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Montag, 4. Juni 2012

Patienten mit Nierenzellkarzinom bevorzugen Pazopanib

Mehr Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom bevorzugen als Erstlinientherapie Pazopanib (Votrient) als Sunitinib (Sutent) vor allem wegen der besseren Lebensqualität und der seltener Fatigue. Dies ergab die randomisierte Crossover-Studie PISCES (Patient preference study of Pazopanib versus Sunitinib in advanced or metastatic kidney cancer), die bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology am 2. Juni 2012 in Chicago vorgestellt wurde.
In der von GlaxoSmithKline finanziell unterstützten, randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie PISCES erhielten 169 Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom als Erstlinientherapie jeweils über zehn Wochen Pazopanib (800 mg/Tag) oder Sunitib 50 mg/Tag (4 Wochen, 2 Wochen Pause). Nach einer zweiwöchigen Pause wurden die Patienten in Periode 2 mit der jeweils anderen Substanz nochmals über zehn Wochen behandelt. Am Ende der Studie nach 22 Wochen wurden die noch verblindeten Patienten befragt, ob sie die erste oder zweite Therapie bevorzugten oder keine Präferenz haben und warum sie sich so entschieden haben.
Der Unterschied im primären Endpunkt war erstaunlich deutlich: 70 % der Patienten bevorzugten Pazopanib, während 22 % Sunitinib bevorzugten und 8 % keine Präferenz angaben. Gründe für die Bevorzugung von Pazopanib waren vor allem bessere Lebensqualität, weniger Fatigue, weniger Geschmacksveränderungen, weniger Übelkeit und Erbrechen. Auch 61 % der Ärzte bevorzugten Pazopanib, während 22 % Sunitinib den Vorzug gaben und 17 % keine Präferenz hatten.
Auf die Wirksamkeit von Pazopanib und Sunitinib erlauben diese Ergebnisse jedoch keine Rückschlüsse, sie ist eine Ergänzung zu direkten Vergleichsstudien wie der Phase-III-Studie COMPARZ (Comparing the efficacy, safety, and tolerability of pazopanib vs sunitinib in first-line advanced and/or metastatic renal cell carcinoma), deren Ergebnisse in Kürze erwartet werden.


Quelle
Escudier B, et al. Patient preference between pazopanib (Paz) and sunitinib (Sun): Results of a randomized double-blind, placebo-controlled, cross-over study in patients with metastatic renal cell carcinoma (mRCC)—PISCES study, NCT 01064310. ASCO 2012, Chicago, 2. Juni 2012, J Clin Oncol 2012;30 (suppl; abstr CRA4502)

Sonntag, 22. Mai 2011

FDA: Zulassungserweiterung für Sunitinib

Die Food and Drug Administration (FDA) hat die Zulassung von Sunitib (Sutent) auf die Behandlung von Patienten mit progressiven neuroendokrinen Tumoren im Pankreas (PNET) erweitert.

Der Tyrosinkinaseinhibitor Sunitinib (Sutent) ist nun die zweite Therapieoption nach Everolimus (Afinitor) (siehe med|pharm|text-Blog), die in diesem Monat von der FDA für die Behandlung von PNET zugelassen wurde.
Sicherheit und Wirksamkeit von Sunitinib wurde in einer Studie mit 171 patients mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittener Erkrankung im Vergleich zu Plazebo untersucht. Das progressionsfreie Überleben betrug in der Sunitinib-Gruppe 10,2 Monate, in der Plazebo-Gruppe 5,4 Monate. Die häufigsten Nebenwirkungen von Sunitinib waren Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fatigue, Anorexie, hoher Blutdruck, Asthenie, Bauchschmerzen, Änderungen der Haarfarbe, Stomatitis und Neutropenie.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 20. Mai 2011

Freitag, 3. Dezember 2010

Rote-Hand-Brief zu Kieferosteonekrosen bei Behandlung mit Sunitinib und Bisphosphonaten

Der Hersteller von Sunitinib informiert in einem Rote-Hand-Brief zum möglichen Risiko von Kieferosteonekrosen bei Behandlung mit Sunitinib (Sutent®) und gleichzeitiger oder vorheriger Anwendung von Bisphosphonaten.

Der Hersteller informiert über Fälle von Kieferosteonekrosen, die in Verbindung mit Sunitinib berichtet wurden. Die Mehrzahl der betroffenen Patienten hatte gleichzeitig oder zuvor intravenös Bisphosphonate erhalten, für die eine Kieferosteonekrose ein bekanntes Risiko darstellt. Eine Behandlung mit Sunitinib könnte jedoch einen zusätzlichen Risikofaktor darstellen. Vor einer Therapie mit Sunitinib wird eine zahnärztliche Kontrolle und ggf. eine präventive zahnärztliche Behandlung empfohlen. Bei Patienten, die zuvor oder gleichzeitig intravenös Bisphosphonate erhalten haben oder erhalten, sollten invasive zahnärztliche Eingriffe nach Möglichkeit vermieden werden.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail 2010-125

Rote-Hand-Brief

Freitag, 22. Oktober 2010

EMA: Indikationserweiterung für Ranibizumab, Dasatinib und Sunitinib empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) empfahl in seiner Sitzung vom Oktober 2010 die Indikationen von drei bereits zugelassenen Arzneimitteln zu erweitern.
  • Ranibizumab (Lucentis, Novartis) zur Behandlung von Sehstörungen aufgrund von diabetischem Makulaödem.
  • Dasatinib (Sprycel, Bristol-Myers Squibb) zur Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter Philadelphiachromosom-positiver chronisch myeloischer Leukämie in der chronischen Phase.
  • Sunitinib (Sutent, Pfizer) zur Behandlung von nicht resezierbaren oder metastasierten gut differenzierten pankreatischen progredienten neuroendokrinen Tumoren bei Erwachsenen.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 22. Oktober 2010

Dienstag, 15. Juli 2008

Rote-Hand-Brief zu Avastin

Roche Pharma hat in einem Rote-Hand-Brief über neue, sicherheitsrelevante Erkenntnisse zu der bisher nicht zugelassenen Kombination aus Bevacizumab und Sunitinibmaleat berichtet. In einer Dosisfindungsstudie der Phase I traten bei einigen Patienten unter dieser Kombination Laborwertveränderungen auf, die auf eine mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA) schließen ließen.
Quelle:
http://www.akdae.de/20/40/Archiv/2008/20080711.pdf

Mittwoch, 4. Juni 2008

Everolimus verlängert progressionsfreies Überleben bei Nierenzellkarzinom

Der m-Tor-Hemmer Everolimus verlängerte im Vergleich zu optimaler supportiver Therapie (BSC) das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom, die auf eine Therapie mit Tyrosinkinase-Hemmern nicht mehr ansprachen. Dies ergab die RECORD-1-Studie (Renal cell cancer treatment with oral RAD001 given daily), die beim ASCO 2008 vorgestellt wurde.
In die doppelblinde, Plazebo-kontrollierte, multizentrische Studie wurden 410 Patienten mit Nierenzellkarzinom aufgenommen, deren Erkrankung sich trotz einer Therapie z. B. mit Sorafenib oder Sunitinib verschlechtert hatte. Sie wurden mit
Everolimus 10 mg/Tag in Kombination oder mit Plazebo jeweils in Kombination mit BSC behandelt.
Primärer Endpunkt der RECORD-1 Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS). Sekundäre Endpunkte waren unter anderem Gesamtüberleben, Anprechrate, Lebensqualität und Sicherheit.

Nach der zweiten Analyse am 15. Oktober 2007 wurde die Studie wegen deutlicher Überlegenheit von Everolimus gestoppt (siehe http://medpharmtext.blogspot.com/2008/03/phase-iii-studie-mit-everolimus-rad0
01.html). Die Therapie dauerte im Median in der Everolimus-Gruppe 95, in der Plazebo-Gruppe 57 Tage.
Der primäre Endpunkt, das progressionsfreie Überleben, wurde durch Everolimus signifikant von 1,9 auf 4,0 Monate verlängert. Das relative Risiko für eine Progression wurde durch den mTOR-Hemmer um 70 % gesenkt (Hazard Ratio 0,30; 0.22- 0.40; p-Wert <>

Im Gesamtüberleben, in der Ansprechrate und in der Lebensqualität gab es zwischen der Everolimus- und der Plazebo-Gruppe keinen signifikanten Unterschied.
Die häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten der
Everolimus-Gruppe waren Stomatitis (40 %), Schwächegefühl (37 %) und Hautausschlag (25 %). Grad-3/4 Nebenwirkungen waren mit ≥ 1 % selten.
Everolimus ist die bislang einzige Substanz, für die damit ein klinisches Nutzen für die Behandlung von Patienten mit TKI-vorbehandeltem Nierenzellkarzinom nachgewiesen werden konnte.

Quelle
Motzer R, et al. RAD001 (Everolimus) plus best supportive care (BSC) vs BSC plus placebo in patients with metastatic renal cell carcinoma (RCC), after progression on VEGFr-TKI therapy. 44. ASCO 2008, Chicago, 31. Mai 2008.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Wirkt Sunitinib kardiotoxisch?

Der Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib (Sutent) hat möglicherweise kardiotoxische Wirkungen, so die Ergebnisse einer retrospektiven Studie, die im Lancet publiziert wurde. In einer Phase-I/II-Studie war Sunitib bei Patienten mit Imatinib-resistenten gastrointestinalen Stromatumor untersucht worden. Sechst der 75 mit Sunitinib behandelten Patienten hatten, so ergab nun die retrospektive Auswertung, Symptome einer mäßigen bis schweren Herzinsuffizienz, zwei erlitten einen Herzinfarkt. Insgesamt traten damit bei 11 % der Patienten kardiotoxische Wirkungen auf. Hinzu kamen noch subklinische Störungen wie verminderte linksventrikuläre Auswurffraktion und Blutdruckanstieg.
Die Autoren raten deshalb, bei der Anwendung des Tyrosinkinase-Hemmers auf derartige unerwünschte Wirkungen zu achten.

Chu TF, et al. Cardiotoxicity associated with tyrosine kinase inhibitor sunitinib. Lancet 2007; 370:2011-2019, DOI:10.1016/S0140-6736(07)61865-0