Dienstag, 3. September 2013

Vemurafenib: Rote-Hand-Brief zu Risiken

Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko für eine Progression maligner Erkrankungen und Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) im Zusammenhang mit Vemurafenib (Zelboraf, Roche).

Vemurafenib ist ein oral verfügbarer, niedermolekularer Inhibitor der BRAF-Serin-Threonin-Kinase und ist zugelassen als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit BRAF-V600 Mutation-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom.
Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über folgende Risiken im Zusammenhang mit Vemurafenib:

  • Progression maligner Erkrankungen, die mit einer RAS-Mutation in Verbindung stehen. Deshalb soll Vemurafenib bei Patienten mit vorherigen oder anderen gleichzeitigen Krebserkrankungen, die mit einer RAS-Mutation in Verbindung stehen, mit Vorsicht angewendet werden.
  • DRESS-Syndrom (Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen wie z. B. abweichende Leberfunktionstests, Nierenfunktionsstörung, interstitielle Pneumonitis und/oder Pleuraerguss und Myokarditis). Bei Patienten, die ein DRESS-Syndrom entwickeln, soll die Behandlung mit Vemurafenib dauerhaft abgebrochen werden.

Die zusätzlichen wichtigen Sicherheitsinformationen sind in der Fachinformation enthalten.

Quelle
AkdÄ Drug Safety Mail vom 3. September 2013

Olmesartan: Sprue-ähnliche Enteropathie

Zwei Fallserien und eine Untersuchung der FDA weisen darauf hin, dass der Angiotensinrezeptorantagonist Olmesartan eine Sprue-ähnliche Enteropathie verursachen kann, die mit chronischen, teilweise schweren Durchfällen einhergeht.

Die Symptome der Enteropathie umfassen schwere, chronische Durchfälle mit einem zum Teil erheblichen Gewichtsverlust, die Anlass zu stationären Behandlungen waren. In den Fällen, die auf die Gabe von Olmesartan zurückgeführt werden konnten, bildete sich die Symptomatik nach Absetzen zurück. In zehn Fällen wurde der kausale Zusammenhang durch eine Reexposition bestätigt. Die Sprue-ähnliche Enteropathie wird jetzt als Nebenwirkung in die amerikanischen Produktinformationen von Olmesartan-haltigen Arzneimitteln aufgenommen. Berichte über eine derartige Enteropathie im Zusammenhang mit anderen Sartanen liegen nicht vor.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 3. September 2013

Regorafenib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat Regorafenib (Stivarga, Bayer) für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem  Kolorektalkarzinom zugelassen.

Regorafenib (Stivarga, Bayer) ist  ein Multikinasehemmer, der membrangebundene und intrazelluläre Kinasen hemmt, wie RET, VEGFR1, VEGFR2, VEGFR3, KIT, PDGFR-alpha, PDGFR-beta, FGFR1, FGFR2, TIE2, DDR2, Trk2A, Eph2A, RAF-1, BRAF, BRAFV600E, SAPK2, PTK5 und Abl. Er ist nun für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem  Kolorektalkarzinom zugelassen, die zuvor mit einer Fluorpyrimidin/Oxaliplatin- und Irinotecan-basierten Chemotherapie, einer anti-VEGF-Therapie und bei Tumoren vom KRAS-Wildtyp mit einer anti-EGFR-Therapie behandelt worden sind oder für die eine solche Therapie nicht in Frage kommt. Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.



Quelle:
EU-Kommission

Montag, 2. September 2013

Teriflunomid von der EU-Kommission bei MS zugelassen

Die EU-Kommission hat Teriflunomid (Aubagio, Genzyme) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender multipler Sklerose (RRMS) zugelassen.

Teriflunomid (Aubagio, Genzyme) ist der aktive Metabolit von Leflunomid, das als Arava® für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen ist.
Es hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in den Mitochondrien, die ein Schlüsselenzym bei der Pyrimidin-Synthese ist. Dadurch hemmt es die Proliferation und Funktion von aktivierten Lymphozyten, nicht jedoch von ruhenden Zellen. Darüber hinaus wurden weitere Mechanismen beschrieben wie eine gestörte Signalübertragung im Nuclear factor κB (NF-κB)-Signalweg. Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass Teriflunomid ein Immunmodulator ist, der diverse Manifestationen von Autoimmunerkrankungen unterdrücken kann, ohne die Infektionsabwehr zu beeinträchtigen.
Teriflunomid wird einmal täglich oral eingenommen. In den klinischen Studien war die Schubrate unter Teriflunomid etwa 30 % geringer als in den Plazebo-Gruppen.
Häufigste Nebenwirkungen in den Studien waren Diarrhö, erhöhte Leberwerte, Übelkeit und Haarverlust. Vor Therapiebeginn und während der Behandlung sollte die Leberfunktion der Patienten überprüft werden.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Therapiebeginn ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen, außerdem müssen sie empfängnisverhütende Maßnahmen durchführen.

Quelle:
EU-Kommission

Freitag, 30. August 2013

Fingolimod: FDA weist auf PML-Fall in Europa hin

Die Food and Drug Administration (FDA) hat darauf hingewiesen, dass in Europa ein Patient eine progressive multifokale Leukenzephalopathie nach Einnahme von Fingolimod (Gilenya, Novartis) entwickelt hat.

Die ist der erste PML-Fall nach Fingolimid-Einnahme bei einem Patienten, der nicht mit Natalizumab (Tysabri) behandelt worden war. Die Fingolimid-Therapie der Patienten sollte aber weitergeführt werden. Die FDA untersucht derzeit diesen Fall.

Quelle:
Mitteilung der FDA vom 29. August 2013

Donnerstag, 29. August 2013

Pomalidomid: Rote-Hand-Brief wegen Kontraindikation Schwangerschaft

Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über Ergebnisse aus Tierversuchen (Ratten, Kaninchen): Pomalidomid (Imnovid®) hat sich hierbei als teratogen erwiesen, wenn es in der Phase der wesentlichen Organosynthese eingenommen wird. Beim Menschen ist deshalb ein teratogener Effekt bei Anwendung während der Schwangerschaft zu erwarten.

Pomalidomid ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Es ist auch kontraindiziert bei gebärfähigen Frauen, es sei denn, alle Bedingungen des Pomalidomid-Schwangerschaftsverhütungsprogramms – wie im Rote-Hand-Brief beschrieben – sind erfüllt. Während der Behandlung mit Pomalidomid und eine Woche danach darf kein Blut oder Sperma gespendet werden. Für die Verschreibung und Abgabe von Imnovid® sind spezielle T-Rezepte zu verwenden.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 28. August 2013

Dienstag, 27. August 2013

Filgrastim, Pegfilgrastim: Rote-Hand-Brief wegen Kapillarlecksyndrom

Der Hersteller von Filgrastim und Pegfilgrastim informiert in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko von Kapillarlecksyndrom (capillary leak syndrome, CLS) bei Krebspatienten und gesunden Stammzellspendern.

Ein CSL ist charakterisiert durch Hypotonie, Hypoalbuminämie, Ödem und Hämokonzentration. Die Episoden variieren in Schwere und Häufigkeit und können tödlich verlaufen. Folgende Symptome können auftreten: allgemeine Schwellungen, Aufquellung (verbunden mit seltenem Wasserlassen), Atembeschwerden, Schwellung im Bereich des Bauchraumes und Müdigkeit.
Patienten und gesunde Stammzellspender, die Filgrastim oder Pegfilgrastim erhalten, müssen bezüglich der beschriebenen Symptomatik überwacht werden bzw. angewiesen werden, ihren Arzt zu kontaktieren, wenn sie entsprechende Symptome entwickeln. Bei Auftreten der Symptomatik muss eine Standardbehandlung eingeleitet werden, die auch eine Behandlung auf der Intensivstation einschließen kann.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 26. August 2013

Montag, 19. August 2013

Telekom = Telefon: Fahren Sie doch einfach hin!

Mein Handy ist kaputt. Habe es vor 10 Tagen im Telekom-Shop abgegeben, ich könne es innerhalb von drei Tagen wieder abholen, sie würden mich anrufen. Bis heute: Kein Anruf.
Im Internet steht für alle Telekom-Shops nur eine 800er Nummer. Habe also in Telekommunikation gemacht und dort angerufen. Nach der Beantwortung mehrerer Fragen einer Maschine dann Verbindung mit einem Menschen, es kommt also zu einem echten Gespräch. Aber der Mensch ist nur für das Festznetz zuständig. Ok, immerhin hat er mich in die mobile Abteilung weiter verbunden - also echte Telekommunikation.
Aber dann, die mobile Abteilung kann zum Stand der Reparatur meines Handys keine Auskunft geben, hat keinen Zugriff auf die Daten. Kann auch nicht in den Shop verbinden. Soll doch im Shop vorbei gehen. Ja, dazu muss ich aber 5 km mit dem Auto fahren, das wollte ich vermeiden im Zeitalter der Telekommunikation. Nein, er kann mir nichts sagen, es bleibt nur, dass ich in den Shop fahre.
Hurra, es lebe die moderne Telekommunikation !!!!


Foto: Oberbergische Postkutsche.
Bild: Nümbrechter Kur GmbH

Sonntag, 18. August 2013

Fluorchinolone: FDA verlangt bessere Beschreibung der neurotoxischen Wirkungen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat angeordnet, dass die in den Informationen zu systemisch applizierbaren Fluorchinolonen deutlicher auf die periphere Neuropathie als schwere unerwünschte Wirkung hingewiesen wird. Diese Nebenwirkung tritt früh nach Therapiebeginn ein und kann irreversibel sein.

Quelle:
Mitteilung der FDA vom 15. August 2013

Mittwoch, 14. August 2013

Dolutegravir von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Dolutegravir (Tivicay, ViiV Healthcare, GSK) für die Behandlung von Patienten mit HIV-Infektion zugelassen.

Dolutegravir (Tivicay, ViiV Healthcare, GSK) ist ein Integrase-Inhibitor. Er ist in einem beschleunigten Verfahren für die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit HIV-1-Infektion in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen zugelassen. Dolutegravir kann bei vortherapierten und therapienaiven Patienten eingesetzt werden. Es muss nur einmal täglich eingenommen werden und benötigt keinen Booster.

Quelle:
FDA-Pressemitteilung vom 13. August 2013