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Freitag, 6. März 2009

AGO empfiehlt Aromatasehemmer auch nach Therapiepause

Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) empfiehlt in ihren aktuellen Leitlinien den Einsatz von Aromatasehemmern wie Letrozol (Femara) in der erweiterten adjuvanten Therapie (EAT) nach fünf Jahren Tamoxifen. Besonders der Therapiebeginn im Anschluss an ein langes Tamoxifen-freies Intervall wurde aufgewertet. Diese Berücksichtigung ist auch auf die aktuellen Daten der MA.17-Studie zurückzuführen: Diese zeigen, dass Letrozol selbst nach einer Therapiepause von bis zu sieben Jahren signifikant das Rezidivrisiko bei Brustkrebspatientinnen senkt und als einzige Substanz das Gesamtüberleben deutlich verlängert. Zudem ist Letrozol als einziger Aromatasehemmer für die EAT im Anschluss an fünf Jahre Tamoxifen sowie nach einer Therapiepause von bis zu sieben Jahren zugelassen.

www.ago-online.org/index.php?lang=de&site=mamma_guide_09_1_0

Montag, 2. Juni 2008

Zoledronsäure hat Antitumor-Wirkung

Das Bisphosphonat Zoledronsäure (Zometa®) verringert bei prämenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem frühem Mammakarzinom bei zusätzlicher Gabe zur postoperativen Hormontherapie das Risiko von Rezidiven und Todesfällen um 36 %. Dies ergab die Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group Trial 12 (ABCSG-12), deren Ergebnisse am 1. Juni 2008 bei der 44. Jahrestagung der American Society of Oncology in Chicago vorgestellt wurden.

In der österreichischen Studie wurde u. a. untersucht, ob Bisphosphonate zusätzlich zu endokriner Therapie das Rezidivrisiko für prämenopausale Frauen mit frühem Mammakarzinom weiter senken können. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, ob Aromatase-Hemmer im Vergleich zu Tamoxifen besser wirken.

In die offene, multizentrische Phase-III-Studie wurden 1803 prämenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom im Stadium I oder II und weniger als 10 befallenen Lymphknoten aufgenommen. Sie erhielten nach Operation und Bestrahlung alle mit Goserelin zur Ovarsuppression behandelt und erhielten dann randomsiert über drei Jahre Tamoxifen 20 mg/Tag ( n = 451), Anastrozol 1 mg/Tag (n = 453), Tamoxifen 20 mg/Tag plus Zoledronsäure 4 mg alle 6 Monate (n = 449) oder Anastrozol 1 mg/Tag plus Zoledronsäure 4 mg alle 6 Monate (n = 450).

Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben (DFS), sekundäre Endpunkte waren das rezidivfreie Überleben und das Gesamtüberleben.

Nach im Median 60 Monaten (31. März 2008) waren 137 (7,6 %) DFS-Ereignisse und 42 Todesfälle (2,3 %) eingetreten. Das krankheitsfreie Überleben unterschied sich zwischen der Anastrozol- und der Tamoxifen-Gruppe nicht.

Die zusätzliche Gabe von Zoledronsäure verbesserte jedoch das krankheitsfreie Überleben im Vergleich zur alleinigen endokrinen Therapie signifikant. Das relative Risiko für ein DFS-Ereignis wurde durch das Bisphosphonat um 36 % verringert (p <>

Die Verträglichkeit war gut, es traten keine unerwarteten Nebenwirkungen auf. Keine Kiefernekrosen und keine nephrotoxischen Wirkungen wurden beobachtet.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, so Professor Dr. Michael Gnant, Wien (links), dass bei prämenopausalen Frauen mit frühem Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom, also mit niedrigem bis mäßig hohem Risiko, eine Hormontherapie plus Zoledronsäure eine zytotoxische Chemotherapie ersetzen kann. Diese gut verträgliche Therapie kann die Lebensqualtität und die Therapie bei diesen Patientinnen weiter verbessern.

Quelle:

Gnant M, Adjuvant ovarian suppression combined with tamoxifen or anastrozole, alone or in combination with zoledronic acid, in premenopausal women with hormone-responsive, stage I and stage II breast cancer: first efficacy results from ABCSG-12. 44 ASCO, Chicago, 1. Juni 2008.

Mittwoch, 12. März 2008

Es ist nie zu spät..


für einen Aromatasehemmer wie Letrozol, denn die Therapie kann Rezidive eines Mammakarzinoms auch dann noch verhindern, wenn sie verspätet begonnen wird. Dies ergab die jetzt von Paul Goss, Boston (rechts, Foto: sh) et al . publizierte Nachbeobachtung der MA.17-Studie.

In der MA.17-Studie waren 5.187 Frauen mit hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom mit Letrozol oder Placebo behandelt worden. Die Studie wurde im Oktober 2003 abgebrochen, weil eine Zwischenauswertung nach 2,8 Jahren ergeben hatte, dass mit Letrozol nur 132 Frauen, mit Plazebo dagegen 207 Frauen ein Rezidiv erlitten hatten. Durch Letrozol wurde das rezidivfreie Überleben nach vier Jahren von 87 auf 93 % erhöht. Die Frauen im Plazebo-Arm konnten dann eine Letrozol-Behandlung beginnen, dafür entschieden sich 1.579 Patientinnen. Die nun publizierten Daten der Nachbeobachtung zeigen, dass die Rate der Rezidive von 4,9 % (Gruppe, die keine weitere Therapie wünschte) durch weitere Letrozol-Behandlung auf 2,0 % gesenkt wurde. Auch das Letalitätsrisiko und das Risiko, an einem Karzinom der anderen Brust zu erkranken, wurden verringert. Die verspätete Letrozol-Therapie verbessert unter Berücksichtigung eines gewissen Selektionsbias das krankheitsfreie Überleben nach 5,3 Jahren um 63 % und senkt das Risiko von Fernmetastasen um 61 %.

Nach fünf Jahren Tamoxifen wirkt eine weitere Therapie mit Letrozol weiterhin günstig und bessert die krankheitsfreie Überleben und das Gesamtüberleben. Diese Wirkung ist unabhängig vom Alter der Frau.

Bezahlt wird der Vorteil mit einer höheren Rate an Osteoporose.

Quellen:
Goss PE, et al . Late extended adjuvant treatment with letrozole improves outcome in women with early-stage breast cancer who complete 5 years of tamoxifen. J Clin Oncol 2008, 26: Published Ahead of Print on March 10, 2008 as 10.1200/JCO.2007.11.6798
http://jco.ascopubs.org/cgi/doi/10.1200/JCO.2007.11.6798

Muss HB et al. Efficacy, toxicity, and quality of life in older women with early-stage breast cancer treated with letrozole or placebo after 5 years of tamoxifen: ncic ctg intergroup trial MA.17. J Clin Oncol 2008, 26:
Published Ahead of Print on March 10, 2008 as 10.1200/JCO.2007.12.6334
http://jco.ascopubs.org/cgi/doi/10.1200/JCO.2007.12.6334

Mittwoch, 2. Januar 2008

ATAC-Studie: 100-Monatsdaten

Beim 30. San Antonio Breast Cancer Symposium wurden am 14. Dezember 2007 die 100-Monatsdaten der ATAC-Studie vorgestellt:
Sie bestätigen die signifikante Überlegenheit von Arimidex im Vergleich zu Tamoxifen auf die Reduktion des Rückfallrisikos (“Time to Recurrence” - TTR) von postmenopausen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem frühen Brustkrebs und ein längeres krankheitsfreies Überleben (“Disease-free Survival” - DFS).
Die Arimidex, Tamoxifen, Alone or in Combination (ATAC) Studie ist eine der weltweit größten und am längsten laufenden klinischen Studien für solche Patientinnen. Über 9300 Frauen wurden nach Operation und Chemotherapie randomisiert über 5 Jahre mit Anastrozol 1 mg oder Tamoxifen 20 mg täglich behandelt. Die Auswertung nach 5 Jahren hatte schon eine Überlegenheit von Anastrozol ergeben [Lancet 2005;365:60-62].
Die Frauen wurden weiter beobachtet, nach nunmehr gut 8 Jahren hatten sich die Vorteile für die mit Anastrozol Behandelten weiter verstärkt:
  • Das Risiko für alle Rückfälle um relativ 24% reduziert (HR 0,76 [0,67-0,87]; p=0.0001),
  • Das krankheitsfreie Überleben (DFS) wurde relativ um 15% (HR 0,85 [0,76-0,94]; p=0,003) verbessert
  • Das Risiko für Fernmetastasen (TTDR) wurde relativ um 16% reduziert(HR 0.84 [0.72-0.97]; p=0.022)
  • Die Inzidenz von kontralateralen Mammakarzinomen wurde um relativ um 40% verringert
Neue Langzeitverträglichkeitsprobleme wurden nicht beobachtet. Die in der Arimidex-Gruppe nach fünf Jahren im Vergleich zur Tamoxifen-Gruppe erhöhte Frakturrate hatte wieder abgenommen und war in beiden Gruppen nach 100 Monaten vergleichbar.
Die Gesamtüberlebensrate war in beiden Gruppen ähnlich. Dies wird mit den "konkurrierenden" Todesursachen erklärt, die bei Frauen im Alter über 50 Jahren stark zunehmen und damit die Brustkrebs-bedingte Sterblichkeit überlagern.

http://www.abstracts2view.com/sabcs/view.php?nu=SABCS07L_1160&terms=