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Dienstag, 21. April 2015

Naltrexon/Bupropion von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 30. März 2015 Naltrexon/Bupropion (Mysimba, Orexigen Therapeutics) für das Gewichtsmanagement übergewichtiger Erwachsener zusätzlich zu kalorienreduzierter Ernährung und körperlicher Aktivität zugelassen. Es ist für Adipöse mit einem Body-Mass-Index von 30 kg/qm oder mehr sowie für Übergewichtige mit einem BMI ab 27 kg/qm und einem weiteren Gewichts-abhängigen Risikofaktor wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder hohem Cholesterol-Werte zugelassen.
Die Behandlung sollte nach 16 Wochen abgesetzt werden, wenn Patienten zu diesem Zeitpunkt ihr Ausgangsgewicht nicht um mindestens 5 % reduzieren konnten.

Naltrexon wird bereits zur Behandlung von Alkohol- und Opioid-Sucht angewendet, Bupropion wird gegen Depressionen und zum Nicotin-Entzug eingesetzt  Die Kombination wird als Tablette mit verlängerter Wirkstofffreisetzung angeboten.
Die genauen neurochemischen appetitunterdrückenden Effekte von Naltrexon/Bupropion sind nicht vollständig geklärt. Das Arzneimittel besteht aus zwei Komponenten: Naltrexon, ein μ-Opioidrezeptor-Antagonist, und Bupropion, ein schwacher Inhibitor der neuronalen Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme. Diese Komponenten wirken auf zwei Hauptbereiche des Gehirns, speziell des Nucleus arcuatus des Hypothalamus und des mesolimbischen dopaminergen Belohnungssystems.
Im Nucleus arcuatus des Hypothalamus stimuliert Bupropion Proopiomelanocortin (POMC)-Neuronen, die alpha-Melanozyten-stimulierendes Hormon (α-MSH) freisetzen, dies wiederum bindet an und stimuliert den Melanocortin-4-Rezeptor (MC4R). Wenn α-MSH freigesetzt wird, setzen die POMC-Neuronen gleichzeitig β-Endorphin frei, ein endogener Agonist des μ-Opioidrezeptors. Bindung des β-Endorphins an den μ-Opioid-Rezeptoren in POMC Neuronen führt zu einer negativen Rückkopplung auf POMC-Neuronen und zu einem Rückgang der Freisetzung von α-MSH. Es wird angenommen, dass die Blockierung dieser hemmenden Rückkopplung mit Naltrexon zu einer stärkeren und länger anhaltenden Aktivierung von POMC-Neuronen führt und so die Effekte von Bupropion auf die Energiebilanz verstärkt. Präklinische Daten legen nahe, dass Naltrexon und Bupropion in diesem Bereich zur Verringerung der Nahrungsaufnahme einen mehr als additiven Effekt haben, wenn sie zusammen verabreicht werden.

Die Wirksamkeit wurde in vier klinischen Studien mit übergewichtigen Patienten untersucht. Die häufigsten Nebenwirkungen in den klinischen Studien waren Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlaflosigkeit und trockener Mund.

Quelle:
EPAR der EMA

Freitag, 27. März 2015

Liraglutid von der EU-Kommission zum Gewichtsmanagement zugelassen

Die EU-Kommission hat Liraglutid (Saxenda, Novo Nordisk) als Pen mit 6 mg/ml zusätzlich zu kalorienreduzierter Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement zugelassen. Es kann bei Erwachsenen eingesetzt werden, deren initialer Body Mass Index (BMI) mindestens 30 kg/qm beträgt oder bei denen der BMI zwischen 27 und 30 mg/qm liegt und die unter mindestens einer Gewichts-assoziierten Komorbidität leiden, wie Prädiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2, Hypertonie, Dyslipidämie oder obstruktive Schlafapnoe.
Die Therapie sollte nach 12wöchiger Behandlung mit der Dosis von 3 mg/Tag abgebrochen werden, wenn die Patienten nicht mindestens 5 % von ihrem Ausgangs-Körpergewicht verloren haben.
Liraglutid ist ein GLP-1-Analogon, das bislang als Victoza (Pen mit 6 mg/ml) bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt wird, um eine Blutzuckerkontrolle zu erreichen.

Quelle:
Mitteilung der EU-Kommission


Sonntag, 25. Januar 2015

Liraglutid: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Januar 2015 empfohlen,  Liraglutid (Saxenda, Novo Nordisk) als Pen mit 6 mg/ml zusätzlich zu kalorienreduzierter Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement zuzulassen. Es soll bei Erwachsenen eingesetzt werden, deren initialer Body Mass Index (BMI) mindestens 30 kg/qm beträgt oder bei denen der BMI zwischen 27 und 30 mg/qm liegt und die unter mindestens einer Gewichts-assoziierten Komorbidität leiden, wie Prädiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2, Hypertonie, Dyslipidämie oder obstruktive Schlafapnoe.
Die Therapie sollte nach 12wöchiger Behandlung mit der Dosis von 3 mg/Tag abgebrochen werden, wenn die Patienten nicht mindestens 5 % von ihrem Ausgangs-Körpergewicht verloren haben.
Liraglutid ist ein GLP-1-Analogon, das bislang als Victoza (Pen mit 6 mg/ml) bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 bei eingesetzt wird, um eine Blutzuckerkontrolle zu erreichen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 22. Januar 2015

Freitag, 19. Dezember 2014

Naltrexon/Bupropion: Zulassungserweiterung von der EMA empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Dezember 2014 empfohlen, Naltrexon/Bupropion (Mysimba, Orexigen Therapeutics) für das Gewichtsmanagement übergewichtiger Erwachsener zusätzlich zu kalorienreduzierter Ernährung und körperlicher Aktivität zuzulassen. Es soll für Adipöse mit einem Body-Mass-Index von 30 kg/qm oder mehr sowie für Übergewichtige mit einem BMI ab 27 kg/qm und einem weiteren Gewichts-abhängigen Risikofaktor wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder hohem Cholesterol-Werte zugelassen werden.Naltrexon wird bereits zur Behandlung von Alkohol- und Opioid-Sucht angewendet, Bupropion wird gegen Depressionen und zum Nicotin-Entzug eingesetzt  Die Kombination wird als Tablette mit verlängerter Wirkstofffreisetzung angeboten.
Die Wirksamkeit wurde in vier klinischen Studien mit übergewichtigen Patienten untersucht. Die häufigsten Nebenwirkungen in den klinischen Studien waren Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlaflosigkeit und trockener Mund.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 19. Dezember 2014


Sonntag, 21. Oktober 2012

Phentermin/Topiramat von der EMA nicht zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Oktober 2012 empfohlen, die Zulassung der Kombination Phentermin/Topiramat (Qsiva, Vivus) für die Behandlung von Patienten mit starkem Übergewicht  abzulehnen, weil eine sachgerechte Anwendung der Substanz nicht garantiert werden kann.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 19. Oktober 2012

Freitag, 20. Juli 2012

Phentermin plus Topiramat: FDA-Zulassung zum Gewichtsmanagemant

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Phentermin plus Topiramat (Qsymia) zusätzlich zu kalorienreduzierter Ernährung und körperlicher Bewegung für das Gewichtsmanagement von Übergewichtigen zugleassen.

Die Kombination von Phentermin plus Topiramat mit verzögerter Freisetzung (Qsymia, Vivus Inc.) kann bei Erwachsenen mit einem BMI ab 30 eingesetzt werden, bei denen mindestens ein zusätzlicher Risikofaktor wie Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2 oder Fettstoffwechselstörung vorliegt. Die Zulassung beinhaltet die Implementierung einer Risk Evaluation and Mitigation Strategy (REMS).
Wirksamkeit und Verträglichkeit der Kombination wurden in zwei randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien mit etwa 3.700 Übergewichtigen nachgewiesen. Häufigste Nebenwirkungen waren Parästhesien an Händen und Füßen, Benommenheit, Geschmacksveränderungen, Schlafstörungen, Verstopfung und Mundtrockenheit.

Quelle:
Presseinformation der FDA vom 17. Juli 2012

Freitag, 29. Juni 2012

Lorcaserin von der FDA zugelassen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Lorcaserin (Belviq) für die Behandlung von Patienten mit Übergewicht zugelassen.


Lorcaserin (Belviq, Arena Pharmaceuticals) ist ein Serotonin-2C-Rezeptoragonist, der für Erwachsene mit einem BMI ab 30 oder ab 27 bei gleichzeitigem Vorliegen von Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 oder Dyslipidämie zusätzlich zu kalorienreduzierter Ernährung und Bewegungstherapie zugelassen ist.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in drei randomisierten, placebokontrollierten mit rund 8000 Patienten über 52 bis 104 Wochen untersucht.
Der Hersteller muss sechs Postmarketing-Untersuchungen durchführen, darunter eine Langzeitstudie mit kardiovaskulären Endpunkten, damit das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse bei Behandlung mit Lorcaserid besser eingeschätzt werden kann.
Häufigste bislang bekannte Nebenwirkungen bei Nicht-Diabetikern sind Kopfschmerzen, Benommenheit, Fatigue, Übelkeit, Mundtrockenheit und Verstopfung, bei Diabetikern zusätzlich Hypoglykämie, Rückenschmerzen und Husten.

Quelle
Pressemitteilung der FDA vom 27. Juni 2012

Donnerstag, 26. Februar 2009

Jedes Pfund geht durch den Mund

diese alte "Weisheit" wird nun durch eine im NEJM publizierte Studie der Harvard School of Public Health bestätigt. Die Reduktion der Kalorien ist die wichtigste Maßnahme zur Senkung des Körpergewichts. Die Zusammensetzung der Diät ist von untergeordneter Bedeutung.
An der Preventing Overweight Using Novel Dietary Strategies oder „POUNDS LOST“-Studie hatten 811 Männer und Frauen im Alter um die 50 Jahre teilgenommen, die an einer behandlungsbedürftigen Adipositas (BMI-Durchschnitt in der Studie: 33) litten.
Allen vier Diäten reduzierten die Gesamtenergiezufuhr um 750 kcal reduzierten, aber nur bis zur unteren Grenze einer Gesamtzufuhr von 1200 kcal pro Tag. Sie waren herzschonend, enthielten also gesättigte Fettsäuren, wenig Cholesterol und einen hohen Faseranteil. In jeder Diätgruppe waren 90 Minuten Sport pro Woche verlangt.
Vier Diätformen wurden über zwei Jahre untersucht:
  • “Low-fat, average protein" Fettgehalt auf 20 Prozent reduziert
  • “Low-fat, high protein” Fettgehalt auf 20 Prozent reduziert, Proteinanteil auf 25 Prozent erhöht ”High-fat, average protein” 40 Prozent der Energie konnten als Fett zugeführt werden
  • "High-fat, high-protein” mit geringem Kohlenhydratanteil
Nach 6 Monaten hatten die Teilnehmer in allen Gruppen 6 Kilogramm Gewicht verloren. Nach 2 Jahren hatten die meisten wieder etwas Gewicht zugelegt, gegenüber dem Ausgangsgewicht waren sie noch 4 kg leichter. Dies war auch nur bei den 80 % der Teilnehmer der Fall, die bis zum Ende durchhielten.
Die Wahl der Diät spielt keine große Rolle, Hauptsache ist, man reduziert die Kalorienzufuhr, sprich "FdH".

Quellen
Sacks, FM et al. Comparison of Weight-Loss Diets with Different Compositions of Fat, Protein, and Carbohydrates. N Engl J Med 2009;360:859-873.

Mittwoch, 26. März 2008

NICE empfiehlt Aufnahme von Rimonabant in NHS-Richtlinie

Das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) in Großbritannien hat die Anwendung von Rimonabant (Acomplia) in England und Wales für die zugelassene Indikation empfohlen: zusätzlich zu Diät und Bewegung, zur Behandlung von adipösen oder übergewichtigen Erwachsenen, die auf Medikamente zur Gewichtsabnahme, die bisher von NICE geprüft wurden, entweder nicht angesprochen haben, diese nicht vertragen haben oder bei denen diese kontraindiziert waren.

Quelle:
http://www.nice.org.uk/guidance/index.jsp?action=folder&o=40049