Freitag, 11. Mai 2018

Certolizumab pegol, Dasatinib, Denosumab, Insulin degludec/Liraglutid, Ipilimumab, Osimertinib, Pertuzumab, Tofacitinib: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2018 empfohlen, die Indikation für folgende Substanzen zu erweitern:
Certolizumab pegol, Dasatinib, Denosumab, Insulin degludec/Liraglutid, Ipilimumab, Osimertinib, Pertuzumab, Tofacitinib.


  • Certolizumab pegol (Cimzia, UCB): der TNF-Blocker soll künftig auch bei Erwachsenen mit moderater bis schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt werden können, die Kandidaten für eine sytemische Therapie sind.
  • Dasatinib (Sprycel, BMS): der CHMP empfiehlt die Zulassung einer neuer Formulierung, nämlich eines Pulvers zur Herstellung einer oralen Suspension bei Kindern. Außerdem soll der Tyrosinkinase-Inhibitor künftig bei Kindern mit neu diagnostizierter Ph+ CML in der chronischen Phase oder bei Ph+ CML mit Resistenz oder Intoleranz auf eine vorhergegangene Behandlung einschließlich Imatinib eingesetzt werden können.
  • Denosumab (Prolia, Amgen) soll künftig bei Erwachsenen mit erhöhtem Frakturrisiko zur Behandlung des Knochenverlust eingesetzt werden können, der mit einer lang anhaltenden Glucocorticoidtherapie assoziiert ist.
  • Insulin degludec/Liraglutid (Xultophy, Novo Nordisk): Die derzeitige Indikation soll künftig wie folgt lauten: zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht ausreichend kontrolliertem Diabetes mellitus Typ 2 zu Verbesserung der Blutzuckerkontrolle zusätzlich zu Diät und körperlicher Bewegung. und zusätzlich zu anderen oralen antidiabetischen Substanzen.
  • Ipilimumab (Yervoy, BMS) soll künftig wie folgt eingesetzt werden können:
    - Als Monotherapie beim fortgeschrittenen Melanom ab einem Alter von 12 Jahren
    - In Kombination mit Nivolumag bei fortgeschrittenem Melanom bei Erwachsenen
  • Osimertinib (Tagrisso, AstraZeneca) soll künftig auch zur Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen eingesetzt werden können.
  • Pertuzumab (Perjeta, Roche) soll künftig in Kombination mit Trastuzumab und Chemotherapie als adjuvante Therapie bei Erwachsenen mit frühem HER2-positiven Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko eingesetzt werden können.
  • Tofacitinib (Xeljanz, Pfizer) soll künftig in Kombination mit Methotrexat für die Behandlung der aktiven Psoriasisarthritis eingesetzt werden können bei Erwachsenen, die nicht ausreichend auf eine Behandlung mit DMARD ansprechen oder diese nicht vertragen.



Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2018

Bictegravir/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2018 empfohlen,  Bictegravir/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (Biktarvy, Gilead) für die Behandlung von Erwachsenen mit HIV1-Infektion zuzulassen, die keine Resistenz gegen Intergrasehemmer, Emtricitabin oder Tenofovir aufweisen.

Bictegravir ist ein Integrasehemmer ist wie z. B. Dolutegravir, Elvitegravir oder Raltegravir ein Integrasehemmer, Emtricitabin und Tenofovir sind nukleosidische reverse Transcriptasehemmer.
Vorteil der Kombination ist, dass eine Tablette einmal täglich genommen werden muss.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. April 2018

Montag, 23. April 2018

Peramivir von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 17.4.2018 Peramivir (Alpivab, Biocryst UK) zur parenteralen Behandlung der unkomplizierten Influenza bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren zugelassen. Es sollte als Einzeldosis intravenös innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen einer
Grippeerkrankung (Influenza) verabreicht werden.


Peramivir ist wie Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza) ein Neuraminidase-Hemmer, der jedoch einmalig intravenös appliziert wird. Die FDA hat Peramivir im Dezember 2014 für Patienten ab 18 Jahren zugelassen.
Häufigste unerwünschte Wirkungen sind gastrointestinale Störungen wie Durchfall und Erbrechen sowie Abfall der Neutrophilenzahlen.

Quelle
EPAR der EMA

Mittwoch, 4. April 2018

Velmanase alfa von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 27.3.2018 Velmanase alfa (Lamzede, Chiesi) als Orphan Drug zur parenteralen Enzymersatztherapie von Kindern und Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer Alpha-Mannosidose ohne neurologische Manifestationen zugelassen.

Die Alpha-Mannosidose ist eine seltene erbliche lysosomale Speicherkrankheit mit Immunschwäche, fazialen Anomalien, Skelettveränderungen, Schwerhörigkeit und intellektuellem Defizit. Bisher gibt es keine Therapie.
Velmanase alfa ist eine rekombinante humane Alpha-Mannosidose, die als intravenöse Enzymersatztherapie für die Behandlung dieser seltenen Erkrankung eingesetzt werden kann.
Velmanase alfa soll die natürliche Alpha-Mannosidase ergänzen oder ersetzen. Diese katalysiert den
sequentiellen Abbau von hybriden und komplexen mannosereichen Oligosacchariden im Lysosom  und reduziert dadurch die Menge angereicherter mannosereicher Oligosaccharide. 
Die Substanz wurde in fünf klinischen Studien mit insgesamt 33 Patienten untersucht.

Quelle

Mittwoch, 28. März 2018

Cabozantinib, Evolocumab, Fosaprepitant: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2018 empfohlen, die Zulassung von Cabozantinib, Evolocumab und Fosaprepitant zu erweitern.


  • Cabozantinib (Cabometyx, Ibsen) soll künftig auch in der Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom eingesetzt werden, die ein intermediäres oder hohes Risiko haben.
  • Evolocumab (Repatha, Amgen) soll künftig bei Erwachsenen mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall oder periphere Verschlusskrankheit) in Kombination mit einem Statin in maximal tolerierter Dosis mit oder ohne Lipidsenker oder allein in Kombination mit anderen Lipidsenkern bei Patienten, die Statine nicht vertragen oder bei denen sie kontraindiziert sind, eingesetzt werden können.
  • Fosaprepitant (Ivemend, MSD): Die Indikation soll künftig lauten: Prävention von Übelkeit und Erbrechen assoziiert mit stark oder mäßig emetogener Krebs-Chemotherapie bei Erwachsenen und Kindern ab einem Alter von 6 Monaten. 


Quelle:
Info der EMA 

Telavancin - Widerruf der Zulassung

Auf Antrag des Zulassungsinhabers Theravance hat die EU-Kommission die Zulassung von Telavancin (Vibativ) widerrufen.

Quelle
Mitteilung der EMA

Darvadstrocel von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 27. März 2018 Darvadstrocel (Alofisel, Tigenix S.A.U.) als Orphan Drug zur intraläsionalen Behandlung von komplexen perianalen Fisteln bei Patienten mit nicht oder leicht aktivem luminalem Morbus Crohn zugelassen, die nicht adäquat auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie angesprochen haben.

Darvadstrocel enthält expandierte Stammzellen aus Fettgewebe (eASC), die an den Stellen der
Entzündung immunmodulatorische und antiinflammatorische Wirkungen zeigen.
Analfisteln treten typischerweise als Fisteln auf, die das Intestinallumen und die die perianale Hautoberfläche durchdringen. Sie sind durch lokale Entzündungen charakterisiert, die durch bakterielle Infektionen und Stuhlkontamination verschlimmert werden. Im entzündeten Bereich kommt es zum Eindringen von aktivierten Lymphozyten und einer lokalen Freisetzung von inflammatorischen Zytokinen. Inflammatorische Zytokine, insbesondere IFN-γ, die durch aktivierte Immunzellen (d. h. Lymphozyten) freigesetzt werden, aktivieren die eASC. Sobald sie aktiviert sind, beeinträchtigen die eASC die Proliferation von aktivierten Lymphozyten und reduzieren die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen. Diese immunregulierende Aktivität reduziert die Entzündung, wodurch eine Heilung des Gewebes rund um den Fistelgang ermöglicht werden kann.

Quelle:
EPAR der EMA

Natrium-Zirkonium-Zyklosilikat von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. März 2018 Natrium-Zirkonium-Zykosilikat (Lokelma, AstraZeneca) zur oralen Behandlung einer Hyperkaliämie bei Erwachsenen zugelassen.

Natrium-Zirkonium-Zyklosilikat ist ein nicht resorbierbarer Kationenaustauscher, der selektiv Kaliumionen im Austausch mit Natrium aufnehmen kann und damit die Menge freier Kaliumionen im Gastrointestinaltrakt verringert. Dadurch wird die Serumkaliumkonzentration erniedrigt. In vitro ist Natriumzirconiumcyclosilicat hochselektiv für Kaliumionen, selbst in Anwesenheit anderer Kationen wie Kalzium und Magnesium.
Unter Natrium-Zirkonium-Zyklosilikat tritt eine Senkung der Serumkaliumkonzentration bereits
1 Stunde nach der Einnahme ein. Normokaliämie kann üblicherweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden erreicht werden. Natrium-Zirkonium-Zyklosilikat hat keine Auswirkungen auf die Kalzium- oderMagnesiumkonzentrationen im Serum oder auf die Natriumausscheidung über den Harn. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Serumkaliumkonzentration zu Beginn der Behandlung und dem Ausmaß der Wirkung: Patienten mit höheren Kaliumkonzentrationen zu Beginn der Behandlung haben eine stärkere Kaliumsenkung im Serum.

Quelle:

Rekombinante adjuvantierte Herpes-Zoster-Vakzine Shingrix von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. März 2018 die rekombinante adjuvantierte Herpes-Zoster-Vakzine Shingrix (GSK) zur Prophylaxe von Herpes Zoster (HZ) und postherpetischer Neuralgie (PZN) bei Erwachsenen ab 50 Jahren zugelassen.

Der Subunit-Impfstoff enthält VZV-Glykoprotein-E-Antigen in Kombination mit einem Adjuvans (AS01B). In Phase-3-Studien verringerte die zweimalige Gabe des Totimpfstoffs die Zoster-Inzidenz um 90 bis 97 % und die Häufigkeit der postherpetischen Neuralgie um 89 %. Allerdings sind unerwünschte Wirkungen relativ häufig, die meist jedoch innerhalb von ein bis drei Tagen wieder verschwanden.
Bislang steht nur ein attenuierter Lebendimpfstoff (Zostavax) zur Verfügung, dessen Wirkung mit zunehmenden Lebensalter jedoch abnimmt.

Quelle
EPAR der EMA