Donnerstag, 28. August 2025
Nirogacestat von der EU-Kommission zugelassen
Aminosäuren von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 28. Juli 2025 eine Aminosäurenmischung (Maapliv, Recordati Rare Diseases) zugelassen, die ab Geburt intravenös angewendet bei Patienten mit Ahornsirupkrankheit (MSUD) im Falle einer Episode akuter Dekompensation, falls orale und enterale Präparate ohne verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA-freie Formeln) nicht in Frage kommen.
Maapliv ist eine von verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) freie Lösung zur Versorgung mit 7 essentiellen und 9 nichtessentiellen Aminosäuren als physiologische Substrate für die Proteinsynthese. Bei Patienten mit MSUD-Dekompensation bewirkt die BCAA-freie Lösung in Verbindung mit der Gabe von Kohlenhydraten und Lipiden eine Verhinderung bzw. Umkehr des Proteinkatabolismus und Förderung des Anabolismus, wodurch der resultierende Alpha-Ketosäuren-Spiegel reduziert wird.
Das klinische Studienprogramm umfasst 4 retrospektive Studien unter Beteiligung von Patienten mit Ahornsirupkrankheit (MSUD), die bei Episoden akuter Dekompensation eine intravenöse, von verzweigtkettigen Aminosäuren freie (BCAA-freie) Lösung erhielten.
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Tegomil Fumarat von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 28. Juli 2025 Tegomil Fumarat (Riulvy, Neuraxpharm) zur oralen Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab 13 Jahren mit schubförmig remittierender multipler Sklerose zugelassen.
Tegomil Fumarat ist wie Dimethylfumarat ein Immunmodulator. Das Prodrug wird im Körper in den aktiven Metaboliten Monomethylfumarat umgewandelt , welcher die therapeutische Wirkung entfaltet, Der Wirkungsmechanismus von Tegomilfumarat ist noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass es über seinen Hauptmetaboliten Monomethylfumarat wirkt. Dieser Metabolit aktiviert den Nrf2-Transkriptionsweg, der Entzündungen reduziert, die Aktivität von Immunzellen moduliert und so die Zellen des zentralen Nervensystems vor Schäden schützt.
Tegomil Fumarat ist ein Hybridarzneimittel von Dimethylfumarat, das seit dem 30. Januar 2014 in der EU zugelassen ist. Es enthält einen anderen Wirkstoff , wirkt aber über denselben aktiven Metaboliten wie Dimethylfumarat, nämlich Monomethylfumarat.
Studien haben die zufriedenstellende Qualität von Tegomil Fumarat und seine Bioäquivalenz mit dem Referenzprodukt Dimethylfumarat nachgewiesen .
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Tegomil Fumarat zählen Hitzewallungen und gastrointestinale Beschwerden (z. B. Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen).
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Mittwoch, 30. Juli 2025
Belantamab Mafodotin von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 23. Juli 2025 Belantamab Mafodotin (Blenrep, GSK) bei Erwachsenen zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom zugelassen:
• in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten, die bereits mindestens eine Therapie erhalten haben; und
• in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bei Patienten, die bereits mindestens eine Therapie, darunter Lenalidomid, erhalten haben.
Das ADC Belantamab Mafodotin war bereits im August zur Monotherapie von vorbehandelten MM-Patienten bedingt zugelassen worden. Der Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EMA hat jedoch im Dezember 2023 die Zulassung nicht erneuert.
Nun wurde das ADC als Teil von Kombinationstherapien erneut zugelassen. Die Zulassung basiert auf den Wirksamkeitsergebnissen in den Phase-III-Studien DREAMM-7 und DREAMM-8 bei rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom.
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Info der EMA
Inavolisib von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 18. Juli 2025 Inavolisib (Itovebi, Roche) in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant zugelassen zur oralen Behandlung von erwachsenen Patienten mit PIK3CA-mutiertem, Östrogenrezeptor (ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, wenn während einer adjuvanten endokrinen Behandlung oder innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss einer adjuvanten endokrinen Behandlung ein Rezidiv auftritt.
Inavolisib ist ein Inhibitor der katalytischen Untereinheit der Phosphatidylinositol-4,5-Bisphosphat-3-Kinase (PI3K). Darüber hinaus fördert Inavolisib den Abbau von mutiertem p110α (mutant degrader). Der PI3K-Signalweg ist bei HR-positivem Brustkrebs häufig fehlreguliert, oft aufgrund aktivierender PIK3CA-Mutationen. Mit seinem dualen Wirkmechanismus hemmt Inavolisib die Aktivität nachgeordneter Ziele des PI3K-Signalweges einschließlich AKT, was zu einer verringerten zellulären Proliferation und zur Apoptoseinduktion in PIK3CA-mutierten Brustkrebszelllinien führt.
Die Wirksamkeit von Itovebi in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant wurde in randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie INANVO 120 bei erwachsenen Patienten mit PIK3CA-mutiertem, HR-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs untersucht, deren Erkrankung während einer adjuvanten endokrinen Behandlung oder innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss einer adjuvanten endokrinen Therapie (endokrin-resistent)fortschritt, und die davor keine systemische Therapie für ihre lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung erhalten hatten.
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Mirdametinib von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 17. Juli 2025 Mirdametinib (Ezmekly, SpringWorks Therap.) als Orphan Drug bedingt zur oralen Monotherapie symptomatischer, inoperabler plexiformer Neurofibrome (PN) bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten mit Neurofibromatose Typ 1 (NF1) ab 2 Jahren zugelassen.
Mirdametinib ist ein selektiver, nicht kompetitiver Inhibitor der Mitogen-aktivierten Proteinkinasen 1 und 2 (MEK1/2). Die MEK-Inhibition kann die Proliferation und das Überleben von Tumorzellen, bei denen der RAF/MEK/ERK-Signalweg aktiviert ist, hemmen.
In der ReNeu-Studie, einer multizentrischen, unverblindeten einarmigen Phase-II-Studie mit 114 Patienten im Alter von ≥ 2 Jahren mit symptomatischem inoperablem, signifikante Morbidität verursachendem NF1‑PN, wurde die Wirksamkeit von Mirdametinib untersucht.
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Epar der EMA
Obecabtagen Autoleucel von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 17. Juli 2025 Obecabtagen Autoleucel (Aucatzyl, Autolus GmbH) als Orphan Drug bedingt zur Behandlung von erwachsenen Patienten ab 26 Jahren mit rezidivierter oder refraktärer (r/r) B-lymphoblastischer Leukämie (B-ALL) zugelassen.
Das gegen 41BB-ζ CD19-gerichtete CAR-T-Zell-Therapeutikum Obecabtagen autoleucel (Obe-cel) besteht aus patienteneigenen T-Zellen, die so verändert wurden, dass sie einen CAR exprimieren, der CD19-On-Target-Zellen über die murine CAT13.1E10-Hybridom (CAT)-Bindungsdomäne erkennt. Die Bindung von Anti-CD19 (CAT)-CAR-positiven T-Zellen an CD19-exprimierte On-Target-Zellen, wie Krebszellen und normale B-Zellen, führt zur Aktivierung der Anti-CD19 (CAT)-CAR-positiven T-Zellen und nachgeschalteten Signaltransduktion über die CD3-Zeta-Domäne. Die Proliferation und Persistenz durch die Anti-CD19 (CAT)-CAR-positiven T-Zellen nach der Aktivierung werden durch das Vorhandensein der 4-1BB-Co-stimulatorischen Domäne verstärkt. Diese Bindung an CD19 führt zu Anti-Tumor-Aktivität und zur Abtötung CD19-exprimierender Zielzellen.
Wirksamkeit und Sicherheit von Obecabtagen Autoleucel wurden in der offenen, multizentrischen, einarmigen Phase-Ib/II-Studie FELIXbei erwachsenen Patienten mit r/r B-ALL untersucht.
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Diflunisal von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 17. Juli 2025 Diflunisal (Attrogy, Purpose Pharma International) bei erwachsenen Patienten mit Polyneuropathie im Stadium 1 oder 2 zur oralen Behandlung der hereditären Transthyretin-vermittelten Amyloidose (hATTR-Amyloidose) zugelassen.
Freitag, 4. Juli 2025
Deutivacaftor/Tezacaftor/Vanzacaftor von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 19. Juni 2025 als Orphan Drug Deutivacaftor/Tezacaftor/Vanzacaftor (Alyftrek) zur zur oralen Behandlung der zystischen Fibrose (CF) bei Patienten ab 6 Jahren zugelassen, die mindestens eine Nicht-Klasse-I-Mutation im CFTR-Gen (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator) aufweisen.
Vanzacaftor (VNZ) und Tezacaftor (TEZ) sind CFTR-Korrektoren, die an verschiedene Stellen des CFTR-Proteins binden, so eine additive Wirkung auf die zelluläre Verarbeitung und den Transport von bestimmten CFTR-Mutationsformen (einschließlich F508del-CFTR) haben und dadurch die Menge an CFTR-Protein an der Zelloberfläche im Vergleich zu jedem der beiden Wirkstoffe allein erhöhen. Deutivacaftor (D-IVA) verstärkt die CFTR-Kanal-Öffnungswahrscheinlichkeit (oder Gating-Aktivität) des CFTR-Proteins auf der Zelloberfläche.
Die kombinierte Wirkung von VNZ, TEZ und D-IVA besteht in einer Zunahme der Menge und Funktion des CFTR-Proteins auf der Zelloberfläche, was zu einer erhöhten CFTR-Aktivität führt, die anhand des CFTR-vermittelten Chloridtransports in vitro und der Schweißchloridkonzentration (SwCl-Konzentration) bei CF-Patienten messbar ist.
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Zanidatamab von der EU-Kommission zugelassen
Die EU-Kommission hat am 19. Juni 2025 Zanidatamab (Ziihera, Jazz) als Orphan Drug zur Monotherapie von Erwachsenen mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-positivem (IHC 3+) biliärem Karzinom zugelassen, die zuvor mit mindestens einer systemischen Therapie behandelt wurden.
Zanidatamab ist ein dualer, HER2 gerichteter bispezifischer Antikörper, der gleichzeitig an die extrazellulären Domänen 2 und 4 auf separaten HER2-Monomeren bindet (Bindung in trans). Die Bindung von Zanidatamab an HER2 führt zu einer Internalisierung, die zu einer Reduzierung des Rezeptors auf der Zelloberfläche führt. Zanidatamab induziert komplementabhängige Zytotoxizität, antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität und antikörperabhängige zelluläre Phagozytose. Diese Mechanismen führen zu einer Hemmung des Tumorwachstums und zum Absterben der Tumorzellen.
Die Wirksamkeit wurde in der Kohorte 1 (N=62) von ZWI-ZW25-203 (Studie 203) untersucht, einer multizentrischen, offenen, einarmigen Studie an Patienten mit lokal fortgeschrittenem, nicht resezierbarem oder metastasiertem biliären Karzinom, die mindestens eine Gemcitabin-haltige systemische Chemotherapie bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten hatten und bei denen nach der letzten vorherigen Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung oder eine Unverträglichkeit gegenüber dieser Therapie auftrat und deren Tumor HER2-positiv getestet wurde (IHC 3+).
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