Dienstag, 6. Oktober 2026

Leriglitazon von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 21. September 2026 Leriglitazon (Nezglyal, Minoryx) zur oralen Behandlung von zerebraler Adrenoleukodystrophie (cALD) bei Jungen mit Adrenoleukodystrophie (ALD) im Alter von 2 bis 12 Jahren mit nicht Gadolinium-anreichernden (d. h. Gd-negativen) Läsionen in der Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns, mit einem neurologischen Funktionsscore (NFS) von 0 oder 1 zugelassen.

Leriglitazon ist ein selektiver Peroxisomenproliferator-aktivierter Rezeptor-Gamma (PPARγ)-Agonist. 
Leriglitazon verringerte die Neuroinflammation durch Inhibition von NF-κB-vermittelter Entzündungssignalgebung, schützte Neuronen und Astrozyten und reduzierte die Mikroglia-Aktivierung in In-vitro-Modellen der cALD. Es reduzierte außerdem oxidativen Stress und förderte die Mitochondrienfunktion in neuronalen Zelltypen. Leriglitazon verringerte die Anheftung von Monozyten an Endothelzellen in In-vitro-Modellen, die mit der Blut-Hirn-Schranke in Zusammenhang stehen. In einem In-vivo-Modell der für cALD relevanten Neuroinflammation führte Leriglitazon zu einer dosisabhängigen Reduktion der klinischen Symptome. Schützende und regenerative Effekte auf die Myelinisierung wurden sowohl in In-vitro- als auch in In-vivo-Modellen nachgewiesen.

Die Wirksamkeit von Leriglitazon bei der angegebenen Population wurde in einer offenen
Studie an pädiatrischen männlichen Patienten mit cALD (MT-2-02; N=23) untersucht.

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Ensitrelvir von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 18. September 2026 Ensitrelvir (Zokovea, Shionogi) zur oralen Postexpositionsprophylaxe von COVID-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen. Es soll in Einklang mit den offiziellen Empfehlungen angewendet werden.


Ensitrelvir hemmt selektiv die 3C-like(3CL)-Protease von SARS-CoV-2, ein essenzielles Enzym für die Prozessierung des Polyproteins, das durch das SARS-CoV-2-Gen kodiert wird, und hemmt so auch die SARS-CoV-2-Replikation.

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Info der EMA




Lerodalcibep von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 18. September 2026 Lerodalcibep (Lyrokaul, LIB) für die parenterale Behandlung von Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär [HeFH] und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie adjuvant zu einer Diät zugelassen:

- in Kombination mit einem Statin oder einem Statin mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die mit der maximal verträglichen Dosis eines Statins nicht in der Lage sind, die Zielwerte für Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) zu erreichen, oder 

- allein oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist.

Lerodalcibep wird einmal monatlich subkutan injiziert.

Lerodalcibep ist ein Fusionsprotein, das die Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9 (PCSK9) bindet. PCSK9 ist ein negativer Regulator des Low-Density-Lipoprotein-Rezeptors (LDLR). PCSK9 bindet an an LDL-Rezeptor auf der Oberfläche von Leberzellen, um dessen Abbau innerhalb der Leber zu fördern. Indem Lerodalcibep die Bindung von PCSK9 an LDL-Rezeptor hemmt, verhindert es dessen Abbau und erhöht damit das Recycling und die Anzahl der LDL-Rezeptoren, die zur Entfernung von LDL aus dem Blut zur Verfügung stehen. Hierdurch werden den die LDL-C-Werte gesenkt.

Lerodalcibep wurde in 3 großen globalen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht, in die 2 017 Erwachsene mit HeFH oder klinischer atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (atherosclerotic cardiovascular disease, ASCVD) oder einem sehr hohen oder hohen Risiko für ASCVD aufgenommen wurden, die eine stabile Ernährung und eine maximal verträgliche Statintherapie erhielten und bei denen eine zusätzliche LDL-C-Senkung erforderlich war. 

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Info der EMA


Obicetrapib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 18. September 2026 Obicetrapib (Ubesio, Menarini) zur oralen Anwendung bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie, adjuvant zu einer Diät zugelassen.

– in Kombination mit einem Statin oder einem Statin zusammen mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die mit der maximal verträglichen Statin-Dosis die Low-DensityLipoprotein-Cholesterin (LDL-C)-Zielwerte nicht erreichen, oder 

– als Monotherapie oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist.

Obicetrapib ist ein selektiver Cholesterylester-Transferprotein (CETP)-Hemmer. Die CETP-Hemmung unterbricht den Transfer von Cholesterylestern von HDL-Partikeln auf LDL-Partikel. Infolgedessen verringert sich der hepatische Cholesterinpool und Hepatozyten regulieren die LDL-Rezeptoren hoch, was zu einer erhöhten hepatischen Aufnahme und einem erniedrigten Plasmaspiegel von LDL-C führt. 

Eine Effekt von Obicetrapib auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität ist bisher noch nicht nachgewiesen. 

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Obicetrapib wurde in 2multizentrischen, randomisierten,  doppelblinden, placebokontrollierten 52-wöchigen Studien untersucht, an denen 2.884 erwachsene Patienten mit primärer Hypercholesterinämie und/oder gemischter Dyslipidämie teilnahmen.

Quelle:
Info der EMA


Icotrokinrahydrochlorid von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 18. September 2026 Icotrokinrahydrochlorid (Icotyde, Janssen-Cilag) zur  oralen Behandlung mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg zugelassen, die für eine systemische Therapie infrage kommen. 
Icotrokinra ist ein Peptid, das mit hoher Affinität selektiv an den IL-23-Rezeptor (IL-23R) bindet und
die Bindung von IL-23 kompetitiv antagonisiert. IL-23 ist ein natürlich vorkommendes Zytokin, das
an Entzündungs- und Immunreaktionen beteiligt ist. Bei überschießender Produktion trägt es zu einem chronischen Entzündungsprozess bei, der mit Plaque-Psoriasis assoziiert ist. Icotrokinra hemmt die IL-23/IL-23R-abhängige Freisetzung proinflammatorischer Zytokine.

Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in vier Phase-3-Studien untersucht.

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Trofinetid von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. August 2026 Trofinetid (Daybu, Acadia) als Orphan Drug zur oralen Behandlung neurologisch bedingter Verhaltenssymptome des Rett-Syndroms bei Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen ab 5 Jahren zugelassen.
Trofinetid ist ein synthetisches Analogon des N-terminalen Tripeptids des Insulin-like Growth Factor 1. Der genaue molekulare Wirkmechanismus von Trofinetid in der Behandlung neurologisch bedingter Verhaltenssymptome des Rett-Syndroms ist jedoch nicht bekannt. 
Die Wirksamkeit von Trofinetid zur Behandlung neurologisch bedingter Verhaltenssymptome des Rett-Syndroms wurde in Studie ACP-2566-003 (Studie 1), einer 12-wöchigen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei weiblichen Patienten (N = 187) mit Rett-Syndrom im Alter von 5 bis 20 Jahren untersucht. 

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Insulin efsitora alfa von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. August 2026 Insulin efsitora alfa (Onswik, Lilly) zur parenteralen Behandlung von erwachsenen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen.

Insulin efsitora alfa ist ein Basalinsulin zur einmal wöchentlichen subkutanen Anwendung und sollte
jede Woche am gleichen Tag verabreicht werden.
Die langanhaltende Wirkung von Insulin efsitora alfa ist hauptsächlich auf eine reduzierte Clearance 
zurückzuführen, die durch drei Eigenschaften bedingt ist: 
- großes Molekül, was die renale Clearance reduziert
- Bindung an den neonatalen Fc-Rezeptor, wodurch der Abbau von Insulin efsitora alfa gehemmt wird und dieses dann in den Blutstrom zurückgegeben werden kann. Dadurch entsteht ein systemisches Reservoir für verfügbares Basalinsulin. 
- Geringere Affinität für den Insulinrezeptor, was die rezeptorvermittelte Clearance verringert. 

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