Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2012 die Zulassung von Linaclotid (Constella, Almirall) zur Behandlung des Reizdarmsyndroms mit Verstopfung empfohlen.
Linaclotid (Constella, Almirall) ist ein oral applizierbares Peptid aus 14 Aminosäuren, das als Agonist des Guanylat-C-Rezeptors fungiert, der auf der lumenseitigen Darmoberfläche vorkommt.
Linaclotid wird kaum resorbiert, es wirkt nach Einnahme direkt an den lumenseitigen Rezeptoren. Die Erhöhung der intrazellulären cGMP-Konzentration stimuliert die Sekretion von Chlorid und Hydrogencarbonat in das Darmlumen, vor allem durch Aktivierung des CFTR-Ionenkanals (Cystic fibrosis transmembrane conductance regulator). Dies führt im Darm zu einem erhöhten Flüssigkeitsvolumen und einer Beschleunigung des Transits. In Tiermodellen beschleunigte Linaclotid den gastrointestinalen Transit und verringerte intestinale Schmerzen. In klinischen Studien veränderte Linaclotid die Stuhlkonsistenz und erhöhte die Stuhlfrequenz.
Die FDA hat Linaclotid Ende August 2012 zugelassen (siehe med | pharm | text -Blog).
Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 21. September 2012
Samstag, 22. September 2012
Ananasenzyme von der EMA zur Zulassung empfohlen
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2012 empfohlen, ein Konzentrat proteolytischer Enzyme aus Bromelain (NexoBrid, MediWound) für die Zulassung zur Wundbehandlung zu empfehlen.
NexoBrid (MediWound) hat seit 2002 den Orphan-Drug-Status. Es enthält eine Mischung proteolytischer Enzyme aus Bromelain, das aus Stamm und Früchten der Ananaspflanze gewonnen wird. Es soll nun lokal zur Ablösung von fest haftendem Wundschorf bei schweren Verbrennungen eingesetzt werden. Nach Ergebnissen klinischer Studien verkürzt das Enzympräparat die Zeit bis zur Entfernung von Wundschorf und verringert den Bedarf an chirurgischem Debridement.
Bei nicht sachrgerechter Anwendung von NexoBrid können sich jedoch die Heilungszeiten verlängern und das Risiko von Wundinfektionen erhöhen. Daher soll der Hersteller verpflichtet werden, ein Trainingprogramm und entsprechende Fortbildungsmaterialien für die Anwender zur Verfügung zu stellen.
Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 21. September 2012
NexoBrid (MediWound) hat seit 2002 den Orphan-Drug-Status. Es enthält eine Mischung proteolytischer Enzyme aus Bromelain, das aus Stamm und Früchten der Ananaspflanze gewonnen wird. Es soll nun lokal zur Ablösung von fest haftendem Wundschorf bei schweren Verbrennungen eingesetzt werden. Nach Ergebnissen klinischer Studien verkürzt das Enzympräparat die Zeit bis zur Entfernung von Wundschorf und verringert den Bedarf an chirurgischem Debridement.
Bei nicht sachrgerechter Anwendung von NexoBrid können sich jedoch die Heilungszeiten verlängern und das Risiko von Wundinfektionen erhöhen. Daher soll der Hersteller verpflichtet werden, ein Trainingprogramm und entsprechende Fortbildungsmaterialien für die Anwender zur Verfügung zu stellen.
Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 21. September 2012
Pramipexol: FDA prüft Risiko einer Herzinsuffizienz
Die Food and Drug Administration (FDA) prüft, ob der Dopaminagonist Pramipexol das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöht.
Die FDA geht Hinweisen aus klinischen und epidemiologischen Studien nach, die allerdings methodische Schwächen aufweisen. Die Behörde sieht in den Daten bislang keinen Beweis für ein erhöhtes Risiko einer kardialen Schädigung durch den Dopaminagonisten, will jedoch weitere Untersuchungen veranlassen.
Quelle:
FDA Sicherheitsmitteilung vom 19. September 2012
Die FDA geht Hinweisen aus klinischen und epidemiologischen Studien nach, die allerdings methodische Schwächen aufweisen. Die Behörde sieht in den Daten bislang keinen Beweis für ein erhöhtes Risiko einer kardialen Schädigung durch den Dopaminagonisten, will jedoch weitere Untersuchungen veranlassen.
Quelle:
FDA Sicherheitsmitteilung vom 19. September 2012
Dienstag, 18. September 2012
Bulletin zur Arzneimittelsicherheit erschienen
Das "Bulletin zur Arzneimittelsicherheit – Informationen aus BfArM und PEI" erscheint viermal im Jahr und informiert aus beiden Bundesoberbehörden über aktuelle Aspekte der Risikobewertung von Arzneimitteln.
Themen der Ausgabe vom September 2012 sind u. a.:
Brivudin und 5-Fluoropyrimidine – eine potenziell tödliche Interaktion
Qualitätsmangel beim Notfallarzneimittel Anapen® – ein Rückruf bis zur Patientenebene
Wirksamkeit und Risiken von Paracetamol
Falldefinition für die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) nach Therapie mit monoklonalen Antikörpern
Daten zur Pharmakovigilanz von Impfstoffen aus dem Jahr 2010
Bedeutung von nichtinterventionellen Unbedenklichkeitsstudien im Rahmen von Post-Authorisation Safety Studies (PASS) – Aspekte der neuen Pharmakovigilanzgesetzgebung
Wie lassen sich Anti-Drug-Antikörper verhindern? – EU-Forschungskonsortium mit Beteiligung des PEI.
Quelle:
AkdÄ - News vom 14.9.2012
Sonntag, 16. September 2012
Teriflunomid von der FDA für die Behandlung der MS zugelassen
Die Food and Drug Administration (FDA) hat Teriflunomid (Aubagio, Sanofi Aventis) für die Behandlung von Patienten mit schubförmig remittierender MS zugelassen.
Teriflunomid (Aubagio, Sanofi Aventis) ist der aktive Metabolit von Leflunomid, das als Arava® für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen ist. Es hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in den Mitochondrien, die ein Schlüsselenzym bei der Pyrimidin-Synthese ist. Dadurch hemmt es die Proliferation und Funktion von aktivierten Lymphozyten, nicht jedoch von ruhenden Zellen. Darüber hinaus wurden weitere Mechanismen beschrieben wie eine gestörte Signalübertragung im Nuclear factor κB (NF-κB)-Signalweg. Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass Teriflunomid ein Immunmodulator ist, der diverse Manifestationen von Autoimmunerkrankungen unterdrücken kann, ohne die Infektionsabwehr zu beeinträchtigen.
Teriflunomid wird einmal täglich oral eingenommen, es ist für die Behandlung von Patienten mit schubförmig-remittierender MS zugelassen. In den klinischen Studien war die Schubrate unter Teriflunomid etwa 30 % geringer als in den Plazebo-Gruppen.
Häufigste Nebenwirkungen in den Studien waren Diarrhö, erhöhte Leberwerte, Übelkeit und Haarverlust. Vor Therapiebeginn und während der Behandlung sollte die Leberfunktion der Patienten überprüft werden.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Therapiebeginn ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen, außerdem müssen sie empfängnisverhütende Maßnahmen durchführen.
Quelle:
Presseinformation der Food and Drug Administration (FDA) vom 12. September 2012
Teriflunomid (Aubagio, Sanofi Aventis) ist der aktive Metabolit von Leflunomid, das als Arava® für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen ist. Es hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in den Mitochondrien, die ein Schlüsselenzym bei der Pyrimidin-Synthese ist. Dadurch hemmt es die Proliferation und Funktion von aktivierten Lymphozyten, nicht jedoch von ruhenden Zellen. Darüber hinaus wurden weitere Mechanismen beschrieben wie eine gestörte Signalübertragung im Nuclear factor κB (NF-κB)-Signalweg. Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass Teriflunomid ein Immunmodulator ist, der diverse Manifestationen von Autoimmunerkrankungen unterdrücken kann, ohne die Infektionsabwehr zu beeinträchtigen.
Teriflunomid wird einmal täglich oral eingenommen, es ist für die Behandlung von Patienten mit schubförmig-remittierender MS zugelassen. In den klinischen Studien war die Schubrate unter Teriflunomid etwa 30 % geringer als in den Plazebo-Gruppen.
Häufigste Nebenwirkungen in den Studien waren Diarrhö, erhöhte Leberwerte, Übelkeit und Haarverlust. Vor Therapiebeginn und während der Behandlung sollte die Leberfunktion der Patienten überprüft werden.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Therapiebeginn ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen, außerdem müssen sie empfängnisverhütende Maßnahmen durchführen.
Quelle:
Presseinformation der Food and Drug Administration (FDA) vom 12. September 2012
Mittwoch, 5. September 2012
Bosutinib von der FDA zugelassen
Die Food and Drug Administration (FDA) hat Bosutinib (Bosulif, Pfizer) als Orphan Drug für die Behandlung von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) zugelassen.
Bosutinib (Bosulif, Pfizer) ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der für die Behandlung von Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver CML, akzelerierter CML und CML in der Blastenphase eingesetzt werden kann, die auf andere Therapien resistent sind oder diese nicht vertragen.
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Bosutinib wurden in einer Studie mit 546 Erwachsenen mit chronischer, akzelerierte oder Blasten-CML untersucht. Bei allen Patienten war die Erkrankung nach Therapie mit Imatinib oder Imatinib gefolgt von Dasatinib und/oder Nilotinib fortgeschritten, oder sie konnten eine dieser Therapie nicht vertragen. Alle Patienten wurden mit Bosutinib behandelt.
Bei Patienten mit chronischer CML wurde die Wirksamheit anhand der Major cytogenetic response (MCyR) in den ersten 24 Behandlungswochen bestimmt. 34 % der Patienten, die zuvor mit Imatinib behandelt worden waren, erreichten eine MCyR nach 24 Wochen. Bei 52,8 % der Patienten, die zu einem beliebigen Zeitpunkt eine MCyR erreichten, hielt sie mindestens 18 Monate an. 27 % der Patienten, die zuvor mit Imatinib gefolgt von Dasatinib und/oder Nilotinib behandelt worden waren, erreichten eine MCyR in den ersten 24 Wochen. Das Ansprechen hielt bei 51,4 % aller Responder mindestens 9 Monate an.
Bei 33 % der Patienten mit akzelerierter CML und bei 15 % mit Blasten-CML und Vorbehandlung mit Imatinib kam es zu einem kompletten hämatologischen Ansprechen.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Übelkeit, Thrombozytopenie, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Anämie, Fieber und Fatigue.
Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 4. September 2012
Bosutinib (Bosulif, Pfizer) ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der für die Behandlung von Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver CML, akzelerierter CML und CML in der Blastenphase eingesetzt werden kann, die auf andere Therapien resistent sind oder diese nicht vertragen.
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Bosutinib wurden in einer Studie mit 546 Erwachsenen mit chronischer, akzelerierte oder Blasten-CML untersucht. Bei allen Patienten war die Erkrankung nach Therapie mit Imatinib oder Imatinib gefolgt von Dasatinib und/oder Nilotinib fortgeschritten, oder sie konnten eine dieser Therapie nicht vertragen. Alle Patienten wurden mit Bosutinib behandelt.
Bei Patienten mit chronischer CML wurde die Wirksamheit anhand der Major cytogenetic response (MCyR) in den ersten 24 Behandlungswochen bestimmt. 34 % der Patienten, die zuvor mit Imatinib behandelt worden waren, erreichten eine MCyR nach 24 Wochen. Bei 52,8 % der Patienten, die zu einem beliebigen Zeitpunkt eine MCyR erreichten, hielt sie mindestens 18 Monate an. 27 % der Patienten, die zuvor mit Imatinib gefolgt von Dasatinib und/oder Nilotinib behandelt worden waren, erreichten eine MCyR in den ersten 24 Wochen. Das Ansprechen hielt bei 51,4 % aller Responder mindestens 9 Monate an.
Bei 33 % der Patienten mit akzelerierter CML und bei 15 % mit Blasten-CML und Vorbehandlung mit Imatinib kam es zu einem kompletten hämatologischen Ansprechen.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Übelkeit, Thrombozytopenie, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Anämie, Fieber und Fatigue.
Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 4. September 2012
Telavancin: EMA widerruft Zulassung
Die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) hat die Zulassung für das Antibiotikum Telavancin (Vibativ) widerrufen.
Quelle:
Human Medicines Highlights der EMA vom August 2012
Quelle:
Human Medicines Highlights der EMA vom August 2012
Axitinib von der EU-Kommision zugelassen
Die EU-Kommission hat Axitinib (Inlyta, Pfizer) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom nach Versagen einer vorangegangenen Therapie mit Sunitinib oder einem Zytokin zugelassen.
Axitinib (Inlyta, Pfizer) ist ein VEGF-Hemmer, der die über VEGF vermittelte Proliferation von Endothelzellen und deren Überleben inhibiert. Axitinib ist nun für die Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) zugelassen, die zuvor mit Sunitinib oder einem Zytokin behandelt worden sind oder nicht auf diese Therapie angesprochen haben.
Die Zulassung basiert vorwiegend auf einer internationalen, randomisierten, offenen Studie bei 723 Patienten mit fortgeschrittenem RCC nach Versagen einer vorherigen systemischen Therapie. Primärer Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS). 361 Patienten erhielten Axitinib 5 mg oral zweimal täglich, 362 Patients wurden mit Sorafenib 400 mg oral zweimal täglich bis zur Progression der Erkrankung oder inakzeptablen Toxizität behandelt. Alle Patienten hatten einen ECOG-Performancestatus von 0 oder 1 und waren zuvor mit Sunitinib, Temsirolimus, Bevacizumab oder Zytokinen behandelt worden. Ausgeschlossen waren Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck. Das PFS war bei den Axitinib-Patienten signifikant besser als bei den Sorafenib-Patienten (HR=0,67; 95% KI: 0,54-0,81; p< 0,0001, Log-rank.Test). Das mediane PFS unter Axitinib lag bei 6,7 Monaten (95%-KI: 6,3 -8,6), unter Sorafenib bei 4,7 Monaten (95%-KI: 4,6-5,6). Häufigte (≥ 20 %) Nebenwirkungen unter Axitinib waren Diarrhö Hypertonie, Fatigue, verminderter Appetit, Übelkeit, Dysphonie, Hand-Fuß-Syndrom, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Asthenie und Verstopfung. Weitere schwere Nebenwirkungen bei den Axitinib-Patienten waren hypertensive Krise, arterielle und venöse Thrombosen, Blutungen, gastrointestinale Perforation und Fistelbildung und reversibles Leukenzephalopathie-Syndrom.
Dienstag, 4. September 2012
Daunorubicin: Lieferengpass angekündigt
Die Firma Pfizer hat angekündigt an, dass sie Anfang
September einen vorübergehenden Lieferengpass bei Daunoblastin
®
erwartet.
Daunorubicin ist ein seit 40 Jahren angewendetes, hochwirksames und nicht verzichtbares Medikament für die Behandlung von Patienten mit akuter Leukämie bei Erwachsenen und Kindern. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. sehen diese Entwicklung mit großer Besorgnis.
Quelle:
Brivudin: Rote-Hand-Brief zu Wechselwirkungen mit 5-Fluoropyrimidinen
Der Hersteller von Brivudin (Zostex) hat einen Rote-Hand-Brief zu potenziell tödlichen Wechselwirkungen zwischen Brivudin und 5-Fluoropyrimidinen verschickt.
Die AkdÄ hat 2006 in einer Bekanntgabe im Deutschen Ärzteblatt auf potenziell tödlich verlaufende Wechselwirkungen zwischen Brivudin (Zostex®) und 5-Fluoropyrimidinen hingewiesen. Brivudin hemmt irreversibel die Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD). Dieses Enzym reguliert den Metabolismus von natürlichen Nukleosiden und von Pyrimidin-Derivaten wie 5-FU. Die Hemmung der DPD führt zur Akkumulation und verstärkten Toxizität von 5-FU.
Der Hersteller von Zostex® informiert jetzt in einem Rote-Hand-Brief über die wichtige Kontraindikation und Vorsichtsmaßnahmen: Brivudin darf nicht zusammen mit 5-Fluoropyrimidin-haltigen Arzneimitteln angewendet werden. Hierzu gehören z. B. 5-FU, dessen Prodrugs Capecitabin, Floxuridin und Tegafur sowie Flucytosin einschließlich topischer Zubereitungen oder Kombinationsprodukten mit diesen Wirkstoffen. Eine Therapie mit 5-Fluoropyrimidinen darf frühestens vier Wochen nach der letzten Anwendung von Brivudin begonnen werden (zusätzliche Vorsichtsmaßnahme: Bestimmung der DPD-Emzymaktivität). Bei einer versehentlichen Gabe von 5-Fluoropyrimidinen an mit Brivudin behandelte Patienten müssen beide Arzneimittel sofort abgesetzt und Maßnahmen zur Reduzierung der 5-Fluoropyrimidin-Toxizität ergriffen werden: stationäre Aufnahme, Verhütung von systemischen Infektionen und einer Dehydratation, Gabe von Uridin.
Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 4. September 2012
Die AkdÄ hat 2006 in einer Bekanntgabe im Deutschen Ärzteblatt auf potenziell tödlich verlaufende Wechselwirkungen zwischen Brivudin (Zostex®) und 5-Fluoropyrimidinen hingewiesen. Brivudin hemmt irreversibel die Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD). Dieses Enzym reguliert den Metabolismus von natürlichen Nukleosiden und von Pyrimidin-Derivaten wie 5-FU. Die Hemmung der DPD führt zur Akkumulation und verstärkten Toxizität von 5-FU.
Der Hersteller von Zostex® informiert jetzt in einem Rote-Hand-Brief über die wichtige Kontraindikation und Vorsichtsmaßnahmen: Brivudin darf nicht zusammen mit 5-Fluoropyrimidin-haltigen Arzneimitteln angewendet werden. Hierzu gehören z. B. 5-FU, dessen Prodrugs Capecitabin, Floxuridin und Tegafur sowie Flucytosin einschließlich topischer Zubereitungen oder Kombinationsprodukten mit diesen Wirkstoffen. Eine Therapie mit 5-Fluoropyrimidinen darf frühestens vier Wochen nach der letzten Anwendung von Brivudin begonnen werden (zusätzliche Vorsichtsmaßnahme: Bestimmung der DPD-Emzymaktivität). Bei einer versehentlichen Gabe von 5-Fluoropyrimidinen an mit Brivudin behandelte Patienten müssen beide Arzneimittel sofort abgesetzt und Maßnahmen zur Reduzierung der 5-Fluoropyrimidin-Toxizität ergriffen werden: stationäre Aufnahme, Verhütung von systemischen Infektionen und einer Dehydratation, Gabe von Uridin.
Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 4. September 2012
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