Die EU-Kommission empfiehlt, in die Fachinformationen von Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin einen Warnhinweis auf ein erhöhtes Risiko für Unterschenkelamputationen, insbesondere Zehenamputationen aufnehmen.
Bei Patienten, die in den in den beiden Studien CANVAS und CANVAS-R mit dem selektiven SGLT2-Hemmer Canagliflozin behandelt werden, wurden vermehrt Amputationen vor allem der Zehen erforderlich im Vergleich zu Patienten der Placebogruppe.
Diabetiker haben an sich ein erhöhtes Risiko von Unterschenkelgeschwüren und entsprechenden Infektionen, die letztendlich Amputationen erfordern können. Unklar ist bislang, wie Canagliflozin dieses Risiko weiter erhöhen kann. Mit anderen SGLT2-Hemmern wurde diese unerwünschte Wirkung bislang nicht beobachtet.
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 20.4.2017
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Mittwoch, 10. Mai 2017
Samstag, 19. März 2016
SGLT-2-Inhibitoren: Aktualisierte Hinweise wegen diabetischer Ketoazidose
Anknüpfend an die Ergebnisse einer 2015 von der EMA durchgeführten Evaluierung geben die Hersteller in einem Informationsbrief aktualisierte Empfehlungen in Bezug auf das Risiko einer diabetischen Ketoazidose (DKA) während der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren:
Die Fachinformation und die Packungsbeilage werden aktualisiert.
Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 15. März 2016
- Es wurden seltene Fälle von DKA beobachtet, die zum Teil lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen sind. Das Krankheitsbild kann untypisch sein, und die Blutzuckerspiegel sind in einigen Fällen nur mäßig erhöht (unter 14 mmol/l bzw. 250 mg/dl). Dies kann zu einer Verzögerung der Diagnose und Behandlung führen. Deshalb muss eine DKA auch bei unspezifischen Symptomen in Betracht gezogen werden wie Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Bauchschmerzen, starker Durst, Schwierigkeiten beim Atmen, Verwirrtheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schläfrigkeit. Ärzte sollten ihre Patienten über Symptome einer metabolischen Azidose informieren und sie anweisen, sich bei derartigen Symptomen unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Wenn ein Verdacht auf DKA besteht oder eine DKA diagnostiziert wurde, ist die Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren sofort abzusetzen.
- Die Wiederaufnahme der Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren bei Patienten, die unter der Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren zuvor bereits eine DKA entwickelt hatten, wird nicht empfohlen, es sei denn, es wurde ein anderer eindeutiger auslösender Faktor ermittelt und beseitigt.
- Bei Patienten, die wegen eines größeren chirurgischen Eingriffs oder einer akuten schweren Krankheit hospitalisiert werden, ist die Behandlung zu unterbrechen. In beiden Fällen kann die Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren fortgesetzt werden, sobald sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat.
Die Fachinformation und die Packungsbeilage werden aktualisiert.
Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 15. März 2016
Montag, 1. April 2013
Canagliflozin von der FDA zugelassen
Die Food and Drug Administration (FDA) hat Canagliflozin (Invokana, Janssen) für die Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen.
Canagliflozin (Invokana, Janssen) ist wie das in der EU zugelassene Dapagliflozin ein selektiver und reversibler SGLT2-Hemmer.
Durch Hemmung des Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Proteins in den Nieren wird vermehrt Glucose über den Urin ausgeschieden und damit die glykämische Kontrolle bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 verbessert ohne die Insulinsekretion zu verstärken.
Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 29. März 2013
Canagliflozin (Invokana, Janssen) ist wie das in der EU zugelassene Dapagliflozin ein selektiver und reversibler SGLT2-Hemmer.
Durch Hemmung des Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Proteins in den Nieren wird vermehrt Glucose über den Urin ausgeschieden und damit die glykämische Kontrolle bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 verbessert ohne die Insulinsekretion zu verstärken.
Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 29. März 2013
Donnerstag, 29. Juli 2010
Dapagliflozin verstärkt Glucoseausscheidung und senkt Blutzuckerspiegel
Das neue Therapieprinzip SGLT2-Hemmung mit Dapagliflozin kann bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die mit Metformin nicht adäquat behandelt werden können, die Blutzuckerkontrolle verbessern.
Selektive Natrium-Glucose-Cotransporter (SGLT) sind entscheidend an der Rückresorption von Glucose aus dem Primärharn beteiligt. Mit SGLT-Hemmern kann die Glucose-Rückresorption in den Nieren gehemmt werden, Glucose wird dann vermehrt mit dem Urin ausgeschieden. Hierdurch sinken unter anderem Blutglucosespiegel, HbA1c-Werte und Körpergewicht.
Dapagliflozin ist ein oral applizierbarer SGLT-2-Hemmerr mit einer Halbwertszeit von etwa 17 Stunden, die eine einmal tägliche Einnahme erlaubt. In einer randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie erhielten erwachsene Typ-2-Diabetiker, die auf Metformin nicht ausreichend ansprachen, zusätzlich morgens vor dem Frühstück Dapagliflozin 2,5 mg, 5 mg, 10 mg oder Plazebo über 24 Wochen.
Der primäre Endpunkt, der HbA1c-Wert, wurde in allen drei Dapagliflozin-Gruppen signifikant im Vergleich zu Plazebo gesenkt. Auch das Körpergewicht sank mit Dapagliflozin in allen drei Dosierungen signifikant im Vergleich zu Plazebo, Der Abfall des Körpergewichts begann früh nach Therapiebeginn und hielt über den Untersuchungszeitraum an. Die Glucoseausscheidung im Urin stieg in allen Dapagliflozin-, nicht jedoch in der Plazebogruppe.
Hypoglykämien traten mit vergleichbarer Häufigkeit (2 bis 4 %) in allen Gruppen auf, sie verliefen in der Regel leicht. Genitalinfektionen waren in der Dapagliflozin-Gruppe mit 8 bis 13 Prozent häufiger als mit 5 Prozent in der Plazebo-Gruppe. Schwere unerwünschte Wirkungen waren selten und traten vergleichbar häufig (3 bis 4 %) in allen vier Gruppen auf.
Quellen:
Bailey C, et al. Effect of dapagliflozin in patients with type 2 diabetes who have inadequate glycaemic control with metformin: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2010;375:2223-2233.
Hanefeld M, et al. Dapagliflozin, an SGLT2 inhibitor, for diabetes. Lancet 2010;375:2196-2197.
Selektive Natrium-Glucose-Cotransporter (SGLT) sind entscheidend an der Rückresorption von Glucose aus dem Primärharn beteiligt. Mit SGLT-Hemmern kann die Glucose-Rückresorption in den Nieren gehemmt werden, Glucose wird dann vermehrt mit dem Urin ausgeschieden. Hierdurch sinken unter anderem Blutglucosespiegel, HbA1c-Werte und Körpergewicht.Dapagliflozin ist ein oral applizierbarer SGLT-2-Hemmerr mit einer Halbwertszeit von etwa 17 Stunden, die eine einmal tägliche Einnahme erlaubt. In einer randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie erhielten erwachsene Typ-2-Diabetiker, die auf Metformin nicht ausreichend ansprachen, zusätzlich morgens vor dem Frühstück Dapagliflozin 2,5 mg, 5 mg, 10 mg oder Plazebo über 24 Wochen.
Der primäre Endpunkt, der HbA1c-Wert, wurde in allen drei Dapagliflozin-Gruppen signifikant im Vergleich zu Plazebo gesenkt. Auch das Körpergewicht sank mit Dapagliflozin in allen drei Dosierungen signifikant im Vergleich zu Plazebo, Der Abfall des Körpergewichts begann früh nach Therapiebeginn und hielt über den Untersuchungszeitraum an. Die Glucoseausscheidung im Urin stieg in allen Dapagliflozin-, nicht jedoch in der Plazebogruppe.
Hypoglykämien traten mit vergleichbarer Häufigkeit (2 bis 4 %) in allen Gruppen auf, sie verliefen in der Regel leicht. Genitalinfektionen waren in der Dapagliflozin-Gruppe mit 8 bis 13 Prozent häufiger als mit 5 Prozent in der Plazebo-Gruppe. Schwere unerwünschte Wirkungen waren selten und traten vergleichbar häufig (3 bis 4 %) in allen vier Gruppen auf.
Quellen:
Bailey C, et al. Effect of dapagliflozin in patients with type 2 diabetes who have inadequate glycaemic control with metformin: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2010;375:2223-2233.
Hanefeld M, et al. Dapagliflozin, an SGLT2 inhibitor, for diabetes. Lancet 2010;375:2196-2197.
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