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Montag, 27. September 2010

EU: Fosaprepitant zur Einmalgabe zugelassen

Die EU hat Fosaprepitant (Ivemend) als intravenöse Einmalgabe zugelassen.

Fosaprepitant wird als Teil einer Kombinationstherapie zur Prävention akuter und verzögerter Übelkeit und Erbrechen bei hoch emetogener auf Cisplatin basierender Chemotherapie sowie bei moderat emetogener Chemotherapie eingesetzt. Im Gegensatz zu Fosaprepitant 115 mg, das an Tag 1 der Chemotherapie intravenös infundiert wird, gefolgt von je einer 80-mg-Kapsel Aprepitant an den Tagen 2 und 3, ist nach der Verabreichung von Fosaprepitant 150 mg an Tag 1 der Chemotherapie keine weitere orale Gabe von Aprepitant an den Tagen 2 und 3 erforderlich.

Dienstag, 18. August 2009

Casopitant bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen

Casopitant ist ein Neurokinin-1-Rezeptorantagonist, der sich zur Prävention der Chemotherapie-induzierten Übelkeit und Erbrechen (CINV) in Phase III der klinischen Prüfung befindet.
Eine Phase-III-Studie mit 800 Patienten, die mit hoch emetogener Chemotherapie behandelt wurden, ergab, dass zusätzlich zu Ondansetron und Dexamethason gegeben die Prävention von CINV weiter verbessern kann. Die Daten deuten darauf hin, dass dieser Effekt mit einer einmaligen oralen Gabe erreicht werden kann. Dies könnte zu einer Vereinfachung des Antiemese-Schemas beitragen. In der Studie war Casopitant als orale Einmalgabe oder über drei Tage (initial i.v., dann oral) angewendet wurden, die Einmal- und die Dreimalgabe wurden jedoch nicht direkt verglichen. Darüber hinaus steht ein direkter Vergleich mit Aprepitant aus.

Quelle:
Grunberg SM, et al. Efficacy and safety of casopitant mesylate, a neurokinin1 (NK1)-receptor antagonist, in prevention of chemotherapy-induced nausea and vomiting in patients receiving cisplatin-based highly emetogenic chemotherapy: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet Oncol 2009;10:549-58.
DiMaio M, et al. Registrative trials of antiemetic drugs: arrival or starting point? Lancet Oncol 2009;10:533-34.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Brustkrebs: Capecitabin nicht bei Älteren

Eine Standard-Chemotherapie ist bei Mammakarzinom-Patientinnen über 65 Jahren in der adjuvanten Therapie besser wirksam als Capecitabin. Bei der Auswahl der Chemotherapie sollten mit Blick auf die kardiotoxischen Effekte eher neuere nichtanthracyclinhaltige Schemata in Betracht gezogen werden.
Dies ergab die Studie 49907 der Cancer and Leukemia Group B (CALGB), in der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer adjuvanten Therapie mit Capecitabin oder einer Chemotherapie aus Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil (CMF) bzw. Doxorubicin und Cyclophosphamid verglichen wurden.
Aufgenommen wurden 633 Frauen im Alter ab 65 Jahren in gutem Allgemeinzustand, die an einem operablen Adenokarzinom der Brust litten. Nach der ersten Zwischenanalyse wurden wegen Unterlegenheit von Capecitabin keine weiteren Frauen mehr in die Studie aufgenommen. Die mediane Nachbeobachtungszeit zum Zeitpunkt der Datenanalyse betrug 2,4 Jahre. Die Rückfall- und Sterberaten waren in der Capecitabin-Gruppe fast doppelt so hoch, wie in der Chemotherapie-Gruppe. Die Hazard-Ratio für rückfallfreies Überleben unter Capecitabin versus Chemotherapie betrug 2,09 (1,38 – 3,17, p < 0,001), für das Gesamtüberleben 1,85 (1,11-3,08, p = 0,02). Nach drei Jahren überlebten in der Capecitabin-Gruppe 68% der Frauen ohne Rückfall, in der Chemotherapie-Gruppe waren es 85%.
Eine nicht im Protokoll vorgesehen Post-hoc-Analyse zeigte, dass bei Frauen mit Hormonrezeptor-negativen Tumoren bei Behandlung mit Capecitabin das Risiko für einen Rückfall vierfach höher (HR = 4,39, p < 0,001), das Sterberisiko dreifach höher (HR = 3,76, p < 0,001) war als bei Behandlung mit Chemotherapie. Mehr Frauen in der Chemotherapie-Gruppe litten unter schweren Nebenwirkungen.

Quelle:
Muss HB, et al. Adjuvant chemotherapy in older women with early-stage breast cancer. N Engl J Med 2009;360:2055-2065.

Dienstag, 26. Februar 2008

Gastroösophageales Karzinom: Capecitabin plus Oxaliplatin

Bei Patienten mit metastasiertem Magen- und Ösophagus-Karzinom kann die belastende Dauerinfusion von Fluorouracil durch eine orale Therapie mit dem Fluoropyrimidin Capecitabin (Xeloda®) und Cisplatin durch das Platinderivat Oxaliplatin (Eloxatin®) ersetzt werden. Dies ergab die REAL-2-Studie (Randomized ECF for Advanced and Locally Advanced Esophagogastric Cancer 2), Phase-III-Studie im 2 x 2-Design, in der 1.002 Patienten in einen der folgenden Behandlungsarme randomisiert wurden

  • Epirubicin, Cisplatin, Fluorouracil (ECF) (n = 263)
  • Epirubicin, Cisplatin, Capecitabin (ECX) (n = 250)
  • Epirubicin, Oxaliplatin, Fluorouracil (EOF) (n = 245)
  • Epirubicin, Oxaliplatin, Capecitabin (EOX) (n = 244)

Primäres Ziel war der Nachweis der Nichtunterlegenheit in der Wirkung auf das Gesamtüberleben von Capecitabin versus Fluorouracil und von Oxaliplatin versus Cisplatin in der Per-Protokoll-Analyse.
Die REAL-2-Studie ergab, dass die Dreifachkombination aus Capecitabin, Oxaliplatin und Epirubicin mindestens vergleichbar gut wirksam und verträglich wie die bisherige Standardtherapie ist. Vorteilhaft ist, dass mit dieser Kombination die Unannehmlichkeiten (Implantation eines Ports, Pumpe) und Komplikationen, die mit der Fluorouracil-Dauerinfusion verbunden sind, vermieden werden. Darüber hinaus werden Krankenhaus- und Praxisaufenthalte verkürzt.


Quelle:
Cunningham D et al. Capecitabine and oxaliplatin for advanced esophagogastric cancer. N Engl J Med. 2008; 358: 36-46.

Freitag, 4. Januar 2008

Bevacizumab bei Brustkrebs

Die Ergebnisse einer beim San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) am vorgestellten Phase-II-Studie deuten darauf hin, dass der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (Avastin) bei Frauen mit Brustkrebs nach der Operation zusammen mit Anthracyclinen als kurative Therapie eingesetzt werden kann. Dies muss nun in einer Phase-III-Studie weiter untersucht werden.
In der E2104-Studie wurden 226 Frauen mit Lymphknoten-positivem Brustkrebs nach Mastektomie wie folgt behandelt:
  • Gruppe A: Dosisdichte Kombination aus Doxorubicin plus Cyclosposphamid plus Bevacizumab, gefolgt von Paclitaxel plus Bevacizumab, gefolgt von Bevacizumab allein. Bevacizumab wurde in einer Dosierung von 10 mg/kg KG alle 2 Wochen über 1 Jahr gegeben
  • Gruppe B: Dosisdichte Kombination aus Doxorubicin plus Cyclosposphamid, gefolgt von Paclitaxel plus Bevacizumab, gefolgt von Bevacizumab allein. Bevacizumab wurde in einer Dosierung von 10 mg/kg KG alle 2 Wochen über 1 Jahr gegeben
Primärer Endpunkt war die Inzidenz klinisch nachweisbarer kardialer Dysfunktion. Hierzu wurde die Funktion des linken Ventrikels während der Therapie und sechs Monate danach untersucht.
Die Studienergebnisse zeigten, dass durch die zusätzliche Gabe des Angiogenese-Hemmers keine Verschlechterung der Herzfunktion zu beobachten war. Daher sind nun Phase-III-Studien geplant, um die Substanz in der adjuvanten Therapie weiter zu untersuchen.
  • Das Phase-III-Programm umfasst zwei Studien bei Her-2-negativen Patientinnen:
  • In die E5103-Studie sollen 4950 Frauen aufgenommen werden, bei denen eine Anthracylin-haltige Chemotherapie mit und ohne Bevacizumab verglichen wird.
  • In die Beatrice-Studie sollen 2530 Frauen aufgenommen werden, die nicht für eine Hormontherapie in Frage kommen und die mit einer Standard-Chemotherapie mit und ohne Bevacizumab behandelt werden.
In der BETH-Studie sollen Her-2-positive Frauen aufgenommen werden, bei denen Bevacizumab plus Trastuzumab in Kombination mit etablierten Chemotherapie-Regimen eingesetzt wird.

Quellen
  1. Miller KD, O'Neill A, Perez EA, Seidman AD, Sledge GW. Indiana University Cancer Center, Indianapolis, IN; Dana Farber Cancer Institute; Mayo Clinic; Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Phase II feasibility trial incorporating bevacizumab into dose dense doxorubicin and cyclophosphamide followed by paclitaxel in patients with lymph node positive breast cancer: a trial of the Eastern Cooperative Oncology Group (E2104). Poster 3063: San Antonio Breast Cancer Symposium, 13. bis 16. Dezember 2007.
  2. http://www.presseportal.de/pm/24678/1103951/roche_pharmaceuticals/rss

Mittwoch, 2. Januar 2008

Wirkt Sunitinib kardiotoxisch?

Der Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib (Sutent) hat möglicherweise kardiotoxische Wirkungen, so die Ergebnisse einer retrospektiven Studie, die im Lancet publiziert wurde. In einer Phase-I/II-Studie war Sunitib bei Patienten mit Imatinib-resistenten gastrointestinalen Stromatumor untersucht worden. Sechst der 75 mit Sunitinib behandelten Patienten hatten, so ergab nun die retrospektive Auswertung, Symptome einer mäßigen bis schweren Herzinsuffizienz, zwei erlitten einen Herzinfarkt. Insgesamt traten damit bei 11 % der Patienten kardiotoxische Wirkungen auf. Hinzu kamen noch subklinische Störungen wie verminderte linksventrikuläre Auswurffraktion und Blutdruckanstieg.
Die Autoren raten deshalb, bei der Anwendung des Tyrosinkinase-Hemmers auf derartige unerwünschte Wirkungen zu achten.

Chu TF, et al. Cardiotoxicity associated with tyrosine kinase inhibitor sunitinib. Lancet 2007; 370:2011-2019, DOI:10.1016/S0140-6736(07)61865-0

Präoperative Chemotherapie bei Mammakarzinom

In der Dezemberausgabe der Annals of Oncology sind aktualisierte Empfehlungen einer Expertengruppe zur präoperativen Chemotherapie bei Patientinnen mit operablem Mammakarzinom erschienen: http://annonc.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/18/12/1927?etoc.

In der Publikation wird noch von neoadjuvanter Chemotherapie gesprochen. Um der in der Onkologie herrschenden Begriffsverwirrung etwas vorzubeugen, empfehlen einige Experten, von präoperativer Chemotherapie zu sprechen. Dieser Begriff ist sehr viel eindeutiger und verständlicher - deshalb kann man sich diesem Vorschlag nur anschließen.

Off-Label-Use in der Onkologie

Die ESMO (europäische Gesellschaft für Onkologie) hat ein Positionspapier zum Off-Label-Use von Arzneimitteln in der Onkologie publiziert: http://annonc.oxfordjournals.org/cgi/content/full/18/12/1923?etoc