Telcagepant ist ein Antagonist am Calcitonin-Gene-Related Peptid (CGRP)-Rezeptor und hat sich in Phase-III-Studien bei Patienten mit Migräne als wirksam erwiesen.
Das Neuropeptid CGRP spielt eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie der Migräne. Bei Migräneattacken bindet es an und aktiviert CGRP-Rezeptoren und vermittelt so Schmerzimpulse.
Telcagepant hemmt die Bindung von CGRP an die Rezeptoren und soll so die Auslösung von Schmerzimpulsen verhindern.
Quelle:
http://www.merck.com/newsroom/press_releases/research_and_development/2008_0906.html
Dienstag, 14. Oktober 2008
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Tamoxifen-Chemoprävention: Frühere Diagnose von Rezeptor-negativem Brustkrebs
Bei Frauen mit hohem Risiko für Brustkrebs, die eine Chemoprävention mit Tamoxifen erhalten, werden Estrogen-Rezeptor-negative Mammakarzinome etwa ein Jahr früher diagnostiziert als ohne Tamoxifen. Dies ergab eine retrospektive Analyse des Breast Cancer Prevention trial, in dem 13.388 Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko randomisiert mit Tamoxifen oder Plazebo behandelt wurden. In der Nachbeobachtungszeit war bei 174 Frauen ein ER-positiver und bei 69 Frauen ein ER--Brustkrebs diagnostiziert worden. Die mediane Zeit bis zur Diagnose des ER+-Mammakarzinoms war mit 43 und 51 Monaten in der Placebo- und in der Tamoxifen-Gruppe ähnlich. In der ER--Gruppe unterschied sie sich jedoch signifikant, in der Placebo-Gruppe dauerte es 36 Monate bis zu Diagnose, in der Tamoxifen-Gruppe 24 Monate. Tamoxifen verändert das Risiko für ein Mammakarzinom und dessen Wachstum nicht. Möglicherweise wird durch die Tamoxifen-Einnahme der Tumor leichter nachweisbar.
Quelle
Shen Y, Costantino JP, Qin J. Tamoxifen chemoprevention treatment and time to first diagnosis of estrogen receptor-negative breast cancer. J Natl Cancer Inst 2008;100:1448 – 1453.
Quelle
Shen Y, Costantino JP, Qin J. Tamoxifen chemoprevention treatment and time to first diagnosis of estrogen receptor-negative breast cancer. J Natl Cancer Inst 2008;100:1448 – 1453.
Dienstag, 7. Oktober 2008
Taranabant: Entwicklung eingestellt
Die klinischen Untersuchungen mit Taranabant werden nicht fortgeführt, teilte Merck Sharp & Dohme mit. Die bereits verfügbaren Daten einer mittlerweile gestoppten Phase III-Studie hatten gezeigt, dass nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch die Häufigkeit der Nebenwirkung mit steigender Dosis von Taranabant zunimmt. Das Gesamtprofil des Wirkstoffs rechtfertige deshalb die weitere Entwicklung nicht.
Quelle:
http://www.merck.com/newsroom/press_releases/research_and_development/2008_1002.html
Quelle:
http://www.merck.com/newsroom/press_releases/research_and_development/2008_1002.html
Mittwoch, 1. Oktober 2008
Kein erhöhtes ALS-Risiko durch CSE-Hemmer
Die amerikanische FDA hat eine Analyse publiziert, nach der kein Zusammenhang zwischen der Einnahme von CSE-Hemmern und dem Auftreten von amyotropher Lateralsklerose besteht. Die Analyse basiert auf den Daten von 41 kontrollierten Langzeit-Studien. Die Analyse ist in "Pharmacoepidemiology and drug safety" veröffentlicht.
http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2008/NEW01892.html
http://www3.interscience.wiley.com/journal/121395851/abstract?CRETRY=1&SRETRY=0
http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2008/NEW01892.html
http://www3.interscience.wiley.com/journal/121395851/abstract?CRETRY=1&SRETRY=0
Montag, 29. September 2008
Rote-Hand-Brief zu Ionsys (Fentanyl)
Janssen-Cilag hat einen Rote-Hand-Brief zu Ionsys verschickt. Darin informiert der Hersteller über den Rückruf aller Chargen von Ionsys® 40 Mikrogramm pro Dosis iontophoretisches transdermales System in den folgenden Ländern: Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Niederlanden, Slowenien, Schweden, Großbritannien, Irland, Singapur, Dänemark, Norwegen. Die Chargen werden als Vorsichtsmaßnahme freiwillig zurückgerufen, weil bei einigen Systemen einer einzelnen Charge Defekte entdeckt worden sind.
http://www.akdae.de/20/40/20080928.pdf
http://www.akdae.de/20/40/20080928.pdf
Donnerstag, 25. September 2008
Neue Zulassungsempfehlungen der EMEA - September 2008
Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EMEA hat in seinem Treffen im September 2008 u. a. für folgende Substanzen eine Zulassung empfohlen:
http://www.emea.europa.eu/htms/human/opinion/opinion.htm
http://www.emea.europa.eu/humandocs/Humans/EPAR/cancidas/50283008en.pdf
- Brinzolamid/Timolol (Azarga, Alcon Laboratories) zur Senkung des intraokulären Druckues bei Erwachsenen mit Glaukom oder okulärer Hypertension, bei denen mit einer Monotherapie der intraokuläre Druck unzureichend gesenkt werden kann.
- Sapropterin-Dihydrochlorid (Kuvan, Merck KGaA) zur Behandlung der Hyperphenylalaninämie bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren und mit Phenylketonurie (PKU). Sapropterin-Dihydrochlorid ist auch indiziert für die Behandlung der Hyperphenylalaninämia (HPA) bei Erwachsenen und Kindern mit Tetrahydrobiopterin (BH4)-Mangel
- Caspofungin (Cancidas, MSD Merck Sharp & Dohme) für Kinder ab 12 Monaten
http://www.emea.europa.eu/htms/human/opinion/opinion.htm
http://www.emea.europa.eu/humandocs/Humans/EPAR/cancidas/50283008en.pdf
Dienstag, 23. September 2008
Epileptologie im Elfenbeinturm?
Beim 8. European Congress on Epileptology sind die Wissenschaftler nicht an Journalisten interessiert, deshalb bekämen sie auch nicht den sonst weltweit üblichen kostenfreien Zugang zu den Kongressveranstaltungen. An den Berichten sei ja nur die Industrie interessiert, die müssten dann dafür bezahlen. So die Auskunft einer Mitarbeiterin der Kongressorganisation.
Vielleicht passt zu dieser Elfenbeinturmpolitik (oder Arroganz?) der Hinweis von Richard von Weizsäcker in einem Symposium der Stiftung Michael bei diesem Kongress, dass diese schreckliche Krankheit möglicherweise nicht genügend öffentliche Aufmerksamkeit erfahre.
Vielleicht wären die finanziellen Zuflüsse an die Gesellschaft weit höher, wenn offener über die Krankheit gesprochen würde, wenn mehr darüber geschrieben würde... Schon viele Gesellschaften haben den hohen Wert einer guten Zusammenarbeit mit Fachjournalisten erkannt - irgendwann wird vielleicht auch die International League against Epilesy (ILEA) aufwachen?
Nicht zu verstehen ist, dass Wissenschaftler nicht möchten, dass über ihre Ergebnisse geschrieben wird. Häufig leben sie vom Geld der Allgemeinheit, also von Steuergeldern. Dann hat die Allgemeinheit auch ein Recht darauf zu erfahren, welche Ergebnisse diese Forschungen haben.
Vielleicht passt zu dieser Elfenbeinturmpolitik (oder Arroganz?) der Hinweis von Richard von Weizsäcker in einem Symposium der Stiftung Michael bei diesem Kongress, dass diese schreckliche Krankheit möglicherweise nicht genügend öffentliche Aufmerksamkeit erfahre.
Vielleicht wären die finanziellen Zuflüsse an die Gesellschaft weit höher, wenn offener über die Krankheit gesprochen würde, wenn mehr darüber geschrieben würde... Schon viele Gesellschaften haben den hohen Wert einer guten Zusammenarbeit mit Fachjournalisten erkannt - irgendwann wird vielleicht auch die International League against Epilesy (ILEA) aufwachen?
Nicht zu verstehen ist, dass Wissenschaftler nicht möchten, dass über ihre Ergebnisse geschrieben wird. Häufig leben sie vom Geld der Allgemeinheit, also von Steuergeldern. Dann hat die Allgemeinheit auch ein Recht darauf zu erfahren, welche Ergebnisse diese Forschungen haben.
Freitag, 19. September 2008
MS-Atlas veröffentlicht
Beim Weltkongress für Multiple Sklerose wurde am 18. September 2008 der Atlas der MS vorgestellt, die bislang größe Übersicht weltweit mit Daten zur Multiplen Sklerose. Er umfasst 112 WHO-Mitgliedsländer und repräsentiert 88 Prozent der Weltbevölkerung. Unter anderem ergab die Datensammlung, dass es kein MS-freies Land gibt, und dass in keinem Land die Versorgung der Patienten als zufriedenstellend angesehen wird. Der Atlas und die Daten sind verfügbar unter
www.atlasofms.org.
Quelle:
Thomson AJ et al. World Congress on Treatment and Research in Multiple Sclerosis, September 17–20, 2008, Montréal, Canada, P423
www.atlasofms.org.
Quelle:
Thomson AJ et al. World Congress on Treatment and Research in Multiple Sclerosis, September 17–20, 2008, Montréal, Canada, P423
Samstag, 13. September 2008
Epothilone wirken bei Taxanresistenz
Epothilone sind eine neue Klasse von Chemotherapeutika, die sich durch eine hohe Aktivität auch gegen mehrfach resistente Tumoren auszeichnen. Die Abbildung zeigt die Struktur von Epothilon B:

In klinischer Entwicklung befinden sich zum Beispiel

Satellitensymposium BMS beim ESMO, Stockholm, 12.9.2008

In klinischer Entwicklung befinden sich zum Beispiel
- Ixabepilon (Bristol Myers Squibb): Halbsynthetisches Epothilon-B-Derivat, das sich in Phase III bei Mammakarzinom befindet

- Patupilon (Novartis): Epothilon B, in Phase III bei Ovarialkarzinom und anderen soliden Tumoren
- Sagopilon (BayerSchering): Synthetisches Epothilon-D-Derivat, in Phase II bei Brustkrebs und anderen soliden Tumoren
- KOS-1584 (Kosan Biosciences): Synthetisches Epothilon-D-Derivat, in Phase II bei soliden Tumoren
Satellitensymposium BMS beim ESMO, Stockholm, 12.9.2008
Montag, 8. September 2008
Progressive multifokale Leukenzephalopathie nach Rituximab
Der AkdÄ wurde der Fall einer 1941 geborenen Frau gemeldet, bei der im Mai 2000 ein follikuläres NHL diagnostiziert wurde. Die Patientin wurde zunächst nach dem CHOP-Schema behandelt und erhielt später wegen zwei Rezidiven weitere Chemotherapien (Fludarabin/Cyclophophamid, Bendamustin) kombiniert mit Rituximab. Im März 2007 wurde bei der Patientin eine progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) diagnostiziert.
Die PML ist eine seltene, demyelinisierende ZNS-Erkrankung, die meist tödlich verläuft oder zu schweren Behinderungen führt. Eine Therapie der PML existiert bislang nicht.
In der letzten Zeit haben Fälle von PML nach Therapie mit Natalizumab (Tysabri®) oder Rituximab Aufsehen erregt. Wie in dem beschriebenen Fall wurden Patienten, die nach Therapie mit Rituximab eine PML entwickelten, in der Regel auch mit anderen immunsuppressiven Zytostatika behandelt. Daher kann der Kausalzusammenhang mit Rituximab im Einzelfall nicht als gesichert eingestuft werden. Während bei Natalizumab vermutet wird, dass die Hemmung der Migration von Lymphozyten in das ZNS zur Entwicklung einer PML beiträgt, ist der Mechanismus, über den Rituximab zur Reaktivierung von JC-Viren führen könnte, bislang unklar.
Quelle:
http://www.akdae.de/20/20/Archiv/2008/20080905.html
Die PML ist eine seltene, demyelinisierende ZNS-Erkrankung, die meist tödlich verläuft oder zu schweren Behinderungen führt. Eine Therapie der PML existiert bislang nicht.
In der letzten Zeit haben Fälle von PML nach Therapie mit Natalizumab (Tysabri®) oder Rituximab Aufsehen erregt. Wie in dem beschriebenen Fall wurden Patienten, die nach Therapie mit Rituximab eine PML entwickelten, in der Regel auch mit anderen immunsuppressiven Zytostatika behandelt. Daher kann der Kausalzusammenhang mit Rituximab im Einzelfall nicht als gesichert eingestuft werden. Während bei Natalizumab vermutet wird, dass die Hemmung der Migration von Lymphozyten in das ZNS zur Entwicklung einer PML beiträgt, ist der Mechanismus, über den Rituximab zur Reaktivierung von JC-Viren führen könnte, bislang unklar.
Quelle:
http://www.akdae.de/20/20/Archiv/2008/20080905.html
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