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Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ivabradin: Rote-Hand-Brief wegen kardiovaskulären Nebenwirkungen

Der Hersteller von Ivabradin (Procoralan) informiert in einem Rote-Hand-Brief über Ergebnisse der SIGNIFY-Studie: Ivabradin hatte keinen positiven Effekt auf den primären zusammengesetzten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und nicht-tödlichem Myokardinfarkt. In einer vorab festgelegten Patienten-Subgruppe mit symptomatischer Angina pectoris mit CCS-Grad 2 oder höher (geringe Einschränkung bei normalen Tätigkeiten) wurde ein gering, jedoch statistisch signifikant erhöhtes Risiko für den kombinierten Endpunkt beobachtet. Darüber hatte der Hersteller nach einer vorläufigen Auswertung der Daten im Juni 2014 informiert. Der Hersteller berichtet im aktuellen Rote-Hand-Brief weiter, dass die Inzidenz von Bradykardien (symptomatisch und asymptomatisch) in der SIGNIFY-Studie signifikant höher war als unter Placebo. In einer zusammenfassenden Analyse aller doppelblinden, kontrollierten klinischen Studien der Phasen II und III zeigte sich eine signifikant erhöhte Inzidenz von Vorhofflimmern unter Ivabradin im Vergleich zu Placebo.
Im aktuellen Rote-Hand-Brief gibt der Hersteller neue Empfehlungen zur Anwendung von Ivabradin:

  •    Bei der symptomatischen Behandlung von Patienten mit chronischer stabiler Angina pectoris sollte eine Ivabradinbehandlung nur begonnen werden, wenn die Ruheherzfrequenz des Patienten größer oder gleich 70 Schläge pro Minute ist.
  •     Ivabradin sollte abgesetzt werden, wenn die Symptome der Angina pectoris sich nicht innerhalb von drei Monaten verbessern.
  •     Die gleichzeitige Anwendung von Ivabradin mit Verapamil oder Diltiazem ist nun kontraindiziert.
  •     Vor Behandlungsbeginn oder wenn eine Dosistitration erwogen wird, sollte die Herzfrequenz öfter anhand von wiederholten Messungen, EKG oder einer ambulanten 24-Stunden-Überwachung kontrolliert werden.
  •     Das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, ist bei Patienten, die mit Ivabradin behandelt werden, erhöht. Eine regelmäßige klinische Überwachung bezüglich des Auftretens von Vorhofflimmern wird empfohlen. Patienten sollten über Anzeichen und Symptome von Vorhofflimmern informiert werden und darauf hingewiesen werden, ihren Arzt aufzusuchen, wenn diese auftreten. Falls während der Behandlung Vorhofflimmern auftritt, sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer fortgesetzten Therapie mit Ivabradin sorgfältig überdacht werden.
Quelle:


Samstag, 8. November 2014

Ivabradin: PRAC empfiehlt Maßnahmen zur Verminderung kardialer Risiken

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC)  der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2014 verschiedene Maßnahmen empfohlen, um das kardiale Risiko von Ivabradin (Procorolan zu reduzieren.

Patienten, die mit Ivabradin behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern. Deshalb empfahl das PRAC nun, Patienten, die mit Ivabradin behandelt werden, sorgfältig auf das Auftreten eines Vorhofflimmerns zu überwachen. Bei Patienten mit Angina pectoris soll Ivabradin nur zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Die bislang vorliegenden Daten belegen keinen Nutzen der Substanz hinsichtlich einer Reduktion von Herzinfarkten oder kardiovaskulär bedingten Todesfällen.
Nach den vorliegenden Daten ist unklar, ob eine höhere Dosierung das Risiko für ein Vorhofflimmern erhöht. Dennoch betont das PRAC, dass die Inititaldosis zur Behandlung der Angina nicht höher als zweimal täglich 5 mg und die maximale Dosis nicht höher als zweimal täglich 7,5 mg sein sollte.
Die PRAC-Empfehlungen werden nun an den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) weiter geleitet.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 7. November 2014

Mittwoch, 11. Juni 2014

Ivabradin: Infobrief wegen Bradykardien

Informationsbrief des Herstellers zu potenziell gefährlichen Bradykardien im Zusammenhang mit der Anwendung von Ivabradin (Procoralan® )

Der Hersteller informiert in einem Brief über erste Auswertungen der SIGNIFY-Studie. Vorläufige Ergebnisse zeigen eine geringe, aber statistisch signifikante Erhöhung des Risikos für den kombinierten Endpunkt kardiovaskulärer Tod und nicht-tödlicher Myokardinfarkt unter Ivabradin im Vergleich zu Placebo in einer vorab festgelegten Patienten-Subgruppe mit symptomatischer Angina pectoris mit CCS-Grad 2 oder höher (geringe Einschränkung bei normalen Tätigkeiten). Erste Daten weisen darauf hin, dass die ungünstigen kardiovaskulären Studienergebnisse hauptsächlich mit der Ziel-Herzfrequenz von unter 60 Schlägen pro Minute im Zusammenhang stehen könnten. Der Hersteller erinnert daher an die Anwendungsbedingungen von Ivabradin zur Vermeidung potenziell gefährlicher Bradykardien bei der symptomatischen Behandlung der chronisch stabilen Angina pectoris.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 11. Juni 2014

Montag, 12. Mai 2014

Ivabradin: EMA beginnt Überprüfung wegen kardiovaskulärer Nebenwirkungen

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat eine Überprüfung von Ivabradin wegen der Risikos kardiovaskulärer Nebenwirkungen begonnen.

Ivabradin (z.B. Procorolan, Servier) wird zur Behandlung von Patienten mit stabiler Angina pectoris oder Herzinsuffizienz eingesetzt. Erste Ergebnisse der SIGNIFY-Studie ergaben, dass es in der Ivabradin-Gruppe im Vergleich zu Placebo zu einer kleinen, aber signifikanten Erhöhung des Risikos für kardiovaskulär bedingten Tod oder nichttödliche Herzattacken bei einer Subgruppe von Patienten mit symptomatischer Angina gekommen ist. Die EMA wird nun die Auswirkungen dieser Befunde auf das Nutzen-Risiko-Profil von Ivabradin weiter untersuchen.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 8. Mai 2014

Freitag, 16. Dezember 2011

Ivabradin: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung für Herzinsuffizienz

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) hat in seiner Sitzung vom 12. bis 15. Dezember empfohlen, die Zulassung von Ivabradin (Procorolan, Servier) auf die Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zu erweitern.

Ivabradin soll zugelassen werden für die Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz NYHA-Klasse II bis IV mit systolischer Dysfunktion, bei Patienten im Sinusrhythmus und bei Patienten deren Herzfrequenz ≥ 75 Schläge/min beträgt. Die Anwendung soll in Kombination mit einer Standardtherapie einschließlich Betablockern erfolgen oder wenn Betablocker nicht toleriert werden oder kontraindiziert sind.
Als neue Kontraindikation gilt eine instabile oder akute Herzinsuffizienz oder ein Schrittmacher. 
Die bisherige Kontraindikation Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen III bis IV soll gestrichen werden.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 15. Dezember 2011