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Dienstag, 10. September 2013

Neue Antikoagulanzien: Info-Brief wegen Blutungen

Die Hersteller der neuen oralen Anikoagulantien Apixaban (Eliquis®), Dabigatranetexilat (Pradaxa®) und Rivaroxaban (Xarelto®) weisen in einem mit den zuständigen Arzneimittelbehörden abgestimmten Informationsbrief darauf hin, dass Meldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) aus klinischen Studien und aus der Praxis gezeigt haben, dass auch bei den neuen oralen Antikoagulantien ein signifikantes Risiko für schwere Blutungsereignisse, auch mit Todesfolge, besteht.

Um das Blutungsrisiko zu minimieren, müssen die verordnenden Ärzte das Blutungsrisiko der Patienten individuell beurteilen und die Angaben zu Dosierung und Gegenanzeigen sowie Warnhinweise und Vorsichstmaßnahmen beachten. Gemeinsam sind allen neuen oralen Antikoagulantien die folgenden Gegenanzeigen:

  • akute, klinisch relevante Blutungen
  • Läsionen oder klinische Situationen, die als signifikanter Risikofaktor einer schweren Blutung angesehen werden
  • gleichzeitige Anwendung von anderen Antikoagulantien wie zum Beispiel Heparinen oder Vitamin-K-Anagonisten (mit wenigen Ausnahmen).

Auch eine Nierenfunktionsstörung kann eine Gegenanzeige darstellen, allerdings gelten hierbei für die drei Arzneimittel unterschiedliche Empfehlungen. Informationen zu den spezifischen Gegenanzeigen der einzelnen Arzneimittel sind in den Fachinformationen enthalten. Dort werden auch Hinweise zum therapeutischen Vorgehen beim Auftreten von Blutungsereignissen gegeben.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 9. September 2013

Samstag, 12. Dezember 2009

Rivaroxaban senkt Risiko für erneute Thromboembolie signifikant

Der direkte Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban (Xarelto®) senkt in der Langzeitprävention das relative Risiko für wiederholte venöse Thromboembolien (VTE) bei Patienten nach tiefer Venenthrombose im Vergleich zu Plazebo signifikant um 82 %. Dies zeigten die von Prof. Dr. Harry Roger Büller, Amsterdam, beim ASH-Kongress 2009 präsentierten Daten der EINSTEIN-Extensions-Studie.
In der EINSTEIN-Extensions-Studie wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban in der Sekundärprophylaxe von wiederkehrenden symptomatischen venösen Thrombosen im Vergleich zu Plazebo untersucht. In die doppelblinde Phase-III-Studie wurden Patienten aufgenommen, die wegen einer tiefen Venenthrombose über 6 oder 12 Monate mit einem Vitamin-K-Antagonisten oder Rivaroxaban behandelt worden waren. Sie erhielten randomisiert über weitere 6 oder 12 Monate einmal täglich 20 mg Rivaroxaban (n=602) oder Plazebo (n=594). Die Studie war ereignisgesteuert (n = 30).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt waren symptomatische rezidivierende venöse Thromboembolien, also rezidivierende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien sowie Todesfälle, bei denen eine Lungenembolie nicht ausgeschlossen werden konnte. Sie traten bei 42 (7,1 %) der Patienten der Plazebo-Gruppe und bei 8 (1,3 %) der Patienten der Rivaroxaban-Gruppe auf. Der Faktor-Xa-Inhibitor senkte also das Risiko für eine wiederholte venöse Thromboembolie um 82 % im Vergleich zu Plazebo (Hazard-Ratio 0,184, p<0001).

Quelle
Büller HR et al. Once-Daily oral Rivaroxaban versus placebo in the long-term prevention of recurrent symptomatic venous thromboembolism. the Einstein-Extension Study. Vortrag LB-02. 51th ASH Annual Meeting, New Orleans, 5. bis 8. Dezember 2009.

Montag, 28. Januar 2008

Blutungen durch Idraparinux

Bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfall-Risiko werden bei Langzeitgabe von Idraparinux signifikant mehr Blutungen beobachtet als bei der Standardbehandlung mit Vitamin-K-Antagonisten. Beide Substanzen sind aber vergleichbar wirksam.
Dies ergab die AMADEUS-Studie, in der Patienten randomisiert entweder subkutan das Idraparinux (2,5 mg wöchentlich) oder Vitamin-K-Antagonisten erhielten.
Idraparinux ist wie Fondaparinux ein Pentasaccharid. Der selektive Faktor-Xa-Hemmer wird von Sanofi-Aventis klinisch entwickelt.

Die Studie wurde nach Randomisierung von 4.576 Patienten (2.283 Idraparinux, 2.293 Vitamin-K-Antagonisten) und einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10,7 Monaten auf Grund von starken, klinisch relevanten Blutungen in der Idraparinux-Gruppe gestoppt. In der Idraparinux-Gruppe traten 346 Ereignisse verglichen mit 226 Ereignissen in der Antikoagulanzien-Gruppe auf (19,7 gegen 11,3 Ereignisse pro 100 Patientenjahre oder Anstieg von 74 %in der Idraparinux-Gruppe). In 21 Fällen kam es zu intrakraniellen Blutungen unter Idraparinux verglichen mit 9 Fällen in der Antikoagulanzien-Gruppe. Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion hatten ein höheres Risiko für diese Komplikationen. In der Prävention von Schlaganfällen waren beide Substanzen wirksam, 18 Thromboembolien in der Idraparinux-Gruppe und 27 in der Antikoagulanzien-Gruppe wurden beobachtet. Die Zahl der Todesfälle war vergleichbar: 61 in der Idraparinux-Gruppe gegen 62 in der VKA-Gruppe.

Quelle:
The Amadeus Investigators. Comparison of idraparinux with vitamin K antagonists for prevention of thromboembolism in patients with atrial fibrillation: a randomised, open-label, non-inferiority trial. Lancet 2008; 371: 315-321.