Dienstag, 16. Mai 2017

Pembrolizumab: EU-Kommission erweitert Zulassung auf Therapie des Hodgkin-Lymphoms

Die EU-Kommission hat im Mai 2017 die Zulassung von Pembrolizumab (Keytruda, MSD) erneut erweitert, der PD1-Hemmer kann nun auch als Monotherapie eingesetzt werden beim rezidivierten oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphom bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation und einer Brentuximab-Vedotin-Behandlung oder nach Versagen von Brentuximab-Vedotin, wenn eine autologe Stammzelltransplantation nicht in Frage kommt.

Die Zulassung beruht auf den Daten von 241 Patienten der Studien KEYNOTE‑087 und KEYNOTE‑013.
In der KEYNOTE-087-Studie erhielten 210 Patienten Pembrolizumab als 200-mg-Dosierung alle drei Wochen bis zur unzumutbaren Toxizität oder Krankheitsprogression. 81 % der Patienten waren unter mindestens einer vorangegangenen Therapie refraktär, darunter 35 % unter Erstlinientherapie. 61 % der Patienten hatten bereits einer auto-SZT unterzogen, bei 38 % kam eine Stammzelltransplantation nicht in Frage. 17 % der Patienten hatten kein BV erhalten und bei 36 % war eine Strahlentherapie durchgeführt worden. Die Wirksamkeitsanalyse zeigte eine ORR von 69 % (95 %-KI: 62,3-75,2) mit einer CR von 22 % und einem PR von 47 %. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 10,1 Monate. Bei den 145 Patienten, die auf die Therapie angesprochen haben, lag die mediane Ansprechdauer bei 11,1 Monaten – 76 % dieser Patienten erreichten eine Ansprechdauer von mindestens 6 Monaten.
In der KEYNOTE-013-Studie bekamen 31 Patienten Pembrolizumab in einer Dosierung von 10 mg/kg alle zwei Wochen bis zur unzumutbaren Toxizität oder Krankheitsprogression. 87 % der Patienten waren unter mindestens einer Vorbehandlung refraktär, darunter 39 % unter Erstlinientherapie. 74 % der 31 Patienten hatten bereits eine auto-SZT erhalten, bei 26 % kam eine Stammzelltransplantation nicht in Frage und bei 42 % war eine Strahlentherapie durchgeführt worden. Die Wirksamkeitsanalyse ergab eine ORR von 58 % (95 %‑KI: 39,1-75,5) mit einer CR von 19 % und einer PR von 39 %. Die mediane Nachbeobachtungsdauer lag bei 28,7 Monaten. Unter den 18 Patienten, die auf die Therapie angesprochen haben, wurde die mediane Ansprechdauer nicht erreicht (Spanne: 0,0+ bis 26,1+ Monate), wobei 80 bzw. 70 % dieser Patienten eine Ansprechdauer von mindestens 6 bzw. mindestens 12 Monaten aufwiesen.


Sonntag, 14. Mai 2017

Direkt wirkende Virostatika gegen Hepatitis: EU-Kommission bestätigt Empfehlung zum Hepatitis-B-Screening

Direkt wirkende Virostatika (DAA) zur Behandlung der chronischen Hepatitis C sind Daklinza® (Daclatasvir), Exviera® (Dasabuvir), Harvoni® (Sofosbuvir/Ledipasvir), Olysio® (Simeprivir), Sovaldi® (Sofosbuvir) und Viekirax® (Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir), Epclusa® (Sofosbuvir/Velpatasvir) und Zepatier® (Elbasvir/Grazoprevir).
Die Europäische Kommission hat auf Empfehlung des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC)  bei der EMA folgenden Beschluss erlassen: Alle Patienten sollten vor Beginn der Behandlung mit DAA wegen einer chronischen Hepatitis C auf HBV gescreent werden. Patienten, die sowohl mit HBV als auch dem HCV infiziert sind, müssen überwacht und gemäß den aktuellen klinischen Leitlinien behandelt werden. Zur Beurteilung des Risikos für Leberkrebs im Zusammenhang mit DAA sind weitere Studien erforderlich.

Quellen:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 12. Mai 2017
Mitteilung der EMA

Mittwoch, 10. Mai 2017

SGLT-2-Hemmer: EU-Kommission empfiehlt Warnhinweis wegen Amputationsrisiko

Die EU-Kommission empfiehlt, in die Fachinformationen von Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin einen Warnhinweis auf ein erhöhtes Risiko für Unterschenkelamputationen, insbesondere Zehenamputationen aufnehmen.

Bei Patienten, die in den in den beiden Studien CANVAS und CANVAS-R mit dem selektiven SGLT2-Hemmer Canagliflozin behandelt werden, wurden vermehrt Amputationen vor allem der Zehen erforderlich im Vergleich zu Patienten der Placebogruppe.
Diabetiker haben an sich ein erhöhtes Risiko von Unterschenkelgeschwüren und entsprechenden Infektionen, die letztendlich Amputationen erfordern können. Unklar ist bislang, wie Canagliflozin dieses Risiko weiter erhöhen kann. Mit anderen SGLT2-Hemmern wurde diese unerwünschte Wirkung bislang nicht beobachtet.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20.4.2017

Edavaron von der FDA bei ALS zugelassen

Die FDA hat am 5. Mai 2017 Edavaron (Radivaca, Mitsubishi) als Orphan Drug zur Behandung von Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) zugelassen.
20 Jahre nach Zulassung von Riluzol steht damit eine zweite pharmakologische Behandlungsoption bei der ALS zur Verfügung.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung der FDA

Durvalumab von der FDA zugelassen

Die FDA hat beschleunigt am 1. Mai 2017 Durvalumab (Imfinzi, Astra Zeneca) für die Behandlung von Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem  Urothelialkarzinom nach vorangegangener platinhaltiger Therapie zugelassen.
Durvalumab ist ein PD-L1-Antikörper, die beschleunigte Zulassung erfolgte aufgrund der Ergebnisse einer Phase-1/2-Studie. Derzeit wird es in der Phase-3-Studie Danube weiter untersucht.

Quellen
Pressemitteilung von Astra Zeneca vom 1. 5. 2017

Midostaurin von der FDA zugelassen

Die FDA hat am 28. April 2017 Midostaurin (Rydapt, Novartis) für die Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter AML und einer FLT3-Mutation in Kombination mit Chemotherapie zugelassen. Außerdem ist für die Anwendung ein Begleitdiagnostikum, der LeukoStrat CDx FLT3 Mutation Assay zum Nachweis der FLT3-Mutation notwendig.
Midostaurin ist ein oral applizierbarer potenter FLT3-Inhibitor, der auch VEGFRR, PKC, KIT und PDGFR hemmt. 

Weitere Informationen in der Pressemitteilung der FDA

Samstag, 29. April 2017

Parathyroidhormon von der EU-Kommission als Orphan Drug zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. April 2017 Parathyroidhormon (Natpar, Shire) als Orphan Drug parenteral als Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus
zugelassen, deren Erkrankung sich durch die Standardtherapie allein nicht hinreichend kontrollieren
lässt.
Natpar wird mit DNS-Rekombinationstechnik in E. coli hergestellt und ist identisch mit der 84-Aminosäuresequenz des endogenen menschlichen Parathyroidhormons.
PTH (1-84) ist der wichtigste Regulator der Calciumhomöostase im Plasma. PTH (1-84) erhöht in den Nieren die renale tubuläre Rückresorption von Calcium und fördert die Ausscheidung von Phosphat. Die Hauptwirkung von PTH ist eine Erhöhung der Serumcalcium-Konzentration, die Verringerung der Calciumausscheidung im Urin und die Senkung der Phosphatkonzentrationen im Serum. Natpar hat die gleiche primäre Aminosäuresequenz wie endogenes Parathyroidhormon, daher kann erwartet werden, dass es auch die gleiche physiologische Funktion hat.

Quelle:
EPAR der EMA

Mittwoch, 26. April 2017

Rolapitant von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 24. April 2017 Rolapitant (Varuby, Tesaro UK) als Filmtabletten als Teil einer Kombinationsbehandlung für die Prävention von verzögerter Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen zugelassen, die mit mäßig bis hoch emetogener antineoplastischer Chemotherapie behandelt werden.

Rolapitant ist wie z. B. Aprepitant ein selektiver Antagonist am Substanz-P-/Neurokinin-1-(NK1-) Rezeptor. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei randomisierten doppelblinden kontrollierten Studien in Kombination mit Granisetron und Dexamethason  im Vergleich zu Granisetron plus Dexamethason untersucht. Bei zusätzlicher Gabe von Rolapitant erbrachen die Patienten weniger und benötigen seltener eine Notfallmedikation für Übelkeit und Erbrechen.
Rolapitant wird über das CYP2D6-Enzymsystem verstoffwechselt. Die Einnahme wird bei gleichzeitiger Gabe von starken oder mäßig starken Enzyminduktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital, Enzalutamid, Phenytoin, Efavirenz, Rifabutin) nicht empfohlen.
Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Neutropenie, Schluckauf, vermindertes Appetit und Benommenheit.

Quelle:
EPAR der EMA

Dienstag, 25. April 2017

Cobimetinib: Rote-Hand-Brief wegen Warnhinweisen und Dosisanpassung

Der Hersteller von Cobimetinib (Cotellic, Roche) informiert in einem Rote-Hand-Brief über schwere Blutungsereignisse (einschließlich intrakranieller und gastrointestinaler Blutungen) sowie erhöhte Kreatinphosphokinase(CPK)-Spiegel und Rhabdomyolysen unter Behandlung mit Cobimetinib, die nach Markteinführung und in laufenden klinischen Studien berichtet wurden. Es werden zusätzliche Warnhinweise und neue Empfehlungen zum klinischen Vorgehen bei Auftreten dieser Nebenwirkungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Schweregrad gegeben.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 25.4.2017

Montag, 24. April 2017

Bevacizumab, Maraviroc, Nivolumab: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom April 2017 empfohlen, die Zulassung von Bevacizumab, Maraviroc und Nivolumab zu erweitern.


  • Bevacizumab (Avastin, Roche) soll bei der Behandlung des Ovarialkarzinoms künftig auch in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel eingesetzt werden können.
  • Maraviroc (Celsentri, ViiV) soll künftig ab einem Alter von 2 Jahren und einem KG von mindestens 10 kg eingesetzt werden können.
  • Nivolumab (Opdivo, BMS) soll künftig auch zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht resezierbaren oder metastasierten urothelialem Karzinom nach Versagen einer platinhaltigen Therapie eingesetzt werden können.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 21.April 2017