Die EU-Kommission hat am 30. April 2019 Andexanet alfa (Ondexxya, Portola) als parenterales Antidot zur Neutralisierung der antikoagulatorischen Aktivität von Rivaroxaban und Apixaban zugelassen, wenn aufgrund lebensbedrohler oder nicht kontrollierbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist.
Andexanet alfa ist ein rekombinantes Protein, das dem körpereigenen Faktor-Xa ähnelt.Dabei wurde das Protein so abgewandelt, dass ihm die enzymatische Aktivität von FXa fehlt. Das Serin im aktiven Zentrum wurde durch Alanin ersetzt. Dadurch ist das Molekül nicht mehr in der Lage, Prothrombin zu spalten und zu aktivieren. Ferner wurde die γ-Carboxyglutaminsäure (Gla)-Domäne entfernt. Dadurch verliert das Protein die Fähigkeit, durch Anlagerung den Prothrombinasekomplex zu bilden. Damit wurden dem Protein sämtliche antikoagulatorischen Wirkungen entzogen.
Andexanet alfa hebt die Wirkung von FXa-Inhibitoren spezifisch auf. Der primäre Wirkungsmechanismus besteht zwar in der Bindung und Sequestrierung des FXa-Inhibitors, doch leistet möglicherweise auch die Hemmung der Aktivität des Gewebefaktor-Pathway-Inhibitors (tissue factor pathway inhibitor, TFPI) über die Bindung an den TFPI einen geringeren Beitrag zur Gesamtwirkung. Das Zusammenspiel zwischen Andexanet alfa und TFPI ist noch nicht vollständig charakterisiert. Andexanet alfa bindet direkte FXa-Inhibitoren mit hoher Affinität, sodass sie für die Entfaltung ihrer antikoagulatorischen Wirkungen nicht mehr zur Verfügung stehen.
Quelle
EPAR der EMA
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Donnerstag, 2. Mai 2019
Montag, 4. März 2019
Andexanet alfa von der EMA zur Zulassung empfohlen
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom Februar 2019 empfohlen, Andexanet alfa (Ondexxya, Portola) als parenterales Antidot zur Neutralisierung der antikoagulatorischen Aktivität von Rivaroxaban und Apixaban zuzulassen.
Andexanet alfa ist ein rekombinantes Protein, das dem körpereigenen Faktor-Xa ähnelt und aufgrund einer strukturellen Veränderung in der Lage ist, spezifisch und direkt die gerinnungshemmende Wirkung von direkten Faktor-Xa-Hemmern wie Rivaroxaban oder Apixaban aufzuheben.
Andexanet alfa wirkt dabei als sogenannter Scavenger (Fänger), welcher an den nicht proteingebundenen, freien Anteil eines Faktor-Xa-Hemmers im Blut mit hoher Affinität bindet und so dessen Bindung an nativen Faktor-Xa und die dadurch induzierte Gerinnungshemmung verhindert. Der Andexanet-alfa/FXa-Hemmer-Komplex wird danach über die Leber ausgeschieden.
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019
Andexanet alfa ist ein rekombinantes Protein, das dem körpereigenen Faktor-Xa ähnelt und aufgrund einer strukturellen Veränderung in der Lage ist, spezifisch und direkt die gerinnungshemmende Wirkung von direkten Faktor-Xa-Hemmern wie Rivaroxaban oder Apixaban aufzuheben.
Andexanet alfa wirkt dabei als sogenannter Scavenger (Fänger), welcher an den nicht proteingebundenen, freien Anteil eines Faktor-Xa-Hemmers im Blut mit hoher Affinität bindet und so dessen Bindung an nativen Faktor-Xa und die dadurch induzierte Gerinnungshemmung verhindert. Der Andexanet-alfa/FXa-Hemmer-Komplex wird danach über die Leber ausgeschieden.
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 1. März 2019
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