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Dienstag, 2. Oktober 2018

Eravacyclin von der der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. September 2018 Eravacyclin (Xerava, Tetraphase) für die parenterale Behandlung von Erwachsenen mit komplizierten intraabdominalen Infektionen zugelassen.

Eravacyclin ist ein fluoriertes Tetracyclinantibiotikum.

Freitag, 7. Januar 2011

IDSA: Leitlinien zur Behandlung von MRSA-Infektionen

Die Infectious Diseases Society of America hat Leitlinien zur Behandlung von MRSA-Infektionen veröffentlicht:
Evidence-based guidelines for the management of patients with methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) infections were prepared by an Expert Panel of the Infectious Diseases Society of America (IDSA). The guidelines are intended for use by health care providers who care for adult and pediatric patients with MRSA infections. The guidelines discuss the management of a variety of clinical syndromes associated with MRSA disease, including skin and soft tissue infections (SSTI), bacteremia and endocarditis, pneumonia, bone and joint infections, and central nervous system (CNS) infections. Recommendations are provided regarding vancomycin dosing and monitoring, management of infections due to MRSA strains with reduced susceptibility to vancomycin, and vancomycin treatment failures.

Quelle:
Liu C. et al. CID 2011; 52:

Freitag, 9. Januar 2009

Arzneimittelinduzierte Leberschäden

Das amerikanische NIH etablierte im Jahr 2003 ein Netzwerk aus akademischen Lehrkrankenhäsuern, um Patienten zu erfassen, die Arzneimittelinduzierte idiosynkratische Leberschädigungen entwickeln.
Im Bericht der ersten 300 Fälle wurden Paracetamol-induzierte Schäden ausgeklammert. In 73 % der Fälle handelte es sich um einzelne Arzneimittel, in 9 % um Nahrungsergänzungen. 46 % der Fälle waren durch Antibiotika und 15 % durch und ZNS-wirksame Substanzen verursacht. Die meisten Fälle (n = 23) wurden durch Amoxicillin/Clavulansäure ausgelöst, je 13 Fälle waren durch Nitrofurantoin, Isoniazid und Co-trimoxazol bedingt.

Quelle:
Chalasani N, et al for the Drug induced Liver Injury Network. Causes, clinical features, and outcomes from a prospective study of drug-induced liver injury in the United States. Gastroenterology 2008;135:e1924

Montag, 24. November 2008

Zunehmende Bedrohung durch Acinetobacter baumannii

Acinetobacter gehört zur Familie der Moraxellaceae und ist ein aerobes, gramnegatives Bakterium. Erkrankungen beim Menschen werden hauptsächliche durch Acinetobacter baumannii ausgelöst. Dieser Erreger taucht immer häufiger als Auslöser von Krankheiten auf. Da er häufig multiresistent auf Antibiotika ist, wird er zunehmend zu einer Bedrohung. Strikte Hygienemaßnahmen und sorgfältige Antibiotikaauswahl sind zur Vermeidung von Ausbrüchen unabdingbar.
A. baumannii kann in der Umgebung gefunden werden, im Erdboden, in Nahrungsmitteln und in Fisch. Er kann auch die Haut von Gesunden kolonisieren. Die Infektionen treten in der Regel bei hospitalisierten Patienten auf, er kann aber auch ambulante Infektionen auslösen. Häufig sind A.-baumannii-Infektionen bei Katastrophen- und Kriegsopfern, also immer dann, wenn eine hohe Zahl von Verletzten anfällt und bei deren Versorgung Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Quelle:
Karageorgopoulos DE, Falagas ME. Current control and treatment of multidrug-resistant Acinetobacter baumannii infections. Lancet Infect Dis 2008; 8: 751–62.

Montag, 17. November 2008

DART: Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie

Das Bundeskabinett hat Mitte November 2008 der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) zugestimmt. Es handelt sich um eine gemeinsame Strategie des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Zentrales Ziel der Strategie ist, Resistenzen gegen Antibiotika zu reduzieren.
Insbesondere der nicht sachgerechte Einsatz von Antibiotika und die inkonsequente Anwendung von Empfehlungen zur Prävention von Infektionen sind für die zunehmende Resistenzentwicklungverantwortlich. DART definiert im Gesundheitssektor 10 Ziele und 42 Aktionen. Die Maßnahmen zur Eindämmung von Antibiotika-Resistenzen sollen zukünftig auf eine verbesserte wissenschaftliche Grundlage gestellt werden.

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2008/11/2008-11-12-antibiotika-resistenzen-eindaemmen.html

Antibiotika-Resistenzstrategie zum Runterladen

Montag, 27. Oktober 2008

Neue Antibiotika gegen Infektionen durch MRSA

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus waren lange nur ein Problem im Krankenhaus, zunehmend verbreiten sie sich aber auch im ambulanten Bereich. Verschiedene neue Antibiotika befinden sich in der klinischen Prüfung, die gegen MRSA eine gute Wirkung zeigen:
  • Oritavancin
  • Telavancin
  • Iclaprim
  • Ceftarolin
  • Ceftobiprol
  • PTK0796
  • NXL103
Quelle
ICAAC/IDSA 2008, Washington 26. Oktober 2008

Donnerstag, 16. Oktober 2008

GERMAP 2008

Mit GERMAP 2008 stehen erstmals für Deutschland Informationen über den Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin zur Verfügung. Der Bericht ist ein erster Schritt, um die Risiken bestehender und potenzieller Resistenzentwicklungen zu bewerten und Empfehlungen für die Behandlung von Menschen und Tieren mit Antibiotika zu entwickeln. Diese Veröffentlichung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie und der Abteilung für Infektiologie an der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg kann auf der Internetseite der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie heruntergeladen werden.

Mittwoch, 6. August 2008

Carbapenem Doripenem zugelassen

Das parenteral applizierbare Carbapenem Doripenem (Doribax®) wurde am 25. Juli 2008 von der europäischen Arzneimittelbehörde für die Behandlung von nosokomialen Pneumonien, komplizierten intraabdominalen Infektionen und komplizierten Harnwegsinfektionen zugelassen. Das zur Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika gehörende Doripenem ist ein synthetisch hergestelltes 1-ß-Methylcarbapenem. In Position 2 des fünfgliedrigen Rings ist Doripenem im Unterschied zu Meropenem mit einer Sulfamoylaminomethyl-Gruppierung substituiert, die dem Molekül eine hohe Aktivität sowohl gegen gramnegative als auch gegen grampositive Erreger verleiht.



Es wirkt in vitro gegen gramnegative Erreger vergleichbar gut wie Meropenem und gegen grampositive Bakterien vergleichbar gut wie Imipenem. Die Aktivität gegen den Problemkeim Pseudomonas aeruginosa ist besser, das Risiko für eine Resistenzentwicklung geringer als bei den bisher verfügbaren Carbapenemen. Eine hohe Aktivität zeigt Doripenem gegen Acinetobacter baumannii und gegen Erreger, die Beta-Lactamasen mit erweitertem Spektrum (ESBL) produzieren.

Quelle:
Pressekonferenz Janssen-Cilag in Düsseldorf, 6. August 2008.

Samstag, 10. Mai 2008

Linezolid bei schweren Haut- und Weichgewebeinfektionen durch MRSA

Das Oxazolidinon Linezolid ist zur Behandlung von schweren Haut- und Weichgewebeinfektionen durch MRSA mindestens so gut wirksam wie Vancomycin. Dies ergab eine offene, randomisierte, kontrollierte, multizentrische Phase-IV-Studie mit 1.077 Patienten.

544 Patienten erhielten Linezolid (6oo mg i. v. oder oral alle 12 h), 533 Patienten wurden mit Vancomycin 15 mg/kg KG i.v. alle 12 h behandelt. Die Vancomycin-Dosis wurde anhand der Talspiegel an die Creatinin-Clearance angepasst. Die Behandlung dauerte in beiden Gruppen 7 bis 14 Tage, Aztreonam oder andere Antibiotika, die nicht gegen MRSA wirkten, konnten zusätzlich gegeben werden. Primärer Endpunkt war die klinische Wirksamkeit bei der Per-Protokoll-Analyse am Ende der Studie. Sekundäre Endpunkte waren klinische und mikrobiologische Wirksamkeit am Ende der Therapie, Verträglichkeit, Dauer des Krankenhausaufenthalts und der intravenösen Therapie sowie Ressourcen-Verbrauch.

Beim primären Endpunkt ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die Behandlung mit Linezolid war bei 84,4 % der Patienten, mit Vancomycin bei 79,5 % der Patienten erfolgreich. Signifikant besser wirksam war Linezolid in der modifizierten Intention-to-treat-Analyse am Ende der Studie. Bei Abzsessen, diabetischem Fuß und Hautulzera war Linezolid häufiger wirksam als Vancomycin.

Die Patienten der Linezolid-Gruppe waren kürzer im Krankenhaus und konnten kürzer intravenös behandelt werden.

Bei Linezolid kam es häufiger zu Übelkeit und Durchfall und seltener zu schweren Nebenwirkungen als in der Vancomycin-Gruppe

Quelle:
Itani K, Weigelt J, Stevens D, Dryden M, et al. Efficacy and safety of linezolid versus vancomycin for the treatment of complicated skin and soft-tissue infections proven to be due to methicillin-resistant Staphylococcus aureus. 18th European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases, Barcelona
, 18. April 2008.

Samstag, 19. April 2008

Antibiotika-Resistenzen bedrohen uns

Antibiotika-Resistenzen bedrohen uns immer stärker, und es gibt dafür immer weniger Antibiotika, so Prof. Fernando Baquero, Madrid, Präsident der 18. ECCMID, die vom 19. bis 22. April in Barcelona stattfindet. Neue Strategien zur Bekämpfung bakterieller Infektionen waren bislang leider nicht erfolgreich. Derzeit gibt es deshalb wieder vermehrte Aktivitäten bei schon lange bekannten Wirkungsmechanismen – es gibt hier einige neue Antibiotika. Was fehlt, sind Substanzen, die an neuen Targets angreifen.

Resistente Erreger verbreiten sich immer mehr, nicht nur im Krankenhaus, sondern in der ganzen Umwelt, so beispielsweise im Abwasser, im Magen-Darm-Trakt von Menschen und bei Tieren.
Besonders gefährdet sind schwer Kranke, die häufig an Infektionen durch resistente Erreger sterben.
Im Moment bleibt als eine Strategie nur, durch vernünftigen Einsatz die Wirksamkeit der derzeit zur Verfügung stehen Substanzen so lange wie möglich zu erhalten.

„Big Pharma“ hat kein Interesse mehr an der Forschung im Bereich Antibiotika, die Entwicklungszeiten sind zu lange, die Forschung zu teuer – und Antibiotika heilen, wenn sie richtig angewendet werden. Sie sind in der Regel keine Dauertherapie, sondern werden nur kurzzeitig angewendet.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Ceftobiprol vs. Vancomycin bei komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen

Das Breitspektrum-Cephalosporin wirkt bei Patienten mit komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen mindestens so gut wie Vancomycin. Dies ergab ein randomisierte, doppelblinde Multicenter-Studie, in die 784 Patienten mit Abszessen, schweren Wundinfektionen und Zellulitis aufgenommen wurden. Staphylococcus aureus war der häufigste grampositive Erreger, bei einem Drittel der Staph-aureus-Infektionen konnten MRSA nachgewiesen werden.
Die Behandlung dauerte in beiden Gruppen im Mittel 9,2 Tage. Die klinischen Heilungsraten 7 bis 14 Tage nach Behandlungsende waren bei den 559 auswertbaren Patienten mit 93 % in der Ceftobiprol- und mit 94 % in der Vancomycin-Gruppe vergleichbar gut. Bei den Patienten mit gramnegativen Erregern war die Heilungsrate in der Ceftobiprol mit 81 % deutlich besser als in der Vancomycin-Gruppe mit 47 %. Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ebenfalls vergleichbar häufig. Mit dem Cephalosporin wurden vor allem Übelkeit, Geschmacksstörungen und Erbrechen beobachtet.


Ceftobiprol ist ein Pyrrolidinon-Cephalosporin, das sich durch ein außerordentlich breites Wirkungsspektrum auszeichnet und als erstes Cephalosporin auch gegen Methicillin-resistente Staphylokokken wirkt.


Quelle:
Noel GJ et al. Results of a double-blind, randomized trial of ceftobiprole treatment of complicated skin and skin structure infections caused by gram-positive bacteria. Antimicrob Agents Chemother 2008 ;52:37-44.