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Montag, 24. November 2008

Zunehmende Bedrohung durch Acinetobacter baumannii

Acinetobacter gehört zur Familie der Moraxellaceae und ist ein aerobes, gramnegatives Bakterium. Erkrankungen beim Menschen werden hauptsächliche durch Acinetobacter baumannii ausgelöst. Dieser Erreger taucht immer häufiger als Auslöser von Krankheiten auf. Da er häufig multiresistent auf Antibiotika ist, wird er zunehmend zu einer Bedrohung. Strikte Hygienemaßnahmen und sorgfältige Antibiotikaauswahl sind zur Vermeidung von Ausbrüchen unabdingbar.
A. baumannii kann in der Umgebung gefunden werden, im Erdboden, in Nahrungsmitteln und in Fisch. Er kann auch die Haut von Gesunden kolonisieren. Die Infektionen treten in der Regel bei hospitalisierten Patienten auf, er kann aber auch ambulante Infektionen auslösen. Häufig sind A.-baumannii-Infektionen bei Katastrophen- und Kriegsopfern, also immer dann, wenn eine hohe Zahl von Verletzten anfällt und bei deren Versorgung Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Quelle:
Karageorgopoulos DE, Falagas ME. Current control and treatment of multidrug-resistant Acinetobacter baumannii infections. Lancet Infect Dis 2008; 8: 751–62.

Montag, 17. November 2008

DART: Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie

Das Bundeskabinett hat Mitte November 2008 der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) zugestimmt. Es handelt sich um eine gemeinsame Strategie des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Zentrales Ziel der Strategie ist, Resistenzen gegen Antibiotika zu reduzieren.
Insbesondere der nicht sachgerechte Einsatz von Antibiotika und die inkonsequente Anwendung von Empfehlungen zur Prävention von Infektionen sind für die zunehmende Resistenzentwicklungverantwortlich. DART definiert im Gesundheitssektor 10 Ziele und 42 Aktionen. Die Maßnahmen zur Eindämmung von Antibiotika-Resistenzen sollen zukünftig auf eine verbesserte wissenschaftliche Grundlage gestellt werden.

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2008/11/2008-11-12-antibiotika-resistenzen-eindaemmen.html

Antibiotika-Resistenzstrategie zum Runterladen

Donnerstag, 16. Oktober 2008

GERMAP 2008

Mit GERMAP 2008 stehen erstmals für Deutschland Informationen über den Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin zur Verfügung. Der Bericht ist ein erster Schritt, um die Risiken bestehender und potenzieller Resistenzentwicklungen zu bewerten und Empfehlungen für die Behandlung von Menschen und Tieren mit Antibiotika zu entwickeln. Diese Veröffentlichung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie und der Abteilung für Infektiologie an der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg kann auf der Internetseite der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie heruntergeladen werden.

Sonntag, 20. April 2008

MRSA verbreiten sich pandemisch

…so Professor Dr. Georg Peters, Münster, bei einem von der Firma Pfizer unterstützten Symposium im Rahmen des 18. ECCMID am 20. April 208 in Barcelona. MRSA haben sich zunächst in den USA stark ausgebreitet, nun sind sie aber auch in den europäischen Ländern auf dem Vormarsch.

Die Zunahme der MRSA ist vor allem auf eine Zunahme von Community-acquired MRSA (CA-MRSA) zurückzuführen, die im Krankenhaus erworbenen MRSA (HA-MRSA) sind in der Häufigkeit nach Peters etwa gleich geblieben.

In den USA ist vor allem der CA-MRSA-Stamm US300 weit verbreitet. Ihn bezeichnete Peters als den besten MRSA, den es gibt, denn er hat alles, was ein perfekter MRSA-Stamm braucht. Er wird aber in Europa vermutlich kein Problem werden und wird sich irgendwann selbst stoppen, dann Frage sei nur, wann. In Europa wird eher der ST398-Stamm (MRSA und MSSA) ein Problem, der vor allem in den Gegenden mit vielen Schweinen vermehrt auftritt.

Das Oxazolidinon Linezolid (Zyvoxid) zeichnet sich durch eine gute Wirksamkeit gegen MRSA aus. Eine Resistenz bei Enterokokken und Staphylokokken entwickelt sich nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen, entsteht extrem langsam und kommt selbst nach jetzt schon jahrelangem weltweitem Einsatz dieser Substanz nur als Einzelfall beschrieben vor. Neu ist allerdings eine Cfr-Methyltransferase-vermittelte Resistenz bei S. aureus, deren Epidemiologie weiter beobachtet werden sollte.

Samstag, 19. April 2008

Antibiotika-Resistenzen bedrohen uns

Antibiotika-Resistenzen bedrohen uns immer stärker, und es gibt dafür immer weniger Antibiotika, so Prof. Fernando Baquero, Madrid, Präsident der 18. ECCMID, die vom 19. bis 22. April in Barcelona stattfindet. Neue Strategien zur Bekämpfung bakterieller Infektionen waren bislang leider nicht erfolgreich. Derzeit gibt es deshalb wieder vermehrte Aktivitäten bei schon lange bekannten Wirkungsmechanismen – es gibt hier einige neue Antibiotika. Was fehlt, sind Substanzen, die an neuen Targets angreifen.

Resistente Erreger verbreiten sich immer mehr, nicht nur im Krankenhaus, sondern in der ganzen Umwelt, so beispielsweise im Abwasser, im Magen-Darm-Trakt von Menschen und bei Tieren.
Besonders gefährdet sind schwer Kranke, die häufig an Infektionen durch resistente Erreger sterben.
Im Moment bleibt als eine Strategie nur, durch vernünftigen Einsatz die Wirksamkeit der derzeit zur Verfügung stehen Substanzen so lange wie möglich zu erhalten.

„Big Pharma“ hat kein Interesse mehr an der Forschung im Bereich Antibiotika, die Entwicklungszeiten sind zu lange, die Forschung zu teuer – und Antibiotika heilen, wenn sie richtig angewendet werden. Sie sind in der Regel keine Dauertherapie, sondern werden nur kurzzeitig angewendet.

Dienstag, 26. Februar 2008

Ciprofloxacin-resistente N. meningitidis in USA

In den USA sind drei Fälle berichtet worden, in denen Ciprofloxacin-resistente Neisseria meningitidis als Auslöser einer Meningokokken-Meningitis nachgewiesen wurden. Die amerikanischen Centers for Disease Control raten deshalb, dass Ciprofloxacin in solchen Fällen nicht zur Prophalxe bei Kontaktpersonen von Meningitispatienten eingesetzt werden sollen.
Quelle:
http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/mm5707a2.htm