Dienstag, 8. Oktober 2019

Avelumab, Belimumab, Docetaxel, Dupilumab, Ranibizumab: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2019 empfohlen, die Zulassung von Avelumab, Belimumab, Docetaxel,  Dupilumab,  Ranibizumab zu erweitern.

  • Avelumab (Bavencio, Merck) soll in Kombination mit Axitinib in der Erstlinientherapie von Erwachsenen mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom eingesetzt werden können.
  • Belimumab (Benlysta, GSK) soll künftig bei Kindern ab einem Alter von 5 Jahren eingesetzt werden können.
  • Docetaxel (z. B. Taxotere, Sanofi) soll in Kombination mit ADT mit oder ohne Prednison bzw. Prednisolon bei Patienten mit metastasiertem hormonsensiblen Prostatakarzinom eingesetzt werden können.
  • Dupilumab (Dupixent, Sanofi) soll als Add-on-Therapie zu nasalen Glucocorticoiden bei Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis eingesetz werden können, bei denen systemische Glucocorticoide oder/und eine Operatoin keine adäquate Krankheitskontrolle ermöglichen.
  • Ranibizumab (Lucentis, Novartis) soll für die Behandlung der proliferativen diabetischen Retinopathie eingesetzt werden können.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20. September 2019

Gilteritinib von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2019 empfohlen, Gilteritinib (Xospata, Astellas)in Monotherapie für die orale Behandlung von Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer FLT3-Mutation zuzulassen.


Gilteritinib ist ein Proteinkinase-Inhibitor, der das FLT3-Rezeptor-Signalling hemmt und nachfolgend in leukämischen Zellen, die FLT3-ITD exprimieren zur Apoptose führt.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20. September 2019

Netarsudil von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2019 empfohlen, Netarsudil (Rhokiinsa, Aerie Pharmaceuticals) als Augentropfen für die Behandlung von Patienten mit Glaukom oder okularer Hypertension zuzulassen.

Netasurdil ist eine Rho-Kinaseinhibitor, der den intraokularen Druck dadurch reduziert, dass der Abfluss von Kammerwasser über das trabekuläre Netzwerk verstärkt wird.
Netasurdil hat in den zulassungsrelevanten Studien (ROCKET 1 und ROCKET 2) den Au­geninnendruck um bis zu 5 mm Hg gesenkt. Die Wirkung war bei einem Ausgangs­innen­druck von unter 25 mm Hg mit der von Timolol-Augentropfen vergleichbar.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20. September 2019

Ibalizumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. September 2019 Ibalizumab (Trogarzo, Theratechnologies International Ltd.) in Kombination mit anderen antiretroviralen Substanzen zur parenteralen Behandlung von Erwachsenen mit multiresistenter HIV-Infektion zugelassen, für die kein anderes antivirales Regime verfügbar ist.

Ibalizumab bindet selektiv an die Domäne 2 (D2) des CD4-T-Zellrezeptors. Dies hat eine Konformationsänderung des Rezeptor-gp120-Komplexes zur Folge. Dadurch wird die Fusion und das Eindringen des HI-Virus verhindert. Ibalizumab gehört damit ebenso wie der Fusionsinhibitor Enfuvirtid (Fuzeon®) und der CCR5-Antagonist Maraviroc (Celsentri®) zur Klasse der Entry-Inhibitoren.

Quelle
EPAR der EMA

Montag, 23. September 2019

Larotrectinib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 19. September 2019 Larotrectinib (Vitrakvi, Bayer AG) für die  orale Behandlung von Erwachsenen und Kindern mit soliden Tumoren zugelassen, die eine NTRK-Genfusion (neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase) aufweisen und deren Tumoren lokal fortgeschrittenen oder metastasiert sind oder die chirurgisch nicht entfernt werden können und für deren Behandlung keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Larotrectinib ist damit das erste Medikament in der EU mit einer tumorunabhängigen Indikation.


Larotrectinib ist ein Adenosintriphosphat (ATP)-kompetitiver und selektiver Tropomyosin-RezeptorKinase(TRK)-Inhibitor, der entwickelt wurde, um eine Wirkung auf Off-Target-Kinasen zu vermeiden. Ziel von Larotrectinib sind die Proteine der TRK-Familie, die TRKA, TRKB und TRKC beinhalten und durch die Gene NTRK1, NTRK2 bzw. NTRK3 kodiert werden. 
Obwohl TRK-Fusionstumoren insgesamt selten sind – basierend auf epidemiologischen Daten aus verschiedenen Ländern schätzt man die Gesamtzahl auf nicht mehr als einige Tausend Fälle in ganz Europa pro Jahr – können sowohl Kinder als auch Erwachsene davon betroffen sein. TRK-Fusionstumoren können überall im Körper auftreten, da die zugrunde liegenden NTRK-Genfusionen unabhängig von bestimmten Zell- oder Gewebearten auftreten können. In klinischen Studien wurde Larotrectinib in 29 verschiedenen Histologien untersucht. Der TRK-Hemmer Larotrectinib zeigte Wirksamkeit bei Patienten mit TRK-Fusionstumoren unabhängig von Tumortyp und Alter, auch bei Patienten mit Hirnmetastasen oder primären ZNS-Tumoren. 

Quelle
Pressemitteilung der Firma Bayer  vom 23.9.2019

Mittwoch, 21. August 2019

Upadacitinib von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 16. August 2019 Upadacitinib (Rinvoq, Abbvie) für die orale Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer rheumatoider Arthritis zugelassen, bei denen Methotrexat nicht ausreichend wirkt oder die Methotrexat nicht vertragen.

Upadacitinib ist ein einmal täglich einnehmbarer JAK-Inhibitor, wobei JAK1 stärker gehemmt wird als JAK2, JAK3 und TYK2.

Quelle:
Prescribing information Rinvoq

Dienstag, 20. August 2019

Fedratinib von der FDA zugelassen

Die FDA hat am 16. August 2019 Fedratinib (Inrebic, Celgene) als Orphan Drug und beschleunigt für die orale Behandlung von primärer oder sekundärer Myelofibrose mit mittlerem oder hohem Risiko zugelassen.

Fedratinib ist ein selektiver, oraler Kinaseinhibitor, der mutationsaktivierte Janus-assoziierte-Kinasen-2 (JAK2) und FMS-ähnliche Tyrosinkinasen 3 (FLT3) hemmt.
Damit gibt es nach Ruxolitinib (Jakavi) eine weitere Therapieoption bei dieser Erkrankung.

Quelle
Pressemitteilung der FDA vom 16. August 2019

Lefamulin von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 19. August 2019 Lefamulin (Xenleta, Nabriva Ther.) zur oralen oder intravenösen Behandlung von Erwachsenen mit ambulant erworbener Pneumonie zugelassen.

Lefamulin ist ein Pleuromutilin-Antibiotikum. Pleuromutiline wurden zwar schon in den 1950er Jahren entwickelt, Lefamulin ist jedoch das erste, das zur systemischen Anwendung zugelassen ist. Es hemmt die Proteinsynthese, in dem es an das Peptidyltransferase-Zentrum der 50S-Ribosomen bindet und so die Bindung von Transfer-RNA für den Peptidtransfer verhindert.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei Phase-III-Studien mit über 1.200 Patienten im Vergleich zu Moxifloxacin ohne oder mit Linezolid nachgewiesen. Mit Lefamulin konnte eine ähnliche klinische Heilungrate wie mit den Vergleichssubstanzen erreicht werden.
Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Durchfall, Übelkeit, Reaktionen an der Infusionsstelle, erhöhte Leberenzyme und Erbrechen. Das QT-Intervall im EKG kann verlängert werden.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 19. August 2019

Freitag, 16. August 2019

Entrectinib von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 15. August 2019 Entrectinib (Rozlytrek, Genentech/Roche) für die orale Behandlung von Patienten ab 12 Jahren mit soliden Tumoren mit NTRK-Fusionen beschleunigt zugelassen. Das ist damit nach Pembrolizumab und Larotrectinib die dritte Substanz, die eine Biomarker-spezifische Zulassung für verschiedene Tumorarten erhält.
Außerdem wurde Entrectinib für die Behandlung von Erwachsenen mit ROS1-positivem NSCLC zugelassen.

Entrectinib ist ein selektiver Tyrosinkinase-Inhibitor, der die Kinase-Aktivität von TRK A/B/C- und ROS1-Proteinen hemmen kann.

Quelle
Pressemitteilung der FDA vom 15. August 2019

Pretomanid von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat am 14. August 2019 Pretomanid Tabletten in Kombination mit Bedaquilin und Linezolid für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit extrem resistenter Tb (XDR-Tb) oder für Patienten mit multiresistenter Tb (MDR-Tb) zugelassen, die eine andere Therapie nicht vertragen oder nicht darauf ansprechen. Eine MDR-Tb liegt dann vor, wenn die Erreger resistent gegen die Standard-Tuberkulosemittel Isoniazid und Rifampicin sind, eine XDR-Tb, wenn sie zusätzlich resistent gegen mindestens zwei Zweitlinien-Medikamente sind.
Die Zulassung wurde der der Non-Profit-Organisation TB Alliance erteilt.

Pretomanid ist ein Nitroimidazol-Derivat.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 14. August 2019