Dienstag, 11. Dezember 2018

Voretigen Neparvovec von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 5. Dezember 2018 Voretigen Neparvovec (Luxturna, Spark) als Orphan Drug zur  Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Sehverlust aufgrund einer erblichen  Netzhautdystrophie zugelassen, die auf nachgewiesenen biallelischen RPE65-Mutationen beruht, und die über ausreichend lebensfähige Netzhautzellen verfügen.

Voretigen Neparvovec ist ein Gentransfer-Vektor, der das Kapsid eines Adeno-assoziierten viralen Vektors vom Serotyp 2 (AAV2) als Transportvehikel für die cDNA des humanen retinalen Pigmentepithel-spezifischen 65 kDa-Protein (hRPE65) in die Retina verwendet. Voretigen Neparvovec wird aus einem natürlich vorkommenden AAV mittels rekombinanter DNATechniken gewonnen.
Das retinale Pigmentepithel-spezifische 65-Kilodalton-Protein (RPE65) befindet sich in den retinalen Pigmentepithelzellen und wandelt all-trans-Retinol in 11-cis-Retinol um, das daraufhin während des Sehzyklus (Retinoidzyklus) zum Chromophor 11-cis-Retinal umgewandelt wird. Diese Schritte sind für die biologische Umwandlung eines Lichtphotons in ein elektrisches Signal innerhalb der Retina entscheidend. Mutationen im RPE65-Gen führen zu einer verringerten oder fehlenden RPE65-alltrans-Retinyl-Isomerase-Aktivität, was den Sehzyklus blockiert und so zu einem Sehverlust führt. Im Laufe der Zeit führt die Akkumulation von toxischen Zwischenprodukten zum Absterben der Zellen des retinalen Pigmentepithels und in der Folge zum fortschreitenden Zelltod der Photorezeptoren.
Personen mit einer biallelischen RPE65-Mutation-assoziierten Netzhautdystrophie weisen oft schon in der Kindheit oder in der Adoleszenz einen Sehverlust auf, einschließlich eingeschränkter Sehfunktionsparameter wie der Sehschärfe und des Gesichtsfeldes; dieser Sehverlust schreitet  letztlich bis zur vollständigen Erblindung fort.
Die Injektion von Voretigen Neparvovec in den Subretinalraum führt zur Transduktion von retinalen
Pigmentepithelzellen mit cDNA, die für das normale humane RPE65-Protein codiert (GenAugmentationstherapie), und bietet dadurch das Potenzial zur Wiederherstellung des Sehzyklus.

Quelle

Dienstag, 4. Dezember 2018

Mogamulizumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. November 2018 Mogamulizumab (Poteligeo, Kyowa Kirin) als Orphan Drug zur parenteralen Behandlung von erwachsenen Patienten mit Mycosis fungoides (MF) oder Sézary-Syndrom (SS), die mindestens eine vorherige systemische Therapie erhalten haben, zugelassen.

Mogamulizumab ist ein defucosyliertes, humanisiertes IgG1-Kappa-Immunglobulin, das selektiv an CCR4 bindet, einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor für CC-Chemokine, der am Zellverkehr von Lymphozyten zu verschiedenen Organen einschließlich der Haut beteiligt ist, was zu einer Depletion der Zielzellen führt. CCR4 wird auf der Oberfläche einiger Krebszellen exprimiert, darunter auch T-Zell-Malignome wie MF und SS, bei denen eine CCR4-Expression inhärent ist.
Die Wirksamkeit von Mogamulizumab in der Behandlung von Patienten mit Mycosis fungoides (MF) oder Sézary-Syndrom (SS) wurde in einer multizentrischen, offenen Phase-3-Studie (0761-010) mit
372 erwachsenen Patienten nachgewiesen.

Quelle:
EPAR der EMA

Lanadelumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. November 2018 Lanadelumab (Takhzyro, Shire) zur parenteralen Routineprophylaxe rezidivierender Attacken eines hereditären Angioödems bei Patienten ab einem Alter von 12 Jahren zugelassen.

Lanadelumab ist ein monoklonaler Antikörper, der Plasmakallikrein hemmt. Die erhöhte Aktivität von Plasmakallikrein führt bei Patienten mit hereditärem Angioödem zu Angioödemattacken aufgrund der Proteolyse von hochmolekularem Kininogen und Bradykinin. Lanadelumab hemme die Plasmakallikreinaktivität und verringert damit die Bradykininbildung.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit wurden in der HELP-Studie nachgewiesen bei 125 Patienten.

Quelle
EPAR der EMA

Brigatinib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. November 2018 Brigatinib (Alunbrig, Takeda) zur oralen Monotherapie erwachsener Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenen NSCLC zugelassen, die zuvor mit Crizotinib behandelt worden sind.

Brigatinib ist ein Tyrosinkinase-Hemmer, der gegen ALK, c-ros oncogene 1 (ROS1) und den Insulinlike Growth Factor 1 Receptor (IGF-1R) gerichtet ist. In In-vitro- und In-vivo-Assays hemmte Brigatinib die Autophosphorylierung von ALK sowie der ALK-vermittelten Phosphorylierung des
nachgelagerten Signalproteins STAT3.
Sicherheit und Wirksamkeit wurden in der randomisierten (1:1), offenen, multizentrischen Studie (ALTA) an 222 erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem ALK-positivem NSCLC, bei denen es unter Crizotinib zu einem Fortschreiten der Erkrankung kam, untersucht.

Quelle
EPAR der EMA