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Sonntag, 20. Februar 2011

EMA: Prüfung von Pholcodin

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat die Überprüfung von Pholcodin begonnen.
Der Ausschuss prüft das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion durch Pholcodin bei Patienten, die Muskelrelaxanzien im Rahmen einer Narkose erhielten. In Ländern, in denen Phlocodin nicht mehr im Handel verfügbar ist, wurde ein Rückgang von anaphylaktischen Reaktionen auf Muskelrelaxanzien beobachtet.
Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 18. Februar 2011

Samstag, 4. Dezember 2010

Rote-Hand-Brief: Tödliche Anaphylaxie nach Gabe von Tocilizumab

Der Hersteller von Tocilizumab informiert in einem Rote-Hand-Brief, dass bei einer Patientin mit rheumatoider Arthritis, die mit Tocilizumab (RoActemra®) behandelt wurde, über eine Anaphylaxie mit tödlichem Ausgang berichtet wurde.

Nach der Markteinführung wurde bei einer erwachsenen Patientin mit rheumatoider Arthritis, die mit Tocilizumab (RoActemra®) per Infusion behandelt wurde, eine tödliche Anaphylaxie gemeldet. Die Patientin nahm außerdem Prednison und Leflunomid ein. Während ihrer vierten Infusion von Tocilizumab (RoActemra®) traten bei der Patientin Schwindel und ein Abfall des systolischen Blutdrucks auf. Die Infusion wurde abgebrochen. Die nächste Infusion von Tocilizumab wurde nach einer medikamentösen Vorbehandlung mit Steroiden und Antihistaminika verabreicht. Wenige Augenblicke nach Beginn der Infusion entwickelte die Patientin Schwindel und einen Blutdruckabfall. Trotz umgehend erfolgter medizinischer Maßnahmen wurde die Patientin apnoisch und war nicht mehr ansprechbar. Die Patientin starb 24 Stunden nach dem Auftreten der Anaphylaxie.

  • Medizinisches Fachpersonal muss bei allen Patienten während und nach der Verabreichung von
  • Tocilizumab aufmerksam auf Zeichen einer Überempfindlichkeit oder Anaphylaxie achten.
  • Im Fall einer anaphylaktischen Reaktion während der Behandlung mit RoActemra müssen geeignete
  • medizinische Behandlungsmöglichkeiten zum sofortigen Gebrauch zur Verfügung stehen.
  • Wenn eine Anaphylaxie oder eine andere schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion/
  • schwerwiegende infusionsbedingte Reaktion auftritt
    - muss die Gabe von Tocilizumab umgehend abgebrochen werden,
    - müssen geeignete Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden und
    - Tocilizumab muss dauerhaft abgesetzt werden.
Quelle:
Rote-Hand-Brief Roche Pharma AG vom 2. Dezember 2010

Dienstag, 20. April 2010

Rote-Hand-Brief zu Vectibix® (Panitumumab)

In einem aktuellen Rote-Hand-Brief informiert der Hersteller von Vectibix® (Panitumumab) über schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie mit teilweise tödlichem Ausgang.

Vectibix® ist als Monotherapie indiziert zur Behandlung des metastasierten, EGFR-exprimierenden kolorektalen Karzinoms mit nicht-mutiertem (Wildtyp-)KRAS-Gen bei Patienten, bei denen Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-haltige Chemotherapieregime versagt haben. Die Produktinformation (einschließlich der Fachinformation und der Gebrauchsinformation) wurde folgendermaßen überarbeitet:

  • Vectibix® ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Vorgeschichte schwerer oder lebensbedrohlicher Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Vectibix®.
  • Schwerwiegende Infusionsreaktionen sind nicht vorhersehbar und können plötzlich auftreten. Vectibix® muss dauerhaft abgesetzt werden, wenn eine schwere oder lebensbedrohliche Reaktion auftritt.
  • Bei Patienten mit einer milden oder mäßigen Infusionsreaktion ist die Infusionsrate für die Dauer dieser Infusion zu reduzieren. Es wird empfohlen, diese niedrigere Infusionsrate für alle nachfolgenden Infusionen beizubehalten.
  • Es wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen, die mehr als 24 Stunden nach der Infusion auftraten, berichtet. Patienten sollten vor der Möglichkeit einer spät einsetzenden Infusionsreaktion gewarnt werden und angewiesen werden, ihren Arzt zu kontaktieren, falls Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion auftreten.
Quellen:
AkDÄ Drug Safety Mail 2010-093 vom 20. April 2010
Rote-Hand-Brief zu Vectibix

Donnerstag, 3. Januar 2008

PAF und PAF-Acetylhydrolase bei Anaphylaxie

Plättchen-aktivierender Faktor (PAF) ist ein proinflammatorisch wirkendes Peptid, das von Mastzellen, Monozyten und Makrophagen synthetisiert und sezerniert wird. Die Spiegel im Kreislauf werden von der Aktivität der PAF-Acetylhydrolase bestimmt, die PAF abbaut. Aus Tierexperimenten ist bekannt, dass PAF eine wichtige Rolle bei der Anaphylaxie spielt. Dies wurde nun an 41 Patienten mit Anaphylaxie und 23 Kontrollpatienten überprüft.
Die mittleren PAF-Spiegel waren bei Patienten mit Anaphylaxie (meist wegen Erdnussallergie) signifikant höher als bei den Probanden der Kontrollgruppe. Je schwerer die Anaphylaxie war, umso höher war der PAF-Spiegel. Umgekehrt verhielt sie die PAF-Acetylhydrolase-Aktivität, die umso geringer war, je schwerer anaphylaktisch die Patienten waren. Möglicherweise trägt diese verringerte Enzymaktivität dazu bei, dass die anaphylaktische Reaktion schwerer ausfällt.
Diese Daten sind die Grundlage für die Entwicklung neuer Arzneimittel, die selektiv die Wirkungen von PAF hemmen. Sie könnten möglicherweise als Notfalltherapie oder zur Langzeitprävention eingesetzt werden. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um die Rolle von PAF und PAF-Acetylhydrolase bei Patienten mit Anaphylaxie-Risiko zu verstehen.

Quelle:
Vadas P, et al. Platelet-Activating Factor, PAF Acetylhydrolase, and severe Anaphylaxis. N Engl J Med 2008;358:28-35
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