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Donnerstag, 21. Februar 2013

Denosumab: Rote-Hand-Brief wegen atypischen Femurfrakturen

Der Hersteller hat einen Rote-Hand-Brief zu Denosumab (Prolia) veröffentlicht, in dem über bestätigte, seltene Fälle von atypischen Femurfrakturen bei Patienten berichtet, die mit Prolia® behandelt wurden.

Diese Fälle traten bei Patienten auf, die Prolia® in der Verlängerung einer Phase-III-Studie zu Frakturen bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose erhielten, wobei die kürzeste Dauer der Denosumab-Exposition bis zum Zeitpunkt der Diagnose einer atypischen Femurfraktur 2,5 Jahre betrug. Grundsätzlich besteht ein Risiko für atypische Frakturen auch für Xgeva®.
Während der Behandlung mit Denosumab sollten die Patienten angewiesen werden, neu auftretende oder ungewöhnliche Oberschenkel-, Hüft- oder Leistenschmerzen zu berichten. Patienten mit solchen Symptomen sollten auf eine unvollständige Femurfraktur hin untersucht werden. Bei Patienten, die eine Femurschaftfraktur erlitten haben, sollte der kontralaterale Femur untersucht werden. Bei Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte der Abbruch der Therapie erwogen werden, solange die Abklärung andauert. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Einschätzung sollte durchgeführt werden.

Quelle
AkdÄ Drug Safety Mail vom 20. Februar 2013

Donnerstag, 16. Juni 2011

EMA: Bisphosphonate und atypische Femurfrakturen

Das CHMP kommt zu dem Schluss, dass atypische Femurfrakturen seltene Ereignisse sind, die insbesondere bei langjähriger Anwendung von Bisphosphonaten im Rahmen der Osteoporosebehandlung auftreten können.

Aufgrund von epidemiologischen Hinweisen hat das CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) einen möglichen Zusammenhang von atypischen Femurfrakturen mit der Gabe von Bisphosphonaten auf Basis der vorhandenen Daten umfassend bewertet.
Das CHMP kommt zu dem Schluss, dass atypische Femurfrakturen seltene Ereignisse sind, die insbesondere bei langjähriger Anwendung von Bisphosphonaten im Rahmen der Osteoporosebehandlung auftreten können. Es kann von einem Klasseneffekt der Bisphosphonate ausgegangen werden. Als Ursache wird vermutet, dass Bisphosphonate aufgrund ihres Wirkmechanismus die Heilung von natürlich vorkommenden Stressfrakturen verzögern. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Bisphosphonaten wird in allen zugelassenen Indikationen weiterhin als günstig eingestuft. Die Zahl der durch eine üblicherweise drei- bis fünfjährige Bisphosphonattherapie verhinderten osteoporotischen Frakturen ist wesentlich größer als die Zahl der durch eine langjährige (meist > fünfjährige) Bisphosphonattherapie verursachten atypischen Frakturen.
Wegen des Risikos von atypischen Frakturen sollten Ärzte regelmäßig überprüfen, ob die Fortführung einer Behandlung mit Bisphosphonaten notwendig ist. Dies gilt insbesondere für Patienten, die bereits länger als fünf Jahre behandelt werden. Wird eine atypische Fraktur auf einer Seite vermutet, sollte auch die andere Seite untersucht werden. Schmerzen oder Schwäche in der Leiste, der Hüfte oder im Oberschenkel können Anzeichen für eine atypische Femurfraktur sein. Patienten sollten angewiesen werden, bei Auftreten solcher Beschwerden ihren Arzt zu kontaktieren.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 16. Juni 2011