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Donnerstag, 30. Juni 2011

EU: Zulassungserweitung für Bevacizumab bei Mammakarzinom

Die EU-Kommission hat die Zulassung von Bevacizumab (Avastin) auf die Erstlinientherapie von Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom in Kombination mit Capecitabin erweitert.

Die Europäische Kommission hat die bestehende Zulassung für Bevacizumab (Avastin ) bei metastasiertem Brustkrebs auf die Kombination mit Capecitabin (Xeloda) erweitert. Erst kürzlich hatte die Europäische Kommission die Zulassung von Bevacizumab für die Erstlinientherapie in Kombination mit Paclitaxel für Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom bestätigt. Diese neue Indikationserweiterung ist eine zusätzliche Möglichkeit der Erstlinientherapie für Frauen, bei denen die Behandlung mit anderen Chemotherapien (auf der Basis von Taxanen oder Anthrazyklinen) nicht geeignet ist.
Die Zulassungserweiterung stützt sich auf Daten der Phase-III-Studie RIBBON 1, die eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens zeigte, wenn Bevacizumab mit Capecitabin kombiniert wurde, verglichen mit den Patienten, die nur Capecitabin erhielten. Die Nebenwirkungen in RIBBON 1 entsprachen denjenigen, die in früheren Studien mit Bevacizumab bei verschiedenen Krebsarten beobachtet wurden.

Dienstag, 30. März 2010

EU: Capecitabin mit Oxaliplatin zur adjuvanten Therapie des Kolonkarzinoms im Frühstadium zugelassen

Capecitabin (Xeloda) ist von der EU-Kommission in Kombination mit Cisplatin für die adjuvante Therapie bei Patienten mit Dickdarmkrebs im Frühstadium zugelassen worden. Diese Kombination ist unter dem Namen XELOX bekannt. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Studie NO16968 (XELOXA), einer der grössten Studien bei Patienten mit Dickdarmkrebs im Stadium III (Frühstadium). Sie ergab dass Patienten, die XELOX unmittelbar im Anschluss an eine Operation erhielten, länger krankheitsfrei lebten als Patienten, die mit der Kombinationschemotherapie Fluorouracil/Leucovorin (FU/LV) behandelt wurden.

Quelle:
Roche Pressemitteilung vom 30. März 2010.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Brustkrebs: Capecitabin nicht bei Älteren

Eine Standard-Chemotherapie ist bei Mammakarzinom-Patientinnen über 65 Jahren in der adjuvanten Therapie besser wirksam als Capecitabin. Bei der Auswahl der Chemotherapie sollten mit Blick auf die kardiotoxischen Effekte eher neuere nichtanthracyclinhaltige Schemata in Betracht gezogen werden.
Dies ergab die Studie 49907 der Cancer and Leukemia Group B (CALGB), in der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer adjuvanten Therapie mit Capecitabin oder einer Chemotherapie aus Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil (CMF) bzw. Doxorubicin und Cyclophosphamid verglichen wurden.
Aufgenommen wurden 633 Frauen im Alter ab 65 Jahren in gutem Allgemeinzustand, die an einem operablen Adenokarzinom der Brust litten. Nach der ersten Zwischenanalyse wurden wegen Unterlegenheit von Capecitabin keine weiteren Frauen mehr in die Studie aufgenommen. Die mediane Nachbeobachtungszeit zum Zeitpunkt der Datenanalyse betrug 2,4 Jahre. Die Rückfall- und Sterberaten waren in der Capecitabin-Gruppe fast doppelt so hoch, wie in der Chemotherapie-Gruppe. Die Hazard-Ratio für rückfallfreies Überleben unter Capecitabin versus Chemotherapie betrug 2,09 (1,38 – 3,17, p < 0,001), für das Gesamtüberleben 1,85 (1,11-3,08, p = 0,02). Nach drei Jahren überlebten in der Capecitabin-Gruppe 68% der Frauen ohne Rückfall, in der Chemotherapie-Gruppe waren es 85%.
Eine nicht im Protokoll vorgesehen Post-hoc-Analyse zeigte, dass bei Frauen mit Hormonrezeptor-negativen Tumoren bei Behandlung mit Capecitabin das Risiko für einen Rückfall vierfach höher (HR = 4,39, p < 0,001), das Sterberisiko dreifach höher (HR = 3,76, p < 0,001) war als bei Behandlung mit Chemotherapie. Mehr Frauen in der Chemotherapie-Gruppe litten unter schweren Nebenwirkungen.

Quelle:
Muss HB, et al. Adjuvant chemotherapy in older women with early-stage breast cancer. N Engl J Med 2009;360:2055-2065.

Sonntag, 12. April 2009

Kolorektalkarzinom: Mehr ist nicht besser!

Die zusätzliche Gabe von Cetuximab zu einer Erstlinientherapie aus Capecitabin, Oxaliplatin und Bevacizumab bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom ist nicht zu empfehlen, wie die CAIRO2-Studie ergab.
In der CAIRO2-Studie wurde prospektiv untersucht, wie sich die zusätzliche Gabe von Cetuximab bei Patienten auswirkt, die als Erstlinientherapie mit Capecitabin, Oxaliplatin und Bevacizumab behandelt wurden. In dieser offenen Phase-III-Studie in 79 Zentren in den Niederlanden erhielten 368 auswertbare Patienten alle drei Wochen die Behandlung ohne (CB-Gruppe) und 368 Patienten die Behandlung mit Cetuximab (CBC-Gruppe). Oxaliplatin wurde über maximal sechs Zyklen verabreicht. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 23 Monaten ergab sich im primären Endpunkt das überraschende Ergebnis, dass die zusätzliche Gabe von Cetuximab das progressionsfreie Überleben von 10,7 auf 9,4 Monate signifikant verkürzte (p = 0,01). Das Gesamtüberleben war mit 19,4 Monaten in der CBC-Gruppe im Trend ebenfalls kürzer als in der CB-Gruppe mit 20,3 Monaten. Die Gesamtansprechrate betrug 50,0% in der CB-Gruppe und 52,7% in der CBC-Gruppe.
Eine Subanalyse zeigte, dass die Cetuximab-Behandlung für Patienten mit mutiertem KRAS-Gen besonders schlecht war: sie hatten ein progressionsfreies Überleben von 8,1 Monaten im Vergleich zu 12,5 Monaten bei Patienten mit KRAS-Wildtyp (p = 0,003) und eine Gesamtüberleben von 17,2 vs. 24,9 Monate (p = 0,03). Die Ansprechrate in der Gruppe mit mutiertem KRAS-Gen war mit 45,9% signifikant niedriger als in der Wildtyp-Gruppe mit 61,4% (p = 0,03). Bei Ausschluss der Cetuximab-bedingten Hautreaktionen war die Nebenwirkungsrate in beiden Gruppen vergleichbar. Die Ursache für diese unerwartete Wirkung der Kombinationstherapie ist unklar, vermutet wird eine bislang unbekannte Wechselwirkung zwischen den beiden monoklonalen Antikörpern.

Quellen:
Tol L, et al. Chemotherapy, Bevacizumab, and Cetuximab in metastatic colorectal cancer. N Engl J Med 2009;360:563-72.
Mayer RJ. Targeted therapy for advanced colorectal cancer – more is not always better. N Engl J Med 2009;360:623-625.

Dienstag, 26. Februar 2008

Gastroösophageales Karzinom: Capecitabin plus Oxaliplatin

Bei Patienten mit metastasiertem Magen- und Ösophagus-Karzinom kann die belastende Dauerinfusion von Fluorouracil durch eine orale Therapie mit dem Fluoropyrimidin Capecitabin (Xeloda®) und Cisplatin durch das Platinderivat Oxaliplatin (Eloxatin®) ersetzt werden. Dies ergab die REAL-2-Studie (Randomized ECF for Advanced and Locally Advanced Esophagogastric Cancer 2), Phase-III-Studie im 2 x 2-Design, in der 1.002 Patienten in einen der folgenden Behandlungsarme randomisiert wurden

  • Epirubicin, Cisplatin, Fluorouracil (ECF) (n = 263)
  • Epirubicin, Cisplatin, Capecitabin (ECX) (n = 250)
  • Epirubicin, Oxaliplatin, Fluorouracil (EOF) (n = 245)
  • Epirubicin, Oxaliplatin, Capecitabin (EOX) (n = 244)

Primäres Ziel war der Nachweis der Nichtunterlegenheit in der Wirkung auf das Gesamtüberleben von Capecitabin versus Fluorouracil und von Oxaliplatin versus Cisplatin in der Per-Protokoll-Analyse.
Die REAL-2-Studie ergab, dass die Dreifachkombination aus Capecitabin, Oxaliplatin und Epirubicin mindestens vergleichbar gut wirksam und verträglich wie die bisherige Standardtherapie ist. Vorteilhaft ist, dass mit dieser Kombination die Unannehmlichkeiten (Implantation eines Ports, Pumpe) und Komplikationen, die mit der Fluorouracil-Dauerinfusion verbunden sind, vermieden werden. Darüber hinaus werden Krankenhaus- und Praxisaufenthalte verkürzt.


Quelle:
Cunningham D et al. Capecitabine and oxaliplatin for advanced esophagogastric cancer. N Engl J Med. 2008; 358: 36-46.

Montag, 4. Februar 2008

Capecitabin zur Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom zugelassen

Die Europäische Zulassungsbehörde hat orales Capecitabin (Xeloda) für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom in Kombination mit jeder anderen Chemotherapie in allen Behandlungsstadien mit oder ohne Bevacizumab (Avastin) zugelassen.
Die Zulassung basiert auf der NO16966- und der NO16967-Studie.
In der NO16966-Studie, einer internationalen Phase-III-Studie, wurden 2.034 Patienten eingeschlossen. Sie ergab, dass die Kombination aus Capecitabin und Oxaliplatin (XELOX) vergleichbar wirksam wie FOLFOX (Folinsäure, Fluorouracil, Oxaliplatin) ist und dass die zusätzliche Gabe von Bevacizumab das progressionsfreie Überleben der Patienten verlängert.
In der NO16967-Stude, einer internationalen Phase-III-Studie mit 627 Patienten, die mit Irinotecan vorbehandelt waren und die unter einem Rezidiv oder einer progredienten Erkrankung litten, zeigte sich ebenfalls, dass XELOX vergleichbar gut auf das progressioinsfreie Überleben wirkte wie FOLFOX.

Quelle:
http://www.roche.com/home/media/med_div/med_div_pharma/med_pha_2008/med-div-2008-02-04.htm