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Dienstag, 3. Dezember 2013

Prasugrel: Rote-Hand-Brief wegen schwerwiegender Blutungen

Der Hersteller von Prasugrel (Efient) weist in einem Rote-Hand-Brief auf das erhöhte Risiko schwerwiegender Blutungen bei Patienten mit instabiler Angina Pectoris UA/NSTEMI hin, die Prasugrel vor einer diagnostischen Koronarangiographie erhalten.

Der Hersteller empfiehlt bei UA/NSTEMI-Patienten, bei denen die Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach der Krankenhausaufnahme durchgeführt wird, die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI zu verabreichen, um das Risiko von Blutungen zu minimieren.
Diese Empfehlung basiert auf den Ergebnissen einer kürzlich abgeschlossenen klinischen Studie, die die Wirkung einer initialen Aufsättigungsdosis (30 mg) vor der PCI und einer Dosis zum Zeitpunkt der PCI (30 mg) mit der Wirkung einer Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI (60 mg) verglichen hat. Es zeigten sich hierbei keine Unterschiede in der Wirksamkeit, jedoch war das Blutungsrisiko im ersten Fall (initiale Aufsättigungsdosis und Dosis zum Zeitpunkt der PCI) erhöht.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 3. Dezember 2013

Samstag, 3. November 2012

Dabigatran: FDA sieht kein erhöhtes Risiko schwerer Blutungen

Die Food and Drug Administration (FDA) kam aufgrund der Überprüfung verschiedener Daten zu dem Ergebnis, dass das Risiko schwerer Blutungen bei Neueinstellung auf Dabigatran (Pradaxa) nicht höher ist als bei Neueinstellung auf Warfarin.

Quelle:
FDA Drug Safety Communication vom 2. November 2012

Freitag, 25. Mai 2012

Dabigatran: EMA empfiehlt klarere Hinweise zur Anwendung

Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der Europäische Zulassungsbehörde (EMA) hat in der Sitzung vom 21. bis 24. Mai 2012 eine Änderung der Fachinformation von Dabigatran (Pradaxa) empfohlen.

Im Abschnitt zu den Kontraindikationen von Dabigatran (Pradaxa, Boehringer Ingelheim) werden die Faktoren und Bedingungen, die das Risiko für eine Blutung erhöhen, detailliert beschrieben. Zudem wird genauer angegeben, bei welchen gleichzeitig applizierten Medikamenten mit einer Wirkung auf die Hämostase Dabigatran kontraindiziert ist.

Siehe auch: EMA "Summary of Opionion" zu Pradaxa vom 24. Mai 2012


Freitag, 18. November 2011

EMA: Sicherheitsupdate zu Dabigatran

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA)ist der Ansicht, dass mit den aktuellen Empfehlungen zur Anwendung von Dabigatran (Pradaxa) mit dem Blutungsrisiko adäquat umgegangen werden kann.

Hier der Text der EMA-Pressemitteilung:
"Pradaxa has been authorised since March 2008 for primary prevention of venous thromboembolic events in adults who have had elective total hip replacement surgery or total knee replacement surgery. Since August 2011, it is also authorised for the prevention of stroke and systemic embolism in adult patients with non-valvular atrial fibrillation. The efficacy of Pradaxa as demonstrated in clinicial trials remains unchanged. The Agency is aware of recent media interest regarding fatal cases of bleeding in patients treated with Pradaxa. The risk of bleeding with anticoagulant medicines is well-known. For Pradaxa, this has been reflected since its initial marketing authorisation in the approved EU product information, which recommends that doctors check for signs of bleeding and discontinue treatment in patients with severe bleeding. Pradaxa is contraindicated in a number of conditions, including in patients who are bleeding and patients with severe renal impairment, and it should be used with caution and at lower doses in elderly patients and patients with moderate renal impairment (depending on indication and circumstances). The issue has been kept under close review and in October 2011 the Agency's Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) recommended further changes to the product information following reports of fatal cases of bleeding coming from Japan and assessment of the latest available worldwide data on the risk of fatal bleeding. The recommended updated product information includes advice that renal function be assessed in all patients before starting Pradaxa treatment; while on treatment, renal function should be assessed at least once a year in patients over 75 years of age and whenever a decline in renal function is suspected in patients of any age. Doctors are being informed about the CHMP's recommendations in a letter sent by the marketing authorisation holder.
On 6 November 2011 a worldwide total of 256 spontaneous case reports of serious bleeding resulting in death were recorded in the EudraVigilance database in association with the use of dabigatran, the active substance of Pradaxa. 21 out of these 256 cases were reported in the EU. The number of reports of bleedings in patients treated with Pradaxa has to be seen in the context of the rapidly increasing use of Pradaxa worldwide as a result of approval of a new indication (prevention of stroke and systemic embolism in adult patients with non-valvular atrial fibrillation) in several regions of the world and also the increased awareness about the drug, a factor that is known to lead to higher than usual reporting of side effects. The CHMP is of the opinion that the recommended changes to the use of Pradaxa adequately manage the risk of bleeding. The Agency will continue to closely monitor this issue and the overall safety profile of Pradaxa.
The Committee will look again at all case reports received so far to confirm that the frequency of occurrence of fatal bleedings has not increased and that the recommended product information is appropriate to manage the risk.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 18. November 2011

Dienstag, 11. Mai 2010

AkdÄ: Blutungsrisiko bei Behandlung mit ASS, Clopidogrel und Vitamin-K-Antagonisten in Kombination

In einer Drug Safety Mail vom 7. Mai 2010 informierte die AkdÄ über das Blutungsrisiko bei Patienten mit Myokardinfarkt bei Behandlung mit verschiedenen Kombinationen von ASS, Clopidogrel und Vitamin-K-Antagonisten.
Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel werden in der Primär- und Sekundärprophylaxe ischämischer Ereignisse eingesetzt; die Kombination ist bei akutem Koronarsyndrom sowie nach koronarer Stentimplantation Therapiestandard. Die optimale Dauer dieser dualen Thrombozytenaggregationshemmung ist nicht für alle klinischen Situationen geklärt; empfohlen werden zwischen vier Wochen nach Einbringen von unbeschichteten Stents und zwölf Monaten nach Myokardinfarkt. Studienergebnisse zur Blutungshäufigkeit unter der Kombination von ASS und Clopidogrel sind uneinheitlich. Besonders schwierig ist die Situation, wenn zum Beispiel bei Vorhofflimmern zusätzlich ein Vitamin-K-Antagonist (zum Beispiel Phenprocoumon) gegeben wird.
In einer großen dänischen Studie mit über 40.000 Patienten wurde das Risiko für Blutungsereignisse bei Patienten untersucht, die nach Myokardinfarkt mit ASS, Clopidogrel oder einem Vitamin-K-Antagonisten als Monotherapie oder in Kombination behandelt wurden. Patienten mit einem Blutungsereignis in der Vorgeschichte, höherem Lebensalter sowie mit einem Diabetes mellitus oder einer Herzinsuffizienz hatten ein erhöhtes Blutungsrisiko. Bei einem nichttödlichen Blutungsereignis war das Risiko für ein Myokardinfarkt-Rezidiv oder Tod während der Beobachtungszeit signifikant erhöht.
Im Vergleich zur Monotherapie war bei allen Kombinationen mit einem Vitamin-K-Antagonisten das Risiko für nichttödliche und tödliche Blutungsereignisse erhöht. Besonders das Blutungsrisiko für die Kombination von Clopidogrel mit einem Vitamin-K-Antagonisten sowie für die Dreierkombination (ASS/Clopidogrel/Vitamin-K-Antagonist) war deutlich erhöht. Da der Nutzen einer Kombination aus Vitamin-K-Antagonist und Clopidogrel nicht belegt ist, soll diese Therapieoption nur nach einer sorgfältigen Einschätzung des individuellen Risikoprofils eingesetzt werden.
Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail 2010-100 vom 7. Mai 2010