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Freitag, 27. März 2015

Tedizolidphosphat von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 25. März 2015 Tedizolidphosphat (Sivextro, Cubist)als Infusion für die Behandlung von Erwachsenen mit akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen zugelassen.

Tedizolidphosphat ist wie Linezolid ein Oxazolidinon-Derivat, das sich durch eine hohe Wirksamkeit gegen grampositive Bakterien einschließlich MRSA und Enterococcus faecalis auszeichnet. Tedizolidphosphat ein Prodrug, das von Phosphatasen rasch in Tedizolid, den mikrobiologisch aktiven Anteil, umgewandelt wird.

Die antibakterielle Aktivität von Tedizolid beruht auf der Bindung an die 50S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen, was zu einer Hemmung der Proteinsynthese führt.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei klinischen Studien mit 1.315 Erwachsenen mit Haut- und Weichgewebeinfektionen im Vergleich zu Linezolid untersucht, wobei sich beide Substanzen als vergleichbar gut wirksam erwiesen. Häufigste unerwünschte Wirkungen von Tedizolid waren Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Benommenheit.
Mit der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quellen:

Oritavancin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. März 2015 Oritavancin (Orbactiv, The Medicines Company) zur Infusion bei Patienten mit akuten bakteriell bedingten Haut- und Weichgewebeinfektionen zugelassen.
Oritavancin ist ein halbsynthetisches Glykopeptid-Antibiotikum, das vorwiegend gegen grampositive Erreger wirksam ist. Vorteilhaft ist, dass es nur einmal intravenös als Infusion über 3 h gegeben werden muss.
Oritavancin hat drei Wirkungsmechanismen:
(i) Hemmung des Transglycosylierungs-(Polymerisations-)Schrittes der Zellwandbiosynthese durch Bindung an das Stammpeptid der Peptidoglykan-Vorläufer;
(ii) Hemmung des Transpeptidierungs-(Vernetzungs-)Schrittes der Zellwandbiosynthese durch Bindung an die Peptid-überbrückenden Segmente der Zellwand und
(iii) Störung der Integrität der bakteriellen Membran, was zu Depolarisierung, Permeabilisierung und raschem Zelltod führt.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei klinischen Studien (SOLO 1 und SOLO 2)
 mit 1987 Patienten untersucht, in denen es sich bei Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen als vergleichbar gut wirksam wie Vancomycin erwies.
Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abszessbildung an Armen und Beinen sowie Diarrhö.

Quelle:
Mitteilung der EU-Kommission
EPAR zu Oritavancin

Sonntag, 1. März 2015

Dalbavancin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. Februar 2015 Dalbavancin (Xydalba, Durata Therapeutics) zur Behandlung von Patienten mit akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen zugelassen.
Das lipopile Glykopeptid (Lipoglykopeptid) Dalbavancin ist ein semisynthetischer Abkömmling von Teicoplanin, der parenteral verabreicht werden muss. Dalbavancin wirkt gegen eine Vielzahl grampositiver Erreger inklusive MRSA und VRSA. Gegen gramnegative Bakterien ist Dalbavancin nahezu inaktiv. Es wird zu 93 % an Plasmaproteine gebunden, was zu seiner extrem langen Halbwertszeit von 150 bis 250 Stunden beiträgt.
Die Zulassung für Dalbavancin war schon einmal von Pfizer beantragt worden, der Zulassungsantrag wurde am im Jahr 2008 zurück gezogen. Inzwischen wurden weitere Studie mit dem Antibiotikum durchgeführt. Bei Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen erwies es sich als vergleichbar gut wirksam wie Vancomycin.
Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Unter Dalbavancin kam es zudem häufiger zu einem Anstieg der Leberenzymparameter als in der Vergleichsgruppe. Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.
Dalbavancin wurde im Mai 2014 von der FDA zugelassen

Quelle:

Sonntag, 25. Januar 2015

Tedizolidphosphat von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2015 empfohlen, Tedizolidphosphat (Sivextro, Cubist)als Infusion für die Behandlung von Erwachsenen mit akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen zuzulassen.

Tedizolidphosphat ist wie Linezolid ein Oxazolidinon-Derivat, das sich durch eine hohe Wirksamkeit gegen grampositive Bakterien einschließlich MRSA und Enterococcus faecalis auszeichnet.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei klinischen Studien mit 1.315 Erwachsenen mit Haut- und Weichgewebeinfektionen im Vergleich zu Linezolid untersucht, wobei sich beide Substanzen als vergleichbar gut wirksam erwiesen. Häufigste unerwünschte Wirkungen von Tedizolid waren Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Benommenheit.
Mit der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Januar 2015

Oritavancin von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2015 empfohlen, Oritavancin (Orbactiv, Th Medicines Company) zur Infusion bei Patienten mit akuten bakteriell bedingten Haut- und Weichgewebeinfektionen zuzulassen.
Oritavancin ist ein halbsynthetisches Glykopeptid-Antibiotikum, das vorwiegend gegen grampositive Erreger wirksam ist. Es wirkt durch eine Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese und eine Störungen der Integrität der Bakterienmembran. Vorteilhaft ist, dass es nur einmal intravenös gegeben werden muss.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei klinischen Studien (SOLO 1 und SOLO 2)
 mit 1987 Patienten untersucht, in denen es sich bei Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen als vergleichbar gut wirksam wie Vancomycin erwies.
Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abszessbildung an Armen und Beinen sowie Diarrhö.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Januar 2015

Freitag, 19. Dezember 2014

Dalbavancin von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Dezember 2014 empfohlen, Dalbavancin (Xydalba, Durata Therapeutics) zur Behandlung von Patienten mit akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen zuzulassen.
Das lipopile Glykopeptid (Lipoglykopeptid) Dalbavancin ist ein semisynthetischer Abkömmling von Teicoplanin, der parenteral verabreicht werden muss. Dalbavancin wirkt gegen eine Vielzahl grampositiver Erreger inklusive MRSA und VRSA. Gegen gramnegative Bakterien ist Dalbavancin nahezu inaktiv. Es wird zu 93 % an Plasmaproteine gebunden, was zu seiner extrem langen Halbwertszeit von 150 bis 250 Stunden beiträgt.



Die Zulassung für Dalbavancin war schon einmal von Pfizer beantragt worden, der Zulassungsantrag wurde am im Jahr 2008 zurück gezogen. Inzwischen wurden weitere Studie mit dem Antibiotikum durchgeführt. Bei Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen erwies es sich als vergleichbar gut wirksam wie Vancomycin.
Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Unter Dalbavancin kam es zudem häufiger zu einem Anstieg der Leberenzymparameter als in der Vergleichsgruppe. Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.
Dalbavancin wurde im Mai 2014 von der FDA zugelassen

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 19. Dezember  2014



Donnerstag, 7. August 2014

Oritavancin von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA)  hat das Antibiotikum Oritavancin (Orbactiv, The Medicines Company) für die Behandlung von Patienten mit akuten Infektionen der Haut und des Weichgewebes durch Staphylococcus aureus (MSSA und MRSA), Streptokokken und Enterococcus faecalis zugelassen.
Oritavancin ist als Qualified Infectious Disease Product (QIDP) von der FDA beschleunigt zugelassen worden.
Oritavancin ist ein halbsynthetisches Glykopeptid-Antibiotikum, das vorwiegend gegen grampositive Erreger wirksam ist. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei klinischen Studien mit 1987 Patienten untersucht, in denen es sich bei Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen als vergleichbar gut wirksam wie Vancomycin erwies.
Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abszessbildung an Armen und Beinen sowie Diarrhö.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 6. August 2014

Samstag, 21. Juni 2014

Tedizolidphosphat von der FDA zugelassen

Die FDA hat Tedizolidphosphat (Sivextro, Cubist) für die Behandlung komplizierter Haut- und Weichgewebeinfektionen zugelassen.

Tedizolidphosphat ist wie Linezolid ein Oxazolidinon-Derivat, das sich durch eine hohe Wirksamkeit gegen grampositive Bakterien einschließlich MRSA und Enterococcus faecalis auszeichnet. Es ist für die Behandlung von Patienten mit schweren Haut- und Weichgewebeinfektionen beschleunigt zugelassen worden. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in zwei klinischen Studien mit 1.315 Erwachsenen mit Haut- und Weichgewebeinfektionen im Vergleich zu Linezolid untersucht, wobei sich beide Substanzen als vergleichbar gut wirksam erwiesen. Häufigste unerwünschte Wirkungen von Tedizolid waren Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Benommenheit.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 20. Juni 2014

Montag, 26. Mai 2014

Dalbavancin von der FDA bei Haut- und Weichgewebeinfektionen zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Dalbavancin (Dalvance, Durata) für die Behandlung von Erwachsenen mit bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen zugelassen.

Dalbavancin erhielt als erstes Arzneimittel von der FDA beschleunigt die Zulassung als sog. Qualified Infectious Disease Product (QIDP), weil es zur Behandlung schwere oder lebensbedrohlicher Infektionen eingesetzt werden kann. Die Einstufung als QIDP ermöglicht es dem Anbieter, das Produkt zusätzlich anderen Perioden der exklusiven Vermarktung weitere fünf Jahr exklusiv anzubieten.
Das lipopile Glykopeptid (Lipoglykopeptid) ist ein semisynthetischer Abkömmling von Teicoplanin. Dalbavancin wirkt gegen eine Vielzahl grampositiver Erreger inklusive MRSA und VRSA. Gegen gramnegative Bakterien ist Dalbavancin nahezu inaktiv. Es wird zu 93 % an Plasmaproteine gebunden, was zu seiner extrem langen Halbwertszeit von 150 bis 250 Stunden beiträgt.
Die Zulassung für Dalbavancin war schon einmal von Pfizer beantragt worden, der Zulassungsantrag wurde am im Jahr 2008 zurück gezogen. Inzwischen wurden weitere Studie mit dem Antibiotikum durchgeführt. Bei Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen erwies es sich als vergleichbar gut wirksam wie Vancomycin.
Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Unter Dalbavancin kam es zudem häufiger zu einem Anstieg der Leberenzymparameter als in der Vergleichsgruppe.

Quelle:
FDA-Pressemitteilung vom 23. Mai 2014

Dienstag, 26. Juni 2012

Ceftarolinfosamil: EMA empfiehlt Zulassung für schwere Infektionen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom 18. bis 22. Juni 2012 die Zulassung von Ceftarolinfosamil für die Behandlung von Patienten mit komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen und ambulant erworbenen Atemwegsinfektionen empfohlen.


Ceftarolinfosamil (Zinforo, AstraZeneca) ist ein Cephalosporin das durch Plasma-Phosphatasen schnell in die Wirkform Ceftarolin überführt wird. Es  bindet an PBP2a und ist damit gegen MRSA und Methicillin-resistente Staphylococcus epidermidis (MRSE) sowie Penicillin-resistente Streptokokken und Vancomycin-resistente Enterokokken  wirksam. Das breite Aktivitätsspektrum beinhaltet auch gramnegative Erreger, aber keine ESBL-bildenden Enterobacteriaceae und nur bedingt Anaerobier.
Häufigste Nebenwirkungen in den Studien waren ein positiver Coombs-Test, Hautauschlag, Pruritus, Kopfschmerzen, Benommenheit, Phlebitis, Diarrhö, Nausea, Erbrechen, Bauchschmerzen, erhöhte Transaminasen, Pyrexie und Reaktionen an der Infusionsstelle.
Ceftarolinfosamil soll für die Behandlung von Erwachsenen mit komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie mit ambulant erworbenen Atemwegsinfektionen zugelassen werden.
Mit der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:

Mitteilung der EMA vom 22. Juni 2012

Montag, 1. November 2010

FDA: Cephalosporin Ceftarolin zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat das parenteral applizierbare Cephalosporin Ceftarolinfosamil (Teflaro, Forest Lab.) zugelassen.

Ceftarolin ist für die Behandlung von Erwachsenen mit ambulant erworbener Pneumonie und von akuten Haut- und Weichgewebeinfektionen auch durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) zugelassen.




Sicherheit und Wirksamkeit von Ceftarolin wurden in vier Phase-III-Studien bei Patienten ab einem Alter von 18 Jahren belegt. In zwei Studien bei Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie wurde das neue Cephalosporin gegen Ceftriaxon verglichen, in zwei Studien bei Haut- und Weichgewebeinfektionen gegen Vancomycin und Aztreonam. In allen vier Studien war Ceftarolin ähnlich gut wirksam wie das Vergleichspräparat.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Übelkeit und Hautausschlag.

Quelle:
FDA-Pressemitteilung vom 29. Oktober 2010

Samstag, 10. Mai 2008

Linezolid bei schweren Haut- und Weichgewebeinfektionen durch MRSA

Das Oxazolidinon Linezolid ist zur Behandlung von schweren Haut- und Weichgewebeinfektionen durch MRSA mindestens so gut wirksam wie Vancomycin. Dies ergab eine offene, randomisierte, kontrollierte, multizentrische Phase-IV-Studie mit 1.077 Patienten.

544 Patienten erhielten Linezolid (6oo mg i. v. oder oral alle 12 h), 533 Patienten wurden mit Vancomycin 15 mg/kg KG i.v. alle 12 h behandelt. Die Vancomycin-Dosis wurde anhand der Talspiegel an die Creatinin-Clearance angepasst. Die Behandlung dauerte in beiden Gruppen 7 bis 14 Tage, Aztreonam oder andere Antibiotika, die nicht gegen MRSA wirkten, konnten zusätzlich gegeben werden. Primärer Endpunkt war die klinische Wirksamkeit bei der Per-Protokoll-Analyse am Ende der Studie. Sekundäre Endpunkte waren klinische und mikrobiologische Wirksamkeit am Ende der Therapie, Verträglichkeit, Dauer des Krankenhausaufenthalts und der intravenösen Therapie sowie Ressourcen-Verbrauch.

Beim primären Endpunkt ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die Behandlung mit Linezolid war bei 84,4 % der Patienten, mit Vancomycin bei 79,5 % der Patienten erfolgreich. Signifikant besser wirksam war Linezolid in der modifizierten Intention-to-treat-Analyse am Ende der Studie. Bei Abzsessen, diabetischem Fuß und Hautulzera war Linezolid häufiger wirksam als Vancomycin.

Die Patienten der Linezolid-Gruppe waren kürzer im Krankenhaus und konnten kürzer intravenös behandelt werden.

Bei Linezolid kam es häufiger zu Übelkeit und Durchfall und seltener zu schweren Nebenwirkungen als in der Vancomycin-Gruppe

Quelle:
Itani K, Weigelt J, Stevens D, Dryden M, et al. Efficacy and safety of linezolid versus vancomycin for the treatment of complicated skin and soft-tissue infections proven to be due to methicillin-resistant Staphylococcus aureus. 18th European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases, Barcelona
, 18. April 2008.