Mittwoch, 8. Juni 2022

Mosunetuzamb von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 3. Juni 2022 Mosunetuzumab (Lunsumio, Roche) als Orphan Drug bedingt in Monotherapie für die Behandlung stark vorbehandelter erwachsener Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem  follikulärem Lymphom (r/r FL) zugelassen, die mindesten zwei vorherige Therapien erhalten haben..

Mosunetuzumab ist der erste CD20xCD3-T-Zell-bindende bispezifische Antikörper, der auf CD20 auf der Oberfläche von B-Zellen und CD3 auf der Oberfläche von T-Zellen abzielt. Dieses duale Targeting  aktiviert die T-Zellen eines Patienten um, sie greifen Ziel-B-Zellen an und eliminieren sie, indem zytotoxische Proteine ​​in die B-Zellen freigesetzt werden. 
Im klinischen Entwicklungsprogramm wird der Antikörper als Monotherapie und in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen, einschließlich follikulärem Lymphom, diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom und anderem Blutkrebs untersucht.
Die Zulassung basiert auf den positiven Ergebnissen der Phase-I/II-Studie GO29781, in der Mosunetuzumab hohe Ansprechraten bei Patienten mit stark vorbehandeltem FLzeigte.

Quelle:

Freitag, 3. Juni 2022

Ciltacabtagen autoleucel von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 25. Mai 2022 Ciltacabtagen autoleucel (Carvytki, Janssen-Cilag) für die CAR-T-Zell-Therapie erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom zugelassen, die zuvor bereits mindestens drei Therapien erhalten haben, darunter einen Immunmodulator, einen Proteasom-Inhibitor sowie einen anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten.

Ciltacabtagen autoleucel ist ein genetisch modifiziertes, auf autologen Zellen basierendes Produkt, das T-Zellen enthält, die ex vivo mit einem replikationsinkompetenten lentiviralen Vektor transduziert wurden, der für einen chimären Antigenrezeptor (CAR) gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA, B-Cell maturation Antigen) kodiert. Dieser CAR enthält zwei Einzeldomänen-Antikörper, die mit einer co- stimulatorischen 4-1BB-Domäne und einer CD3-zeta-Signaldomäne verbunden sind.

Dieser CAR identifiziert und eliminiert Zellen, die BCMA exprimieren. BCMA wird hauptsächlich auf der Oberfläche von Zellen der B-Linie des malignen multiplen Myeloms sowie von B-Zellen und Plasmazellen im Spätstadium exprimiert.

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EPAR der EMA


Polatuzumab Vedotin: Zulassung von der EU-Kommission erweitert

Die EU-Kommission hat die Zulassung von Polatuzumab Vedotin (Polivy Roche) erweitert, es kann nun in Kombination mit Rituximab , Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (Polivy + R-CHP) als Erstlinien-Therapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom eingesetzt werden. 

Am 16. Januar 2020 war Polatuzumab Vedotinin Kombination mit Bendamustin und Rituximab bedingt für die parenterale Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem/refraktärer diffusem großen B-Zell-Lymphom zugelassen worden, wenn sie keine Kandidaten für eine Stammzelltransplantation sind.

Polatuzumab Vedotin ist ein Antikörper-Konjugat, in dem der gegen CD79b gerichtete Antikörper Polatuzumuab mit dem Antimitotikum Monomethylauristatin E (MMAE) konjugiert ist. Nach Bindung an den CD79b-Rezeptor wird MMAE an die B-Zellen abgegeben und kann dort seine toxische Wirkung entfalten.

Quelle
EPAR der EMA

Freitag, 20. Mai 2022

Daridorexant von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 29. April 2022 Daridorexant (Quviviq, Idorsia) zur Behandlung von Erwachsenen mit Schlafstörungen (Insomnie) zugelassen, deren Symptome seit mindestens 3 Monaten  anhalten und eine beträchtliche Auswirkung auf die Tagesaktivität haben.

Daridorexant ist ein dualer Orexin-Rezeptor-Antagonist, der mit gleicher Potenz auf Orexin-1- und Orexin-2-Rezeptoren wirkt. Die Orexin-Neuropeptide (Orexin A und Orexin B) wirken auf die Orexin-Rezeptoren und fördern die Wachheit. 

Daridorexant antagonisiert die Aktivierung der Orexin-Rezeptoren durch die Orexin-Neuropeptide, verringert somit die Wachheit und erleichtert das Einschlafen, ohne das Verhältnis der Schlafphasen zu verändern.

Die Wirksamkeit von Daridorexant wurde in zwei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppen-Studien der Phase III, Studie 1 und Studie 2, mit identischem Studiendesign beurteilt.

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Info der EMA




Relugolix von der EU-Kommission für die Behandlung von Prostatakarzinom zugelassen

Die EU-Kommission hat am 29. April 2022 die Indikation von Relugolix (Orgovyx, Myovant) erweitert - es kann nun für die orale Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem hormonsensitivem Prostatakarzinom eingesetzt werden.
Relugolix war bereits im Juli 2021 in Kombination mit Estradiol und Norethisteronacetat zur oralen Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter zur Behandlung mäßiger bis starker Symptome von Uterusmyomen zugelassen worden. 

Relugolix ist ein nicht-peptidischer GnRH-Rezeptorantagonist, der kompetitiv an GnRH-Rezeptoren in der anterioren Hypophyse bindet und dadurch die Bindung von nativem GnRH verhindert und den Signalweg der Sekretion von luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH) unterbricht. Infolgedessen wird die Testosteronbildung in den Hoden reduziert. 
Beim Menschen sinken die FSH- und LH-Konzentrationen zu Beginn der Behandlung mit Orgovyx rasch ab, und die Testosteronkonzentrationen werden auf Werte unterhalb der physiologischen Konzentrationen
gesenkt. Die Behandlung ist nicht mit den anfänglichen Erhöhungen der FSH- und LH-Konzentrationen  und des daraus folgenden Testosteronanstiegs („potenzieller symptomatischer Schub“) assoziiert, die bei einer Behandlungseinleitung mit einem GnRH-Analogon beobachtet werden. 
Nach Absetzen der Behandlung kehren die Hypophysen- und Gonadenhormonspiegel auf physiologische Konzentrationen zurück.

Sicherheit und Wirksamkeit von Relugolix wurden in der HERO-Studie untersucht, einer randomisierten, offenen Studie bei erwachsenen Männern mit androgensensitivem fortgeschrittenem Prostatakarzinom, die eine mindestens einjährige Androgendeprivationstherapie benötigten und keine Kandidaten für eine operative oder Strahlentherapie mit kurativer Absicht waren.

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Rimegepant von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 25. April 2022 Rimegepant (Vydura, Biohaven Pharm) zur oralen Akuttherapie der Migräne mit oder ohne Aura bei Erwachsenen sowie zur präventiven Behandlung von episodischer Migräne bei  Erwachsenen, die mindestens 4 Migräneattacken pro Monat haben, zugelassen.

Rimegepant ist der erste Vertreter der Gepante (orale CGRP-Antagonisten), der von der EU-Kommission zugelassen worden ist.

Rimegepant bindet selektiv mit hoher Affinität an den humanen Calcitonin-Gene-Related-Peptide
(CGRP)-Rezeptor und antagonisiert dessen Funktion. Der Zusammenhang zwischen der pharmakodynamischen Aktivität und dem Mechanismus bzw. den Mechanismen, durch die Rimegepant seine klinischen Wirkungen entfaltet, ist nicht bekannt.

Die Wirksamkeit von Rimegepant in der Akuttherapie der Migräne mit und ohne Aura bei Erwachsenen
wurde in drei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien untersucht. Die Wirksamkeit in der prophylaktischen Migränebehandlung wurde in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie untersucht. 

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Freitag, 13. Mai 2022

Difelikalin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 25. April 2022 Difelikalin (Kapruvia, Vifor Fresenius) zur parenteralen Behandlung von mäßigem bis schwerem Pruritus im Zusammenhang mit einer chronischen  Nierenerkrankung bei erwachsenen Hämodialysepatienten zugelassen. 

Difelikefalin ist ein selektiver Kappa-Opioidrezeptor-Agonist mit geringer ZNS-Gängigkeit. Die chemisch-physikalischen Eigenschaften von Difelikefalin (hydrophiles, synthetisches D-Aminosäure-Peptid mit hochpolarer Oberfläche und physiologischem pH-Wert) minimieren seine passive Diffusion (Permeabilität) und seinen aktiven Transport durch Membranen, wodurch seine ZNS-Gängigkeit begrenzt wird.
Opioidrezeptoren sind dafür bekannt, dass sie Juckreizsignale und den Entzündungsprozess modulieren, wobei eine Aktivierung der Kappa-Opioidrezeptoren den Juckreiz reduziert und immunmodulatorische Effekte auslöst.
Die Aktivierung der Kappa-Opioidrezeptoren auf peripheren sensorischen Neuronen und Immunzellen durch Difelikefalin gilt als mechanistisch verantwortlich für die juckreizlindernde und entzündungshemmende Wirkung.
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Difelikalin wurden in 2 doppelblinden, randomisierten Phase-3-placebokontrollierten Studien (KALM-1 und KALM-2) untersucht. 

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Inebilizumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 25. April 2022 Inebilizumab (Uplizna, Viela Bio BV) für die intravenöse Behandlung von erwachsenen Patienten mit Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) zugelassen, die Anti-Aquaporin-4-Immunglobulin-G(AQP4-IgG)-seropositiv sind.

Inebilizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch an CD19, ein Zelloberflächenantigen auf Prä-B- und reifen B-Zell-Lymphozyten (einschließlich Plasmablasten und einigen Plasmazellen) bindet. Nach der Bindung an die Zelloberfläche von B-Lymphozyten unterstützt Inebilizumab die Antikörper-abhängige zelluläre Zytolyse (antibody-dependent cellular cytolysis, ADCC) und die Antikörper-abhängige zelluläre Phagozytose (antibody-dependent cellular phagocytosis, ADCP). Man geht davon aus, dass B-Zellen eine zentrale Rolle bei der Pathogenese von NMOSD spielen. Der genaue Mechanismus, durch den Inebilizumab seine therapeutische Wirkung bei NMOSD entfaltet, ist nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass er mit einer B-Zell-Depletion einhergeht und möglicherweise die Unterdrückung der Antikörpersekretion, Antigenpräsentation, B-Zell-T-Zell-Interaktion sowie der Produktion von Entzündungsmediatoren umfasst.

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Freitag, 22. April 2022

Enfortumab Vedotin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 13. April 2022 Enfortumab Vedotin (Padcev, Astellas) zur parenteralen Monotherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem  Urothelkarzinom zugelassen, die zuvor eine platinhaltige Chemotherapie und einen PD-1- oder PDL1-Inhibitor erhalten haben.

Enfortumab Vedotin ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (antibody drug conjugate, ADC), das auf
Nectin-4 abzielt, ein Adhäsionsprotein, das sich auf der Oberfläche von Urothelkarzinomzellen befindet. Es besteht aus einem vollständig humanen IgG1-kappa-Antikörper, der über einen Protease-spaltbaren Maleimidocaproyl-Valin-Citrullin-Linker mit der Mikrotubuli-hemmenden Substanz Monomethyl-Auristastin E (MMAE) konjugiert ist.
Wirksamkeit und Sicherheit von Enfortumab Vedotin wurden u.a. in der offenen, randomisierten Phase-3-Studie EV-301 mit 608 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem  Urothelkarzinom untersucht. 

Quelle:

Dienstag, 12. April 2022

Lisocaptagen maraleucel von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 4. April 2022 Lisocaptagen maraleucel (Breyanzi, BMS) zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären diffus großzelligen BZell-Lymphoms (DLBCL), primär mediastinalen großzelligen B-Zell-Lymphoms (PMBCL) und follikulären Lymphoms Grad 3B (FL3B) bei erwachsenen Patienten nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie zugelassen.

Lisocaptagen maraleucel ist eine gegen CD19 gerichtete, genetisch modifizierte, autologe zelluläre Immuntherapie, die in einer definierten Zusammensetzung zur Verringerung der CD8+- und CD4+-T-Zell- Dosisvariabilität angewendet wird. Der CAR besteht aus einem vom murinen monoklonalen Antikörper FMC63 abgeleiteten variablen Einzelkettenfragment, einer IgG4-Hinge-Region, einer CD28-Transmembrandomäne, einer kostimulatorischen 4-1BB (CD137)-Domäne sowie einer CD3-zeta-Aktivierungsdomäne. 
Der CD3-zeta-Signalweg ist ausschlaggebend für die Initiierung der T-Zell-Aktivierung und die  Antitumor-Aktivität, während die 4-1BB (CD137)-Signaldomäne die Expansion und Persistenz von Lisocaptagen maraleucel fördert.
Die Bindung des CAR an das auf der Zelloberfläche von Tumorzellen und normalen B-Zellen exprimierte CD19 induziert die Aktivierung und Proliferation von CAR-T-Zellen, die Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen und die zytotoxische Abtötung der Zielzellen.

Antitumor-Aktivität und Sicherheit von Lisocaptagen maraleucel wurden in der offenen, multizentrischen, einarmigen klinischen Studie, TRANSCEND bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem aggressivem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) untersucht.

Quelle: