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Sonntag, 14. März 2010

ACCORD-BP: Intensive Blutdrucksenkung senkt kardiovaskuläres Risiko nicht

In der Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes (ACCORD)-Studie wird der Nutzen verschiedener Interventionen bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 untersucht. In der ACCORD-BP-Studie wurde geprüft, ob eine Senkung des Blutdrucks auf unter 135-140 mm Hg bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und hohem kardiovaskulärem Risiko dieses Risiko vermindern kann. Bei 4.733 Patienten wurde randomisiert der Blutdruck auf einen Zielwert unter 140 mm Hg oder unter 120 mm Hg eingestellt.
Primärer Endpunkt war die Kombination von nicht tödlichem Herzinfarkt, nicht tödlichem Schlaganfall oder von kardiovaskulär bedingtem Tod.
Nach einem Jahr hatte die intensiv behandelte Gruppe einen Blutdruck von 119,3 mm Hg, die Standardgruppe von 133,5 mm Hg. Die intensive Blutdrucksenkung verringerte jedoch das Risiko nicht. In einem begleitenden Editorial wird unter anderem die Frage aufgeworfen, ob es angesichts dieser Ergebnisse sinnvoll ist, die SPRINT-Studie weiterzuführen, in der die gleiche Fragenstellung bei Nichtdiabetikern untersucht wird.

Quelle:
The ACCORD Study Group: Effects of intensive blood-pressure control in type 2 diabetes mellitus.
www.nejm.org March 14, 2010 (10.1056/NEJMoa1001286)

Montag, 30. März 2009

Polypille senkt kardiovaskuläres Risiko

Eine Polypille mit niedrigen Dosen von Hydrocholorothiazid (12,5 mg), Atenolol (50 mg) und Ramipril (5 mg), Simvastatin (20 mg) und Acetylsalicylsäure (100 mg) senkt bei einmal täglicher Einnahme Blutdruck, Lipidwerte und das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen.
Dies ergab eine Studie in Indien mit über 2.000 Personen im Alter von 45 bis 80 Jahren.

Quelle:
The Indian Polycap Study (TIPS). Effects of a polypill (Polycap) on risk factors in middle-aged individuals without cardiovascular disease (TIPS): a phase II, double-blind, randomised trial. Lancet 2009 Published Online, March 30, 2009 DOI:10.1016/S0140-6736(09)60611-5

Mittwoch, 25. Juni 2008

Pharmazeutische Betreuung hilft Hypertonikern

In einer großen randomisierten Studie wurden drei Betreuungsverfahren für Hypertoniker untersucht:

  • Normale Betreuung
  • Blutdruckmessung zu Hause plus Web-basiertes Training
  • Pharmazeutische Betreuung plus Web-basiertes Training

Die Apotheker betreuten die Patienten telefonisch oder über das Web und erstellten Medikationspläne.

730 vorwiegende weiße Patienten im mittleren Alter von 59 Jahren wurden über 12 Monate so behandelt.

In den Gruppen mit normaler Betreuung und Blutdruckmessung zu Hause erreichten nur etwa 30 bis 35 % den Zielblutdruck. In der durch Apotheker betreuten Gruppe waren es immerhin 56 %, eine signifikante Besserung.


Quelle

Green BB et al. Effectiveness of home blood pressure monitoring, web communication, and pharmacist care on hypertension control. A randomized controlled trial. JAMA 2008; 299:2857-2867

http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/299/24/2857?etoc

Montag, 16. Juni 2008

Ab 50 nur systolischen Blutdruck messen

Bei Patienten über 50 Jahre sollte in erster Linie auf den systolischen Blutdruck geachtet werden. Bryan Williams, University of Leicester and Leicester Royal Infirmary, UK, Lars H. Lindholm, Umeå University Hospital, Sweden, und Peter Sever, International Centre for Circulatory Health, Imperial College London, UK, sprechen sich in einem Beitrag im Lancet vom 17. Juni 2008 dafür aus. Der systoliche Blutdruck steigt mit zunehmendem Alter, während der diastolische Blutdruck nur bis zu einem Alter von etwa 50 Jahren steigt und danach eher wieder abnimt. Bei Patienten ab 50 Jahren steigt die Prävalenz der systolischen Hypertonie, während eine diastolische Hypertonie kaum noch vorkommt.
Um die Therapie und Überwachung der Patienten zu vereinfachen, schlagen die Experten deshalb vor, bei diesen Patienten nur noch den systolischen Blutdruck zu messen.

Dienstag, 15. April 2008

CSE-Hemmer senken Blutdruck

CSE-Hemmer können einen erhöhten Blutdruck moderat, aber signifikant senken. Dies ergab eine randomisierte, doppelblind und plazebokontrolliert durchgeführte Studie mit 973 Hypertonikern, die entweder mit Simvastatin 20 mg, Pravastatin 40 mg oder Plazebo behandelt wurden. Sie hatten keine anderen kardiovaskulären Erkrankungen und keinen Diabetes mellitus, der HDL-Cholesterol-Wert lag zwischen 115 bis 190 mg/dl.
Die CSE-Hemmer senkten den erhöhten Blutdruck im Vergleich zu Plazebo um diastolisch 2,4 mmHg und systolisch um 2,2 mmHg. Möglicherweise sind die günstigen Wirkungen von CSE-Hemmern auf das Risiko für Schlaganfall und kardiovaskuläre Ereignisse auf diese blutdrucksenkenden Eigenschaften zurück zu führen.

Quelle:
Golomb BA, Dimsdale JE, et al.
Reduction in blood pressure with statins. Results from the UCSD statin study, a randomized trial. Arch Intern Med. 2008;168:721-27.
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/abstract/168/7/721?etoc

Donnerstag, 10. April 2008

Intensive LDL-Senkung und Blutdrucksenkung bei Diabetikern reduziert kardiovaskuläres Risiko

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 verringert eine aggressive Senkung des LDL-Cholesterolwerts und des Blutdrucks das kardiovaskuläre Risiko. Dies ergab die SANDS (Stop Atherosclerosis in native diabetetics study), eine randomisierte, offene, über drei Jahre laufende Untersuchung. In die Studie wurden etwa 500 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 ohne vorherige kardiovaskuläre Ereignisse aufgenommen. Randomisiert wurden sie mit einer aggressiven LDL-Cholesterol- (auf 70 mg/dl) und Blutdruck-senkenden (RR unter 130 mm Hg) oder Standardtherapie über drei Jahre behandelt.
Die Intima-Media-Dicke nahm in der aggressiv behandelten Gruppe ab und in der Standardgruppe zu. Außdem sank die linksventrikuläre Masse in der aggressiv behandelten Gruppe. Klinisch wurden allerdings keine Unterschiede zwischen den Gruppen beobachtet.

Quellen:
Hovard BV, et al. Effect of lower targets for blood pressure and LDL cholesterol on atherosclerosis in diabetes. JAMA 2008; 299:1679-1689

http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/299/14/1678
NCT00047424

Dienstag, 22. Januar 2008

Bluthochdruck durch Sorafenib

Sorafenib, ein Multikinase-Hemmer, der zur Behandlung von Nierenzellkarzinom und hepatozellulärem Karzinom eingestzt wird, erhöht das Risiko für einen Bluthochdruck. Deshalb sollen Patienten unter dieser Therapie engmaschig überwacht werden, um kardiovaskuläre Komplikationen zu vermeiden.

Dies ergab ein systematischer Review und eine Metaanalyse von neun klinischen Studien mit 4.599 Patienten, die zwischen Januar 2006 und Juli 2007 durchgeführt wurden. Bei 23,4 % der Patienten unter Sorafenib kam es zu einem Bluthochdruck.

Quelle:
Wu S, Chen JJ, Kudelka A, Lu J, Zhu X. Incidence and risk of hypertension with sorafenib in patients with cancer: a systematic review and meta-analysis.
Lancet Oncology, published Online, January 22, 2008, DOI:10.1016/S1470-2045(08)70003-2.