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Mittwoch, 8. Oktober 2008

Tamoxifen-Chemoprävention: Frühere Diagnose von Rezeptor-negativem Brustkrebs

Bei Frauen mit hohem Risiko für Brustkrebs, die eine Chemoprävention mit Tamoxifen erhalten, werden Estrogen-Rezeptor-negative Mammakarzinome etwa ein Jahr früher diagnostiziert als ohne Tamoxifen. Dies ergab eine retrospektive Analyse des Breast Cancer Prevention trial, in dem 13.388 Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko randomisiert mit Tamoxifen oder Plazebo behandelt wurden. In der Nachbeobachtungszeit war bei 174 Frauen ein ER-positiver und bei 69 Frauen ein ER--Brustkrebs diagnostiziert worden. Die mediane Zeit bis zur Diagnose des ER+-Mammakarzinoms war mit 43 und 51 Monaten in der Placebo- und in der Tamoxifen-Gruppe ähnlich. In der ER--Gruppe unterschied sie sich jedoch signifikant, in der Placebo-Gruppe dauerte es 36 Monate bis zu Diagnose, in der Tamoxifen-Gruppe 24 Monate. Tamoxifen verändert das Risiko für ein Mammakarzinom und dessen Wachstum nicht. Möglicherweise wird durch die Tamoxifen-Einnahme der Tumor leichter nachweisbar.

Quelle
Shen Y, Costantino JP, Qin J. Tamoxifen chemoprevention treatment and time to first diagnosis of estrogen receptor-negative breast cancer. J Natl Cancer Inst 2008;100:1448 – 1453.

Montag, 2. Juni 2008

Zoledronsäure hat Antitumor-Wirkung

Das Bisphosphonat Zoledronsäure (Zometa®) verringert bei prämenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem frühem Mammakarzinom bei zusätzlicher Gabe zur postoperativen Hormontherapie das Risiko von Rezidiven und Todesfällen um 36 %. Dies ergab die Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group Trial 12 (ABCSG-12), deren Ergebnisse am 1. Juni 2008 bei der 44. Jahrestagung der American Society of Oncology in Chicago vorgestellt wurden.

In der österreichischen Studie wurde u. a. untersucht, ob Bisphosphonate zusätzlich zu endokriner Therapie das Rezidivrisiko für prämenopausale Frauen mit frühem Mammakarzinom weiter senken können. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, ob Aromatase-Hemmer im Vergleich zu Tamoxifen besser wirken.

In die offene, multizentrische Phase-III-Studie wurden 1803 prämenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom im Stadium I oder II und weniger als 10 befallenen Lymphknoten aufgenommen. Sie erhielten nach Operation und Bestrahlung alle mit Goserelin zur Ovarsuppression behandelt und erhielten dann randomsiert über drei Jahre Tamoxifen 20 mg/Tag ( n = 451), Anastrozol 1 mg/Tag (n = 453), Tamoxifen 20 mg/Tag plus Zoledronsäure 4 mg alle 6 Monate (n = 449) oder Anastrozol 1 mg/Tag plus Zoledronsäure 4 mg alle 6 Monate (n = 450).

Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben (DFS), sekundäre Endpunkte waren das rezidivfreie Überleben und das Gesamtüberleben.

Nach im Median 60 Monaten (31. März 2008) waren 137 (7,6 %) DFS-Ereignisse und 42 Todesfälle (2,3 %) eingetreten. Das krankheitsfreie Überleben unterschied sich zwischen der Anastrozol- und der Tamoxifen-Gruppe nicht.

Die zusätzliche Gabe von Zoledronsäure verbesserte jedoch das krankheitsfreie Überleben im Vergleich zur alleinigen endokrinen Therapie signifikant. Das relative Risiko für ein DFS-Ereignis wurde durch das Bisphosphonat um 36 % verringert (p <>

Die Verträglichkeit war gut, es traten keine unerwarteten Nebenwirkungen auf. Keine Kiefernekrosen und keine nephrotoxischen Wirkungen wurden beobachtet.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, so Professor Dr. Michael Gnant, Wien (links), dass bei prämenopausalen Frauen mit frühem Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom, also mit niedrigem bis mäßig hohem Risiko, eine Hormontherapie plus Zoledronsäure eine zytotoxische Chemotherapie ersetzen kann. Diese gut verträgliche Therapie kann die Lebensqualtität und die Therapie bei diesen Patientinnen weiter verbessern.

Quelle:

Gnant M, Adjuvant ovarian suppression combined with tamoxifen or anastrozole, alone or in combination with zoledronic acid, in premenopausal women with hormone-responsive, stage I and stage II breast cancer: first efficacy results from ABCSG-12. 44 ASCO, Chicago, 1. Juni 2008.

Mittwoch, 12. März 2008

Es ist nie zu spät..


für einen Aromatasehemmer wie Letrozol, denn die Therapie kann Rezidive eines Mammakarzinoms auch dann noch verhindern, wenn sie verspätet begonnen wird. Dies ergab die jetzt von Paul Goss, Boston (rechts, Foto: sh) et al . publizierte Nachbeobachtung der MA.17-Studie.

In der MA.17-Studie waren 5.187 Frauen mit hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom mit Letrozol oder Placebo behandelt worden. Die Studie wurde im Oktober 2003 abgebrochen, weil eine Zwischenauswertung nach 2,8 Jahren ergeben hatte, dass mit Letrozol nur 132 Frauen, mit Plazebo dagegen 207 Frauen ein Rezidiv erlitten hatten. Durch Letrozol wurde das rezidivfreie Überleben nach vier Jahren von 87 auf 93 % erhöht. Die Frauen im Plazebo-Arm konnten dann eine Letrozol-Behandlung beginnen, dafür entschieden sich 1.579 Patientinnen. Die nun publizierten Daten der Nachbeobachtung zeigen, dass die Rate der Rezidive von 4,9 % (Gruppe, die keine weitere Therapie wünschte) durch weitere Letrozol-Behandlung auf 2,0 % gesenkt wurde. Auch das Letalitätsrisiko und das Risiko, an einem Karzinom der anderen Brust zu erkranken, wurden verringert. Die verspätete Letrozol-Therapie verbessert unter Berücksichtigung eines gewissen Selektionsbias das krankheitsfreie Überleben nach 5,3 Jahren um 63 % und senkt das Risiko von Fernmetastasen um 61 %.

Nach fünf Jahren Tamoxifen wirkt eine weitere Therapie mit Letrozol weiterhin günstig und bessert die krankheitsfreie Überleben und das Gesamtüberleben. Diese Wirkung ist unabhängig vom Alter der Frau.

Bezahlt wird der Vorteil mit einer höheren Rate an Osteoporose.

Quellen:
Goss PE, et al . Late extended adjuvant treatment with letrozole improves outcome in women with early-stage breast cancer who complete 5 years of tamoxifen. J Clin Oncol 2008, 26: Published Ahead of Print on March 10, 2008 as 10.1200/JCO.2007.11.6798
http://jco.ascopubs.org/cgi/doi/10.1200/JCO.2007.11.6798

Muss HB et al. Efficacy, toxicity, and quality of life in older women with early-stage breast cancer treated with letrozole or placebo after 5 years of tamoxifen: ncic ctg intergroup trial MA.17. J Clin Oncol 2008, 26:
Published Ahead of Print on March 10, 2008 as 10.1200/JCO.2007.12.6334
http://jco.ascopubs.org/cgi/doi/10.1200/JCO.2007.12.6334