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Freitag, 23. Februar 2018

Anakinra, Bosutinib, Denosumab, Eisen(III)-maltol, Olaparib, Raltegravir: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2018 empfohlen, die Zulasssung von Anakinra, Bosutinib, Denosumab, Eisen(III)-maltol, Olaparib und Raltegravir zu erweitern:


  • Anakinra (Kineret, Swedish Orphan Biovitrum) soll künftig bei Patienten ab einem Alter von 8 Monaten mit Still-Krankheit, einschließlich systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (SJIA) und Adult-Onsel Still's Disease (AOSD) mit systemischen Zeichen, die auf eine moderate bis hohe Krankheitsaktivität hinweisen eingesetzt werden können oder bei Patienten mit anhaltender Krankheitsaktivität nach Behandlung mit NSAR oder Glucocorticoiden. Außerdem soll die Kontraindikation schwere Nierenfunktionsstörung entfallen. 
  • Bosutinib (Bosulif, Pfizer) soll künftig für die Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnositizierter Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie (Ph+CML) in der chronischen Phase eingesetzt werden können.
  • Denosumab (Xgeva, Amgen) soll zu Prävention skeletaler Ereignisse bei Erwachsenen mit fortgeschrittenen bösartigen Erkrankungen, die den Knochen einschließen, eingesetzt werden können.
  • Eisen(III)-maltol (Ferracru, Shield) soll künftig bei allen Erwachsenen mit Eisenmangel eingesetzt werden können.
  • Olaparib (Lynparza, AstraZeneca) wird in neuen Dosierungen als Tablette mit 100 mg und 150 mg zur Verfügung stehen, die in Monotherapie angewendet werden sollen zur Erhaltungstherapie von Frauen mit Platin-sensitivem rezidivierten Platin-sensitiven Rezidiv eines high-grade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie ansprechen. Die Kapseln werden können bisher nur bei BRCA-Mutation angewendet werden.
  • Raltegravir (Isentress, MSD) soll künftig bei Patienten aller Altersklassen, auch Neugeborenen, eingesetzt werden.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Februar 2018

Freitag, 8. April 2016

BCR-ABL-Tyrosinkinaseinhibitoren: Rote-Hand-Brief wegen Risiko einer Hepatitis-B-Reaktivierung

Die Hersteller der  BCR-ABL-Tyrosinkinaseinhibitoren (Glivec® [Imatinib], Sprycel® [Dasatinib], Tasigna® [Nilotinib], Bosulif® [Bosutinib] und Iclusig® [Ponatinib]) informieren in einem Rote-Hand-Brief darüber, dass bei Patienten, die chronische Träger des Hepatitis-B-Virus (HBV) sind und die BCR-ABL-Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) angewendet haben, Fälle von Reaktivierung des HBV aufgetreten sind. Einige dieser Fälle haben ein akutes Leberversagen oder eine fulminante Hepatitis verursacht, die zu einer Lebertransplantation oder zum Tod führten. Diese Fallberichte deuten darauf hin, dass eine HBV-Reaktivierung zu jedem Zeitpunkt während der Behandlung mit einem TKI auftreten kann. Die HBV-Reaktivierung wird als Klasseneffekt von BCR-ABL-TKI eingestuft.
Vor Beginn einer Behandlung mit BCR-ABL-TKI sollten Patienten auf eine HBV-Infektion untersucht werden. Bei Patienten mit positiver HBV-Serologie – einschließlich solcher Patienten mit aktiver Erkrankung – sind vor Behandlungsbeginn Fachärzte für Lebererkrankungen mit Erfahrung in der Behandlung von HBV-Infektionen zu konsultieren; dies gilt auch bei Patienten, die während der Behandlung positiv auf eine HBV-Infektion getestet werden. Träger von HBV, die eine Behandlung mit BCR-ABL-TKI benötigen, sollten während und einige Monate nach der Behandlung engmaschig auf Zeichen und Symptome einer aktiven HBV-Infektion überwacht werden.
Die Fachinformationen und die Packungsbeilagen werden aktualisiert.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 8.4.2016

Montag, 8. April 2013

Bosutinib von der EU-Kommission bedingt zugelassen

Die EU-Kommission hat Bosutinib (Bosulif, Pfizer) bedingt für die Behandlung von Patienten mit CML zugelassen.

Die Europäische Kommission hat dem Bosutinib (Bosulif)  bedingt zugelassen („Conditional Marketing Authorization“) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie (Ph+ CML) in der chronischen Phase (CP), in der akzelerierten Phase (AP) und in der Blastenkrise (BP), die mit mindestens einem Tyrosinkinase-Inhibitor vorbehandelt wurden und für die Imatinib, Nilotinib und Dasatinib nicht als geeignete Behandlungsoptionen angesehen werden.
Als Teil der bedingten Zulassung hat Pfizer sich verpflichtet, weitere Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Bosutinib bei Patienten mit Ph+ CML, die mit mindestens einem Tyrosinkinase-Inhibitor vorbehandelt wurden und für die Imatinib, Nilotinib und Dasatinib keine geeignete Behandlungsoption darstellen, zu generieren. Auf Basis der Bewertung dieser einzureichenden Daten durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA wird die Europäische Kommission dann eine Umwandlung der bedingten Zulassung in eine normale Marktzulassung prüfen.


Bosutinib ist ein oraler Kinase-Inhibitor, der die Abl- und Src-Signalwege hemmt.



Sonntag, 20. Januar 2013

Bosutinib: EMA empfiehlt Zulassung für CML

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2013 empfohlen, Bosutinib (Bosulif, Pfizer) für die Behandlung von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie zuzulassen.

Bosutinib (Bosulif, Pfizer) ist ein Tyrosinkinase-Hemmer und ein Hemmer der Histondesacetylase (HDAC).




Er soll für die Behandlung von Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver (Ph+) chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen sowie der akzelerierten Phase und der Blastenkrise zugelassen werden, die mit mindestens einem Tyrosinkinase-Inhibitor vorbehandelt wurden und für die Imatinib, Nilotinib oder Dasatinib nicht geeignet sind.
Die FDA hat Bosutinib Anfang September 2012 zugelassen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 17. Januar 2013


Mittwoch, 5. September 2012

Bosutinib von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Bosutinib (Bosulif, Pfizer) als Orphan Drug für die Behandlung von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) zugelassen.

Bosutinib (Bosulif, Pfizer) ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der für die Behandlung von Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver CML, akzelerierter CML und CML in der Blastenphase eingesetzt werden kann, die auf andere Therapien resistent sind oder diese nicht vertragen.

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Bosutinib wurden in einer Studie mit 546 Erwachsenen mit  chronischer, akzelerierte oder Blasten-CML untersucht. Bei allen Patienten war die Erkrankung nach Therapie mit Imatinib oder Imatinib gefolgt von Dasatinib und/oder Nilotinib fortgeschritten, oder sie konnten eine dieser Therapie nicht vertragen. Alle Patienten wurden mit Bosutinib behandelt.
Bei Patienten mit chronischer CML wurde die Wirksamheit anhand der Major cytogenetic response (MCyR) in den ersten 24 Behandlungswochen bestimmt. 34 % der Patienten, die zuvor mit Imatinib behandelt worden waren, erreichten eine MCyR nach 24 Wochen. Bei 52,8 % der Patienten, die zu einem beliebigen Zeitpunkt eine MCyR erreichten, hielt sie mindestens 18 Monate an. 27 % der Patienten, die zuvor mit Imatinib gefolgt von Dasatinib und/oder Nilotinib behandelt worden waren, erreichten eine MCyR in den ersten 24 Wochen. Das Ansprechen hielt bei 51,4 % aller Responder mindestens 9 Monate an.
Bei 33 % der Patienten mit akzelerierter CML und bei 15 % mit Blasten-CML und Vorbehandlung mit Imatinib kam es zu einem kompletten hämatologischen Ansprechen.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Übelkeit, Thrombozytopenie, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Anämie, Fieber und Fatigue.

Quelle:
Pressemitteilung der FDA vom 4. September 2012