Freitag, 11. Februar 2022

Avacopan von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 11. Januar 2022 Avacopan (Tavneos) in Kombination mit einem Rituximab- oder Cyclophosphamid-Dosierungsschema zur Behandlung erwachsener Patienten mit  schwerer aktiver Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) oder mikroskopischer Polyangiitis (MPA) als Orphan Drug zugelassen.


Avacopan ist ein selektiver Komplement-5a-Rezeptor-Antagonist (C5aR1 oder CD88), der die Interaktion zwischen C5aR1 und dem Anaphylatoxin C5a kompetitiv hemmt. Die spezifische und selektive Blockierung von C5aR1 durch Avacopan reduziert die proinflammatorischen Wirkungen von C5a, zu  denen die Aktivierung, Migration und Adhärenz der Neutrophilen an die Entzündungsherde in kleinen Blutgefäßen, Retraktion der vaskulären Endothelzellen und Permeabilität gehören.

Avacopan blockiert die durch C5a induzierte CD11b-Aktivierung (Integrin α-M) auf den Neutrophilen, die aus Proben von Avacopan-Patienten stammen. CD11b erleichtert die Adhärenz der Neutrophilen an die Oberflächen der vaskulären Endothelzellen, eine der Phasen des vaskulitischen Prozesses.

Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in der Phase-3-Studie ADVOCATE untersucht.

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Info der EMA


Lonapegsomatropin von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 11. Januar 2022  Lonapegsomatropin (Lonapegsomatropin Ascendis Pharma) als Orphan Drug zur parenteralen Behandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen von 3 bis 18 Jahren aufgrund unzureichender Sekretion des endogenen Wachstumshormons (Wachstumshormonmangel [GHD]) zugelassen.

Lonapegsomatropin ist ein lang wirkendes Prodrug von Somatropin. Lonapegsomatropin besteht aus Somatropin, das über einen patentierten TransCon-Linker vorübergehend mit einem  Methoxypolyethylenglykol-Träger (4 x 10 kDa mPEG) konjugiert ist. Der Träger verzögert die renale Ausscheidung und die rezeptorvermittelte Elimination. 

Nach subkutaner Gabe setzt Lonapegsomatropin durch selbsttätige Spaltung des TransCon-Linkers das vollständig wirksame Somatropin frei. Dieses Somatropin (191 Aminosäuren) hat bei einmal wöchentlicher subkutaner Injektion dieselbe Wirkungsweise und Verteilung wie täglich verabreichtes Somatropin.

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Info der EMA

Dienstag, 18. Januar 2022

Glucarpidase von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 11. Januar 2022 Glucarpidase (Voraxaze, SERB SAS) als Orphan Drug zur Verringerung toxischer Methotrexat-Plasmakonzentrationen bei Erwachsenen und Kindern (im Alter ab 28 Tagen) mit verzögerter Ausscheidung von Methotrexat, oder wenn das Risiko einer Methotrexat-Toxizität besteht, zugelassen.

Glucarpidase ist ein rekombinantes bakterielles Enzym, das den carboxyterminalen Glutamatrest von Folsäure und strukturell verwandten Molekülen wie Methotrexat (MTX) hydrolysiert. Glucarpidase wandelt MTX in seine inaktiven Metaboliten DAMPA und Glutamat um. Da sowohl DAMPA als auch Glutamat über die Leber metabolisiert werden, bietet Glucarpidase einen alternativen Pfad für die Elimination von MTX bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung während einer MTX-Hochdosistherapie.

Aufgrund ihrer erheblichen Molekülgröße passiert Glucarpidase nicht die Zellmembran und hebt daher die intrazellulären antineoplastischen Wirkungen des hochdosierten MTX nicht auf.

Die Wirksamkeit von Glucarpidase wurde in vier offenen, multizentrischen, einarmigen Compassionate-Use-Studien bei Patienten mit verzögerter MTX-Elimination aufgrund von Nierenfunktionsstörungen untersucht.

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EPAR der EMA


Mittwoch, 12. Januar 2022

Tecovirimat von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 6. Januar 2022 Tecovirimat (Tecovirimat SIGA) unter "außergewöhnlichen Umständen" zur oralen Behandlung von Pocken, Affenpocken und Kuhpocken bei Erwachsenen und Kindern ab einem Körpergewicht von mindestens 13 kg zugelassen.

Das Virostatikum Tecovirimat hemmt die Aktivität des VP37-Proteins des Orthopoxvirus, das in allen Mitgliedern der Gattung Orthopoxvirus von einem hoch konservierten Gen kodiert wird. Tecovirimat  blockiert die Interaktion von VP37 mit der zellulären Rab9-GTPase und TIP47, was die Bildung von austrittskompetenten umhüllten Virionen verhindert, die für die Verbreitung des Virus von Zelle zu Zelle und über große Entfernungen erforderlich sind.

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Samstag, 8. Januar 2022

Sotorasib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 6. Januar 2022 Sotorasib (Lumykras, Amgen) zur oralen Monotherapie von Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS G12C-Mutation bedingt zugelassen, bei denen nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapie eine
Progression festgestellt wurde. 

Sotorasib ist ein selektiver KRAS-G12C-Inhibitor, der kovalent und irreversibel an KRAS G12C bindet. Die Inaktivierung von KRAS G12C durch Sotorasib blockiert die Signalübertragung, hemmt das Zellwachstum und fördert selektiv die Apoptose bei Tumoren, die KRAS G12C aufweisen, einen onkogenen Treiber der Tumorgenese. 

Die Wirksamkeit wurde in der einarmigen, offenen, multizentrischen Studie CodeBreaK 100 untersucht,  in die 126 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit KRAS-G12C-Mutation  aufgenommen wurden, bei denen eine Krankheitsprogression nach vorheriger Behandlung aufgetreten war.

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Sonntag, 26. Dezember 2021

Rekombinante, adjuvantierte COVID-19-Vakzine zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. Dezember 2021 die rekombinante adjuvantierte COIVD-19-Vakzine Nuvaxovid (Novavax)  für die aktive Immunisierung zur Prophylaxe von COVID-19 bei Personen ab 18 Jahren zugelassen.

Nuvaxovid besteht aus gereinigtem rekombinantem SARS-CoV-2-Spike (S)-Protein, das in seiner Prä-Fusionskonformation stabilisiert ist. Der Zusatz des saponinbasierten Adjuvans Matrix-M erleichtert die Aktivierung der Zellen des Immunsystems. Die beiden Impfstoffkomponenten lösen B- und T-Zell-Immunreaktionen gegen das S-Protein aus, einschließlich der Bildung neutralisierender Antikörper, die zum Schutz gegen COVID-19 beitragen.

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Info der EMA



Sonntag, 19. Dezember 2021

Sotrovimab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 17. Dezember 2021 Sotrovimab (Xevudy, GSK) zur parenteralen Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren und einen Körpergewicht von mindestens 40 kg mit COVID-19 zugelassen, die keine Sauerstoffversorgung benötigen und die ein erhöhtes Risiko für eine Progression zu einer schweren Erkrankung haben.

Sotrovimab ist ein monoklonaler Antikörper, der an ein Epitop im Spike-Protein von SARS-CoV-2 bindet. Die Zulassung basiert auf einer Studie mit 1057 Covid-19-Patienten, von denen jeder mindestens einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf hatte. Im Beobachtungszeitraum von 29 Tagen mussten nach der Gabe von Sotrovimab 6 von 528 Patienten für mehr als 24 Stunden stationär behandelt werden (1 %), während es in der Placebogruppe 30 von 529 (6%) Prozent waren, von denen 2 verstarben. 

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EPAR der EMA

Pegcetacoplan von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 13. Dezember 2021 Pegcetacoplan (Aspaveli, Swedish Orphan Biovitrum) als Orphan Drug zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit paroxysmaler nächtlicher  Hämoglobinurie (PNH) zugelassen, die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind. 

Pegcetacoplan ist ein symmetrisches Molekül aus zwei identischen Pentadekapeptiden, die kovalent an die Enden eines linearen PEG-Moleküls mit 40 kDa gebunden sind. Die Peptidanteile binden das Komplementprotein C3 und üben eine breite Hemmwirkung auf die Komplementkaskade aus. Der 40-kDa-PEG-Anteil verleiht dem Molekül eine verbesserte Löslichkeit und längere Verweilzeit im Körper nach Verabreichung des Arzneimittels.

Pegcetacoplan bindet mit hoher Affinität an das Komplementprotein C3 und dessen Aktivierungsfragment C3b, wodurch es die Spaltung von C3 und die Bildung von nachgeschalteten Effektoren der Komplementaktivierung reguliert. Bei PNH wird die extravasale Hämolyse (EVH) durch C3b-Opsonisierung ausgelöst, während die intravasale Hämolyse (IVH) durch den nachgeschalteten Membranangriffskomplex (MAC) vermittelt wird. Pegcetacoplan übt eine breite Regulation der Komplementkaskade aus, indem es proximal zu sowohl der C3b- als auch der MAC-Bildung wirkt und dadurch die Mechanismen kontrolliert, die zur EVH und IVH führen.

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Info der EMA

15-valente Pneumokokkenvakzine von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 13. Dezember 2021 die 15-valente Pneumokokkenvakzine Vaxneuvance (Merck Sharp und Dohme) für Personen ab einem Alter von 18 Jahren zur aktiven Immunisierung zur Prävention von invasiven Erkrankungen und Pneumonien, die durch Streptococcus pneumoniae verursacht werden, zugelassen.

Vaxneuvance enthält 15 gereinigte Pneumokokken-Kapselpolysaccharide von Streptococcus pneumoniae (1, 3, 4, 5, 6A, 6B, 7F, 9V, 14, 18C, 19A, 19F, 22F, 23F, 33F), die jeweils an ein Trägerprotein (CRM197) konjugiert sind. Vaxneuvance löst eine T-Zell-abhängige Immunantwort aus, um Antikörper zu induzieren, die die Opsonisierung, Phagozytose und Abtötung von Pneumokokken zum Schutz vor Pneumokokken-Erkrankungen verbessern.

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EPAR der EMA


Amivantamab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 9. Dezember 2021 Amivantamab (Rybrevant, Janssen-Cilag) zur parenteralen Monotherapie von erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und aktivierenden Exon-20-Insertionsmutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) nach Versagen einer platinbasierten Therapie zugelassen.

Amivantamab ist ein vollhumaner, auf IgG1 basierender bispezifischer EGFR-MET-Antikörper mit niedrigem Fucoseanteil, der Immunzell-gerichtete Aktivität aufweist und gegen Tumoren mit aktivierenden EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen gerichtet ist. Amivantamab bindet an die  extrazellulären Domänen von EGFR und MET.

Amivantamab unterbindet die EGFR- und MET-Signalfunktionen, indem es die Ligandenbindung blockiert und die Degradation von EGFR und MET fördert, wodurch Tumorwachstum und -progression verhindert werden. Die Expression von EGFR und MET auf der Oberfläche von Tumorzellen ermöglicht auch die zielgerichtete Destruktion dieser Zellen. 

Wirksamkeit und Sicherheit wurden in der multizentrischen offenen Multi-Kohortenstudie Chrysalis bei 114 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC untersucht, die Exon-20- Insertionsmutationen im EGFR-Gen aufwiesen, deren Tumor während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie fortgeschritten war. 

Quelle

EPAR der EMA