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Samstag, 17. Oktober 2015

Alirocumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 25. September 2015 Alirocumab (Praluent, Sanofi-Aventis) zugelassen. Es  ist, begleitend zu einer Diät, angezeigt zur Behandlung bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterolämie (heterozygote familiäre und nicht familiäre) oder gemischter Dyslipidämie:
  • in Kombination mit einem Statin oder mit einem Statin und anderen lipidsenkenden Therapieprinzipien bei Patienten, die mit einer maximal verträglichen Statintherapie die LDL-Cholesterol-Zielwerte nicht erreichen, oder 
  • als Monotherapie oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapieprinzipien bei Patienten mit einer Statin-Unverträglichkeit oder wenn Statine kontraindiziert sind.
Die Wirkung von Alirocumab auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität ist bisher noch nicht
belegt.
Alirocumab ist ein vollständig humaner monoklonaler IgG1-Antikörper, der mit hoher Affinität und Spezifität an Proproteinkonvertase Subtilisin Kexin Typ 9 (PCSK9) bindet. PCSK9 bindet an die LDL-Rezeptoren auf der Oberfläche von Hepatozyten, um den LDLR-Abbau in der Leber zu fördern. LDLR ist der primäre Rezeptor, der zirkulierendes LDL beseitigt. Dadurch führt die Senkung der LDLR-Spiegel durch PCSK9 zu höheren LDL-Cholesterol-Blutspiegeln. Indem es die Bindung von PCSK9 an LDLR hemmt, erhöht Alirocumab die Anzahl der zur Beseitigung von LDL verfügbaren LDLR und führt dadurch zu einer Senkung der LDL-Cholesterol-Spiegel.
Die Wirksamkeit von Alirocumab wurde in zehn Phase-III-Studien (fünf placebokontrollierten und fünf Ezetimib-kontrollierten Studien) mit 5.296 randomisierten Patienten mit Hypercholesterolämie (heterozygote familiäre und nicht familiäre) oder gemischter Dyslipidämie untersucht, wobei 3.188 Patienten auf Alirocumab randomisiert wurden. In den Phase-III-Studien hatten 31 % der Patienten Diabetes mellitus Typ 2 und 64 % der Patienten eine koronare Herzkrankheit in der Anamnese. Drei der zehn Studien wurden ausschließlich bei Patienten mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HeFH) durchgeführt. Die Mehrzahl der Patienten in dem Phase-III-Programm nahm eine lipidmodifizierende Hintergrundtherapie ein, die aus einer maximal verträglichen Dosis von Statinen mit oder ohne anderen lipidmodifizierenden Therapien bestand, und wiesen ein hohes bzw sehr hohes kardiovaskuläres Risiko auf. Zwei Studien wurden bei Patienten durchgeführt, die nicht gleichzeitig mit einem Statin behandelt wurden, darunter eine Studie bei Patienten mit  dokumentierter Statin-Unverträglichkeit.
Die Studien sind ausführlich im EPAR beschrieben.

Quelle:
EPAR der EMA


Sonntag, 23. Januar 2011

EMA: Zulassungsempfehlung für Fenofibrat/Pravastatin

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat in seiner Sitzung vom Januar 2011 die Zulassung von Fenofibrat/Pravastatin empfohlen.
Fenofibrat/Pravastatin (Pravafenix, Laboratoires S.M.B. S.A.) soll zur Therapie von Erwachsenen mit hohem Risiko für eine koronare Herzkrankheit und gemischten Dyslipidämien eingesetzt werden.
Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 21. Januar 2011

Samstag, 23. Oktober 2010

EMA: Positives Nutzen-Risiko-Profil für Fibrate bestätigt

Die aktuelle Analyse des Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EMA ergab ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für Fibrate.

Aufgrund der Analysenergebnisse kam das CHMP zu dem Schluss, dass der Nutzen der vier Fibrate Bezafibrat, Ciprofibrat, Fenofibrat und Gemfibrozil ihre Risiken überwiegt. Jedoch sollten die Fibrate nicht als Erstlinientherapie bei neu mit Fettstoffwechselstörungen diagnostizierten Patienten angewendet werden, außer bei Patienten mit schwerer Hypertriglyzeridämie oder Unverträglichkeit von CSE-Hemmern. Fenofibrat kann unter Umständen auch in Kombination mit einem CSE-Hemmer eingesetzt werden.

Quelle:
Pressemitteilung der EMA vom 22. Oktober 2010

Freitag, 11. Januar 2008

CSE-Hemmer für alle Diabetiker mit hohem vaskulärem Risiko

In einer Analyse von 14 Studien mit CSE-Hemmern wurde untersucht, wie sich die Einnahme von CSE-Hemmern bei Patienten mit Diabetes mellitus auf die Häufigkeit schwerwiegender kardialer Ereignisse auswirkt. Berücksichtigt wurden die Daten von 18.686 Diabetikern (1466 Typ 1, 17.220 Typ2) und 71.370 Patienten ohne Diabetes mellitus. In der Nachbeobachtungszeit von im Mittel 4,3 Jahren kam es bei den Diabetikern zu 3247 schwerwiegenden kardialen Ereignissen. Bei den Diabetikern wurden folgende Ergebnisse festgestellt

  • 9 % Verringerung der Gesamtsterblichkeit pro mmol/l LDL-Cholesterol-Senkung (15 % bei Nichtdiabetikern)
  • 12 % weniger Sterblichkeit wegen KHK
  • 13 % weniger Sterblichkeit wegen vaskulärer Erkrankungen
  • 21 % Verringerung der schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisse pro mmol/l LDL-Cholesterol-Senkung.

Diese rund 20 %ige Verringerung der kardiovaskulären Ereignisse je mmol LDL-Cholesterolsenkung wurde auch in allen Subgruppen gezeigt.
Die Autoren empfehlen, dass alle Diabetiker mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko mit einem CSE-Hemmer behandelt werden sollen.

Quelle
Cholesterol Treatment Trialists (CCT) Collaborators. Efficacy of cholesterol-lowering therapy in 18 686 people with diabetes in 14 randomised trials of statins: a meta-analysis. Lancet 2008; 371: 117–25.

Montag, 7. Januar 2008

Anacetrapib – ein neuer CEPT-Hemmer



In zwei Phase-I-Studien erhöhte der Cholesterylester-Transferprotein-Hemmer (CETP-Hemmer) Anacetrapib dosisabhängig HDL-Cholesterowerte deutlich und senkte LDL-Cholesterolwerte vergleichbar gut wie CSE-Hemmer. Ein Blutdruckanstieg konnte bei den Probanden nicht gesehen werden.

Anacetrapib (MK-0859) wird von MSD Merck Sharp & Dohme entwickelt


Quellen

Krishna R, et al. Effect of the cholesteryl ester transfer protein inhibitor, anacetrapib, on lipoproteins in patients with dyslipidaemia and on 24-h ambulatory blood pressure in healthy individuals: two double-blind, randomised placebo-controlled phase I studies. Lancet 2007;370:1907-14.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=AbstractPlus&list_uids=18068514&itool=iconabstr