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Dienstag, 23. August 2016

Idelalisib: Rote-Hand-Brief zu Schlussfolgerungen aus der EMA-Überprüfung

Der Hersteller von Idelalisib (Zydelig, Gilead) informiert in einem Rote-Hand-Brief über die aktualisierten Empfehlungen nach Abschluss der Überprüfung der Sicherheitsdaten .

In klinischen Studien zu Idelalisib als Zusatztherapie zur standardmäßigen Erstlinientherapie der CLL bzw. frühen Therapielinie des indolenten Non-Hodgkin-Lymphoms/kleinzelligen lymphozytischen Lymphoms (iNHL/SLL) hatten sich mehr infektionsbedingte Todesfälle unter Idelalisib gezeigt. Diese waren hauptsächlich auf Pneumocystis-Jirovecii-Pneumonien (PJP) und Infektionen mit Cytomegalie-Virus (CMV) zurückzuführen. Diese Studien umfassten Patientenpopulationen oder Behandlungskombinationen, die in der EU nicht zugelassen sind.
Im März 2016 hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA zunächst vorläufig von einer Erstlinienbehandlung mit Idelalisib bei CLL und 17p-Deletion oder TP53-Mutation abgeraten (siehe med|pharm|text-Blog). Nach Abschluss der Überprüfung kam nun die EMA zu dem Ergebnis, dass Idelalisib in Kombination mit Rituximab als Erstlinientherapie bei Patienten mit CLL und 17p-Deletion oder TP53-Mutation angewendet werden kann, wenn keine anderen Therapien geeignet sind.
Die risikominimierenden Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen in allen Anwendungsgebieten wurden aktualisiert und um konkrete Empfehlungen zur Prophylaxe der PJP und einer Infektion mit CMV ergänzt.

Quelle:
 AkdÄ Drug Safety Mail vom 23.8.2016

Montag, 25. Juli 2016

Idelalisib: EMA empfiehlt Infektionskontrolle und Antibiotikaprophylaxe

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juli 2016 empfohlen, bei der Behandlung mit Idelalisib (Zydelig) entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um das Risiko schwerer Infektionen, insbesondere von Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie, zu vermindern.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 21. Juli 2016

Samstag, 9. Juli 2016

Idelalisib: Nutzen überwiegt Risiken laut PRAC

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC)  der Europäische Zulassungsbehörde (EMA) kommt nach einem Review der Daten zu Idelalisib (Zydelig, Gilead) zum Ergebnis, dass der Nutzen der Substanz in der Behandlung von CLL und FL ihre Risiken überwiegt. Das PRAC bestätigte jedoch das höhere Risiko für schwerwiegende Infektionen unter der Therapie, einschließlich einer Pneumocystis-jirovecii-Pneumone und empfiehlt daher aktualisierte Handlungsanweisungen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 8. Juli 2016

Freitag, 25. März 2016

Idelalisib: Rote-Hand-Brief zu Einschränkungen bei der Anwendung

Der Hersteller von Idelalisib (Zydelig) informiert in einem Rote-Hand-Brief über Einschränkungen für die Anwendung zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und des rezidivierten follikulären Lymphoms (FL) aufgrund neuer Erkenntnisse aus klinischen Studien.
In Studien zu Idelalisib als Zusatztherapie zur standardmäßigen Erstlinientherapie der CLL und zur Behandlung des rezidivierten indolenten Non‐Hodgkin‐Lymphoms/kleinzelligen lymphozytischen Lymphoms (iNHL/SLL) (derzeit keine zugelassene Indikation) zeigte sich eine erhöhte Anzahl infektionsbedingter Todesfälle im Behandlungsarm unter Idelalisib (7,4 % vs. 3,5 % im Plazbo-Arm). In diesen mittlerweile abgebrochenen klinischen Studien wurde das Arzneimittel nicht in seinen derzeit zugelassenen Kombinationsschemata oder Patientenpopulationen untersucht.
Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über hieraus resultierende vorläufige Empfehlungen:

  • Idelalisib sollte nicht als Erstlinientherapie bei Patienten mit CLL und 17p-Deletion oder TP53-Mutation angewendet werden. Wenn diese Patienten Idelalisib bereits als Erstlinientherapie erhalten, sollte eine Weiterbehandlung nur nach einer sorgfältigen, individuellen Abwägung des Nutzen‐Risiko‐Verhältnisses erfolgen.
  • Patienten sind über das Risiko schwerwiegender und/oder tödlich verlaufender Infektionen aufzuklären. Sie sollen neu auftretende Atemwegssymptome unverzüglich melden und sind während der gesamten Behandlungsdauer auf Anzeichen von Atemwegserkrankungen zu überwachen.
  • Bei Patienten mit Verdacht auf bestehende systemische bakterielle, Pilz‐ oder Virusinfektionen sollte keine Behandlung mit Idealisib angefangen werden.
  • Alle Patienten sind über die gesamte Behandlungsdauer prophylaktisch gegen eine Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP) zu behandeln. Regelmäßige klinische und Laboruntersuchungen auf eine Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) sind durchzuführen und bei Verdacht auf eine Infektion oder Virämie ist die Behandlung mit Idelalisib abzubrechen.
  • Die absolute Neutrophilenzahl (ANZ) ist in den ersten sechs Monaten der Therapie mindestens alle zwei Wochen zu bestimmen, während die Überwachung bei Patienten mit einer ANZ von weniger als 1000 pro mm3 mindestens einmal pro Woche erfolgen sollte (Details siehe Rote-Hand-Brief).

Die Fachinformation wird aktualisiert. Die Europäische Arzneimittel-Agentur untersucht die Auswirkungen der Studienergebnisse auf die derzeit zugelassene Anwendung des Arzneimittels weiter.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 23. März 2016

Samstag, 12. März 2016

Idelalisib: EMA beginnt Überprüfung wegen Berichten zu schweren Nebenwirkungen

Die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) hat auf Anforderung der Europäischen Kommission eine Überprüfung von Idelalisib (Zydelig) begonnen.
Idelalisib ist in der EU für die Behandlung der chronischen lymphozytischen Leukämie und des follikulären Lymphoms zugelassen. In klinischen Studien, in denen Idelalisib meist in Kombination mit anderen Krebstherapeutika eingesetzt wurde, kam es zu einer erhöhten Rate schwerer unerwünschter Wirkungen - meist Infektionen - bis hin zu Todesfällen.
Die EMA wird die Daten nun prüfen, um festzustellen, ob die Befunde für die zugelassenen Indikationen Konsequenzen haben.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 11. März 2016

Dienstag, 1. März 2016

Adalimumab, Afatinib, Conestat alfa, Idelalisib, Nivolumab, TachoSil: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2016 empfohlen, die Zulassung von Adalimumab, Afatinib, Conestat alfa, Idelalisib, Nivolumab und TachoSil zu erweitern.


  • Adalimumab (Humira, Abbvie) soll nun bei Patienten mit mäßig schwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt werden können, die Kandidaten für eine systemische Therapie sind.
  • Afatinib (Giotrif, Boehringer Ingelheim) soll nun auch für die Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit Plattenepithelhistologie eingesetzt werden können, das bei oder nach Platin-basierter Chemotherapie fortschreitet.
  • Conestat alfa (Ruconest, Pharming) soll nun auch bei Jugendlichen mit HAE eingetzt werden können.
  • Idelalisib (Zydelig, Gilead) soll nun auch in Kombination mit Ofatumumab eingesetzt werden können
  • Nivolumab (Opdivo, BMS) soll nun auch abei Patienten mit fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom nach vorangegangener Therapie eingesetzt werden können. Die Anwendung bei Lungenkrebs soll nicht mehr auf das Plattenepithelkarzinom begrenzt sein. 
  • TachoSil soll auch zum supportiven Verschluss der Dura mater eingesetzt werden können, um ein postoperatives zerebrospinales Leck nach einem neurochirurgischen Eingriff zu vermeiden.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 25. Februar 2016

Dienstag, 23. September 2014

Idelalisib von der EU-Kommission zugelassen


Die EU-Kommission hat Idelalisib (Zydelig, Gilead) in Kombination mit Rituximab für die Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) zugelassen, die mindestens eine vorher gehende Therapie erhalten haben oder als Erstlinientherapie bei Patienten mit 17p-Deletion oder TP53-Mutation, die nicht mit einer Chemoimmuntherapie behandelt werden können. Außerdem wurde Idelalisib in Monotherapie bei Patienten mit mit follikulärem Lymphom (FL) zugelassen, die auf mindestens zwei vorher gehende Behandlungen refraktär waren.



Idelalisib ist ein Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-kinase p110δ (PI3Kδ), die bei B-Zell-Erkrankungen hyperaktiv ist. Sie spielt für verschiedene Signalwege eine wichtige Rolle, die an Proliferation, Überleben, Homing und Retention von malignen Zellen im Lymphgewebe und Knochenmark beteiligt sind.
Häufigste unerwünschte Wirkungen sind Infektionen, Neutropenie, erhöhte Transaminasen, erhöhte Triglyceride, Diarrhö/Kolitis, Hautausschlag und Fieber.
Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EU-Kommission

Samstag, 26. Juli 2014

Idelalisib von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juli 2014 empfohlen, Idelalisib (Zydelig, Gilead) in Kombination mit Rituximab für die Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) zuzulassen, die mindestens eine vorher gehende Therapie erhalten haben oder als Erstlinientherapie bei Patienten mit 17p-Deletion oder TP53-Mutation, die nicht mit einer Chemoimmuntherapie behandelt werden können. Außerdem wird die Zulassung als Monotherapie bei Patienten mit mit follikulärem Lymphom (FL) empfohlen, die auf mindestens zwei vorher gehende Behandlungen refraktär waren .
Idelalisib ist ein Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-kinase p110δ (PI3Kδ), die bei B-Zell-Erkrankungen hyperaktiv ist. Sie spielt für verschiedene Signalwege eine wichtige Rolle, die an Proliferation, Überleben, Homing und Retention von malignen Zellen im Lymphgewebe und Knochenmark beteiligt sind.
Häufigste unerwünschte Wirkungen sind Infektionen, Neutropenie, erhöhte Transaminasen, erhöhte Triglyceride, Diarrhö/Kolitis, Hautausschlag und Fieber.
Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 24. Juli  2014