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Freitag, 7. Januar 2011

IDSA: Leitlinien zur Behandlung von MRSA-Infektionen

Die Infectious Diseases Society of America hat Leitlinien zur Behandlung von MRSA-Infektionen veröffentlicht:
Evidence-based guidelines for the management of patients with methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) infections were prepared by an Expert Panel of the Infectious Diseases Society of America (IDSA). The guidelines are intended for use by health care providers who care for adult and pediatric patients with MRSA infections. The guidelines discuss the management of a variety of clinical syndromes associated with MRSA disease, including skin and soft tissue infections (SSTI), bacteremia and endocarditis, pneumonia, bone and joint infections, and central nervous system (CNS) infections. Recommendations are provided regarding vancomycin dosing and monitoring, management of infections due to MRSA strains with reduced susceptibility to vancomycin, and vancomycin treatment failures.

Quelle:
Liu C. et al. CID 2011; 52:

Sonntag, 20. April 2008

MRSA verbreiten sich pandemisch

…so Professor Dr. Georg Peters, Münster, bei einem von der Firma Pfizer unterstützten Symposium im Rahmen des 18. ECCMID am 20. April 208 in Barcelona. MRSA haben sich zunächst in den USA stark ausgebreitet, nun sind sie aber auch in den europäischen Ländern auf dem Vormarsch.

Die Zunahme der MRSA ist vor allem auf eine Zunahme von Community-acquired MRSA (CA-MRSA) zurückzuführen, die im Krankenhaus erworbenen MRSA (HA-MRSA) sind in der Häufigkeit nach Peters etwa gleich geblieben.

In den USA ist vor allem der CA-MRSA-Stamm US300 weit verbreitet. Ihn bezeichnete Peters als den besten MRSA, den es gibt, denn er hat alles, was ein perfekter MRSA-Stamm braucht. Er wird aber in Europa vermutlich kein Problem werden und wird sich irgendwann selbst stoppen, dann Frage sei nur, wann. In Europa wird eher der ST398-Stamm (MRSA und MSSA) ein Problem, der vor allem in den Gegenden mit vielen Schweinen vermehrt auftritt.

Das Oxazolidinon Linezolid (Zyvoxid) zeichnet sich durch eine gute Wirksamkeit gegen MRSA aus. Eine Resistenz bei Enterokokken und Staphylokokken entwickelt sich nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen, entsteht extrem langsam und kommt selbst nach jetzt schon jahrelangem weltweitem Einsatz dieser Substanz nur als Einzelfall beschrieben vor. Neu ist allerdings eine Cfr-Methyltransferase-vermittelte Resistenz bei S. aureus, deren Epidemiologie weiter beobachtet werden sollte.

Sie „hocken“ überall

die mehr oder weniger resistenten Erreger. Prof. Andreas Voss, Nijmwegen, stellte bei einer Pressekonferenz bei der ECCMID in Barcelona (19. bis 22. April 2008) Daten zur Verbreitung von MRSA und anderen Erregern vor.
Kontaklinsenträger sind durch Pilze aufgrund mangelhafter Reingung der Linsen gefährdet. Die Wasserleitungen in Zahnarztpraxen sind ebenfalls häufig verseucht, wie in verschiedenen Untersuchungen gezeigt werden konnte. Wenn das Wasser dann über das Wochenende oder über die Feiertage länger steht, können sich die Erreger noch besser vermehren.
In Krankenhäusern sitzen die Erreger besonders häufig und gerne auf Türknöpfen und Lichtschaltern. Bei Uhrenträgern sammeln sich die Staphylokokken unter der Uhr am Handgelenk. Da fragt man sich doch, warum noch so viele Ärzte und Pflegekräfte mit Ringen oder anderem Schmuck arbeiten.
An der Verbreitung von MRSA sind im Krankenhaus Beschäftigte zu einem erheblichen Teil beteiligt, sie sind relativ häufig kolonisiert. Und nicht nur sie, auch die mit ihnen zuhause zusammen lebenden Personen sind häufiger kolonisiert. Ein hohe Durchseuchung mit MRSA findet sich auch Alten- und Pflegeheime, hier befürchten Experten in den kommenden Jahren massive Probleme.
Inzwischen weiß man auch, dass es eine Übertragung von MRSA vom Menschen auf Tiere gibt, zum Beispiel auf Hunde – Tierfreunde habe dafür bereits eine eigene Homepage eingerichtet (www.pets-mrsa.com). Schweinehalter und ihre Tiere sind häufig mit demselben Stamm kolonisiert. Und Mitarbeiter von Tierkliniken und Pferdehalter können auch durch den gleichen MRSA-Stamm erkranken wie die von ihnen betreuten Pferde.

Mittwoch, 12. März 2008

MRSA-Screening bei der Krankenhaus-Aufnahme – eher nicht sinnvoll

Ein MRSA-Screening bei Patienten, die ins Krankenhaus aufgenommen werden, kann die Häufigkeit von nosokomialen Infektionen nicht senken. Dies ergab eine Studie in Genf auf zwölf chirurgischen Stationen der Universitätsklinik. Bei 10.193 Patienten wurde ein Screening durchgeführt, bei 515 Patienten (5,1 %) wurde MRSA nachgewiesen. Allerdings gabe es im Zeitraum des Screenings 1,11 MRSA-Infektionen pro 1.000 Patientenjahre, die Rate lag damit sogar höher als im Kontrolzeitraum ohne Screening, wo sie 0,91 pro 1.000 Patientenjahre betrug.

Der Grund für dieses Ergebnis ist nicht ganz klar. Im Moment sollte das Screening nach Meinung der Autoren auf Patienten beschränkt werden, die sich elektiven Eingriffen mit einem hohen Risiko für MRSA-Infektionen unterziehen.

Quelle:
Harbarth S, et al.
Universal Screening for Methcillin-resistent Staphylococcus aureus at hospital admission and nosocomial infections in surgical patients. JAMA 2008;299:1149-57.
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/short/299/10/1149
ISRCTN06603006

Mittwoch, 2. Januar 2008

FDA lässt Schnelltest auf MRSA zu

Die amerikanische FDA hat am 2. Januar 2008 einen Schnelltest zum Nachweis von Methicillin-resistenten S.-aureus-Stämme zugelassen. Der BD GeneOhm StaphSR Test setzt eine molekulare Methode ein, mit dem rasch werden kann, ob eine Blutprobe genetisches Material von MRSA oder MSSA enthält. Innerhalb von zwei Stunden kann mit dem Test geklärt werden, ob ein Patient mit MRSA oder einem anderen Staphylokokken-Stamm infiziert ist. Die FDA weist darauf hin, dass der Test nicht zur Verlaufskontrolle geeignet ist und dass er nicht allein als Grundlage der Diagnose eingesetzt werden sollte.

Quelle:
http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2007/NEW01768.html