten für eine Dauer von 52 Wochen alle 4 Wochen entweder Daclizumab 150 mg (n=208) oder 300 mg (n=209) versus Placebo (n=204) erhielten. Die DECIDE-Studie war eine doppelblinde, randomisierte, aktiv-kontrollierte Parallelgruppen-Studie für eine Dauer von mindestens 2 bis maximal 3 Jahren (96 bis 144 Wochen) mit Daclizumab 150 mg alle 4 Wochen (n=919) versus Interferon beta-1a (intramuskulär) 30 Mikrogramm wöchentlich (n=922).
Die FDA hat Daclizumab am 27. Mai 2016 für die Behandlung der schubförmigen MS zugelassen.

Quelle:
EPAR der EMA

Mittwoch, 18. Mai 2016

Daclizumab von der EMA zur Zulassung empfohlen, von der FDA zugelassen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2016 empfohlen,  Daclizumab (Zinbryta, Biogen) zur Injektion bei erwachsenen Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose zuzulassen.

Daclizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bereits 1999 unter dem Handelsnamen Zenapax® zur Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantation zugelassen war. Zum 1. 1.2009 wurde auf Antrag von Roche die Zulassung von der EMA zurück genommen.
Daclizumab bindet an CD25 (Interleukin-2R-alpha) und hemmt damit die Bindung von Interleukin-2 an CD25. Bei Patienten mit MS verringert es die ARR sowie das Risiko einer Behinderungsprogression.

Die FDA hat Daclizumab am 27. Mai 2016 für die Behandlung der schubförmigen MS zugelassen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 28. April 2016

Freitag, 23. Mai 2014

PEG-Interferon beta-1a von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Mai 2014 empfohlen, PEG-Interferon beta-1a (Plegridy, Biogen-Idec) für die Behandlung von
Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose zuzulassen.
PEG-Interferon beta-1a ist die pegylierte Form von Interferon beta-1a (Avonex). Durch die Pegylierung wird die Verweildauer der Substanz im Organismus verlängert, weshalb es seltener appliziert werden muss als unpegyliertes Interferon beta-1.
Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Mai 2014



Montag, 3. Februar 2014

Dimethylfumarat von der EU-Kommission für die MS-Behandlung zugelassen

Die EU-Kommission hat am 3. Februar 2014 Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS zugelassen.

Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) wirkt vermutlich über einer Aktivierung des Nrf2-Signalwegs. Der Nrf2-Signalweg ist ein körpereigener Abwehrmechanismus, der Zellen vor potenziell schädlichen Einflüssen wie Entzündungen und oxidativem Stress schützt, die unter anderem bei der MS-Pathophysiologie eine Rolle spielen.

Die EU-Kommission hat Dimethylfumarat als orale Basistherapie für Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zugelassen. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen eines klinischen Studienprogramms mit über 3.000 MS-Patienten in den beiden Phase-3-Studien DEFINE und CONFIRM sowie in der laufenden Erweiterungsstudie ENDORSE, bei der einige der teilnehmenden Patienten bereits bis zu sechseinhalb Jahre behandelt wurden.
In der DEFINE-Studie zeigte die zweimal tägliche Gabe von Dimethylfumarat im Vergleich zu Plazebo nach zwei Jahren eine signifikante Reduktion sowohl des Schubrisikos um 49 % (p < 0,001) als auch der jährlichen Schubrate (ARR) um 53 % (p < 0,001) und eine Risikoreduktion der Behinderungsprogression gemessen am EDSS-Wert (Expanded Disability Status Scale) nach 12 Wochen um 38 % ( p =0,005). Die CONFIRM-Studie enthielt zusätzlich eine Referenzgruppe, die mit Glatirameracetat (GA; 20 mg/d subkutan) behandelt wurde und nicht verblindet war. Bei zweimal täglicher Einnahme von Dimethylfumarat ging im Vergleich zu Plazebo nach zwei Jahren die ARR signifikant um 44 % (p < 0,001) zurück.
Das Risiko einer nach 12 Wochen bestätigten Behinderungsprogression gegenüber der Plazebo-Gruppe wurde mit Dimethylfumarat um 21  % (p = 0,25) und mit Glatirameracetat um 7 % gesenkt (p = 0,70).
Sowohl in der DEFINE- als auch in der CONFIRM-Studie wurde durch kernspintomographische Messungen belegt, dass Dimethylfumarat im Vergleich zu Plazebo zu einem signifikanten Rückgang der Hirnläsionen führt.
Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Dimethylfumarat waren Hitzegefühl, gastrointestinale Nebenwirkungen sowie Abfall der Lymphozyten.

Quellen
EU-Kommission
Gold R, et al. Placebo-Controlled Phase 3 Study of Oral BG-12 for Relapsing Multiple Sclerosis.
N Engl J Med 2012; 367: 1098-1107.
Fox RJ, et al. Placebo-Controlled Phase 3 Study of Oral BG-12 or Glatiramer in Multiple Sclerosis.
N Engl J Med 2012; 367: 1087–1097.
Phillips JT, et al. Long-term Safety and Tolerability of Oral BG-12 (Dimethyl Fumarate) in Relapsing–Remitting Multiple Sclerosis: Interim Results from ENDORSE.Poster P 1103, 28th Congress of the European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS), 10.–13. Oktober 2012, Lyon.

Samstag, 25. Januar 2014

Laquinimod: keine Zulassungsempfehlung der EMA

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2014 empfohlen, die Zulassung von Laquinimod (Nerventra, Teva) für die Behandlung der multiplen Sklerose nicht zu empfehlen.

Die Zulassung von Laquinimod zur Behandlung der MS wurde abgelehnt, weil in tierexperimentellen Studien ein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt wurde. Außerdem ergaben tierexperimentelle Untersuchungen Risiken für das ungeborene Kind bei Einnahme in der Schwangerschaft und der Hersteller hat nach Meinung der EMA keine ausreichenden Maßnahmen getroffen, um Schwangerschaften bei Frauen zu verhindern, die das Medikament einnehmen. Laquinimod verzögert zwar die Behinderungsprogression, die Wirkung auf die Schubrate war eher mälßig.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 24. Januar 2014

Mittwoch, 18. September 2013

Alemtuzumab von der EU-Kommission für MS zugelassen

Die EU-Kommission hat am 16. 9.2013 Alemtuzumab (Lemtrada, Genzyme, Sanofi) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender MS (RRMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung, zugelassen.

Alemtuzumab war als MabCampath für die Behandlung von Patienten mi B-Zell-Leukämie zugelassen, der Hersteller hat jedoch im August 2012 die Zulassung zurückgezogen. Der CD52-Antikörper hat bei der MS immunmodulatorische Effekte durch Depletion und Repopulation von Lymphozyten.
Das klinische Entwicklungsprogramm für Alemtuzumab umfasste zwei randomisierte Phase-III-Studien, in denen es mit hoch dosiertem, subkutan verabreichtem Interferon beta-1a (Rebif®) bei Patienten mit aktiven schubförmigen MS-Formen untersucht wurde, die entweder therapienaiv waren (CARE-MS I) oder unter der vorherigen Therapie Schübe erlitten hatten (CARE-MS II). Derzeit läuft noch eine Verlängerungsstudie. In CARE-MS I war Alemtuzumab signifikant wirksamer als Interferon beta-1a in Bezug auf die Verringerung der jährlichen Schubrate. Die Wirkung auf das Fortschreiten der Behinderung unterschied sich nicht signifikant. In der Studie CARE-MS II erwies sich Alemtuzumab als signifikant wirksamer als Interferon beta-1a in Bezug auf die Verringerung der jährlichen Schubrate. Die Akkumulation der Behinderungen verlangsamte sich bei Patienten unter Alemtuzumab signifikant besser als unter Interferon beta-1a.
Die häufigsten Nebenwirkungen von Alemtuzumab sind infusionsbedingte Reaktionen, Infektionen (der oberen Atemwege und der Harnwege), Lymphopenie und Leukopenie. Außerdem kann es zu schwerwiegenden Autoimmunstörungen kommen. Mit der Markteinführung muss eine Pharmakovigilanzprogremm implementiert werden.

Quellen
EU-Mitteilung
Pressemitteilung von Genzyme vom 17. September 2013

Montag, 2. September 2013

Teriflunomid von der EU-Kommission bei MS zugelassen

Die EU-Kommission hat Teriflunomid (Aubagio, Genzyme) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender multipler Sklerose (RRMS) zugelassen.

Teriflunomid (Aubagio, Genzyme) ist der aktive Metabolit von Leflunomid, das als Arava® für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen ist.
Es hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in den Mitochondrien, die ein Schlüsselenzym bei der Pyrimidin-Synthese ist. Dadurch hemmt es die Proliferation und Funktion von aktivierten Lymphozyten, nicht jedoch von ruhenden Zellen. Darüber hinaus wurden weitere Mechanismen beschrieben wie eine gestörte Signalübertragung im Nuclear factor κB (NF-κB)-Signalweg. Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass Teriflunomid ein Immunmodulator ist, der diverse Manifestationen von Autoimmunerkrankungen unterdrücken kann, ohne die Infektionsabwehr zu beeinträchtigen.
Teriflunomid wird einmal täglich oral eingenommen. In den klinischen Studien war die Schubrate unter Teriflunomid etwa 30 % geringer als in den Plazebo-Gruppen.
Häufigste Nebenwirkungen in den Studien waren Diarrhö, erhöhte Leberwerte, Übelkeit und Haarverlust. Vor Therapiebeginn und während der Behandlung sollte die Leberfunktion der Patienten überprüft werden.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Therapiebeginn ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen, außerdem müssen sie empfängnisverhütende Maßnahmen durchführen.

Quelle:
EU-Kommission

Samstag, 29. Juni 2013

Alemtuzumab: EMA empfiehlt Zulassung für MS

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juni 2013 empfohlen, Alemtuzumab für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS (RRMS) zuzulassen.

Alemtuzumab war als MabCampath für die Behandlung von Patienten mi B-Zell-Leukämie zugelassen, der Hersteller hat jedoch im August 2012 die Zulassung zurückgezogen. Der CD52-Antikörper hat bei der MS immunmodulatorische Effekte durch Depletion und Repopulation von Lymphozyten.
Mit der Markteinführung soll eine Pharmakovigilanzprogremm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 27. Juni 2013

Donnerstag, 28. März 2013

Dimethylfumarat von der FDA bei MS zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS zugelassen.

Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) wirkt nach derzeitiger Kenntnis vorwiegend über die Aktivierung des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Wegs. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u.a. in den Phase-III-Studien DEFINE und CONFIRM nachgewiesen, in denen die jährliche Schubrate im Vergleich zu Plazebo signifikant verringert wurde. Häufigste Nebenwirkungen waren Flush und gastrointestinale Störungen, die im Verlauf der Therapie jedoch nachließen.
Die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) hat in ihrer Sitzung vom März 2013 die Zulassung von Dimethylfumarat empfohlen.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 27. März 2013

Mittwoch, 27. März 2013

Dimethylfumarat: Zulassung von der EMA empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2013 empfohlen, Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) für die Behandlung von Erwachsenen mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zuzulassen.



Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) wirkt nach derzeitiger Kenntnis vorwiegend über die Aktivierung von des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Wegs. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u.a. in den Phase-III-Studien DEFINE und CONFIRM nachgewiesen, in denen die jährliche Schubrate im Vergleich zu Plazebo signifikant verringert wurde. Häufigste Nebenwirkungen waren Flush und gastrointestinale Störungen, die im Verlauf der Therapie jedoch nachließen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 21. März 2013


Sonntag, 24. März 2013

Teriflunomid: Zulassung von der EMA empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2013 empfohlen, Teriflunomid (Aubagio, Sanofi) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender multipler Sklerose (RRMS) zuzulassen.

Teriflunomid (Aubagio, Sanofi Aventis) ist der aktive Metabolit von Leflunomid, das als Arava® für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen ist.

Es hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in den Mitochondrien, die ein Schlüsselenzym bei der Pyrimidin-Synthese ist. Dadurch hemmt es  die Proliferation und Funktion von aktivierten Lymphozyten, nicht jedoch von ruhenden Zellen. Darüber hinaus wurden weitere Mechanismen beschrieben wie eine gestörte Signalübertragung im Nuclear factor κB (NF-κB)-Signalweg. Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass Teriflunomid ein Immunmodulator ist, der diverse Manifestationen von Autoimmunerkrankungen unterdrücken kann, ohne die Infektionsabwehr zu beeinträchtigen.

Teriflunomid wird einmal täglich oral eingenommen, es ist für die Behandlung von Patienten mit schubförmig-remittierender MS zugelassen. In den klinischen Studien war die Schubrate unter Teriflunomid etwa 30 % geringer als in den Plazebo-Gruppen.
Häufigste Nebenwirkungen in den Studien waren Diarrhö, erhöhte Leberwerte, Übelkeit und Haarverlust. Vor Therapiebeginn und während der Behandlung sollte die Leberfunktion der Patienten überprüft werden.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Therapiebeginn ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen, außerdem müssen sie empfängnisverhütende Maßnahmen durchführen.
In den USA wurde Teriflunomid bereits im September 2012 zugelassen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 21. März 2013