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Sonntag, 22. Mai 2011

EMA: Telavancin zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat in seiner Sitzung vom 16. bis 19. Mai 2011 empfohlen, Telavancin für die Behandlung eine nosokomialen Pneumonie durch MSRA zuzulassen.

Telavancin (Vibativ, Astellas) soll zur Behandlung von Erwachsenen mit nosokomialer Pneumonie durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) eingesetzt werden. Telavancin soll nur dann eingesetzt werden, wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen.



Telavancin ist als halbsynthetisches Derivat von Vancomycin ein Glykopeptidantibiotium. Es hemmt die Zellwandsynthese und bindet erhöht durch Bindung an die bakterielle Zellmembran die Membranpermeabilität, wodurch die Protein-, RNS- und Lipidsynthese gehemmt wird. Telavancin wirkt dosisabhängig bakterizid gegen Telavancin-empfindliche grampositive Erreger.
Die Wirksamkeit von Telavancin gegen MSSA und MRSA wurde in zwei randomisierten kontrollierten Studien an Patienten mit nosokomialer Pneumonie, einschließlich Beatmungs-assoziierter Pneumonie, nachgewiesen.
Häufigste Nebenwirkungen waren Pilzinfektionen, Schlafstörungen, Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Verstopfung, Diarrhö, Erbrechen, ALAT-Erhöhung, ASAT-Erhöhung, Juckreiz, Hautausschlag, akutes Nierenversagen, erhöhte Blut-Creatinin-Werte, Veränderungen des Urin, Fatigue und Schüttelfrost. Insbesondere das akute Nierenversagen schränkt die Anwendung des Antibiotikums ein. Bei Zulassung muss ein entsprechendes Pharmakovigilanz-Programm implementiert werden.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 20. Mai 2011

Mittwoch, 12. März 2008

MRSA-Screening bei der Krankenhaus-Aufnahme – eher nicht sinnvoll

Ein MRSA-Screening bei Patienten, die ins Krankenhaus aufgenommen werden, kann die Häufigkeit von nosokomialen Infektionen nicht senken. Dies ergab eine Studie in Genf auf zwölf chirurgischen Stationen der Universitätsklinik. Bei 10.193 Patienten wurde ein Screening durchgeführt, bei 515 Patienten (5,1 %) wurde MRSA nachgewiesen. Allerdings gabe es im Zeitraum des Screenings 1,11 MRSA-Infektionen pro 1.000 Patientenjahre, die Rate lag damit sogar höher als im Kontrolzeitraum ohne Screening, wo sie 0,91 pro 1.000 Patientenjahre betrug.

Der Grund für dieses Ergebnis ist nicht ganz klar. Im Moment sollte das Screening nach Meinung der Autoren auf Patienten beschränkt werden, die sich elektiven Eingriffen mit einem hohen Risiko für MRSA-Infektionen unterziehen.

Quelle:
Harbarth S, et al.
Universal Screening for Methcillin-resistent Staphylococcus aureus at hospital admission and nosocomial infections in surgical patients. JAMA 2008;299:1149-57.
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/short/299/10/1149
ISRCTN06603006