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Donnerstag, 28. November 2024

Marstacimab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 18. November 2024 Marstacimab (Hympavzi, Pfizer) für die Routineprophylaxe von Blutungsepisoden bei Patienten ab einem Alter von 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kg zugelassen mit:

• schwerer Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel, FVIII < 1 %) ohne Faktor-VIII-Inhibitoren

• schwerer Hämophilie B (angeborener Faktor-IX-Mangel, FIX < 1 %) ohne Faktor-IX-Inhibitoren.

Marstacimab ist ein humaner monoklonaler Antikörper der Immunglobulin-Klasse G1 (IgG1), der mit rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) produziert wird. Der Antikörper richtet sich gegen die Kunitz-Domäne 2 (K2) von Tissue Factor Pathway Inhibitor (TFPI), dem primären Inhibitor der extrinsischen Gerinnungskaskade. TFPI bindet zu Beginn an Faktor Xa und hemmt dessen aktives Zentrum über seine zweite Kunitz-Inhibitordomäne (K2). Die Wirkung von Marstacimab zur Neutralisierung der inhibitorischen Aktivität von TFPI kann dazu dienen, den extrinsischen Weg zu verstärken und Defizite im intrinsischen Gerinnungsweg zu umgehen, indem die Verfügbarkeit von freiem Faktor Xa erhöht wird, um die Thrombinbildung zu steigern und die Hämostase zu verstärken. 

Quelle:

Info der EMA

Mittwoch, 7. August 2024

Fidanacogen Elaparvovec von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 24. Juli 2024 Fidanacogen Elaparvovec (Durveqtix, Pfizer)  zur Behandlung von schwerer und mittelschwerer Hämophilie B (kongenitaler Faktor-IX-Mangel) bei erwachsenen Patienten ohne Faktor-IX-Inhibitoren in der Vorgeschichte und ohne nachweisbare Antikörper gegen die Variante des AAV-Serotyps Rh74 zugelassen.

Fidanacogen Elaparvovec ist ein gentherapeutisches Arzneimittel. Es besteht aus einem rekombinanten Viruskapsid, das von einem natürlich vorkommenden Adeno-assoziierten Virus des Serotyps Rh74 (AAVRh74var) abgeleitet ist und einen modifizierten humanen Gerinnungsfaktor IX (FIX) als Transgen enthält, der eine hohe FIX-Aktivität aufweist und als Variante FIX-R338L (Padua) bezeichnet wird. Fidanacogen Elaparvovec wird mit rekombinanter DNA-Technik in humanen embryonalen Nierenzellen hergestellt.

Fidanacogen elaparvovec wurde entwickelt, um eine funktionsfähige Kopie der hochaktiven Padua-Variante des Faktor-IX-Gens (FIX-R338L) in die transduzierten Zellen einzuschleusen, um die monogenetische Grundursache der Hämophilie B zu behandeln. 

Die Wirksamkeit von Fidanacogen Elaparvovec wurde in einer unverblindeten, multizentrischen Phase-3-Studie (C0371002, n = 45) untersucht.

Quelle

Info der EMA

Freitag, 24. Februar 2023

Etranacogen dezaparvovec von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 20. Februar 2023 Etranacogen dezaparvovec als Orphan-Drug zur Behandlung von schwerer und mittelschwerer Hämophilie B (angeborenem Faktor-IX-Mangel) bei erwachsenen Patienten ohne Faktor-IX-Inhibitoren in der Vorgeschichte zugelassen.

Etranacogen dezaparvovec ist ein Gentherapeutikum, das den menschlichen Gerinnungsfaktor IX exprimiert. Es handelt sich um einen nicht-replizierenden, rekombinanten Vektor auf der Basis des Adeno-assoziierten Virus Serotyp 5 (AAV5), der eine kodon-optimierte cDNA der menschlichen Gerinnungsfaktor IX-Variante R338L (FIX-Padua) unter der Kontrolle eines leberspezifischen Promotors (LP1) enthält. Etranacogen dezaparvovec wird mit rekombinanter DNA-Technik in Insektenzellen hergestellt.

Mit Etranacogen dezaparvovec wird eine Kopie der kodierenden DNA-Sequenz des menschlichen Faktors IX in Hepatozyten eingebracht, um die Ursache der Hämophilie B zu beheben.
Nach einmaliger intravenöser Infusion zielt Etranacogen dezaparvovec bevorzugt auf Leberzellen ab, in denen die Vektor-DNA fast ausschließlich in episomaler Form vorliegt. Nach der Transduktion steuert  Etranacogen dezaparvovec die langfristige leberspezifische Expression des Faktor-IX-Padua-Proteins. Infolgedessen verbessert Etranacogen dezaparvovec den Mangel an zirkulierender prokoagulatorischer Faktor-IX-Aktivität bei Patienten mit Hämophilie B teilweise oder vollständig. 

Sicherheit und Wirksamkeit von Etranacogen dezaparvovec als Einzeldosis wurden in zwei prospektiven, offenen, einarmigen Studien, einer in den USA durchgeführten Phase-IIb-Studie und einer in den USA, Großbritannien und der EU durchgeführten multinationalen Phase- III-Studie untersucht.

Quelle

EPAR der EMA



Sonntag, 29. Mai 2016

Eftrenonacog alfa von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 13. Mai 2016 Eftrenonacog alfa (Alprolix, Biogen) als Injektion zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten aller Altersgruppen mit Hämophilie B (angeborener Faktor-IXMangel) zugelassen.

Eftrenonacog alfa ) ist langwirkendes, vollständig rekombinantes Fusionsprotein, das aus dem humanen Gerinnungsfaktor IX und der kovalent daran gebundenen Fc-Domäne des humanen Immunglobulins G1 besteht. Die Fc-Domäne des humanen Immunglobulins G1 bindet an den neonatalen Fc-Rezeptor. Dieser Rezeptor wird lebenslang exprimiert und ist Teil eines natürlichen Mechanismus, bei dem Immunglobuline vor einem lysosomalen Abbau geschützt werden und wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt werden können, was zu einer langen Plasmahalbwertszeit führt.
Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik wurden in zwei multinationalen,
unverblindeten Studien untersucht: eine Phase-3-Studie, bezeichnet als Studie I, und eine
pädiatrische Phase-3-Studie, bezeichnet als Studie II (siehe Kinder und Jugendliche).

Quelle:
EPAR der EMA

Albutrepenonacog alfa von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 13. Mai 2016 Albutrepenonacog alfa (Idelvion, CSL Behring GmbH) als Injektion für die Therapie und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten aller Altersgruppen mit Hämophilie B (kongenitaler Faktor-IX-Mangel) zugelassen.

Albutrepenonacog alfa ist ein rekombinanter Gerinnungsfaktor IX. Eine Verlängerung der Halbwertszeit und eine verbesserte systemische Verfügbarkeit werden durch eine Fusion mit rekombinantem Albumin erreicht. Albumin ist ein natürliches, inertes Trägerprotein im Plasma mit einer Halbwertszeit von etwa 20 Tagen. Eine genetische Fusion des rekombinanten Gerinnungsfaktor IX mit Albumin verlängert die Halbwertszeit von Faktor IX.
Das Präparat bleibt bis zur Aktivierung des Faktor IX im Blutkreislauf intakt. Bei Aktivierung wird
Albumin abgespalten und gibt den aktivierten Faktor IX frei, sobald er für die Gerinnung benötigt wird.
Hämophilie B ist eine geschlechtsspezifische erbliche Blutgerinnungsstörung aufgrund erniedrigter Faktor IX Spiegel. Dies führt, entweder spontan oder als Folge eines Unfalls oder chirurgischer Traumata, zu schweren Blutungen in Gelenke, Muskeln oder innere Organe. Durch eine Substitutionstherapie werden die Faktor IX-Plasmaspiegel angehoben, wobei eine vorübergehende Korrektur des Faktor IX-Mangels und Behebung der Blutungsneigungen herbeigeführt wird.

Quelle:
EPAR der EMA

Dienstag, 1. März 2016

Eftrenonacog alfa und Albutrepenonacog alfa von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2016 empfohlen, Eftrenonacog alfa (Alprolix, Biogen) und Albutrepenonacog alfa (Idelvion, CSL Behring) als Injektionslösung für die Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie B zuzulassen.
In beiden Fällen handelt es sich um Faktor-IX-Präparate, die bereits vor einigen Jahren den Orphan-Drug-Status erhalten haben.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 25. Februar 2016