Posts mit dem Label Ketoazidose werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ketoazidose werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 19. März 2016

SGLT-2-Inhibitoren: Aktualisierte Hinweise wegen diabetischer Ketoazidose

Anknüpfend an die Ergebnisse einer 2015 von der EMA durchgeführten Evaluierung geben die Hersteller in einem Informationsbrief aktualisierte Empfehlungen in Bezug auf das Risiko einer diabetischen Ketoazidose (DKA) während der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren:

  • Es wurden seltene Fälle von DKA beobachtet, die zum Teil lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen sind. Das Krankheitsbild kann untypisch sein, und die Blutzuckerspiegel sind in einigen Fällen nur mäßig erhöht (unter 14 mmol/l bzw. 250 mg/dl). Dies kann zu einer Verzögerung der Diagnose und Behandlung führen. Deshalb muss eine DKA auch bei unspezifischen Symptomen in Betracht gezogen werden wie Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Bauchschmerzen, starker Durst, Schwierigkeiten beim Atmen, Verwirrtheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schläfrigkeit. Ärzte sollten ihre Patienten über Symptome einer metabolischen Azidose informieren und sie anweisen, sich bei derartigen Symptomen unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Wenn ein Verdacht auf DKA besteht oder eine DKA diagnostiziert wurde, ist die Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren sofort abzusetzen.
  • Die Wiederaufnahme der Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren bei Patienten, die unter der Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren zuvor bereits eine DKA entwickelt hatten, wird nicht empfohlen, es sei denn, es wurde ein anderer eindeutiger auslösender Faktor ermittelt und beseitigt.
  • Bei Patienten, die wegen eines größeren chirurgischen Eingriffs oder einer akuten schweren Krankheit hospitalisiert werden, ist die Behandlung zu unterbrechen. In beiden Fällen kann die Behandlung mit SGLT-2‐Inhibitoren fortgesetzt werden, sobald sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat.

Die Fachinformation und die Packungsbeilage werden aktualisiert.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 15. März 2016

Freitag, 19. Februar 2016

SGLT-2-Hemmer: PRAC gibt Empfehlungen zum Ketoazidoserisiko

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC)  hat in seiner Sitzung vom Februar 2016 Empfehlungen zur Minimierung des Risikos einer diabetischen Ketoazidose bei der Behandlung mit SGLT2-Hemmern abgegeben.
Derzeit sind in der EU drei SGLT2-Hemmer zugelassen: Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin. Patienten, die mit einer der Substanzen behandelt werden, sollten auf Symptome der diabetischen Ketoazidose achten wie raschen Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen, Magenschmerzen, exzessives Durstgefühl. hohe Atemfrequenz, Verwirrtheit, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Müdigkeit, süßlicher Geruch des Atems, süßlicher oder metallischer Geschmack im Mund und ungewöhnlichen Geruch von Urin und Schweiß.
Wird eine Ketoazidose vermutet oder bestätigt, muss die Therapie sofort beendet werden. Sie darf erst wieder begonnen werden, wenn ein anderer Grund für die Ketoazidose gefunden und eliminiert wurde.
Patienten mit Risikofaktoren sind besonders gut in der Erkennung der Symptome zu schulen. Risikofaktoren sind geringere Reserve insulinsezernierender Zellen, Zustände mit verringerter Nahrungsaufnahme oder mit Dehydratation als Folge, plötzliche Verringerung von Insulin oder erhöhter Bedarf von Insulin wegen Erkrankung, Operation oder Alkoholmißbrauch.
Das PRAC empfiehlt zudem, die Therapie mit SGLT2-Hemmern bei hospitalisierten Patienten zu unterbrechen, die sich einer größeren Operation unterziehen müssen oder schwer erkrankt sind.
Der CHMP hat diesen Maßnahmen am 26.2.2016 zugestimmt.
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 12. Februar 2016
Mitteilung der EMA vom 26. Februar 2016

Sonntag, 12. Juli 2015

SGLT-2-Inhibitoren: Informationsbrief wegen diabetischer Ketoazidose

Nachdem kürzlich ein europäisches Bewertungsverfahren zum Risiko von Ketoazidosen während der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren eingeleitet wurde, informieren verschiedene Hersteller nun in einem Informationsbrief über das Risiko:

  •     Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 wurden im Zusammenhang mit der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren schwerwiegende, teilweise lebensbedrohliche Fälle von diabetischer Ketoazidose berichtet.
  •     Einige dieser Fälle wiesen ein untypisches Krankheitsbild mit nur mäßig erhöhten Blutzuckerspiegeln auf, was zu einer Verzögerung der Diagnose und Behandlung führen könnte.
  •     Annähernd die Hälfte der Fälle trat in den ersten beiden Behandlungsmonaten auf. Es traten auch Fälle kurz nach Absetzen der SGLT-2-Inhibitoren auf.
  •     Ein Drittel der Fälle betraf die Anwendung (off-label) bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1. Typ-1-Diabetes ist keine zugelassen Indikation für SGLT-2-Inhibitoren.
  •     Bei Symptomen einer Azidose (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, starker Durst, Atembeschwerden, Verwirrtheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schläfrigkeit) sollte ein Test auf Ketonkörper durchgeführt werden.
  •     Die Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren sollte bei Verdacht auf Ketoazidose unterbrochen werden.
  •     Patienten sollten dazu angehalten werden, sich bei Anzeichen und Symptomen einer Azidose unverzüglich an einen Arzt zu wenden.
SGLT-2-Inhibitoren sind zugelassen zur Behandlung Erwachsener mit Diabetes mellitus Typ 2, wenn Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren können. Sie können in Mono- und Kombinationstherapie mit anderen Antidiabetika (einschließlich Insulin) angewendet werden. In Deutschland sind derzeit Dapagliflozin und Empagliflozin verfügbar.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 10. Juli 2015

Samstag, 6. Juni 2015

Canagliflozin, Dapagliflozin, Empagliflozin: FDA warnt vor Ketoazidose

Die Food and Drug Administration (FDA) warnt bei Einnahme der SGLT2-Hemmer Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin vor dem Auftreten eine Ketoazidose. Die Ketoazidose trat im Mittel zwei Wochen nach Therapiebeginn (1–175 Tage) auf. Von März 2013 bis Juni 2014 wurden der FDA 20 Fälle gemeldet, anschließend erfolgten weitere Berichte. Die Patienten mussten alle notfallmäßig behandelt oder hospitalisiert werden.
Auch der EMA wurden insgesamt 84 Verdachtsfälle gemeldet: 48 unter Cana-, 32 unter Dapa- und 4 unter Empagliflozin .
Die FDA wird die Entwicklung weiter beobachten und ggf. entsprechende Änderungen der Fachinformation anordnen.

Quelle
FDA Drug Safety Communication