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Dienstag, 7. Oktober 2025

Donanemab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 24. September 2025 Donanemab (Kisunla, Lilly) für die parenterale Behandlung erwachsener Patienten mit einer klinischen Diagnose einer leichten kognitiven Störung und leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit (frühe symptomatische Alzheimer-Krankheit) zugelassen, die heterozygote Apolipoprotein E-ε4 (ApoE-ε4)-Träger oder ApoE-ε4-Nichtträger sind und bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt wurde.

Donanemab ist ein monoklonaler  Antikörper mit einer hohen Affinität für die modifizierte, N-terminal verkürzte Form des Beta-Amyloids (N3pE-Aβ). N3pE-Aβ ist in geringen Mengen in Amyloid-Plaques im Gehirn vorhanden und wurde im Plasma und im Liquor nicht nachgewiesen. Donanemab bindet an N3pE-Aβ und unterstützt die Plaques-Entfernung durch Mikroglia-vermittelte Phagozytose. 

Quelle

Info der EMA

Dienstag, 22. April 2025

Lecanemab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 15. April 2025 Lecanemab (Leqembi, Eisai) zur Behandlung erwachsener Patienten mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung (mild cognitive impairment, MCI) und leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit (zusammengenommen frühe Alzheimer-Krankheit)  zugelassen, bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt ist und die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind. Damit eignet sich Lecanemab nur für einen kleinen Teil der Patienten mit Alzheimer-Erkrankung. Lecanemab unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Lecanemab ist ein monoklonaler IgG1-Antikörper, der gegen aggregierte lösliche und unlösliche Formen von Amyloid-Beta gerichtet ist und Amyloid-Beta-Plaques reduzieren kann. 

Die Wirksamkeit von Lecanemab wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Parallelgruppenstudie (Studie 301) bei Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit (Patienten mit bestätigtem Vorliegen einer Amyloid-Pathologie und einer leichten kognitiven Störung [62 % der Patienten] oder Demenz im leichten Erkrankungsstadium [38 % der Patienten]) untersucht. 

Quelle

EPAR der EMA

Samstag, 28. Juni 2014

18F-Flutemetamol von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Juni 2014 empfohlen,  18F-Flutemetamol (Vitamyl, GE-Healthcare) zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit zuzulassen.

18F-Flutemetamol ist ein diagnostisches Radiopharmazeutikum, das an Amyloid-Plaques bindet, die dann mit Hilfe der Positronenemissionstomographie (PET) sichtbar gemacht werden können. Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn können so mit hoher Sicherheit erkannt werden.
Als Teil der Zulassung muss ein Pharmakovigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 26. Juni  2014



Dienstag, 4. März 2014

Florbetaben (18F) von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat  am 24. Februar 2014 Florbetaben (18F) (Neuraceq, Piramal Imaging) für die Alzheimer-Diagnose mittels PET zugelassen.

Florbetaben (18F) ist ein Radiopharmazeutikum, das für den PET-Nachweis von ß-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn erwachsener Patienten mit kognitiven Störungen zugelassen wurde, bei denen eine Alzheimer-Erkrankung oder eine andere kognitive Störung vermutet wird.
Bei einem negativen PET-Scan mit Florbetaben (18F) sind nur wenige oder keine Plaques vorhanden, eine Alzheimer-Erkrankung ist damit wenig wahrscheinlich. Mit der Zulassung ist ein Pharmakokvigilanzprogramm zu implementieren.

Quelle:
Mitteilung der EU-Kommission

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Florbetaben (18F): EMA empfiehlt Zulassung für PET-Scans

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Dezember 2013 empfohlen, Florbetaben (18F) (Neuraceq, Piramal Imaging) für den PET-Nachweis von ß-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn erwachsener Patienten mit kognitiven Störungen nachzuweisen, bei denen eine Alzheimer-Erkrankung oder eine andere kognitive Störung vermutet wird.

Florbetaben (18F) (Neuraceq, Piramal Imaging) ist ein Radiopharmazeutikum. Bei einem negativen PET-Scan mit Neuraceq sind nur wenige oder keine Plaques vorhanden, eine Alzheimer-Erkrankung ist damit wenig wahrscheinlich. Mit der Zulassung muss ein Pharmakokvigilanzprogramm implementiert werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 19. Dezember 2013

Dienstag, 5. Februar 2013

Florbetavir 18F von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat Florbetapir 18F (Amyvid) als erstes Radiopharmazeutikum für die PET zur Untersuchung von Patienten mit Alzheimer-Erkrankung oder anderen kognitiven Störungen zugelassen.

Florbetapir 18F (Amyvid) ist ein radioaktives Arzneimittel für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Darstellung der Dichte neuritischer β-Amyloid Plaques im Gehirn erwachsener Patienten mit kognitiver Beeinträchtigung, die auf Alzheimer-Demenz (AD) oder andere Ursachen für kognitive Beeinträchtigungen untersucht werden. Florbetapir sollte in Verbindung mit einer klinischen Untersuchung eingesetzt werden. Eine negative Aufnahme zeigt wenige bis keine Plaques und spricht gegen eine AD-Diagnose.

Quelle:
EPAR der EMA

Sonntag, 21. Oktober 2012

Memantin/Donepezil von der EMA nicht zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Oktober 2012 empfohlen, die Zulassung der Kombination Memantin/Donepezil (Acrescent, Lundbeck, Balaxur, Merz) für die Behandlung von Patienten mit Alzheimer-Krankheit wegen mangelnder Evidenz abzulehnen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 19. Oktober 2012

Florbetavir 18F zur Zulassung als Radiopharmazeutikum empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Oktober 2012 empfohlen, Florbetapir 18F (Amyvid) als erstes Radiopharmazeutikum für die PET zur Untersuchung von Patienten mit Alzheimer-Erkrankung oder anderen kognitiven Störungen zuzulassen.

Florbetapir 18F (Amyvid) ist ein Radiopharmazeutikum, das bei der Positronenemissiontomographie (PET) des Gehirns von Erwachsenen eingesetzt werden soll. Es kann Amyloidablagerungen darstellen und damit bei der Diagnose der Alzheimer-Krankheit hilfreich sein.
Ein negativer Amyvid-PET-Scan schießt eine Alzheimer-Erkrankung aus, deshalb wird erwartet, dass hiermit die Häufigkeit falsch-positiver Diagnosen verringert werden kann. Ein positiver Amyvid-PET-Scan bedeutet nicht zwingend die Diagnose Alzheimer-Krankheit, weil Amyloid-Plaques auch bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen sowie bei älteren asymptomatischen Menschen vorkommen können.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 19. Oktober 2012

Mittwoch, 28. April 2010

AkDÄ: Informationsbrief zu transdermalen Pflastern

Informationsbrief für medizinisches Fachpersonal über die unsachgemäße Anwendung und Medikationsfehler in Verbindung mit Exelon®/Prometax® transdermalen Pflastern.

Der Cholinesterase-Hemmer Rivastigmin ist zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz zugelassen und steht auch in einer transdermalen Applikationsform zur Verfügung, die gegenüber der oralen Darreichungsform weniger Übelkeit, und Erbrechen hervorrufen soll.
Der Hersteller informiert jetzt über Fälle von Medikationsfehlern und unsachgemäßer Anwendung von Rivastigmin-haltigen transdermalen Pflastern, die zum Teil zu Überdosierungen geführt haben. Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Hypertonie und Halluzinationen. Die häufigsten Ursachen waren, dass Pflaster nicht entfernt und mehrere Pflaster gleichzeitig angewendet wurden. In dem Informationsbrief werden Hinweise zur sachgemäßen Anwendung des transdermalen Pflasters gegeben.

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail 2010-097 vom 28. April 2010

Sonntag, 11. Januar 2009

Erhöhtes Risiko für Letalität durch Neuroleptika bei Alzheimer-Patienten

Patienten mit Alzheimer-Krankheit, die Neuroleptika erhalten, können eine erhöhtes Sterberisiko haben. In einer britischen Studie wurde bei 128 Patienten über 12 Monate entweder die Therapie mit Neuroleptika (Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Trifluoperazin oder Risperidon) fortgesetzt oder mit einem Plazebo weiter geführt.
Nach zwölf Monaten betrug die kumulative Überlebenswahrscheinlichkeit im Neuroleptika-Arm 70 %, im Plazebo-Arm 77 % . Nach 24 Monaten lebten im Neuroleptika-Arm 46 %, im Plazebo-Arm 72 %, nach 36 Monaten waren es 30 % versus 59 %. Unter Plazebo war das Sterberisiko damit nur halb so hoch (Hazard Ratio 0,58; 0,36-0,92) wie im Neuroleptika-Arm.
Bereits in den Kurzzeitstudien war eine erhöhte Zahl von Todesfällen aufgefallen. Aufgrund einer Meta-Analyse, die ein 50 bis 70 % erhöhtes Letalitätsrisiko ergeben hatte , hatten die FDA und die EMEA Warnungen veranlasst.
Wenn Neuroleptika bei Alzheimer-Patienten erforderlich sind, sollten sie kurzzeitig in möglichst geringer Dosierung eingesetzt werden.

Quellen:
Ballard C, et al. The dementia antipsychotic withdrawal trial (DART-AD): long-term follow-up of a randomised placebo-controlled trial. Lancet Neurology 2009, Online Vorabpublikation.

Montag, 14. Januar 2008

Wie wirkt Memantin bei Alzheimer-Krankheit?

Vereinfacht gesagt, versagen bei der Alzheimer-Krankheit zwei Systeme, die für die Kommunikation von Hirnzellen wichtig sind:
  • Der stimulierend wirkende Transmitter Acetylcholin ist herunterreguliert
  • Die Überaktivierung von Glutamat führt zum Tod der Neuronen

Donepezil und Rivastigmin haben eine cholinerge Wirkung, sie stimulieren also das Acetylcholin-Sytem. Zahlreiche Versuche, die Überaktivierung von Glutamat so selektiv zu verringern, dass andere wichtige Hirnfunktionen unbeeinträchtigt blieben, waren lange erfolglos.

Mit Memantin wurde 2002 von der EMEA dann eine Substanz zugelassen, von der vermutet wurde, dass sie die normalen Wirkungen von Glutamat nicht beeinflusste, sondern nur auf die erhöhten Konzentrationen wirkte. Daraus wurde dann abgeleitet, dass der NMDA-Antagonist Memantin möglicherweise auch bei anderen Hirnfunktionsstörungen mit exzessiver Glutamatstimulation wirkt, wie Trauma und Schlaganfall.

Nun wurde im Dezember 2007 im Journal of Alzheimer’s Disease eine tierexperimentelle Untersuchung veröffentlicht, aus deren Ergebnissen die Autoren schließen, dass Memantin ein komplexeres pharmakologisches Wirkungsprofil hat, als ursprünglich vermutet.

Bei den untersuchten Mäusen wirkte Memantin ähnlich wie Donepezil und Rivastigmin cholinerg und hatte nur eine schwache Wirkung auf das Glutamat-System. In hohen Konzentrationen beeinträchtigte Memantin sogar die neuronale Kommunikation, während es in niedrigen Konzentrationen die Signale zwischen den Zellen verstärkte. Diese Effekte wurden aber in erster Linie durch eine Stimulierung des Acetylcholin-Systems und nicht durch eine Hemmung des Glutamat-System vermittelt.

Die direkte Übertragung dieser Tierversuchsergebnisse auf die Bedingungen beim Menschen ist natürlich so nicht möglich. Sie könnten aber – so die Autoren – die etwas enttäuschenden klinischen Ergebnisse, insbesondere in Langzeitstudien, erklären.

Quelle:

Platt B, et al. Memantine acts as a cholinergic stimulant in the mouse hippocampus. J Alzheimer’s Dis 2007;12:319-33.