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Mittwoch, 30. Juli 2025

Belantamab Mafodotin von der EU-Kommission zugelassen

 Die EU-Kommission hat am 23. Juli 2025 Belantamab Mafodotin (Blenrep, GSK) bei Erwachsenen zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom zugelassen: 
• in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten, die bereits mindestens eine Therapie erhalten haben; und
• in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bei Patienten, die bereits mindestens eine Therapie, darunter Lenalidomid, erhalten haben.

Das ADC Belantamab Mafodotin war bereits im August zur Monotherapie von vorbehandelten MM-Patienten bedingt zugelassen worden. Der Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EMA hat jedoch im Dezember 2023 die Zulassung nicht erneuert.

Nun wurde das ADC als Teil von Kombinationstherapien erneut zugelassen. Die Zulassung basiert auf den Wirksamkeitsergebnissen in den Phase-III-Studien DREAMM-7 und DREAMM-8 bei rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom.

Quelle

Info der EMA


Mittwoch, 14. Mai 2025

Linvoseltamab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. April 2025 Linvoseltamab (Lynozyfic, Regeneron) zur parenteralen Monotherapie erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom zugelassen, die zuvor bereits mindestens 3 Therapien erhalten haben, darunter ein Proteasom-Inhibitor, einen  Immunmodulator und einen monoklonalen Anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben. 

Linvoseltamab ist ein humaner, IgG4-basierter, bispezifischer Antikörper, der an CD3, ein mit dem T-Zell-Rezeptor-Komplex assoziiertes T-Zell-Antigen, und an das BZell-Reifungsantigen (BCMA) bindet, das auf der Oberfläche von Zellen der B-Linie des malignen multiplen Myeloms sowie von B-Zellen und  Plasmazellen im Spätstadium exprimiert wird. Die gleichzeitige Bindung beider Arme von Linvoseltamab führt zur Bildung einer Synapse zwischen der T-Zelle und der BCMA-exprimierenden Zelle, was eine T-Zell-Aktivierung und Erzeugung einer polyklonalen zytotoxischen T-Zell-Antwort auslöst, die wiederum eine umgeleitete Lyse der Zielzellen verursacht, einschließlich der malignen Zellen der B-Linie des multiplen Myeloms. Dieser Effekt tritt unabhängig von der Spezifität der T-Zell-Rezeptoren oder der Abhängigkeit von Molekülen des Haupthistokompatibilitätskomplexes (major histocompatibility complex, MHC) der Klasse 1 auf der Oberfläche der Antigen-präsentierenden Zellen auf. 

Die Wirksamkeit von Linvoseltamab wurde bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom in der offenen, multizentrischen Multikohortenstudie LINKER‐MM1 der Phase I/II untersucht. 

Quelle

Info der EMA

Mittwoch, 3. Juli 2024

Plitidepsin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am  28. Juni 2024 Plitidepsin (Aplidin, PharmaMar) in Kombination mit Dexamethason für die Behandlung des r/r Multiplen Myeloms bei Erwachsenen zugelassen, die mindestens 3 Vortherapien einschließlich Bortezomib und Lenalidomid oder Thalidomid erhalten haben. 

Plitidepsin (Dehydrodidemnin B) ist ein zyklisches Peptid, das aus der Seescheide Aplidium albicans extrahiert wird. Es soll antitumorale, antivirale und immunsuppressive Wirkungen haben. 

Plitidepsin ist seit längerem für die Indikation Multiples Myelom in Australien und Südostasien zugelassen. Die Europäische Arzneimittelagentur hatte den entsprechenden Zulassungsantrag zweimal abgelehnt, und zwar im Dezember 2017 und im März 2018, weil das progressionsfreie Überleben der Myelom-Patienten durch Plitidepsin nur um rund einen Monat verlängert wurde. Auch die Daten zum OS überzeugten die Zulassungsbehörde nicht. Zudem traten schwere Nebenwirkungen auf.

In einem Rechtsstreit wurde die ablehnende Entscheidung der Kommission aufgehoben.

Quellen

https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/html/ho26570.htm#proc163019

https://www.ema.europa.eu/en/aplidin


Mittwoch, 13. Dezember 2023

Elranatamab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 7. Dezember 2023 Elranatamab (Elrexfio, Pfizer)  bedingt als subkutane Monotherapie zur Behandlung  erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom zugelassen, die zuvor bereits mindestens 3 Therapien erhalten haben, darunter einen immunmodulatorischen Wirkstoff, einen  Proteasom-Inhibitor und einen AntiCD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.

Elranatamab ist ein bispezifischer IgG2-Kappa-Antikörper aus zwei monoklonalen Antikörpern (mAK). Elranatamab wird mithilfe von zwei rekombinanten Zelllinien von Ovarialzellen des chinesischen Hamsters hergestellt.
Elranatamab ist ein gegen B-Zell-Reifungsantigen (BCMA)-CD3-gerichteter, bispezifischer Antikörper, der sich an BCMA auf den Myelomzellen und an CD3 auf den T-Zellen bindet, wodurch die T-Zellen  aktiviert werden, die Myelomzellen abzutöten.
Die Zulassung basiert vorwiegend auf den Ergebnissen der Phase-II-Studie MagnetisMM-3

Quelle
Info der EMA

Freitag, 25. August 2023

Talquetamab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 21. August 2023 Talquetamab (Talvey, Janssen-Cilag) als Orphan Drug für die parenterale Monotherapie erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem  Myelom zugelassen, die zuvor bereits mindestens 3 Therapien erhalten haben, darunter einen immunmodulatorischen Wirkstoff, einen Proteasom-Inhibitor und einen Anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.

Talquetamab ist ein bispezifischer Antikörper, der auf GPRC5D, ein neues Target beim multiplen Myelom, und auf CD3, den T-Zell-Rezeptor abzielt. CD3 ist an der Aktivierung von T-Zellen beteiligt und GPRC5D ist auf Zellen von multiplem Myelom stark exprimiert.

Talquetamab fördert die verstärkte T-Zell-vermittelte Zytotoxizität durch Rekrutierung von CD3-exprimierenden T-Zellen zu GPRC5D-exprimierenden Zellen. Dies führt zur Aktivierung von T-Zellen und zur anschließenden Lyse von GPRC5D-exprimierenden Zellen durch sezerniertes Perforin und verschiedene Granzyme, die in den sekretorischen Vesikeln der zytotoxischen T-Zellen gespeichert sind. Basierend auf der Expression von GPRC5D auf Plasmazellen mit minimaler bis gar keiner Expression auf B-Zellen und B-Zell-Vorläufern, zielt Talquetamab besonders auf Zellen des multiplen Myeloms ab.

Die Wirksamkeit der Monotherapie mit Talquetamab wurde bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom in der einarmigen, offenen, multizentrischen MonumenTAL-1-Studie untersucht.

Quelle

EPAR der EMA



Dienstag, 18. Oktober 2022

Teclistamab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. August 2022 Teclistamab (Tecvayli, Janssen-Cilag) zur parenteralen Monotherapie erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom zugealssen, die zuvor bereits mindestens drei Therapien erhalten haben, darunter einen immunmodulatorischen Wirkstoff,  einen Proteasom-Inhibitor, und einen AntiCD38-Antikörper, und während der letzten Therapie eine  Krankheitsprogression gezeigt haben.

Teclistamab ist ein humanisierter bispezifischer, gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) und die CD3-Rezeptoren gerichteter Immunglobulin–G4-Prolin, Alanin, Alanin (IgG4-PAA)–Antikörper, der in einer Säugetierzelllinie (Chinese Hamster Ovary [CHO]) mit Hilfe rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird.

Mit seinen dualen Bindungsstellen ist Teclistamab in der Lage, CD3+ -T-Zellen in die Nähe von BCMA+ -Zellen zu bringen, wodurch es zu einer Aktivierung der T-Zellen und der anschließenden Lyse und dem  Tod der BCMA+-Zellen kommt; dies wird durch sezerniertes Perforin und verschiedene Granzyme vermittelt, die in den sekretorischen Vesikeln der zytotoxischen T-Zellen gespeichert sind. Dieser Effekt  tritt unabhängig von der Spezifität der T-ZellRezeptoren oder der Abhängigkeit von Molekülen des Haupthistokompatibilitätskomplexes (MHC) der Klasse 1 auf der Oberfläche der Antigen-präsentierenden Zellen auf.

Die Wirksamkeit der Monotherapie wurde bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom in einer einarmigen, offenen, multizentrischen Phase-I/II-Studie (MajesTEC-1) untersucht.


Quelle

Info der EMA


Melphalanflufenamid von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 17. August 2022 Mephalanflufenamid (Pepaxti, Oncopeptides) in Kombination mit Dexamethason zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom zugelassen, die zuvor mindestens drei Therapielinien erhalten haben, deren Erkrankung gegenüber mindestens einem Proteasom-Inhibitor, einem immunmodulatorischen Mittel und einem monoklonalen CD38-Antikörper refraktär ist und die ein Fortschreiten der Erkrankung während oder nach der letzten Therapie gezeigt haben. Bei Patienten mit vorangegangener autologer Stammzelltransplantation sollte die Zeit bis zur Progression nach der Transplantation mindestens 3 Jahre betragen 

Melphalanflufenamid ist ein peptidkonjugiertes Alkylans. Es besteht aus einem Dipeptid und einem alkylierenden Teil aus der Gruppe der Stickstoflostderivate. Melphalan wird schon lange bei verschiedenen Indikationen in der Onkologie eingesetzt. Das peptidkonjugierte Alkylans wird in Zellen aufgenommen. Weil Aminopeptidasen in den Zellen des multiplen Myeloms überexprimiert werden, wird die Peptid-Wirkstoff-Bindung gezielt dort gespalten und das Melphalan freigesetzt.
In zellulären Testsystemen hemmte Melphalanflufenamid die Proliferation und induzierte eine Apoptose hämatopoetischer Tumorzellen. Eine erhaltene zytotoxische Aktivität wurde in multiplen Myelomzellen mit fehlender oder beeinträchtigter p53-Funktionalität nachgewiesen. Melphalanflufenamid zeigte in Kombination mit Dexamethason eine synergistische Zytotoxizität bei Zelllinien des Melphalan-resistenten und -nichtresistenten multiplen Myeloms. 

Wirksamkeit und Sicherheit von Melphalanflufenamid in Kombination mit Dexamethason wurden
im Rahmen von HORIZON, einer multizentrischen, einarmigen Studie bei 157 Patienten mit
rezidiviertem refraktärem multiplem Myelom (RRMM), untersucht.

Quelle

Montag, 13. September 2021

Idecabtagen vicleucel von der EU-Kommisison zugelassen

Die EU-Kommission hat am 18. August 2021 Idecabtagen vicleucel  (Abecma, Celgen) bedingt für die  Behandlung des rezidivierten und refraktären multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten zugelassen, die mindestens drei vorausgegangene Therapien, einschließlich eines Immunmodulators, eines Proteasominhibitors und eines Anti-CD38-Antikörpers, erhalten und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.

Idecabtagen vicleucel ist eine chimäre Antigenrezeptor (CAR)-positive T-Zelltherapie, die gegen das B- Zell-Reifungsantigen (BCMA) gerichtet ist. Dieses wird an der Oberfläche von normalen und malignen Plasmazellen exprimiert. Der CAR-Rezeptor enthält eine Anti-BCMA scFv-Domäne zur antigenspezifischen Erkennung, eine Transmembrandomäne, eine CD3-Zeta-T-Zell-Aktivierung-Domäne  und eine 4-1BB-kostimulatorische Domäne.
Die Antigen-spezifische Aktivierung von Idecabtagen vicleucel führt zu CAR-positiver T-Zell- proliferation, Zytokinsekretion und nachfolgender zytolytischer Abtötung von BCMA-exprimierenden Zellen.

Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden bislang in der offenen, einarmigen multizentrischen Studie KarMMa untersucht.

Quelle

Info der EMA



Mittwoch, 31. März 2021

Selinexor von der EU-Kommission zugelassen

 Die EU-Kommission hat am 26. März 2021 Selinexor (Nexpovio, Karyopharm Europe GmbH) in Kombination mit Dexamethason für die orale Behandlung des Multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten zugelassen, die zuvor mindestens vier Therapien erhalten haben und deren Erkrankung gegenüber mindestens zwei Proteasom-Inhibitoren, zwei immunmodulatorischen Arzneimitteln und einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper refraktär ist und bei denen unter der letzten Therapie eine Progression der Erkrankung aufgetreten ist.


Selinexor ist ein reversibler, kovalenter, selektiver Inhibitor des nukleären Exports (SINE), der spezifisch Exportin 1 (XPO1) blockiert. XPO1 ist der Hauptvermittler des Kernexports vieler Transportproteine, darunter Tumorsuppressorproteine (TSPs), Wachstumsregulatoren und mRNAs von wachstumsfördernden (onkogenen) Proteinen. Die XPO1-Hemmung durch Selinexor führt zu einer deutlichen Ansammlung von TSPs im Zellkern, zum Stillstand des Zellzyklus, zur Reduzierung verschiedener Onkoproteine wie c-Myc und Cyclin D1 und zur Apoptose von Krebszellen.

Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der multizentrischen, einarmigen, offenen Phase-2-Studie STORM untersucht. 

Quelle:

EPAR der EMA



Mittwoch, 29. Juli 2020

Belantamab mafodotin von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juli 2020 empfohlen, Belantamab mafodotin (Blenrep, GSK) zur parenteralen Monotherapie von Erwachsenen mit einem multiplen Myelom bedingt zuzulassen, die mindestens vier Therapien erhalten haben, deren Erkrankung refraktär ist auf mindestens einen Proteasomen-Inhibitor, einen Immunmodulator oder einen CD38-Antikörper und deren Erkrankung nach der letzten Behandlung progredient war.

Belantamab mafodotin ist ein ADC, in dem der Antikörper Belantamab an das Zytostatikum Maleimidocaproyl monomethylauristatin F (mcMMAF) konjugiert ist. Belantamab binden and das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) auf der Oberfläche von Myelomzellen. In der Zelle wird die zytotoxisch wirkende Substanz frei gesetzt.
Es ist das erste ADC, das für die Behandlung des multiplen Myeloms eingesetzt wird.
Wirksamkeit und Verträglichkeit werden im DREAMM-Studienprogramm untersucht.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 23. Juli 2020
Pressemitteilung der EMA vom 23. Juli 2020

Sonntag, 7. Juni 2020

Isatuximab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 2. Juni 2020 Isatuximab (Sarclisa, Sanofi Aventis) in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason für die parenterale Behandlung von Erwachsenen mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom zugelassen, wenn sie mindestens zwei Vortherapien erhalten haben, die Lenalidomid und einen Proteasominhibitor enthalten haben und bei denen die Erkrankung nach der letzten Therapie fortgeschritten ist.

Isatuximab ist ein monoklonaler Antikörper, der an den CD38-Rezeptor bindet. CD38 ist ein transmembranäres Glykoprotein, das von MM-Zellen stark exprimiert wird.

Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-III-Studie ICARIA-MM untersucht.

Dienstag, 14. April 2020

Isatuximab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2020 empfohlen, Isatuximab (Sarclisa, Sanofi Aventis) in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason für die parenterale Behandlung von Erwachsenen mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom zuzulassen, wenn sie mindestens zwei Vortherapien erhalten haben, die Lenalidomid und einen Proteasominhibitor enthalten haben und bei denen die Erkrankung nach der letzten Therapie fortgeschritten ist.

Isatuximab ist ein monoklonaler Antikörper, der an den CD38-Rezeptor bindet. CD38 ist ein transmembranäres Glykoprotein, das von MM-Zellen stark exprimiert wird.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-III-Studie ICARIA-MM untersucht.

Quelle
Mitteilung der EMA vom 26. März 2020

Montag, 15. Juli 2019

Selinexor von der FDA zugelassen

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat am 3. Juli 2019 Selinexor (XPovio, Karyopharm) beschleunigt und als Orphan Drug für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem refraktärem multiplem Myelom in Kombination mit Dexamethason zugelassen, die mindestens vier Vortherapien erhalten haben und deren Erkrankung resistent auf verschiedene Behandlungsformen einschließlich mindestens zwei Proteasominhibitoren und einem CD38-Antikörper ist.

Selinexor ist ein selektiver Inhibitor nukleärer Exportproteine (SINE) wie XP01. Die Wirksamkeit wurde in einer Studie mit 83 Patienten mit RRMM in Kombination mit Dexamethason untersucht. Die Gesamtansprechrate lag bei 25,3%.

Quelle
Pressemitteilung der FDA vom 3. Juli 2019

Freitag, 25. November 2016

Ixazomib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. November 2016 Ixazomib (Ninlaro, Takeda) bedingt als Orphan Drug in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die orale Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem multiplem Myelom zugelassen.

Ixazomib ist ein oraler, hochgradig selektiver und reversibler Proteasom-Inhibitor. Ixazomib bindet und hemmt vorzugsweise die Chymotrypsin-ähnliche Aktivität der Beta-5-Untereinheit des 20S-Proteasoms.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u. a. in einer internationalen randomisierten doppelblinden Studie mit 722 Patienten untersucht, der multiples Myelom auf eine vorhergehende Therapie rezidiviert war oder nicht angesprochen hatte. Randomisiert erhielten die Patienten Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason oder Lenalidomid und Dexamethason. In der Ixazomib-Gruppe war das progressionsfreie Überleben mit 20,6 Monaten länger als in der Vergleichsgruppe mit 14,7 Monaten.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Verstopfung, Thrombozytopenie, periphere Neuropathie, Übelkeit, periphere Ödeme, Erbrechen und Rückenschmerzen.
Von der FDA war Ixazomib im November 2015 zugelassen worden.

Quelle:

Freitag, 16. September 2016

Ixazomib von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2016 empfohlen,  Ixazomib (Ninlaro, Takeda) bedingt als Orphan Drug in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem multiplem Myelom zugelassen.


Ixazomib ist wie z. B. Bortezomib ein Proteasomenhemmer, Als erster Proteasomenhemmer kann es oral appliziert werden.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u. a. in einer internationalen randomisierten doppelblinden Studie mit 722 Patienten untersucht, der multiples Myelom auf eine vorhergehende Therapie rezidiviert war oder nicht angesprochen hatte. Randomisiert erhielten die Patienten Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason oder Lenalidomid und Dexamethason. In der Ixazomib-Gruppe war das progressionsfreie Überleben mit 20,6 Monaten länger als in der Vergleichsgruppe mit 14,7 Monaten.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Verstopfung, Thrombozytopenie, periphere Neuropathie, Übelkeit, periphere Ödeme, Erbrechen und Rückenschmerzen.
Von der FDA war Ixazomib im November 2015 zugelassen worden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 15. September 2016


Sonntag, 29. Mai 2016

Daratumumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 24. Mai 2016 Daratumumab (Darzalex, Janssen-Cilag) zur Infusion als Monotherapie für die Behandlung von Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom zugelassen, die zuvor mit einem Proteasomen-Inhibitor und einem Immunmodulator behandelt worden waren und deren Erkrankung nach der letzten Therapie fortgeschritten war.
Mitte November 2015 war Daratumumab bereits von der FDA zugelassen worden.

Daratumumab ist ein an CD38 angreifender Antikörper. Basierend auf in vitro-Studien nutzt Daratumumab möglicherweise verschiedene Effektorfunktionen, was zum immunvermittelten Tumorzelltod führt. Diese Studien weisen darauf hin, dass Daratumumab bei malignen Erkrankungen, die CD38 exprimieren, die Tumorzelllyse durch komplementabhängige Zytotoxizität, antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität und antikörperabhängige zelluläre Phagozytose induzieren kann.
In zwei Phase-II-Studien (GEN501 und SIRIUS) hatte er sich bei sehr stark vorbehandelten Patienten als aktiv und gut verträglich erwiesen. Eine kombinierte Analyse der Ergebnisse mit den Daten von 148 Patienten aus diesen beiden Studien ergab eine Gesamtansprechrate von 31 %. Die Einjahres-Überlebensrate lag bei 69 %, die Responder überlebten im Median 19,9 Monate. In der Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason induzierte Daratumumab ebenfalls ein rasches, tiefes und anhaltendes Ansprechen. Ein beim ASH-Kongress 2015 präsentiertes Update der Phase-II-Studie GEN503 zeigte mit der Kombinationstherapie nach einer medianen Beobachtungszeit von 15,6 Monaten eine Gesamtansprechrate von 81 %. Nach 18 Monaten überlebten progressionsfrei 72 % und insgesamt 90 % der Patienten. Derzeit werden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason in den beiden Phase-III-Studien POLLUX bei rezidivierten/refraktären Patienten und MAIA bei neu diagnostizierten Patienten untersucht.

Quelle:
Vorträge beim Krebskongress 2016

Mittwoch, 18. Mai 2016

Elotuzumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 13. Mai 2016 Elotuzumab (Empliciti, BMS) beschleunigt in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem multiplem Myelom zugelassen.

Elotuzumab ist gegen das Signaling Lymphocytic Activation Molecule F7 (SLAMF7) gerichtet. SLAMF7, auch als Zelloberflächen-Glykoprotein CS1, CRACC oder CD319 bezeichnet, wird auf der Oberfläche von Myelom- und von Natürlichen Killer(NK)-Zellen stark exprimiert, nicht jedoch auf ruhenden Zellen des Immunsystems, hämatopoetischen Stammzellen und Zellen anderer Gewebe. Die Funktion von SLAMF7 ist noch nicht vollständig bekannt. Auf Myelomzellen scheint es mit Zelladhäsionsmolekülen auf Stromazellen des Knochenmarks zu interagieren. Auf NK-Zellen wirkt es mit Hilfe des Adapter-Proteins Ewings Sarkom-aktviertes Transkript-2 (EAT-2) als Aktivator.
Elotuzumab wirkt über einen dualen Mechanismus, indem es direkt NK-Zellen aktiviert und indem es eine Antikörper-abhängige zytotoxische Aktivität (ADCC) über den CD16-Stoffwechselweg vermittelt. Durch Bindung an SLAMF7 aktiviert Elotuzumab  direkt NK-Zellen und damit die angeborene Immunität, um Myelom-Zellen zu eliminieren. SLAMF7 vermittelt aktivierende Signale in NK-Zellen durch Bindung an das Adapter-Protein EAT-2. In Myelomzellen ist die SLAMF7-Aktivierung dadurch beeinträchtigt, weil EAT-2 fehlt. Daher induziert Elotuzumab die Proliferation von Myelomzellen nicht. Zusätzlich kann Elotuzumab Myelomzellen aber für NK-Zellen erkennbar machen. Dann können NK-Zellen die Myelomzellen selektiv via Antikörper-abhängiger zytotoxischer Effekte abtöten. In Ex-vivo-Experimenten  konnte die ADCC gegen Myelomzellen, die auf konventionelle und neue Therapien wie Bortezomib resistent waren, durch Elotuzumab verstärkt werden.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-3-Studie ELOQUENT-2 nachgewiesen, in die 646 Patient mit rezidiertem oder refraktärem multiplem Myelom eingeschlossen wurden.

Quelle:
EPAR der EMA

Montag, 4. April 2016

Daratumumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2016 empfohlen, Daratumumab (Darzalex, Janssen-Cilag) zur Infusion als Monotherapie für die Behandlung von Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom zuzulassen, die zuvor mit einem Proteasomen-Inhibitor und einem Immunmodulator behandelt worden waren und deren Erkrankung nach der letzten Therapie fortgeschritten war.
Mitte November 2015 war Daratumumab bereits von der FDA zugelassen worden.

Daratumumab ist ein an CD38 angreifender Antikörper. In zwei Phase-II-Studien (GEN501 und SIRIUS) hatte er sich bei sehr stark vorbehandelten Patienten als aktiv und gut verträglich erwiesen. Eine kombinierte Analyse der Ergebnisse mit den Daten von 148 Patienten aus diesen beiden Studien ergab eine Gesamtansprechrate von 31 %. Die Einjahres-Überlebensrate lag bei 69 %, die Responder überlebten im Median 19,9 Monate. In der Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason induzierte Daratumumab ebenfalls ein rasches, tiefes und anhaltendes Ansprechen. Ein beim ASH-Kongress 2015 präsentiertes Update der Phase-II-Studie GEN503 zeigte mit der Kombinationstherapie nach einer medianen Beobachtungszeit von 15,6 Monaten eine Gesamtansprechrate von 81 %. Nach 18 Monaten überlebten progressionsfrei 72 % und insgesamt 90 % der Patienten. Derzeit werden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason in den beiden Phase-III-Studien POLLUX bei rezidivierten/refraktären Patienten und MAIA bei neu diagnostizierten Patienten untersucht.

Quellen:
Mitteilung der EMA vom 1. April 2016
Vorträge beim Deutschen Krebskongress, Berlin, Februar 2016

Sonntag, 31. Januar 2016

Elotuzumab von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2016 empfohlen, Elotuzumab (Empliciti, BMS) beschleunigt in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem multiplem Myelom zuzulassen. Die FDA hat Elotuzumab Ende November 2015 für diese Indikation ebenfalls beschleunigt zugelassen

Elotuzumab ist gegen das Signaling Lymphocytic Activation Molecule F7 (SLAMF7) gerichtet. SLAMF7, auch als Zelloberflächen-Glykoprotein CS1, CRACC oder CD319 bezeichnet, wird auf der Oberfläche von Myelom- und von Natürlichen Killer(NK)-Zellen stark exprimiert, nicht jedoch auf ruhenden Zellen des Immunsystems, hämatopoetischen Stammzellen und Zellen anderer Gewebe. Die Funktion von SLAMF7 ist noch nicht vollständig bekannt. Auf Myelomzellen scheint es mit Zelladhäsionsmolekülen auf Stromazellen des Knochenmarks zu interagieren. Auf NK-Zellen wirkt es mit Hilfe des Adapter-Proteins Ewings Sarkom-aktviertes Transkript-2 (EAT-2) als Aktivator.
Elotuzumab wirkt über einen dualen Mechanismus, indem es direkt NK-Zellen aktiviert und indem es eine Antikörper-abhängige zytotoxische Aktivität (ADCC) über den CD16-Stoffwechselweg vermittelt. Durch Bindung an SLAMF7 aktiviert Elotuzumab  direkt NK-Zellen und damit die angeborene Immunität, um Myelom-Zellen zu eliminieren. SLAMF7 vermittelt aktivierende Signale in NK-Zellen durch Bindung an das Adapter-Protein EAT-2. In Myelomzellen ist die SLAMF7-Aktivierung dadurch beeinträchtigt, weil EAT-2 fehlt. Daher induziert Elotuzumab die Proliferation von Myelomzellen nicht. Zusätzlich kann Elotuzumab Myelomzellen aber für NK-Zellen erkennbar machen. Dann können NK-Zellen die Myelomzellen selektiv via Antikörper-abhängiger zytotoxischer Effekte abtöten. In Ex-vivo-Experimenten  konnte die ADCC gegen Myelomzellen, die auf konventionelle und neue Therapien wie Bortezomib resistent waren, durch Elotuzumab verstärkt werden.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-3-Studie ELOQUENT-2 nachgewiesen, in die 646 Patient mit rezidiertem oder refraktärem multiplem Myelom eingeschlossen wurden.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 28. Januar 2016

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Elotuzumab von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 30. November 2015 Elotuzumab (Empliciti, BMS) als Durchbruchtherapie und Orphan Drug in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem multiplem Myelom zugelassen.

Elotuzumab ist gegen das Signaling Lymphocytic Activation Molecule F7 (SLAMF7) gerichtet. SLAMF7, auch als Zelloberflächen-Glykoprotein CS1, CRACC oder CD319 bezeichnet, wird auf der Oberfläche von Myelom- und von Natürlichen Killer(NK)-Zellen stark exprimiert, nicht jedoch auf ruhenden Zellen des Immunsystems, hämatopoetischen Stammzellen und Zellen anderer Gewebe. Die Funktion von SLAMF7 ist noch nicht vollständig bekannt. Auf Myelomzellen scheint es mit Zelladhäsionsmolekülen auf Stromazellen des Knochenmarks zu interagieren. Auf NK-Zellen wirkt es mit Hilfe des Adapter-Proteins Ewings Sarkom-aktviertes Transkript-2 (EAT-2) als Aktivator.
Elotuzumab wirkt über einen dualen Mechanismus, indem es direkt NK-Zellen aktiviert und indem es eine Antikörper-abhängige zytotoxische Aktivität (ADCC) über den CD16-Stoffwechselweg vermittelt. Durch Bindung an SLAMF7 aktiviert Elotuzumab  direkt NK-Zellen und damit die angeborene Immunität, um Myelom-Zellen zu eliminieren. SLAMF7 vermittelt aktivierende Signale in NK-Zellen durch Bindung an das Adapter-Protein EAT-2. In Myelomzellen ist die SLAMF7-Aktivierung dadurch beeinträchtigt, weil EAT-2 fehlt. Daher induziert Elotuzumab die Proliferation von Myelomzellen nicht. Zusätzlich kann Elotuzumab Myelomzellen aber für NK-Zellen erkennbar machen. Dann können NK-Zellen die Myelomzellen selektiv via Antikörper-abhängiger zytotoxischer Effekte abtöten. In Ex-vivo-Experimenten  konnte die ADCC gegen Myelomzellen, die auf konventionelle und neue Therapien wie Bortezomib resistent waren, durch Elotuzumab verstärkt werden.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-3-Studie ELOQUENT-2 nachgewiesen, in die 646 Patient mit rezidiertem oder refraktärem multiplem Myelom eingeschlossen wurden.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 30. November 2015