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Mittwoch, 28. Oktober 2015

Dimethylfumarat: EMA empfiehlt neue Maßnahmen wegen PML

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Oktober 2015 eine Reihe von Maßnahmen empfohlen, die das Risiko für das Auftreten einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) bei Einsatz Fumarsäure-haltiger Medikamente in der Therapie der multiplen Sklerose minimieren sollen.

Vor Therapiebeginn und alle drei Monate während der Therapie sollte ein komplettes Blutbild erstellt werden. Zusätzlich sollte eine MRT-Untersuchung zu Therapiebeginn als Basisbefund verfügbar sein. Wenn die Lymphozytenwerte im Therapieverlauf für mehr als sechs Monate sehr stark abfallen, soll ein Absetzen der Behandlung erwogen werden. Wird die Behandlung weitergeführt, sollen die Patienten engmaschig überwacht werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Oktober 2015

Dienstag, 7. April 2015

Dimethylfumarat und progressive multifokale Leukenzephalopathie

Das BfArM informiert darüber (Risikoinformation vom 7. April 2015), dass aus Deutschland bislang neun Fälle einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) im Zusammenhang mit der Anwendung von Fumaderm® und zwei Fälle im Zusammenhang mit Tecfidera® gemeldet wurden. Eine längerfristige, schwere Lymphopenie unter Therapie mit Dimethylfumarat wird als Risikofaktor für die Entstehung einer PML angesehen. Daher sind bei Patienten, die mit Dimethylfumarat-haltigen Arzneimitteln behandelt werden, regelmäßige Blutbildkontrollen (inkl. Differential-Blutbild) notwendig. Ggf. muss die Medikation bei niedrigen Lymphozytenwerten abgesetzt werden (siehe Fachinformation).
Patienten sollten bezüglich des Neuauftretens neurologischer Symptome, die auf eine PML hinweisen können, überwacht werden. Hierzu zählen Störungen des Hör-, Sprach-, Denk- und Erinnerungsvermögens, Schwäche- und Taubheitsgefühl der Extremitäten und/oder Persönlichkeitsstörungen/-veränderungen. Bei entsprechender Symptomatik sollte das Arzneimittel abgesetzt und der Patient einer weitergehenden neurologischen Diagnostik und Therapie zugeführt werden.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 7. April 2015

Freitag, 5. Dezember 2014

Dimethylfumarat: Rote-Hand-Brief wegen PML

Bei einer Patientin mit schwerer und lang anhaltender Lymphopenie trat eine progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) auf.

Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über einen tödlich verlaufenden Fall einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie im Rahmen einer schweren und lang anhaltenden Lymphopenie bei einer Patientin, die über 4,5 Jahre mit Dimethylfumarat (Tecfidera®) behandelt worden ist (siehe auch med|pharm|text-Blog).
Lymphopenie ist eine bekannte unerwünschte Arzneimittelwirkung von Tecfidera®. Der Hersteller empfiehlt, die Patienten über das Risiko einer PML zu informieren. Ein großes Blutbild, einschließlich der Lymphozytenzahl, soll regelmäßig und wenn klinisch indiziert, in engen Zeitabständen bestimmt werden. Bei bestehender Lymphopenie sollte sorgfältig und häufig auf Anzeichen und Symptome neurologischer Funktionsstörungen hin überwacht werden. Wird eine PML vermutet, sollte die Behandlung sofort beendet werden.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 4. Dezember 2014

Samstag, 8. November 2014

Dimethylfumarat: PRAC informiert über ersten Fall einer PML

Das PRAC berichtet über einen PML-Fall unter Therapie mit Dimethylfumarat (Tecfidera).
Unter der Behandlung mit Dimethylfumarat wurde erstmal ein tödlich endender Fall einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) beobachtet. Er trat bei einem Patienten nach langer Therapie mit Dimethylfumarat auf, bei dem es zu einer schweren, lang anhaltenden Lymphophenie, einer bekannten Nebenwirkung der Substanz gekommen war.
Wegen der Lymphopenie werden Kontrollen des Differenzialblutbilds empfohlen vor Behandlungsbeginn sowie nach sechsmonatiger Behandlung und anschließend alle sechs bis zwölf Monate und wenn klinisch indiziert empfohlen.
Aufgrund des Risikos einer opportunistischen Infektion bei Fortführung der Therapie trotz schwerer anhaltender Lymphopenie empfiehlt die AkdÄ auch bei Behandlung mit Tecfidera® Kontrollen des Blutbilds und ggf. Absetzen analog zu den Empfehlungen zu Fumaderm®.

Quellen:
Mitteilung der EMA vom 7. November 2014
AkDAe Drug Safety Mail vom 7. November 2014

Montag, 3. Februar 2014

Dimethylfumarat von der EU-Kommission für die MS-Behandlung zugelassen

Die EU-Kommission hat am 3. Februar 2014 Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS zugelassen.

Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) wirkt vermutlich über einer Aktivierung des Nrf2-Signalwegs. Der Nrf2-Signalweg ist ein körpereigener Abwehrmechanismus, der Zellen vor potenziell schädlichen Einflüssen wie Entzündungen und oxidativem Stress schützt, die unter anderem bei der MS-Pathophysiologie eine Rolle spielen.

Die EU-Kommission hat Dimethylfumarat als orale Basistherapie für Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zugelassen. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen eines klinischen Studienprogramms mit über 3.000 MS-Patienten in den beiden Phase-3-Studien DEFINE und CONFIRM sowie in der laufenden Erweiterungsstudie ENDORSE, bei der einige der teilnehmenden Patienten bereits bis zu sechseinhalb Jahre behandelt wurden.
In der DEFINE-Studie zeigte die zweimal tägliche Gabe von Dimethylfumarat im Vergleich zu Plazebo nach zwei Jahren eine signifikante Reduktion sowohl des Schubrisikos um 49 % (p < 0,001) als auch der jährlichen Schubrate (ARR) um 53 % (p < 0,001) und eine Risikoreduktion der Behinderungsprogression gemessen am EDSS-Wert (Expanded Disability Status Scale) nach 12 Wochen um 38 % ( p =0,005). Die CONFIRM-Studie enthielt zusätzlich eine Referenzgruppe, die mit Glatirameracetat (GA; 20 mg/d subkutan) behandelt wurde und nicht verblindet war. Bei zweimal täglicher Einnahme von Dimethylfumarat ging im Vergleich zu Plazebo nach zwei Jahren die ARR signifikant um 44 % (p < 0,001) zurück.
Das Risiko einer nach 12 Wochen bestätigten Behinderungsprogression gegenüber der Plazebo-Gruppe wurde mit Dimethylfumarat um 21  % (p = 0,25) und mit Glatirameracetat um 7 % gesenkt (p = 0,70).
Sowohl in der DEFINE- als auch in der CONFIRM-Studie wurde durch kernspintomographische Messungen belegt, dass Dimethylfumarat im Vergleich zu Plazebo zu einem signifikanten Rückgang der Hirnläsionen führt.
Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Dimethylfumarat waren Hitzegefühl, gastrointestinale Nebenwirkungen sowie Abfall der Lymphozyten.

Quellen
EU-Kommission
Gold R, et al. Placebo-Controlled Phase 3 Study of Oral BG-12 for Relapsing Multiple Sclerosis.
N Engl J Med 2012; 367: 1098-1107.
Fox RJ, et al. Placebo-Controlled Phase 3 Study of Oral BG-12 or Glatiramer in Multiple Sclerosis.
N Engl J Med 2012; 367: 1087–1097.
Phillips JT, et al. Long-term Safety and Tolerability of Oral BG-12 (Dimethyl Fumarate) in Relapsing–Remitting Multiple Sclerosis: Interim Results from ENDORSE.Poster P 1103, 28th Congress of the European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS), 10.–13. Oktober 2012, Lyon.

Donnerstag, 28. März 2013

Dimethylfumarat von der FDA bei MS zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS zugelassen.

Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) wirkt nach derzeitiger Kenntnis vorwiegend über die Aktivierung des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Wegs. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u.a. in den Phase-III-Studien DEFINE und CONFIRM nachgewiesen, in denen die jährliche Schubrate im Vergleich zu Plazebo signifikant verringert wurde. Häufigste Nebenwirkungen waren Flush und gastrointestinale Störungen, die im Verlauf der Therapie jedoch nachließen.
Die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) hat in ihrer Sitzung vom März 2013 die Zulassung von Dimethylfumarat empfohlen.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 27. März 2013

Mittwoch, 27. März 2013

Dimethylfumarat: Zulassung von der EMA empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom März 2013 empfohlen, Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) für die Behandlung von Erwachsenen mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zuzulassen.



Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) wirkt nach derzeitiger Kenntnis vorwiegend über die Aktivierung von des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Wegs. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u.a. in den Phase-III-Studien DEFINE und CONFIRM nachgewiesen, in denen die jährliche Schubrate im Vergleich zu Plazebo signifikant verringert wurde. Häufigste Nebenwirkungen waren Flush und gastrointestinale Störungen, die im Verlauf der Therapie jedoch nachließen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 21. März 2013