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Dienstag, 10. Februar 2009

Multivitamine: Kein Schutz vor Krebs und KHK bei Frauen

Multivitamine senken das Risiko für eine Krebserkrankung oder eine koronare Herzkrankheit (KHK) sowie die Gesamtsterblichkeit bei postmenopausalen Frauen nicht. Dies zeigen Daten aus der Womens Health Initiative von 160.00 postmenopausalen Frauen. Multivitamin-Einnahme war nach einer Beobachtungszeit von acht Jahren nicht mit einem verringerten Risiko für Krebs, KHK oder Gesamtsterblichkeit assoziiert. So genannten Stress-Vitamine wie hohe Dosen von B-Vitaminen, Vitamin C, Selen und Zink) schützten vor Herzinfarkt, die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass dies ein Zufallsbefund sein könnte. Ihre Schlussfolgerung lautet, dass Multivitamin-Gaben keine wesentliche Rolle bei der Prävention von chronischen Krankheiten spielen.

Quelle:
Neuhouser ML, et al. Multivitamin Use and Risk of Cancer and Cardiovascular Disease in the Women's Health Initiative Cohorts. Arch Intern Med. 2009;169(3):294-304.

Dienstag, 15. April 2008

Herzinfarkt bei Frauen durch Psychostress

Männer erleiden einen Herzinfarkt eher durch Körperstress, Frauen durch Psychostress. Frauen leiden mehr unter den Folgen von psychosozialem Stress, unter Stress in Partnerschaft und Familie und unter Psychoterror im Beruf. Gemobbten Frauen kann man nur den guten Rat geben, ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden zu liebe möglichst rasch den Arbeitsplatz zu wechseln.
Herzinfarkte treten bei Frauen und Männern gleich häufig auf, allerdings bei Männern zehn Jahre früher. Männer leiden unter aggressiveren Formen der koronaren Herzkrankheit, sie leiden häufiger unter Dreigefäßerkrankungen und multiplen Stenosen, während bei Frauen mehr Durchblutungsstörungen bei normalen Kranzarterien zu sehen sind.
Estrogene spielen bei den geschlechtsspezifischen Unterschieden des kardiovaskulären Risikos eine wichtige Rolle. Sie wirken vasoprotektiv und antihypertroph, während Testosteron proinflammatorisch und prohypertroph wirkt.
Männer haben ein höheres kardiales Risiko. Sie werden aber besser diagnostiziert und behandelt. Frauen haben ein niedrigeres Risiko und werden schlechter diagnostiziert und behandelt. Aus den Daten kann der Schluss gezogen werden, dass weibliches Geschlecht so gut ist wie ein Betablocker.

Quellen:
Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Göttingen, Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek, Berlin, Symposium „Frauen sind anders – Männer auch“ im Rahmen der 114 Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Wiesbaden, 31. März 2008.
Eigene Erfahrungen



Mittwoch, 23. Januar 2008

Krankes Herz durch Stress

Stress am Arbeitsplatz begünstigt die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit.
Dies wurde in einer englischen Stude nun bestätigt, in der folgende Fragen untersucht wurden:
1. Erhöht erhöhter Stress am Arbeitsplatz das Risiko für eine KHK und andere Risikofaktoren?
2. Ist das Risiko für Personen im Arbeitsalter höher?
3. Wird das Risiko für KHK durch neuroendokrine Mechanismen und/oder indirekt durch das Verhalten der Personen erhöht?

In der Studie wurden 10.308 Frauen und Männer aus London über 12 Jahre beobachtet. Sie ergab, dass das koronare Risiko eng mit Stress am Arbeitsplatz verknüpft ist, und zwar vor allem bei Personen im Alter unter 50 Jahren. Das koronare Risiko war bei den gestressten Menschen um 68 % höher als bei den nicht gestressten Personen. Als Mechanismen kommen sowohl direkte Effekte über das neuroendokrine System als auch indirekte Effekte durch ungesundes Verhalten mit Bewegungsmangel, falscher Ernährung und Übergewicht in Frage.
Kommentar: Diese Arbeit belegt erneut, dass ungünstige Verhältnisse am Arbeitsplatz gesundheitsschädlich sind. Ein wichtiger und verbreiteter Stressor ist zum Beispiel Mobbing, insbesondere Bossing. Es sollte sehr viel nachhaltiger verfolgt und bestraft werden können als bislang möglich.

Quelle:
Chandola T, Britton A, Brunner E, Hemingway H, et al.
Work stress and coronary heart disease: what are the mechanisms? European Heart Journal, doi:10.1093/eurheartj/ehm584