Mittwoch, 12. Juli 2023

Glofitamab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 7. Juli 2023 Glofitamab (Columvi, Roche) als Orphan Drug in Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) nach zwei oder mehr systemischen Behandlungslinien zugelassen.

Glofitamab ist ein T-Zell-aktivierender, bispezifischer anti-CD20/anti-CD3-Antikörper mit einer 2:1-Bindungsstruktur (2x CD20 : 1x CD3), der erste seiner Art zur Therapie des r/r DLBCL.

Durch die gleichzeitige Bindung an CD20 auf der B-Zelle und CD3 auf der T-Zelle führt Glofitamab zur Bildung einer immunologischen Synapse mit nachfolgender T-Zell-Aktivierung und -Proliferation, Sekretion von Zytokinen und Freisetzung von zytolytischen Proteinen, was zur Lyse von CD20-exprimierenden B-Zellen führt.

Die Zulassung basiert auf der offenen, multizentrischen Phase-I/II-Studie NP30179. In die Studie waren 155 Patienten mit stark vorbehandeltem, hoch refraktärem DLBCL eingeschlossen. 

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 21,2 Monaten sprachen unter der zeitlich begrenzten Monotherapie mit Glofitamab 40% der Patienten komplett an. Die Gesamtansprechrate betrug 52 % (95 %-KI  43,5-59,7). 

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EPAR der EMA

Montag, 10. Juli 2023

Futibatinib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 4. Juli 2023 Futibatinib (Lytgobi, Taiho Pharma) für die orale Monotherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Cholangiokarzinom mit einer FGFR2)Fusion oder einem FGFR2-Rearrangement zugelassen, das nach mindestens einer Vortherapie fortgeschritten ist. 


Futibatinib ist ein Tyrosinkinasehemmer, der FGFR 1, 2, 3 und 4 durch kovalente Bindung irreversibel hemmt. 
Futibatinib erhöht den Serumphosphatspiegel als Folge der FGFR-Hemmung. Zur Behandlung der Hyperphosphatämie werden eine phosphatsenkende Therapie und Dosisanpassungen empfohlen.
Wirksamkeit und Verträglichkeit des Tyrosinkinase-Inhibitors wurden in der multizentrischen, offenen, einarmigen Studie TAS120-101  bei vorbehandelten Patienten mit inoperablem lokal fortgeschrittenem
oder metastasiertem intrahepatischem Cholangiokarzinom untersucht. Dabei wurde ein Ansprechrate von 42% erreicht. Das Ansprechen hielt im Median 9,7 Monate an.

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Donnerstag, 29. Juni 2023

Mavacamten von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. Juni 2023 Mavacamten (Camzyos, BMS) für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit symptomatischer (New York Heart Association Klassifizierung, NYHA, Klasse II–III) hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) zugelassen.

Mavacamten ist ein selektiver, allosterischer und reversibler kardialer Myosin-Inhibitor. Mavacamten moduliert die Anzahl der Myosinköpfchen, die einen energiebereitstellenden Zustand erreichen können. So wird die Wahrscheinlichkeit für die Bildung von kraftentwickelnden Querbrückenverbindungen während der Systole und der Enddiastole reduziert (bzw. bei HCM normalisiert). Mavacamten bewirkt ferner eine Verschiebung des Gesamtmyosins hin zu einem energiesparenden, aber rekrutierbaren, superrelaxierten Zustand.

Die Wirksamkeit von Mavacamten wurde in einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten, multizentrischen, internationalen Parallelgruppenstudie der Phase III (EXPLORER-HCM) mit 251 Patienten untersucht.

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EPAR der EMA


Freitag, 9. Juni 2023

RSV-Vakzine von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 6. Juni 2023 eine rekombinante, adjuvantierte RSV-Vakzine (Arevyx, GSK) zur aktiven Immunisierung von Erwachsenen im Alter von 60 Jahren und älter zur Prävention von durch das Respiratorische Synzytial-Virus verursachten Erkrankungen der unteren Atemwege (Untere Atemwegserkrankung, LRTD) zugelassen.

Arexvy wurde durch die Kombination des RSV-spezifischen Antigens (F-Protein in Präfusionskonfirmation) mit einem Adjuvanssystem (AS01E) entwickelt, um die antigenspezifische zelluläre Immunantwort und die neutralisierende Antikörperantwort bei Personen mit bereits bestehender Immunität gegen RSV zu verstärken. Das Adjuvans AS01E erleichtert die Rekrutierung und Aktivierung von Antigen-präsentierenden Zellen, welche aus dem Impfstoff stammende Antigene in die drainierenden Lymphknoten transportieren, was wiederum zur Bildung von RSVPreF3-
spezifischen CD4-positiven T-Zellen führt.

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Ublituximab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 31.5.2023 Ublituximab (Briumvi, Propharma) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung, zugelassen.

Ublituximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper, der mit Hilfe rekombinanter DNA-Technologie in einem Klon der Ratten-Myelom-Zelllinie YB2/0 hergestellt wird. Er ist selektiv gegen CD20-exprimierende Zellen gerichtet.

Die Behandlung mit Ublituximab führt bereits ab dem ersten Tag nach Behandlungsbeginn zu der erwarteten pharmakologischen Wirkung einer raschen Depletion von CD19+-Zellen im Blut. Die Depletion hielt während der gesamten Behandlungsphase an. Die B-Zellzahl wird anhand von CD19 ermittelt, da im Assay die Erkennung von CD20 in Gegenwart von Ublituximab beeinträchtigt wird.

Wirksamkeit und Sicherheit von Ublituximab wurden u.a. in zwei randomisierten, doppelblinden, mit aktivem Vergleich kontrollierten klinischen Studien mit Double-Dummy-Verfahren (ULTIMATE I und ULTIMATE II) und identischem Design beurteilt. 

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EPAR der EMA

Mirikizumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26.5.2023 Mirikizumab (Omvoh, Lilly) für die parenterale Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa zugelassen, die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit zeigen.

Mirikizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper gegen Interleukin-23 (IL-23), der selektiv an die p19-Untereinheit des humanen IL-23-Zytokins bindet und dessen Wechselwirkung mit dem IL-23-Rezeptor hemmt.

In Phase-3-Studien zu Colitis ulcerosa wurden entzündliche Biomarker gemessen. Mirikizumab, das während der Induktionsphase alle 4 Wochen intravenös verabreicht wurde, reduzierte die Spiegel von fäkalem Calprotectin und C-reaktivem Protein von Studienbeginn bis Woche 12 signifikant. In der Erhaltungsphase, während der Mirikizumab alle 4 Wochen subkutan appliziert wurde, blieben über 40 Wochen die Spiegel von fäkalem Calprotectin und C-reaktivem Protein gleichermaßen signifikant reduziert.

Wirksamkeit und Sicherheit von Mirikizumab wurden bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa u.a. in zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen Studien untersucht.

Quelle
Info der EMA


Donnerstag, 11. Mai 2023

Pegunigalsidase alfa von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 4. Mai 2023 Pegunigalsidase alfa (Elfabrio, Chiesi) für eine langfristige Enzymersatztherapie bei erwachsenen Patienten mit bestätigter Morbus Fabry Diagnose (Mangel an α-Galaktosidase) zugelassen.

Pegunigalsidase alfa ist ein kovalentes Konjugat von prh-alpha-GAL-A mit Macrogol (Polyethylenglycol - PEG). Pegunigalsidase alfa wird in Tabakzellen (Nicotiana tabacum BY-2-Zellen) mit rekombinanter DNA-Technologie hergestellt. 

Pegunigalsidase alfa ist eine pegylierte rekombinante Form der menschlichen α-Galaktosidase A. Die Aminosäurensequenz der rekombinanten Form ähnelt der des natürlich vorkommenden menschlichen Enzyms.

Pegunigalsidase alfa ergänzt oder ersetzt α-Galaktosidase A, das Enzym, das die Hydrolyse der endständigen α-Galaktosylgruppen von Oligosacchariden und Polysacchariden im Lysosom katalysiert, wodurch die Anreicherung von Globotriaosylceramid (Gb3) und Globotriaosylsphingosin (Lyso-Gb3) verringert wird.

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Info der EMA

Ivosidenib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 4. Mai 2023 Ivosidenib als Orphan Drug in Kombination mit Azacitidin für die orale Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer Isocitratdehydrogenase-1(IDH1)-R132-Mutation zugelassen, die für eine Standard-Induktionschemotherapie nicht in Frage kommen. In Monotherapie wird es angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Cholangiokarzinom mit einer IDH1-R132-Mutation, die zuvor bereits mit mindestens einer systemischen Therapie behandelt worden sind. 


Ivosidenib hemmt das mutierte Enzym IDH1, das alpha-Ketoglutarat (α-KG) in 2-Hydroxyglutarat (2-HG) umwandelt. Hierdurch wird die zelluläre Differenzierung blockiert und die Tumorentstehung gefördert. Der Wirkungsmechanismus von Ivosidenib ist nicht vollständig geklärt, abgesehen von seiner Fähigkeit, 2-HG zu reduzieren und die zelluläre Differenzierung wiederherzustellen.

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EPAR der EMA

Dienstag, 25. April 2023

Vadadustat von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 24. April 2023 Vadadustat (Vafseo, Akebia) für die orale Behandlung von symptomatischer Anämie infolge chronischer Nierenerkrankung bei Erwachsenen, die eine chronische Erhaltungsdialyse erhalten, zugelassen.

Vadadustat ist ein Inhibitor der Hypoxie-induzierbaren-Faktor (HIF)-Prolylhydroxylase. Er führt zu einem Anstieg der zellulären Spiegel von Hypoxie-induzierbarem Faktor und regt dadurch die endogene Erythropoetin(EPO)-Bildung an. Hierdurch wird die Eisenmobilisation verstärkt und die Produktion von Erythrozyten erhöht, was in einem allmählichen Anstieg des Hb-Werts resultiert.

Wirksamkeit und Sicherheit von Vadadustat wurden bei einmal täglicher Anwendung in der Behandlung einer Anämie bei erwachsenen Dialyse-Patienten mit CKD im Vergleich zu Darbepoetin alfa in zwei globalen multizentrischen, randomisierten, aktiv kontrollierten, offenen klinischen Studien (INNO2VATE 1 und INNO2VATE 2) untersucht. 

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EPAR der EMA


Niraparib/Abirateronacetat-Kombination von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 19. April 2023 die Kombination aus Niraparib und Abirateronacetat als Akeega (Janssen-Cilag) zusätzlich zu Prednison oder Prednisolon für die Behandlung von Männern mit Kastrations-resistentem Prostatakarzinom und BRCA-1/2-Mutationen zugelassen, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert ist.