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Dienstag, 6. April 2021

Ofatumumab von der EU-Kommission für MS zugelassen

Die EU-Kommission hat am 26. März 2021 Ofatumumab (Kesimpta, Novartis) zur parenteralen Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig verlaufender multipler Sklerose (Relapsing Multiple Sclerosis, RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung, zugelassen.

Ofatumumab war 2015 für die Behandlung von Patienten mit CLL zugelassen worden, die onkologische Zulassung wurden jedoch Ende Februar 2019 auf Wunsch von Novartis zurück gezogen.

Ofatumumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper. Er ist wie z.B. Ocrelizumab gegen CD20 gerichtet. Das CD20-Molekül ist ein transmembranes Phosphoprotein, das von B-Lymphozyten vom Prä-B- bis zum reifen Lymphozytenstadium exprimiert wird. Das CD20-Molekül wird auch von einer kleinen Gruppe aktivierter T-Zellen exprimiert.

Die Bindung von Ofatumumab an CD20 führt hauptsächlich durch komplementabhängige Zytolyse (Complement-dependent Cytotoxicity, CDC), in geringerem Umfang aber auch über die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (Antibody-dependent Cell-mediated Cytotoxicity, ADCC) zur Lyse CD20-positiver B-Zellen. Weiterhin wurde für Ofatumumab gezeigt, dass es eine Lyse sowohl von Zellen mit hoher als auch niedriger CD20-Expression induziert. CD20 exprimierende T-Zellen werden ebenfalls von Ofatumumab zerstört.

Wirksamkeit und Sicherheit von Ofatumumab wurden u.a. in zwei randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten Zulassungsstudien der Phase III mit identischem Design (ASCLEPIOS I  und ASCLEPIOS II) bei Patienten mit einer schubförmig verlaufenden Form der multiplen Sklerose (RMS) im Alter von 18 bis 55 Jahren, einem Behinderungsgrad gemäß EDSS (Expanded Disability Status Scale) Score zwischen 0 und 5,5 bei Voruntersuchung und mit mindestens einem dokumentierten Schub im vorangegangenen Jahr, zwei Schüben in den vorangegangenen zwei Jahren oder einer positiven, Gadolinium(Gd)-anreichernden MRT-Aufnahme im vorangegangenen Jahr, untersucht.

In beiden Phase-III-Studien zeigte Ofatumumab im Vergleich zu Teriflunomid eine signifikante Reduktion der jährlichen Schubrate um 50,5 % bzw. 58,5 %. Die vorab festgelegte Metaanalyse der kombinierten Daten zeigte, dass Ofatumumab im Vergleich zuTeriflunomid das Risiko für eine nach 3 Monaten bestätigte Behinderungsprogression (Confirmed Disability Progression, CDP) um 34,4 % und für eine nach 6 Monaten bestätigte Behinderungsprogression um 32,5 % signifikant senkte.

Quelle

EPAR der EMA


Montag, 14. November 2016

Adalimumab, Lacosamid, Meningokokken-Vakzine, Ofatumumab, Vandetanib: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2016 empfohlen, die Zulassung von Adalimumab, Lacosamid, Meningokokken-Vakzine, Ofatumumab, Vandetanib zu erweitern:

  • Adalimumab (Humira, Abbvie) soll künftig bei Patienten mit Hidradenitis suppurativa ab einem Alter von 12 Jahren eingesetzt werden können
  • Lacosamid (Vimpat, UCB) soll künftig auch in Monotherapie bei Patienten ab 16 Jahren mit Epilepsie eingesetzt werden können
  • Meningokokken-Vakzine (Nimenrix, Pfizer) kann künftig ab einem Alter von 6 Wochen angewendet werden.
  • Ofatumumab (Arzerra, Novartis) soll künftig in Kombination mit Fludarabin und Cyclophosphamid auch bei Patienten mit rezidivierter CLL eingesetzt werden können.
  • Vandetanib (Caprelsa, Genzyme) soll bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab einem Alter von 5 Jahren angewendet werden können.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 11. November 2016

Freitag, 23. Mai 2014

Ofatumumab: EMA empfiehlt Indikationserweiterung für CLL-Erstlinientherapie

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Mai 2014 empfohlen, die Zulassung von Ofatumumab (Arzerra, GSK) zu erweitern. Es soll nun auch zur Behandlung von bisher unbehandelten Patienten mit CLL eingesetzt werden können, für die eine Fludarabin-basierte Therapie nicht geeignet ist.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Mai 2014

Montag, 21. April 2014

Ofatumumab von der FDA nun regulär zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat die beschleunigte Zulassung von Ofatumumab (Arzerra, GSK) zur Erstlinientherapie bei CLL in eine reguläre Zulassung geändert

Ofatumumab ist nun für die Behandlung von Patienten mit CLL in Kombination mit Chlorambucil regulär zugelassen, die bislang nicht behandelt worden sind und für die eine Fludarabin-basierte Therapie nicht geeignet ist.
Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen einer multizentrischen, randomisierten offenen Studie in der Ofatumumab plus Chlorambucil mit Chlorambucil alleine verglichen wurde. In die Studie waren 447 Patienten aufgenommen worden, für die eine Fludarabin-basierte Therapie nicht geeignet war. Der primäre Endpunkt PFS betrug in der Ofatumumab-Gruppe 22,4 Monate, in der Chlorambucil-Gruppe 13,1 Monate (HR 0,57, p < 0,001).

Quelle
Pressemitteilung der FDA vom 17. April 2014

Montag, 16. Dezember 2013

Ofatumumab: Rote-Hand-Brief wegen HBV-Infektionsrisiko

Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über Fälle von HBV-Infektionen und HBV-Reaktivierungen bei Patienten, die mit CD20-Antikörpern wie Ofatumumab behandelt wurden. Einige dieser Fälle führten zu einer fulminanten Hepatitis und Leberversagen, zum Teil mit tödlichem Ausgang.

Bei allen Patienten wird vor Behandlungsbeginn mit Ofatumumab ein HBV-Screening empfohlen. Patienten mit aktiver/bestehender Hepatitis-B-Erkrankung dürfen nicht mit Ofatumumab behandelt werden. Bei Patienten mit einer positiven HBV-Serologie soll ein Arzt mit Erfahrung in der Hepatitis-B-Behandlung zur Überwachung und Einleitung einer antiviralen Therapie zu Rate gezogen werden.
Bei Patienten mit einer HBV-Reaktivierung während der Behandlung (nach vermeintlich überwundener Hepatitis-B-Infektion) müssen Ofatumumab und jede gleichzeitig verabreichte Chemotherapie unverzüglich abgesetzt und geeignete Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. Eine HBV-Reaktivierung ist definiert als ein plötzlicher Anstieg der HBV-Replikation, die sich in einem schnellen Anstieg der HBV-DNA-Serumspiegel oder im Nachweis von HBsAg bei Personen, die zuvor HBsAg-negativ und anti-HBc-positiv waren, zeigt.
Die zusätzlichen Sicherheitsinformationen werden in der Fachinformation aktualisiert.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 16. Dezember 2013

Samstag, 1. Mai 2010

EU: Ofatumumab für Patienten mit CLL zugelassen

Die EU-Kommission hat den CD20-Antikörper Ofatumumab (Arzerra, GlaxoSmithKline) für die Behandlung von Patienten mit refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie bedingt zugelassen.

Ofatumumab ist bedingt zugelassen für die Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die refraktär auf Fludarabin und Alemtuzumab sind. Von der FDA wurde es Ende Oktober 2009 für die Behandlung von Patienten mit CLL zugelassen, die auf eine andere Therapie nicht mehr ansprechen.
Ofatumumab ist ein vollständig humanisierter monoklonaler CD20-Antikörper, er bindet selektiv an den "small loop" des CD20-Moleküls. Dadurch wird das Komplementsystem des körpereigenen Immunsystems verstärkt aktiv und zerstört die malignen B-Zellen. Die Bindung von Ofatumumab am "small loop" unterscheidet sich von der Bindungsstelle des zweiten derzeit verfügbaren CD20-Antikörpers Rituximab. Darüber hinaus verbleibt Ofatumumab länger am Bindungsort, was zu einer stärkeren Aktivierung des Immunsystems führt. Dies ist möglicherweise ein Hinweis für die besonders hohe Effektivität von Ofatumumab auch bei geringer CD20-Expression, wie sie bei der CLL der Fall ist.
Ofatumumab wird auch für die Behandlung weiterer Krebsarten untersucht, darunter die nicht vorbehandelte und die rezidivierte CLL, das follikuläre Non-Hodgkin-Lymphom und das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom. Darüber hinaus wird geprüft, ob es bei rheumatoider Arthritis und der schubförmig remittierenden multiplen Sklerose (RRMS) eingesetzt werden kann.

Quelle:
Fachinformation Arzerra
Apotheke ad hoc vom 23. April 2010

Freitag, 22. Januar 2010

EMA: Neue Zulassungempfehlungen Januar 2010

Das Committee for Medicinal Products for Human Use hat in seiner Sitzung vom 18. bis 21. Januar 2010 2009 folgende neuen Arzneimittel zur Zulassung empfohlen:

  • Spaltvirusvakzine, inaktiviert, mit AS03 als Adjuvans gegen H1N1-Viren (Arepanrix, GSK) für die Influenzaprophylaxe bei Grippepandemie
  • Ofatumumab (Arzerra, GSK) für die Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die auf Fludarabin und Alemtuzumab nicht mehr ansprechen.

Quelle:
Pressemitteilung der EMEA vom 22. Januar 2010

Montag, 28. Dezember 2009

Ofatumumab plus Chemotherapie bei Patienten mit CLL

Der CD20-Antikörper Ofatumumab zeigtein einer Phase-II-Studie in Kombination mit Fludarabin und Cyclophosphamid (O-FC) in der Erstlinientherapie bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) eine hohe Aktivität und keine unerwarteten unerwünschten Wirkungen.

Ofatumumab (Arzerra, GSK) wurde Ende Oktober 2009 von der amerikanischen FDA in einem beschleunigten Verfahren für die Behandlung von Patienten mit CLL zugelassen, deren Erkrankung nicht durch andere Therapieformen kontrolliert werden kann. Es ist ein vollständig humanisierter monoklonaler Antikörper, der an ein anderes Epitop am CD20-Rezeptor auf der Oberfläche von B-Zellen bindet als Rituximab. In einer Phase-II-Studie wurden randomisiert Wirksamkeit und Verträglichkeit von je sechs Zyklen mit 500 mg O-FC (n = 31) und 1000 mg O-FC (n = 30) bei Patienten mit nicht vorbehandelter CLL verglichen. Primärer Endpunkt war die Gesamtansprechrate bis zu drei Monate nach dem letzten Zyklus. In der 500-mg-Gruppe sprachen 77 % der Patienten, in der 1000-mg-Gruppe 73 % der Patienten an. Ein komplettes Ansprechen wurde bei 32 % der Patienten in der Gruppe mit 500 mg und bei 50 % der Patienten mit 1.000 mg Ofatumumab gesehen.
Infusionsbedingte Reaktionen traten vor allem in den ersten beiden Behandlungszyklen auf, alle waren vom Schweregrad 1 bis 2. Bei den Grad-3/4-Nebenwirkungen waren Neutropenie (35 bzw. 60 %), Thrombozytopenien (6 bzw. 23 %), Anämien (6 bzw. 20 %) und Infektionen (13 bzw. 23 %) am häufigsten. Im Beobachtungszeitraum starben ein Patient in der 500-mg-Gruppe und zwei Patienten in der 1000-mg-Gruppe.

Quelle
Wierda WG, et al. Ofatumumab Combined with Fludarabine and Cyclophosphamide (O-FC) Shows High Activity in Patients with Previously Untreated Chronic Lymphocytic Leukemia (CLL): Results From a Randomized, Multicenter, International, Two-Dose, Parallel Group, Phase II Trial. 51th ASH Annual Meeting, New Orleans, 5. bis 8. Dezember 2009.

Freitag, 30. Oktober 2009

FDA: Ofatumumab für CLL zugelassen

Die FDA hat den CD20-Antikörper Ofatumumab (Arzerra, GSK) für die Behandlung von Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) zugelassen, deren Erkrankung nicht durch andere Therapieformen kontrolliert werden kann. Ofatumumab wurde in einem beschleunigten Verfahren von der FDA zugelassen, vom Hersteller müssen noch weitere Studien mit dem Antikörper durchgeführt werden.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 26. Oktober 2009