Freitag, 25. November 2016

Ixazomib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 23. November 2016 Ixazomib (Ninlaro, Takeda) bedingt als Orphan Drug in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die orale Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem multiplem Myelom zugelassen.

Ixazomib ist ein oraler, hochgradig selektiver und reversibler Proteasom-Inhibitor. Ixazomib bindet und hemmt vorzugsweise die Chymotrypsin-ähnliche Aktivität der Beta-5-Untereinheit des 20S-Proteasoms.
Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden u. a. in einer internationalen randomisierten doppelblinden Studie mit 722 Patienten untersucht, der multiples Myelom auf eine vorhergehende Therapie rezidiviert war oder nicht angesprochen hatte. Randomisiert erhielten die Patienten Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason oder Lenalidomid und Dexamethason. In der Ixazomib-Gruppe war das progressionsfreie Überleben mit 20,6 Monaten länger als in der Vergleichsgruppe mit 14,7 Monaten.
Häufigste Nebenwirkungen waren Durchfall, Verstopfung, Thrombozytopenie, periphere Neuropathie, Übelkeit, periphere Ödeme, Erbrechen und Rückenschmerzen.
Von der FDA war Ixazomib im November 2015 zugelassen worden.

Quelle:

Samstag, 19. November 2016

Etelcalcetid von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 15. November 2016 Etelcalcetid (Parsabiv, Amgen) zur Injektion für die Behandlung eines sekundärem Hyperparathyreoidismus bei hämodialysierten Patienten mit chronischer Nierenerkrankung zugelassen.

Etelcalcetid ist ein synthetisches Peptid, das als Calcimimetikum wirkt und die Sekretion von Parathormon aus der Nebenschilddrüse durch Aktivierung von Calcium-sensitiven Rezeptoren vermindert.  Die Verringerung des PTH-Spiegels korreliert mit einer gleichzeitigen
Verringerung der Serumcalcium- und -phosphatspiegel.
Zwei sechsmonatige, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studien wurden bei sHPT-Patienten mit CKD, die dreimal pro Woche eine Dialysebehandlung erhielten, durchgeführt (n = 1.023). Beide Studien belegten, dass Etecalcetid die PTH-Spiegel verringerte und gleichzeitig Calcium, Phosphat und Ca x P gesenkt wurden. Die Ergebnisse aller primären und sekundären Endpunkte waren statistisch signifikant.

Quelle
EPAR der EMA

Olaratumab von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 11. November 2016 Olaratumab (Lartruvo, Lilly) zur Infusion in Kombination mit Doxorubicin für die Behandlung von Erwachsenen mit Weichteilsarkomen bedingt zugelassen, bei denen keine kurative Therapie mit Operation oder Radiotherapie möglich ist und die zuvor nicht mit Doxorubicin behandelt worden waren.

Olaratumab ist ein monoklonaler Antikörper, der den Platelet-derived growth factor receptor alpha (PDGFRα) hemmt. PDGFRα wird in Weichteilsarkomen vermehrt exprimiert. Durch Bindung von Olaratumab wird das Wachstum der Weichteilsarkome verlangsamt.
Die beschleunigte Zulassungsempfehlung basiert auf den Ergebnissen einer Phase-II-Studie, die einen Vorteil der Kombination aus Olarutumab plus Doxorubicin im Vergleich zu Doxorubicin allein ergab.
Olaratumab war 2015 als Orphan Drug anerkannt worden

Quelle:
EPAR der EMA

Levetiracetam - Rote-Hand-Brief wegen Risiko der Überdosierung

Die Hersteller und Vertreiber von Levetiracetam informieren in einem Rote-Hand-Brief über Fälle von akzidenteller, bis zu zehnfacher Überdosierung im Zusammenhang mit Levetiracetam-Lösung zum Einnehmen. Hauptsächlich waren Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren betroffen. Als wichtige Ursache wurde die Verwendung einer falschen Dosiervorrichtung identifiziert. Überdosierung von Levetiracetam kann zu herabgesetztem Bewusstsein, Atemdepression und Koma führen.

  •     Ärzte sollten die gemäß Alter und Gewicht empfohlene Packungsgröße mit der dafür vorgesehenen Applikationshilfe verordnen. Ärzte sollten die dem Alter entsprechende Dosis immer in Milligramm und unter Angabe der äquivalenten Milliliter-Menge verordnen.
  •     Apotheker sollten sicherstellen, dass die geeignete Packungsgröße und die richtige Applikationsspritze abgegeben werden.
  •     Ärzte und Apotheker sollten den Patienten und/oder den Betreuern bei jeder Verordnung das korrekte Abmessen der Dosis erklären und die Patienten und/oder Betreuer daran erinnern, dass ausschließlich die mitgelieferte Applikationsspritze verwendet werden soll. Diese sollte entsorgt werden, sobald die Arzneimittelflasche leer ist.

Die Gebrauchsinformationen und die äußere Verpackung der Arzneimittel werden überarbeitet, um die Verständlichkeit der Dosierungsempfehlungen zu verbessern.
Siehe auch entsprechende Meldung der EMA unter med|pharm|text

Quelle:
AkDÄ Drug Safety Mail vom 8. November 2016

Montag, 14. November 2016

Adalimumab, Lacosamid, Meningokokken-Vakzine, Ofatumumab, Vandetanib: EMA empfiehlt Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2016 empfohlen, die Zulassung von Adalimumab, Lacosamid, Meningokokken-Vakzine, Ofatumumab, Vandetanib zu erweitern:

  • Adalimumab (Humira, Abbvie) soll künftig bei Patienten mit Hidradenitis suppurativa ab einem Alter von 12 Jahren eingesetzt werden können
  • Lacosamid (Vimpat, UCB) soll künftig auch in Monotherapie bei Patienten ab 16 Jahren mit Epilepsie eingesetzt werden können
  • Meningokokken-Vakzine (Nimenrix, Pfizer) kann künftig ab einem Alter von 6 Wochen angewendet werden.
  • Ofatumumab (Arzerra, Novartis) soll künftig in Kombination mit Fludarabin und Cyclophosphamid auch bei Patienten mit rezidivierter CLL eingesetzt werden können.
  • Vandetanib (Caprelsa, Genzyme) soll bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab einem Alter von 5 Jahren angewendet werden können.


Quelle:
Mitteilung der EMA vom 11. November 2016

Lonoctocog alfa von der EMA zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2016 empfohlen, Lonoctocog alfa (Aftyla, CSL Behring) für die parenterale Prophylaxe und Therapie von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A zuzulassen.
Lonoctocog alfa ist rekombinanter Faktor VIII.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 10. November 2016

Tenofoviralafenamid zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom November 2016 empfohlen,  Tenofoviralafenamid (Vemlidy, Gilead) als Filmtabletten für die Behandlung von Patienten ab 12 Jahren mit chronischer Hepatitis B zuzulassen.
In verschiedenen Kombinationspräparaten wird der Nucleotid reverse Transcriptasehemmer schon bei HIV-Infektion eingesetzt.

Quelle:
Mitteilung der EMA vom 10. November 2016

Emtricitabin/Tenofovirdisoxopril von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 11. November 2016 die Kombination aus Emtricitabin/Tenofovirdisoxopril (Zentiva 200 mg/245 mg) in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung HIV-1-infizierter Erwachsener zugelassen.



Quelle:
EPAR der EMA

Sonntag, 13. November 2016

Palbociclib von der EU-Kommission zugelassen

Die EU-Kommission hat am 11. November 2016 Palbociclib (Ibrance, Pfizer) zur oralen Einnahme in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder in Kombination mit Fulvestrant für die Behandlung von Frauen mit fortgeschrittenem (metastasiertem) ER-positivem und HER2-negativem Mammakarzinom zuzulassen. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die Therapie mit einem LH-RH-Agonist kombiniert werden.

Palbociclib hemmt selektiv die Cyclin-abhängigen Kinasen 4 und 6 (CDK4/6). Diese Enzyme sind häufig beim Estrogenrezeptor-positiven Mammakarzinom sowie bei einer Vielzahl anderer Krebserkrankungen übermäßig aktiv, was zum Verlust der Kontrolle über den Zellzyklus führt. CDK4/6 lösen die Progression von der G1-Phase in die S-Phase aus, in der die DNS repliziert wird. Durch Hemmung der CDK4/6 stellt Palbociclib die zelluläre Kontrolle des Zellzyklus wieder her und blockiert so die Proliferation der Tumorzellen.
In präklinischen Studien konnte gezeigt werden, dass ein luminaler ER-Subtyp, gesteigerte Expression von Cyclin D1 und des Rb-Proteins sowie eine verminderte p16-Expression mit einer Sensitivität für Palbociclib assoziiert sind.
Die Zulassungsempfehlung basiert auf den Ergebnissen der Paloma-Studien 1, 2 und 3. In der Phase-III-Studie Paloma-2 wurde Palbociclib plus Letrozol (n = 444) mit Letrozol allein (n = 222) in der Erstlinientherapie des HR-positiven/HER2-negativen metastasierten Brustkrebses verglichen. Das PFS mit zusätzlicher Gabe von Palbociclib betrug im Mittel 24,8 Monate, mit Letrozol allein 14,5 Monate. In der Phase-III-Studie Paloma-3 wurde Palbociclib plus Fulvestrant (n = 347) mit Fulvestrant allein (n = 174) in der Zweitlinientherapie verglichen. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass das PFS in der Palbociclib-Gruppe bei 11,2 Monaten, in der Fulvestrant-Gruppe bei 4,6 Monaten lag.
Die FDA hat Palbociclib im Februar 2015 beschleunigt bei postmenopausalen Frauen zugelassen.

Quelle:
Pressemitteilung von Pfizer vom 11.11.2016
EPAR der EMA

Mittwoch, 9. November 2016

Lenalidomid: Rote-Hand-Brief wegen Reaktivierung von Virusinfektionen

Der Hersteller von Lenalidomid (Revlimid, Celgene) informiert in einem Rote-Hand-Brief über Fälle von Virusreaktivierung unter Behandlung mit Lenalidomid, darunter Fälle von disseminiertem Herpes Zoster, Herpes-Zoster-Meningitis oder Zoster ophthalmicus sowie Hepatitis-B-Virus(HBV)-Reaktivierung mit Fortschreiten bis zum Leberversagen mit Todesfolge. In der Regel weisen die Patienten Risikofaktoren für eine Virusreaktivierung auf (z. B. Alter, Grunderkrankung, Vorbehandlung). Die immunsuppressive Wirkung von Lenalidomid kann das Risiko einer Virusreaktivierung erhöhen.
Der HBV-Status ist vor Beginn der Behandlung mit Lenalidomid abzuklären. Bei positivem Testergebnis sollte ein Arzt mit Erfahrung in der Behandlung der Hepatitis B herangezogen werden. Zuvor infizierte Patienten müssen während der Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Virusreaktivierung, einschließlich einer aktiven Hepatitis-B-Infektion, überwacht werden.

Quelle:

Apremilast: Rote-Hand-Brief wegen Suizidgedanken

Der Hersteller von Apremilast (Otezla, Celgene) informiert in einem Rote-Hand-Brief über Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten (mit oder ohne Depression in der Anamnese) in klinischen Studien und nach Markteinführung (Häufigkeit ≥1/1000 bis ≤1/100). Auch Fälle von vollendetem Suizid wurden nach Markteinführung bei Patienten berichtet, die mit Apremilast behandelt wurden.

Bei Patienten mit anamnestisch bekannten psychiatrischen Symptomen oder bei Einnahme von Arzneimitteln, die psychiatrische Symptome verursachen können, ist der Nutzen von Apremilast sorgfältig gegen die Risiken abzuwägen. Die Behandlung mit Apremilast sollte abgebrochen werden, wenn neue psychiatrische Symptome oder eine Verschlechterung bestehender Symptome auftreten oder Suizidgedanken oder ein Suizidversuch festgestellt werden. Patienten und Pflegekräfte sollten angewiesen werden, den verschreibenden Arzt über jegliche Verhaltens- oder Stimmungsänderungen oder Anzeichen von Suizidgedanken zu informieren.

Apremilast ist allein oder in Kombination mit krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Arzneimitteln (DMARDs) indiziert zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis (PsA) bei erwachsenen Patienten, die auf eine DMARD-Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Es ist ebenfalls indiziert bei mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis, wenn andere systemische Therapien wie Ciclosporin, Methotrexat oder Psoralen in Kombination mit UVA-Licht (PUVA) nicht wirksam waren, kontraindiziert sind oder nicht vertragen wurden.

Quelle:
AkdÄ Drug Safety Mail vom 8. November 2016

Dienstag, 1. November 2016

Cabozantinib: EU erweitert Indikation auf fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom

Die EU-Kommission hat Cabozantinib (Cabometyx, Ipsen Pharma) für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zugelassen, die bereits mit einem VEGF-Hemmer behandelt worden sind. Cabozantinib war bereits im März 2014 von der EU-Kommission als Cometriq (TMC Pharma Services) als Orphan Drug bedingt für die Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenkarzinom zugelassen worden.


Cabozantinib hemmt mehrere Rezeptortyrosinkinasen (RTK) hemmt, die an Tumorwachstum und Angiogenese, am pathologischen Knochenumbau, an Arzneimittelresistenz und der Entwicklung von Metastasen bei der Krebserkrankung beteiligt sind. Cabozantinib erwies sich als Inhibitor von MET (Hepatozyten-Wachstumsfaktor-Rezeptorprotein)- und VEGF (vaskulärer endothelialer Wachtumsfaktor)-Rezeptoren identifiziert. Darüber hinaus hemmt Cabozantinib auch andere Tyrosinkinasen wie den GAS6-Rezeptor (AXL), RET, ROS1, TYRO3, MER, den StammzellfaktorRezeptor (KIT), TRKB, Fms-artige Tyrosinkinase-3 (FLT3) und TIE-2.
Sicherheit und Wirksamkeit wurden in einer randomisierten, offenen, multizentrischen Phase-3-Studie gezeigt. Patienten (N=658), die ein fortgeschrittenes RCC mit einer Klarzellkomponente aufwiesen und die zuvor mindestens einen VEGF-Rezeptor-TyrosinKinase-Inhibitor (VEGFR TKI) erhalten hatten, wurden randomisiert (1:1) mit Cabozantinib  (N=330) oder Everolimus (N= 328) behandelt. Cabozantinib verlängerte das PFSD im Median von 3,8 auf 7,4 Monate.

Quelle:
EPAR der EMA